Der wöchentliche Diskoplakatcartoon.

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Geh zurück in dein Buch!

Unseren Vorgucker auf das Moritzbastei-Programm zur diesjährigen Buchmesse starten wir nicht zufällig mit diesem Feeling-B-Klassiker. Passt einfach zu gut, dazu aber später mehr.

Den Auftakt geben zwei MDR-Figaro-Lesecafés, das erste davon am Sonntag, den 22. Februar. Hier stellen sich die nominierten Autoren für den Preis der Leipziger Buchmesse vor. Die  zweite Vorstellungsrunde folgt dann am 1. März. Wer nominiert ist, verrät die Webseite der Buchmesse.

Ab dem 23. Februar geht es dann täglich weiter mit der traditionellen Lesung zur Mittagsstunde, in der Leipziger Persönlichkeiten nun schon im zehnten Jahr aus ihren aktuellen Lieblingsbüchern vorlesen. Eröffnet wird die Reihe “Buchmesse schmeckt” wie immer von Buchmesse-Direktor Oliver Zille. Wer außer Burghard Jung, Jan Emendörfer, Barbara Trommer und Michael Ernst noch alles liest, haben wir hier zusammengestellt.

Am 3. März lädt Carolin Masur dann unter dem Titel “Als wir träumten” an ihre Buchmesse-Hausbar ein. Wenig überraschend bei dem Titel ist unter anderem Clemens Meyer zu Gast, welcher wie auch die anderen Gäste über das Spannungsfeld zwischen Literatur und Film sprechen werden. Auch wenig überraschend, aber trotzdem interessant.

Radio Bremen und Die Zeit vergeben jährlich einen Preis für Kinder- und Jugendliteratur, den LUCHS. Die Preisverleihung ist öffentlich und findet am 11. März in der Moritzbastei statt.

Der Buchmesse-Donnerstag fällt in diesem Jahr auf den 12. März, und damit steht auch das Datum für die zehnte Ausgabe der Langen Leipziger Lesenacht fest. Tusch! Diesmal werden sich 65 (!) Autoren mit ihren Büchern den Lesehungrigen vorstellen.

Jörg Maurer ist bekannt für seine “Alpenkrimis”, in denen Kommissar Jennerwein Mordfälle aufklärt, deren Motive eng mit den Mythen und Sagen der oberbayrischen Welt verwoben sind. Am 14. März stellt er sein neuestes Werk in der Moritzbastei vor, das sicher wie seine Vorgänger verfilmt werden wird.

Mit dem Stichwort “Film” schlagen wir den Bogen vom youtube-Video vom Anfang über die Clemens-Meyer-Verfilmung und die Alpenkrimi-TV-Morde hin zu Christian “Flake” Lorenz. Der war Keyboarder bei Feeling B und ist es noch bei Rammstein. Über sein vermutlich wildes Leben hat er ein Buch geschrieben, welches ganz punkrockig “Tastenficker” heißt. Dieses stellt er ebenfalls am 14. März in der Moritzbastei vor, hinterher schreibt er noch Autogramme.

Noch einmal schön übersichtlich unser komplettes Buchmesse-Programm:

  • 22.02.2015: Figaro Lesecafé – Die Nominierten Teil 1Infos
  • 23.02.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 24.02.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 25.02.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 26.02.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 27.02.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 01.03.2015: Figaro Lese Café – Die Nominierten Teil 2 Infos
  • 02.03.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 03.03.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 04.03.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 05.03.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 06.03.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 09.03.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 10.03.2015: Buchmesse schmeckt Infos
  • 11.03.2015: LUCHS Literaturpreis Infos
  • 12.03.2015: L3 – Lange Leipziger Lesenacht Infos
  • 14.03.2015: Buchmesse – Christian „Flake“ Lorenz Infos
  • 14.03.2015: Buchmesse – Jörg Maurer Infos

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Der wöchentliche Diskoplakatcartoon.

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Der wöchentliche Diskoplakatcartoon.

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Papperlapopgeschichte

lostanzen

Die Mittwochsparty ist nicht nur eine Institution der Moritzbastei. Heute erzählen wir euch mal die Geschichte dieser Partyreihe, die ab heute unter wöchentlich wechselndem Namen & Programm neu startet. Ein Diavortrag über knapp 40 Jahre Diskowahnsinn in der MB. Viel Spaß!

01-UZ-1974

Der Mittwoch war schon kurz nach dem Ausgrabungsbeginn der MB als Diskotag im Gespräch, wie dieser Artikel aus der Universitätszeitung vom 11. Juli 1974 zeigt. Die heutige “Diskotonne” war übrigens noch gar nicht vorgesehen für den Ausbau.

02-Tonne-1975

Die Veranstaltungstonne, wo heute die Konzerte stattfinden, sah 1975 noch ungefähr so aus wie auf diesem Bild.

