/ Autor: torstenreitler

Impfen schützt auch die Kultur!

Die Moritzbastei beteiligt sich an der Kampagne „Impfen schützt auch die Kultur“, die durch das Dezernat Kultur der Stadt Leipzig in Kooperation mit der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa / Kulturprojekte Berlin ins Leben gerufen wurde.

„Wir befinden uns weiterhin mitten in der Pandemie. Der Kulturbetrieb ist wie das gesamte öffentliche Leben abhängig vom Verlauf der Kurve. Mittlerweile liegen differenzierte Eskalationsstufen vor, die es den Akteuren ermöglichen, auf die sinkenden oder steigenden Inzidenzen mit angemessenen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung reagieren zu können. Trotz der spürbaren Leichtigkeit und zahlreichen Veranstaltungen, Aufführungen und Ausstellungen während der Sommermonate hält die volatile Situation allerdings an. Wir erleben einen veränderten Kulturbetrieb, der weiterhin von differenzierten Angeboten gekennzeichnet ist, die den Dialog trotz Maske und Abstand versuchen zu ermöglichen. Kultur wirkt dabei als Mittel und Quelle der Resilienz in dieser schwierigen Zeit, um die kollektive Bewältigung der Krise zu befördern. Dafür muss der Kulturbetrieb allerdings auf stabilen Füßen stehen und ein Stück weit planbar sein.

Die aktuelle Herausforderung der Gesellschaft besteht also in der Absicherung der Herbst- und Wintermonate, wobei auch das Ausmaß der Inzidenzen darüber entscheidet, wie stark das Frühjahr 2022 davon beeinträchtigt sein wird. Weiterhin gemeinsam beherzt anzupacken, muss unser Credo für die Bewältigung der Corona-Pandemie sein. Schützen Sie daher sich und andere!“

(Quelle: https://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/gesundheit/neuartiges-coronavirus-2019-n-cov/impfzentrum/)

/ Autor: torstenreitler

Modellprojekt Kultur

Die Leipziger Kultur öffnet wieder, noch unter Pandemiebedingungen

Die Moritzbastei ist eine von 10 Leipziger Clubs- und Spielstätten, die im Mai und Juni 2021 den Veranstaltungsbetrieb im Rahmen eines Modellprojektes wieder aufnehmen. An zwei unserer Veranstaltungstage werden wir untersuchen lassen, ob bei unter bestimmten Hygienevorgaben durchgeführten Kulturveranstaltungen ein relevantes Infektionsrisiko für Besucher:innen ausgeht.

Das Modellprojekt entstand auf Initiative des Bündnisses #DASistLEIPZIG, in dem sich die Netzwerke Leipzig Plus Kultur, Livekommbinat und Kreatives Leipzig zusammengeschlossen haben. Ziel des Projektes ist es, Wissen zu sammeln, um in einer eventuell auftretenden pandemischen Situation die Schließung von Kulturstätten vermeiden zu können.

Die erste Veranstaltung in der Moritzbastei, die wir im Rahmen des Modellprojektes durchführen, ist der Song Slam Leipzig am 12. Juni. Was ihr als Besucher:innen dazu beachten müsst, erfahrt ihr auf der Webseite des Projektes. Die zweite Veranstaltung befindet sich noch in Abstimmung und wird nach Bekanntgabe der nächsten sächsischen Coronaschutzverordnung, die am 14. Juni in Kraft treten soll, festgelegt.

Wir hoffen auf eure Unterstützung und Mitarbeit. Auch wenn die Pandemie gerade abflaut, ist völlig unklar, wie die Wintersaison 2021/22 verlaufen wird. Die Ergebnisse der Untersuchung können deshalb sehr, sehr wertvolle Argumente für Kulturstätten liefern, wenn erneut steigende Infektionszahlen zu verzeichnen sein sollten.

/ Autor: torstenreitler

Neuer Frühling, neues Glück

Moritzbastei Leipzig Café Innenhof

Trotz allen Widrigkeiten: Wir freuen uns, dass wir wieder für euch da sein dürfen!

Unser Café Barbakane öffnet ab dem heutigen 31. Mai 2021 wieder für seine Gäste. Vorerst ab 11 Uhr zum Mittagstisch, der großzügigerweise bis 16 Uhr gedeckt ist. Wenn ihr uns ordentlich die Bude einrennt, werden wir die Öffnungszeiten so bald wie möglich auch in die Abendstunden ausweiten.