04-jazz

In den Anfangsjahren war eine Liveband obligatorisch. Hier spielt die Kasseturm-Jazzband aus Weimar auf. Beards, shirts & cigarettes – original hipster back in 1980!

02-Kropinski

Die MB-Partys waren schon immer Kontaktbörse. Allerdings nicht immer nur mit eindeutigen Absichten. Hier sucht jemand per Aushang:  “für ein BRECHT-PROGRAMM einen Pianisten, der vom Blatt spielen kann”. (1978, live spielt der Jazzgitarrist Uwe Kropinski)

04-posters

Der erste, heute legendäre Name der MB-Diskos: Papperlapop (auf der Posterwand von 1980 unten rechts). Jenachdem, ob in zwei oder sogar drei Räumen DJs auflegten, hieß es später “2-Kanal-” oder “3-Kanal-Papperlapop”.

03-OK-Technik

Diskjockeys waren meist Tapejockeys – Platten mit aktuellen Hits gab es in der DDR praktisch nicht, das meiste wurde auf Kassette kopiert oder im Westradio aufgenommen. Kein DJ kam ohne seine Notizbücher aus, in denen die Liedreihenfolge seiner Kassettensammlung vermerkt war!

05-lichtspots

Die Lichttechnik war in den 1980ern digital. Es gab die Optionen 1 oder 0 – an oder aus. Na gut. Rot, Blau und Grün waren auch möglich.

06-rettungsfolie

Bis in die 1990er Jahre war die MB beinahe Alleinherrscher unter den Leipziger Diskotheken. Das Fassungsvermögen war mit knapp 1200 Besuchern einzigartig, und es war gefühlt immer ausverkauft. Alternativen entwickelten sich erst ab Ende der 1990er, eine echte Konkurrenz für den Mittwoch tauchte erst mit dem Nachtcafé auf. Ach, und Rettungsfolie als Partydeko haben nicht die heutigen HGB-Studenten erfunden. Das Bild zeigt eine Faschingsparty Ende der 1980er Jahre.

07-scanner

Mit dem Aufblühen der Leipziger Clubszene und dem Boom von Black Music, HipHop und Techno um 2000 herum gab es den ersten “Mittwochsknick”. Darufhin wurde die MB-Disko technisch aufgerüstet und ein neuer Name wurde gesucht.

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Tatsächlich gab es eine Zeit, da liefen die Partys unter dem Namen “Discodiscount”. Aua! Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich mir den habe einfallen lassen. Zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass auch “All You Can Dance” auf meinem Mist gewachsen ist. Seit Februar 2002 wird unter diesem Titel Mittwochs und Samstags bei uns gefeiert.

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Ende 2013 kam dann der Schuhfetisch in unser Partyprogramm. Zum Jubiläumsjahr 2014 starteten wir eine große Plakatkampagne mit der Aufforderung “put on your dancing shoes”. Die fotografierten Treter gehören übrigens alle Leute aus dem MB-Team. :-)

In den vergangenen zwei Jahren gab es dann die nächste tektonische Verschiebung im Leipziger Nachtleben. Neue Clubs öffneten, lose Partycrews laden zu informellen Raves in WG-Küchen, Parks und unter Autobahnbrücken. Plagwitz, Lindenau und der Leipziger Osten ziehen das Publikum aus den gewohnten Ausgehvierteln. Wenn es hypezig irgendwo da draußen geben sollte, dann jedenfalls nicht in der Innentstadt! Dazu kommt, dass der wichtigste Effekt der Bologna-Reform wohl der ist, dass Studenten wochentags abends kaum noch aus dem Haus gehen. Jedenfalls nicht, um bis in die Morgenstunden zu tanzen. Bis Donnerstag nachmittag wird studiert und gebüffelt, beim Blick auf den Partykalender der Stadt kann man es deutlich sehen: der Mittwoch fühlt sich nicht mehr sehr sexy an…

10-insta

Da wollen wir ein bisschen helfen. Nach genau 12 Jahren (!) unter dem Namen “All you can dance” starten wir ab Februar unter wechselnden Namen und mit neuen Formaten durch. Unter dem Titel “los!tanzen!” wird es eher “klassische” MB-Studentenpartys geben, nächste Woche wird es dann unter dem Titel “Masse und Beschleunigung” eher in Richtung Indietronics und Electronic gehen. Zwei weitere Formate haben wir noch in der Hinterhand, die dann Akzente in Richtung Indie und Alternative setzen werden

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Unseren Schuhfimmel treiben wir noch ein wenig weiter. Wir haben eine kleine Fotostation eingerichten, unter dem hashtag #lostanzen könnt ihr mit euren Schuhselfies aus der MB die sozialen Netzwerke verstopfen.