Bitte denkt daran, dass bis auf weiteres ein tagesaktueller Covid-Negativtest nötig ist, um bei uns zu verweilen. Für die geforderte Kontaktnachverfolgung nutzt bitte die Corona-Warnapp oder die Dresdener App pass4all. Eine schriftliche Erfassung der Kontaktdaten ist auch möglich, aber Leute – wir leben im 21. Jahrhundert. 😉

Die Moritzbastei-Terrasse öffnet bis auf weiteres nur, wenn wir Veranstaltungen auf der Open-Air-Bühne haben. Die nächste ist schon am kommenden Mittwoch das Moritzbastei-Kneipenquiz mit Anne Hirsch. Ab Mitte Juni wollen wir dann Mittwochs-Samstags die Terrasse ab 16 Uhr öffnen.

Es wird ein spannendes Jahr (um das Wort „schwierig“ zu vermeiden). Mit eurer Hilfe – die hauptsächlich darin bestehen sollte, dass ihr uns als Gäste die Treue haltet und so oft wie möglich euer Taschengeld bei uns ausgebt – werden wir das überstehen.

Also denn – auf ein Neues und hoffentlich den letzten Corona-Sommer vor der Jahrtausendwende. Bis gleich!

/ Autor: torstenreitler

Stream a little stream & resonate

Klassische Konzertmusik und visual art performances – das verspricht die neue Moritzbastei-Konzertserie „Resonate“. Am 7. März startet um 14:15 Uhr der erste Stream. Auf den Kanälen des Karajan-Institutes Salzburg kann dann auch mit den teilnehmenden Künstler*innen gechattet werden.

Streams erschienen zu Beginn des Lockdowns im März 2020 als die große Chance. Endlich kommt die Digitalisierung im Kulturbereich an! Dachte man. Doch nach dem hundertsten langweiligen Wohnzimmerkonzert, der tausendsten Übertragung aus einem leeren Konzertsaal war die Begeisterung verflogen. Die Geschichte hat Opus recht gegeben!

Mehr als ein weiteres Onlinekonzert

Bei unserer Konzertreihe KLASSIK underground war die Aussendung über social media schon ein wichtiger Teil des Konzepts. Mit unserer neuen Konzertreihe Resonate gehen wir noch einen Schritt weiter und produzieren vordergründig für das Streaming-Publikum. Wie bei KLASSIK underground arbeiten wir mit Musiker*innen des Gewandhausorchesters zusammen. Die Konzerte sind als Interaktion konzipiert zwischen Musik und bildender Kunst. Bildende bzw. Performance-Künstler*innen reagieren live auf Werke klassischer Musik. Das Konzert wird live aufgezeichnet, bei der Ausstrahlung gibt es so die Möglichkeit, mit den Beteiligten zu chatten.

Die Idee und das Konzept stammen wieder von Tahlia Petrosian, die auch unsere Reihe KLASSIK underground kuratiert. Das erste Konzert der Reihe zeigt eine Arbeit von Harit Srikhao aus Bangkok, die auf Werke von Stravinsky, Ravel und Debussy trifft. Srikhao war bis Februar 2021 Stipendiat des Leipzig International Art Programme (LIA), das auch als Kooperationspartner für die ersten beiden Resonate-Konzerte an Bord ist. Durch diese Kooperation konnte auch das Goehte-Institut Thailand als Partnerin gewonnen werden.

Für die Produktion zeichnen sich unsere langjährigen Partner von Beatmedia verantwortlich, die auch schon KLASSIK underground und das darkstreamfestival (das nächste startet am 9. April!) ins Bild setzten. Besonders freuen wir uns, dass wir für die Premiere von Resonate wieder das Karajan-Institut Salzburg wieder als Unterstützerin gewinnen konnten.

Am 7. März um 14:15 Uhr startet unser Experiment. Ihr könnt dabei sein und eure Fragen an die Künstler*innen stellen. Die verfügbaren Links sind auf der Webseite der Moritzbastei aufgelistet. Wir sind gespannt auf euer Feedback!

/ Autor: torstenreitler

Nachbarschaftshilfe

Das Krystallpalast-Varieté hilft der Moritzbastei mit einem Raumluft-Desinfektionsgerät. Die Verbindung zwischen MB und Varieté reichen aber viel weiter.

Ein wenig futuristisch sieht es schon aus – R2D2 und ein Jediritter im MB-Büro? Wer genau hinsieht, erkennt es natürlich: es sind Peter Matzke, seines Zeichens Geschäftsführer des Krystallpalastvarietés (links) und ein Raumluft-Desinfektionsgerät.

Von diesen Geräten hatte das Varieté einige für seine Dinnershow angeschafft. Die Hoffnung, damit ihre stets ausverkauften Shows sicherer zu machen, zerschlug der Dezember-Lockdown. Damit die Geräte nicht ungenutzt in der Abstellkammer verschwinden, haben sich die Kolleg*innen entschieden, anderen damit auszuhelfen. Zum Beispiel einer Leipziger Schule und jetzt eben uns, der Moritzbastei.

Unsere Büros sind wirklich sehr beengt, der Begriff Kleinstraumbüro würde es treffend beschreiben. Acht Arbeitsplätze auf nicht viel mehr als 30 Quadratmetern… Kann man sich momentan wirklich nicht vorstellen, so zu arbeiten.

Müssen wir – leider – momentan auch nicht. Aber die Hoffnung besteht, dass wir im Frühjahr wieder feste ans planen, vorbereiten und organisieren gehen müssen. Dann kann uns dieser kleine Helfer aus Blech sehr gute Dienste erweisen.

Peter Matzke hat übrigens die Moritzbastei prägend mitgestaltet. Während seiner Studienzeit als ehrenamtliches Clubmitglied, später dann als Booker und Programmdirektor. Vielen Dank für die Unterstützung an das Team des Krystallpalasts!

/ Autor: torstenreitler

Der Pegasus wird neu beschlagen

Ab dem 2. November 2020 wird Eileen Mätzold die älteste durchgehende Lesereihe auf dem europäischen Festland moderieren. Der Durstige Pegasus in der Moritzbastei bekommt damit auch seine erste weibliche Moderatorin seit seiner Geburt im Jahr 1974. Ihr Vorgänger Elia van Scirouvsky übergibt die Lesebühne damit nach einem Jahrzehnt in neue Hände.

Im Gespräch lassen beide die letzten Jahre Revue passieren und geben einen Ausblick auf das, was uns in Zukunft jeweils am ersten Montag des Monats im Schwalbennest der Moritzbastei erwarten wird.

Frage: Elia, wie bist Du zum Pegasus gekommen?

Elia: Henner Kotte ist schuld. Der hat 2010 die Lesebühne im FHL-Club moderiert. Als Volly damals die Moderation in jüngere Hände abgeben wollte, meinte Henner, ich wäre doch der richtige dafür. Dabei bin ich nur ein halbes Jahr jünger als Volly! Aber Volly war einverstanden.

Du wusstest also schon, was Dich erwartet, als Du 2010 den Pegasus übernommen hast?

Elia: Ich war damals regelmäßiger Gast beim Pegasus und auch selber schon als Autor auf der Bühne. In Leipzig war ich gut vernetzt, hab auf vielen Lesebühnen gelesen, kannte Hinz und Kunz. Das waren für mich die idealen Voraussetzungen.

Gab es für Dich zum Anfang bestimmte Pläne und wenn ja, was ist aus ihnen geworden?

Elia: Mein Plan war, die Publikumsstruktur etwas zu erweitern. Volly hatte ein sehr junges Publikum und viele Gäste aus der schwarzen Szene. Ich wollte sowohl auf der Bühne als auch im Publikum eine größere Bandbreite vom Alter her. Deshalb habe ich auch immer Newcomer mit gestandenen Autoren abwechseln lassen, das hat sich dann auch im Publikum gespiegelt.

Volly hatte mehr Debütanten als Du auf der Bühne, wenn die Erinnerung nicht täuscht?

Elia: Das stimmt. Wenn jemand neu in die Stadt kam und sagte: „Ich schreibe“, dann hat er denjenigen direkt auf die Bühne geholt. Ich wolle nicht nur Newcomer, sondern auch Autoren, die schon eine zweite Buchveröffentlichung haben. Das hat das Publikum auch immer als Mehrwert mitgenommen.

In den letzten Jahren waren beim Pegasus viele etablierte Autoren zu Gast. Sind die Verlage da direkt an Dich herangetreten oder hast Du die Gäste immer selbst gefunden?

Elia: Viele Verlage sind tatsächlich direkt an mich herangetreten. Durch viele meiner Moderationen, z.B. auf der Leipziger Buchmesse, wusste ich, welche Verlage interessante Bücher auf den Markt gebracht haben. Bis auf Krimis war so alles beim Pegasus dabei, viel Lyrik, ältere Autoren bis hin zu ganz neuen. Für Krimis hatte ich andere Veranstaltungen.