13-lostanzen

Ab heute nacht gilt es. Wir hoffen, ihr habt so viel Spaß beim Feiern wie wir beim Vorbereiten. Wir freuen uns auf euch!

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Der wöchentliche Cartoon.

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Montag, Mittwoch, Freitag, immer.

nolegida

Kaum sind die Wendegedenklichter verglommen wird in Leipzig wieder Politik auf der Straße ausgetragen. Da hatte man sich gerade so schön in der Hypezig-Likezig-Wohlfühlnische eingerichtet, sich ein schönes Stadtjubiläum zurechtgebastelt, alle fanden die Stadt irgendwie kuschelig und dufte, und dann diese hässlichen Bilder, Sprechchöre, Losungen. Der größte Polizei-Einsatz nach der Wende am 21. Januar ließ sogar die Scharfschützen beim Lichterfest vergessen. Die Moritzbastei steht mittendrin, wenn die Legida-Demonstrationen auf dem Augustusplatz stattfinden. Am 21.1. wurde auf unserem Dach demonstriert, die Polizeiabsperrungen an unserem Haus trennten nicht nur die jeweiligen Lager, sondern auch unsere Gäste von uns. Kommenden Freitag droht uns wohl ein ähnliches Szenario.

Was in der Innenstadt passiert, betrifft uns ganz direkt. Egal, an welchem Tag demonstriert wird, wir verlieren Besucher. Weil sie demonstrieren und ihnen danach die Lust zum Tanzen vergangen ist. Weil sie zwar nicht demonstrieren wollen, aber Menschenmassen und Polizeiabsperrungen sie davon abhalten, zu uns zu kommen. Weil ihnen die Anspannung in der Innenstadt nicht geheuer ist und sie lieber in anderen Stadtteilen ausgehen. Stärker als uns betrifft das sicher Oper und Gewandhaus, wo man sicher über die Demoanmeldungen bis zum Ende des Jahres schwer geschluckt haben dürfte.

Wir brauchen also gar nicht lange davon zu reden, dass wir ein internationales Kulturzentrum sind, dass wir europäisch vernetzt sind, Menschen und Künstler aus aller Herren (und Damen) Länder bei uns zu Gast haben (wollen!), dass studentische Kultur fast schon per Definition eine ist, die über den Tellerrand schaut, dass wir uns ein Leben ohne Rock’n’Roll, HipHop, Jazz, arabische Ziffern und lateinische Buchstaben nicht mal ansatzweise vorstellen wollen. Wir finden die Legida-Demonstrationen auch aus einem ganz eigennützigen und praktischen Umstand zum Kotzen – sie vertreiben unsere Gäste.

Das Banner an unserem Haus, welches wir in einer gemeinsamen Aktion mit dem Livekommbinat angebracht haben, kommt also von ganzem Herzen. Wenn wir es einrichten können, werden wir unsere Veranstaltungen so organisieren, dass ihr demonstrieren gehen könnt, ohne etwas von unserem Programm zu verpassen. Via Homepage und social media halten wir euch auf dem Laufenden, wenn sich Anfangszeiten verschieben (müssen) oder wir – wie heute Nacht (die Demo war ja für heute geplant) – auf den Eintritt bei unserer Party verzichten.

Hoffen wir mal, dass uns die angedrohte Dauerdemo erspart bleibt. So oder so. Bis dahin zeigen wir weiter, dass weltoffene Kultur so viel aufregender ist, als sich selbst zu begrenzen und in der eigenen Soße vor sich hin zu schmoren. Das ist unserer Meinung nach das Beste, was Befürworter einer offenen Gesellschaft tun können – zu zeigen, dass eine solche bei allen Problemen und Anstrengungen besser ist, als eine abgeschottete. Freitag zum Beispiel spielt das Projekt Masaa des in Bremen lebenden Libanesen Rabih Lahoud bei uns, das gerade den deutschen Weltmusikpreis RUTH 2015 gewonnen hat. Wenn ihr es schafft, kommt vorbei.

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Neues Jahr, neues Glück

Neujahrsempfang1

Jedes Jahr im Januar laden wir Freunde und Partner zu uns ein, um bei leckerstem Essen und Trinkalkohol in ihrer Überzeugung zu bestärken, dass ein Leben mit Moritzbastei so viel schöner ist als ohne. Gestern Abend war es wieder so weit, knapp 200 Gäste kamen, unterhielten sich augenscheinlich bestens und ließen sich am Ende sogar für unsere pop-up-gallery ablichten. Song-Slam-Veteran Jody Cooper beeindruckte dazu als Living Juke Box und erfüllte Liedwünsche aus seiner Songlist, die unglaubliche 350 Stücke umfasste!

Ein toller Abend, wir hoffen auf ein gutes Jahr 2015.

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Der wöchentliche Cartoon: Aufwigel

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