 Gibt es Highlights in den 10 Jahren, die Dir spontan einfallen?

Elia: Ein Höhepunkt war natürlich Jochen Wisotzki, der 2015 hier war. Den Begründer des Pegasus als Gast zu haben war für mich schon mega interessant.

Pegasus-Mitbegründer Jochen Wisotzki liest 2015 aus der Gründungsurkunde von 1974 vor. Seit 1976 ist die Lesereihe in der Moritzbastei beheimatet.

Und Tiefpunkte?

Eigentlich keine. Die meisten Autoren vom Pegasus kannte ich ja meist vorher von eigenen Besuchen bei anderen Lesebühnen. Ich wusste also, was mich erwartet. Ich hab das Publikum auch Performances geboten, die gewöhnungsbedürftig waren, aber das gehört eben auch dazu. Das einzige, was dem Pegasus ein bisschen auf die Füße gefallen ist, waren die Legida-Demonstrationen. Die waren ja immer Montags, und gerade das ältere Publikum, das ich mir erarbeitet hatte, ist dann weg geblieben, weil die Montags nicht mehr in die Innenstadt kommen wollten. Diese Lücke zu schließen ist mir später leider nicht gelungen, dieser Bruch ist geblieben.

Gab es Gäste, die über die zehn Jahre Deiner Moderation dem Pegasus treu geblieben und regelmäßig gekommen sind?

Elia: Ja, die gab es tatsächlich!

Eileen, wie war Deine erste Begegnung mit dem Pegasus?

Eileen: Ich habe hier beim Pegasus lesen dürfen, nachdem ich angefragt hatte. Das war etwas Besonderes für mich, weil man normalerweise bei Lesebühnen nur 10 oder 11 Minuten lesen kann. Beim Pegasus konnte ich ein ganzes Programm gestalten, eine knappe halbe Stunde!

Du bist Leipzigerin? Wie ist Dein literarischer Background?

Eileen: Ich wohne seit vier Jahren in Leipzig, bin damals zum Studium aus dem Altenburger Land gekommen. Seit meinem zwölften Lebensjahr schreibe ich, seit ich 14 bin, gehe ich auf Lesebühnen, also auch schon seit zehn Jahren. Hier in Leipzig gab es natürlich eine wahnsinnig große Bandbreite an Lesebühnen, in den letzten Jahren habe ich die ausführlich besucht.

Gibt es ein literarisches Terrain, auf dem Du Dich besonders zu Hause fühlst?

Eileen: Ja, die Lyrik. Ich schreibe auch Geschichten, lese die aber sehr, sehr selten vor. Langgedichte finde ich perfekt für die sechs Minuten Lesebühnenzeit. Ich mag das, wenn sich ein lyrisches Panorama entfaltet.

War es für Dich einfach, in die Leipziger Literaturszene einzutreten?

Eileen: Es war einfach, weil ich drangeblieben bin und immer wieder bei Veranstaltungen war. Ich habe es als wahnsinnige Chance empfunden, meine Texte vorstellen und darüber reden zu können. Wenn jetzt Leute neu dazu kommen, zum Beispiel zu den offenen Bühnen im Neuen Schauspiel oder im Beyerhaus, werden sie immer gut empfangen. Man bekommt schnell Angebote für andere Lesebühnen. Die Szene war überhaupt nicht elitär.

Elia: Man wird herumgereicht…

Eileen: Ja, so kann man das sagen (beide lachen).

Hast Du schon länger mit dem Gedanken gespielt, selbst eine Lesebühne zu moderieren?

Eileen: Es war schon überraschend, als Elia mich gefragt hat. Vorstellen konnte ich es mir, weil mich alles interessiert, was mit Literatur zu tun hat. Es hat mich natürlich auch sehr gefreut.

Welche eigenen Akzente möchtest Du beim Pegasus setzen?

Eileen: Ich möchte gerne mehr experimentellen Texten eine Bühne geben. Lyrik natürlich, aber literarische Essayistik interessiert mich zum Beispiel auch sehr. Prosa und Krimis werden durchaus auch eine Rolle spielen. Die Mischung ist mir schon wichtig. Oder eben die harten Kontraste.

Was unterscheidet für Dich den Pegasus von anderen Lesebühnen?

Eileen: Es ist sehr familiär. Es gibt viel mehr Konzentration auf den Text und weniger Show als bei Poetry Slams. Die Beschränkung beim Pegasus auf zwei Lesende finde ich sehr gut, auch die Kombination mit dem Interview bzw. das Gespräch über den Text ist sehr wichtig. Da gibt es dann auch mal die Möglichkeit, einen literaturtheoretischen Teil unterzubringen.

Habt ihr mal über das Thema Podcast nachgedacht?

Elia: Der Pegasus lebt vom Livepublikum. Die Autoren brauchen den Augenkontakt, musst merken, ob die Texte funktionieren. Das war auch immer für die Anfänger wichtig, dass sie sich ausprobieren können. Nicht vor einem Riesenpublikum, aber vor einem sehr wohlwollenden. Es hat hier Szenen-Applaus bei Lyrik gegeben, was man sich sonst gar nicht vorstellen kann. Das alles fehlt beim Podcast. Wie siehst Du das, Eileen?

Das Schwalbennest in der Moritzbastei. Foto: D. Endruhn

Eileen: Podcast-Formate für Lesebühnen finde ich nicht so reizend. Für einzelne Autoren kann das spannend sein, das stimmt. Es gab in der Corona-Zeit ja verschiedene Lesebühnen, die Livestreams angeboten haben über youtube oder facebook. Das machen aber so viele, dass man dabei untergeht. Das Pegasus-Konzept mit Fettbemme und Gurke ist ja auch so speziell.

Elia: Das Bier mit dem Publikum nach der Lesung war immer mindestens genauso wichtig wie die Lesung selbst. Man hat meist festgestellt, dass die Hälfte der Anwesenden selber schreibt und konnte sich austauschen. Die Gespräche zwischen den Autoren und mit dem Publikum waren immer sehr wichtig.

Wie ist die Verbindung zur Leipziger Literatenschmiede, dem Literaturinstitut?

Elia: Ich habe es immer wieder mal versucht, aber das war immer schwierig, die Leute für so eine Veranstaltung zu begeistern. Ich hatte Christian Kreis hier auf der Bühne, aber der hat selber Lesebühnen organisiert und war immer nah am Publikum. Ansonsten hat das DLL seine Tippgemeinschaft, die bewegen sich nicht auf anderen Lesebühnen.

Eileen, gibt es etwas, auf das Du Dich besonders freust oder wovor Du besonderen Respekt hast?

Eileen: Auf die Texte und die Gespräche mit den Autoren freue ich mich besonders. Ich gehe jetzt auch anders in andere literarische Veranstaltungen hinein, denke immer mit, ob ich Autoren begeistern kann, beim Pegasus zu lesen. Das ist spannend und eine neue Perspektive.

Elia: Das war bei mir genauso. Ich bin auch zu anderen Lesebühnen gegangen und habe oben abgeschöpft. Wenn jemand besonders gut war, habe ich ihn hierher geholt. Das war auch immer eine Auszeichnung, weil der Pegasus einfach eine Hausnummer ist.

Das ist tatsächlich so?

Elia: Der Pegasus hat mir auch in anderen Bereichen Tür und Tor geöffnet. Der Pegasus ist die älteste durchgehen bestehende Lesereihe auf dem europäischen Festland. Da konnte man dann auch Autoren begeistern ohne große Honorare, dafür mit der Verlockung, das in seine Biografie schreiben zu können (lacht).

Elia, hast Du schon Entzugserscheinungen vom Pegasus?

Elia: Nein, das war ja eine bewusste Entscheidung. Durch die Corona-Zeit gab es für mich auch einen Bruch, den Übergang hätte ich mir fließender gewünscht. Aber bei mir hat sich auch beruflich einiges geändert, hab neue Herausforderungen, so dass ich jetzt nicht in große Nostalgie verfalle. Man sollte auch immer wissen, wann man aufhören sollte. Es gibt immer jüngere, die auch besser vernetzt sind. Vieles kann ich auch gar nicht mehr leisten, ich renne nicht mehr auf jede Lesebühne. Da muss ich mich auch fragen, ob ich der Sache noch gerecht werde. Insofern bin ich ganz froh, dass ich das in Deine Hände geben kann, Eileen.

Eileen, was sind Deine Pläne bis 2030?

Eileen: In solchen Dimensionen denke ich nicht. Ich bin erst einmal gespannt.

Elia: Mir war auch wichtig, dass nach so vielen Jahren Pegasus jetzt eine Frau die Moderation übernimmt. Nicht als Quotenfrau, ich wusste ja, dass bei Eileen die literarische Qualität stimmt. Da habe ich auch bewusst gesucht und bin froh, dass es sich so gefunden hat.

Letzte Frage: Was darf das Publikum bei Deinem ersten Pegasus am 2. November  erwarten?

Eileen: Bei der ersten Veranstaltung werden Stefanie Maucher und Conrad Meissner lesen. Conrad kenne ich durch Lesebühnen und Slams, wo er vor allen Dingen experimentelle Texte gelesen hat. Stefanie habe ich vor anderthalb Jahren kennengelernt. Sie ist 1976 geboren, im Jahr, als der Pegasus in die Moritzbastei kam. Das fand ich dann ganz passend.

Am 2.11. beim Durstigen Pegasus zu Gast: Stefanie Maucher und Conrad Meissner .https://www.facebook.com/events/788516768610463
/ Autor: torstenreitler

Zeit für Ideen, Zeit was zu riskieren. Und für Bier.

Am kommenden Montag präsentiert die Moritzbastei im Paulinum die Quizshow „Riskier Dein Bier“. Der ungewöhnliche Ort ist Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Universität Leipzig und Moritzbastei, die beim Wettbewerb „Denkzeit Event“ des Freistaates Sachsen ausgezeichnet wurde.

Bei diesem Wettbewerb wurden innovative Vorhaben oder Konzepte für Event-Formate unter Corona-Bedingungen ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig soll nun das Konzept 3x2x1: Drei Formate – Zwei Spielorte – Ein Semester umgesetzt werden.

Zentrale Idee ist dabei die gemeinsame Nutzung der Veranstaltungsflächen und damit die Erschließung neuer Spielräume für die nun geltenden notwendigen Mindestabstände für KünstlerInnen und Publikum.

Beliebte Formate aus beiden Häusern wechseln zwischen den Veranstaltungsorten. Das Stammpublikum zieht mit, trifft dabei auf halbem Weg die Gäste von nebenan und dann in einem völlig neuen Rahmen: Clubabend in der Aula des Paulinums, Bach im Studentenkeller.

Das ist auf jeden Fall eine herausragende Kulisse für die nächste Ausgabe von Riskier Dein Bier! Foto: S. Reichhold/Universität Leipzig

Den Auftakt im Paulinum bildet am 19. Oktober die Quizshow „Riskier dein Bier!“ mit dem Moderatorenduo Tim Thoelke & Anne Gilzer. Die beliebte Show läuft normalerweise seit über 10 Jahren einmal im Monat in der MB. In den kommenden Wochen werden auch der Song Slam und eine Lesung mit Christian von Aster im Paulinum ihren außergewöhnlichen Aufführungsort finden. Im Gegenzug wird unter anderem am 2. Dezember das traditionelle Weihnachtssingen des Universitätschores auf der Moritzbastei-Terrasse stattfinden.

Wir freuen uns sehr über diese Kooperation und freuen uns auf sechs tolle Veranstaltungen. Wenn ihr noch Tickets für die Show am 19. Oktober ergattern wollt, solltet ihr euch übrigens sehr ranhalten. Aufgrund der Pandemiebeschränkungen sind die Plätze im Paulinum auf 94 begrenzt. Tickets gibt im Online-Vorverkauf von Tixforgigs.

/ Autor: torstenreitler

Was geht, was geht nicht?

Update zu Öffnungszeiten, Erreichbarkeiten, Veranstaltungen und dem Hygienekonzept der Moritzbastei / Aktualisiert am 8.10.20

Öffnungszeiten

Aktuell hat das Moritzbastei Café Barbakane Montags bis Sonnabends ab 11 Uhr geöffnet, außer Montags – da schließen wir um 15:30 Uhr – gehen wir nahtlos in den Abend- und Kneipenbetrieb über. Bis ca. Mitternacht sind je nach Gästezuspruch unsere Türen für euch offen. Aktuell erweitern wir auch unser Abendangebot an Speisen für euch. 🙂

Erreichbarkeiten

Da wir momentan nur einen Bruchteil der Veranstaltungen durchführen können, die ihr normalerweise von der MB kennt, sind die meisten Kolleg:innen von uns noch in Kurzarbeit. Unser Ticket- und Infobüro öffnet bis auf weiteres Mittwochs und Donnerstags von 12-15 Uhr.

Am besten sind wir momentag per E-Mail erreichbar. Die jeweiligen Ansprechpartner:innen für euer Anliegen findet ihr hier.

Veranstaltungen & Tickets

Aufgrund der geltenden Pandemieschutzmaßnahmen finden unsere Vorstellungen bislang nur open air auf unserer Moritzbastei-Sommerbühne statt. Aktuell warten wir auf Auskunft des Gesundheitsamtes, wie viele Personen wir in unsere Gewölben bei Kulturveranstaltungen einlassen dürfen. Das ständig aktualisierte Programm der Moritzbastei findet ihr auf unserer Homepage. Dort könnt ihr auch Onlinetickets kaufen.

Tanzveranstaltungen wie All You Can Dance, Schwarzes Leipzig Tanzt oder We are the 90s können bis auf weiteres leider nicht stattfinden.

Reservierungen für Gruppen, Familien und Eventveranstalter:innen

Für unser Café und angeschlossene Gastronomie liegt ein Hygienekonzept vor, das der geltenden Allgemeinverfügung des Freistaates Sachsens entspricht. Wir nehmen Reservierungen für Gruppen, Familienfeiern und andere Events entgegen bis zu den genehmigten Personenzahlen (100 Personen für private und Familienfeiern, 50 Personen für Firmenfeiern und ähnliche Events). Wie gewohnt bieten wir für diese Veranstaltungen auch unseren Komplettservice von Catering, technischer Produktion und Künstlervermittlung an. Anfragen dazu bitte an vermietung@moritzbastei.de.

Führungen

Die historischen Führungen durch die Moritzbastei finden seit August wieder jeden Sonnabend jeweils um 11 und 14 Uhr statt. Eine vorherige Anmeldung unter mail@stiftungmoritzbastei.de ist wünschenswert, aber nicht vorgeschrieben. Termine für Führungen nach freier Vereinbarung können ebenfalls unter dieser Emailadresse angefragt werden.

Hygienekonzept der Moritzbastei

Aktualisiert am 8.10.20
Selbstverständlich halten wir die geltenden Vorgaben für unsere Gastronomie ein. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist beim Betreten der Moritzbastei vorgegeben, am Tisch bzw. Platz kann die Maske abgenommen werden. Wir desinfizieren regelmäßig unsere Einrichtung, besonders die sanitären Einrichtungen.

Bei öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten, Lesungen, Theatervorstellungen etc. müsst ihr einen Mund-Nasen-Schutz bis zum Platz tragen. Am Platz könnt ihr ihn abnehmen. Das gilt auch für alle „Attest-Besitzer*innen“: Wenn es für euch gesundheitlich zu gefährlich ist, einen Weg von 50 Meter vom Platz zur Bar oder vom Eingang bis zu eurem Platz ohne MNS zu bewältigen, dann solltet ihr vielleicht auch keine Kulturveranstaltungen besuchen?

Zur eventuell nötigen Kontaktverfolgung nehmen wir eure persönlichen Daten auf bzw. müssen diese beim Ticketkauf hinterlegt werden. Nach DSGVO werden diese Daten nur für die vorgesehenen Zwecke verwendet und nach spätestens 30 Tagen gelöscht bzw. vernichtet. Personen mit Covid19-Symptomen haben keinen Zutritt zur Moritzbastei.

Wenn ihr bei Veranstaltungen schnell und unkompliziert einchecken möchtet, empfehlen wir euch die Installation der App pass4all.

Das Leipziger Gesundheitsamt gestattet uns aktuell 38 Plätze in der Veranstaltungstonne und 107 Plätze im Oberkeller. Alle aktuellen Infos zu Veranstaltungen findet ihr www.moritzbastei.de.

Ihr seht, wir stehen zu unserer Verantwortung und freuen uns, wenn ihr uns die Treue haltet und auch in diesen schwierigen Zeiten immer wieder mal bei uns vorbei schaut.

/ Autor: torstenreitler

Armin Zarbock Superspender

Armin Zarbock als fieser Lover in „Romantische Viecher“: wie immer absolut fesselnd! 😉
Foto: TheaterTurbine

Wahrscheinlich protestiert der Armin sofort, wenn er diese Überschrift liest – aber wenn’s nun mal so ist! Am morgigen 8. September lädt er schon wieder zur großen Spendenshow der Leipziger Improtheater-Szene auf die MB. „Sturm auf die Bastei“ heißt das Spektakel, und es wird sogar live gestreamt. (Tickets gibt es übrigens noch hier).

Armin ist der Moritzbastei seit vielen Jahren eng verbunden. Wenn wir uns recht erinnern, stand er zum ersten Mal 2005 beim Sommertheater der „InselBühne“ auf der Bühne bei uns. Die Figur des Knut Usch in der Komödie „200 Jahre tot“ war ein unvergesslicher Einstand und ist bis heute legendär unter MB-MitarbeiterInnen.

Jedenfalls war Armin einer der ersten und einer der engagiertesten Unterstützer*innen unserer Crowdfunding-Aktion „Zurück zur Kultur!“, mit der wir im Sommer über 30.000 Euro für unseren diesjährigen Kultursommer aufbringen konnten. Als freier Schauspieler ist er ja selbst direkt von all den Stückabsetzungen und Spielstättenschließungen betroffen, ganz zu schweigen von seiner mittelleichten Hypochondrie, die ja während einer Pandemie auch nicht gerade das ist, was man am nötigsten braucht! Trotzdem fragte er immer wieder nach, wie er sich einbringen kann in unsere Kampagne, auf welche Art man spenden könne…

Und jetzt also die Spendenshow morgen – auf Armins Einladung kommt die Creme de la creme der Leipziger Improtheater-Schauspieler*innen zusammen, um euch das Geld aus und der Moritzbastei in die Tasche zu befördern. Es wird hauptsächlich gesungen werden, Impro-Lieder und Musiker-Biografien nach Vorgaben des Publikums.

Wir freuen uns auf morgen und hoffentlich viele von euch. Und wenn ihr bislang noch keinen Grund gefunden haben solltet, für die MB zu spenden – einen besseren als Armin werdet ihr nicht finden.

/ Autor: torstenreitler

Danke & kommt vorbei!

Ihr habt das Crowdfunding für den Moritzbastei-Kultursommer zu einem voller Erfolg gemacht. Danke an 540 Unterstützer:innen und 32.000 Euro! Einen schöneren Vertrauensbeweis für unsere Arbeit hättet ihr uns nicht bereiten können. Wir danken jedem einzelnen von euch aus ganzem Herzen. Am 19. Juli (14-18 Uhr) und am 23. Juli (16-20 Uhr) können alle Funder:innen ihre Dankeschöns an der Moritzbastei abholen. Wir würden uns freuen, euch persönlich Danke zu sagen und mit euch ins Gespräch zu kommen.

Mit euren Spenden werden wir wie geplant unser Open-Air-Programm absichern, Produktionskosten bezahlen und uns gegen Schlechtwetterperioden wappnen. Seit Mitte Juni laufen die ersten Konzerte, Lesungen, Festivals, Poetryslams, Quizshows, und weil ihr das beste Publikum der Welt seid, waren bisher fast alle Veranstaltungen ausverkauft.

Wenn es so gut weitergeht, könnte also sein, dass nicht die gesamte Fundingsumme für den MB-Kultursommer gebraucht werden wird. Was übrig bleibt, werden wir für die weitere Veranstaltungsplanung einsetzen. Aktuell ist noch nicht abzusehen, ob wir nach dem Sommer wieder indoor veranstalten können, wie viele Menschen sich dann wieder bei uns tummeln dürfen, wie wir wirtschaftlich arbeiten können. Natürlich hoffen wir auf weitere Normalisierungen, aber den weiteren Verlauf der Pandemie können auch wir nicht vorhersehen.

Die wirtschaftliche Lage für die Moritzbastei bleibt also – wie für praktisch alle Kulturveranstalter:innen – äußerst fragil. Ohne das Instrument Kurzarbeit könnten überhaupt nicht tätig sein. Was auch bedeutet, dass die Situation für alle Mitarbeiter:innen des MB-Teams angespannt bleibt. Solltet ihr also die Möglichkeit haben, Kultureinrichtungen, Künstler:innen und Menschen, die im Kulturbereich als Dienstleister:innen arbeiten, in irgend einer Form zu unterstützen, dann ist jede Hilfe herzlich willkommen. Die Überwindung dieser Krise wird für den Kulturbereich auf jeden Fall ein Marathon, der uns bis weit ins nächste Jahr beschäftigen wird.

Wir schauen trotzdem zuversichtlich voraus. Mit Gästen, Freunden und Unterstützer:innen wie euch werden wir diese Herausforderungen meistern. Da sind wir uns ganz sicher!