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/ Autor: markus-koerner

Im Sommer setzt man sich gern in den Garten…

oder auf die Wiese, den Balkon, die Terrasse… Hauptsache an der frischen Luft und das Wetter genießen. Viele haben es schon mitbekommen, unsere Terrasse ist seit einem Monat geöffnet. Nur bei gutem Wetter, leider, da es sonst nicht so viel Spaß macht. Jetzt geht der Sommer aber endlich richtig los und damit auch unser Programm auf der Terrasse. Neben kühlen Getränken bieten wir euch Konzerte, Theater und einiges mehr.

Los geht das Programm am Freitag, den 10. Juni, dann weihen REITLER zusammen mit HANNI & MANNI, MJUIX und A and the universe die diesjährige Bühne ein. Alle Konzerte im Überblick:

10.06. Rendezvous mit Reitler
15.06. Bert Stephan Group
21.06. Fête de la Musique
22.06. People on the move – Poetry Slam
23.06. Holler My Dear
24.06. Götz Widmann
29.06. DakhaBrakha

Bei schönem Wetter zeigen wir die Vorrundenspiele des deutschen Teams und alle K.O.-Spiele auf der Leinwand unserer Sommerbühne (wenn’s regnet haben wir genügend Plätze in unseren Gewölben).

Im Juli und August freuen wir uns auf beste Theatervorführungen von und mit der Theaterturbine. Dabei wird es am 08. und 09. Juli „Riskante Spiele“ und vom 04. bis 21. August das „MB-Sommertheater“ geben.

Sommertheater

Eine schlechte Nachricht müssen wir an dieser Stelle leider auch noch verkünden. Die Tage unserer geliebten und geschätzten 35mm-Vorführmaschine sind gezählt, da es im Filmverleih nur noch so neumodische DVD´s und BlueRay´s gibt. Trotzdem oder gerade deswegen bespielen wir die Terrasse auch mit einem ausgewählten Programm im Sommerkino und zwar vom 12. bis 31. Juli. Das ganze Programm findet ihr hier.

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/ Autor: torstenreitler

Ein Foto & seine Geschichte

Mothertongue-2-(2003)

Dieses Foto wurde am 29. Juli in der Veranstaltungstonne der Moritzbastei aufgenommen.  Auf den ersten Blick ein ganz normales Veranstaltungsbild, ein sehr gelungenes, natürlich.  Die Licht- und Farbeffekte stammen übrigens nicht aus einer Instagram- oder Hippster-App. Unser langjähriger Fotograf Detlev Endruhn hat dieses Bild mit einer Analogkamera aufgenommen (damals durfte er bei Konzerten noch blitzen, daher die Lichtbewegungen) und den Film einer Crossentwicklung unterzogen. Dadurch erhielten die Farben diesen Stich und das Bild wurde sehr grobkörnig, was die Dynamik unterstützte.

Aber das sind technische Details… Ich habe das Bild unzählige Male verwendet, um die besondere Atmosphäre zu illustrieren, die bei Konzerten in der MB entstehen kann. Es gibt keinen Graben vor der Bühne, Zuschauer und Musiker können direkt miteinander in Verbindung treten. Für mich hat Detlev Endruhn hier einen perfekten Moment festgehalten, wie er nur in ganz besonderen Konzerten auftritt. Dann, wenn die Stimmung so intensiv und mitreißend ist, dass der Frontmann sich einen Kerl aus der ersten Reihe greift und ihm einen Kuss auf den Schädel drückt.

Nachdem ich das Bild einige Jahre verwendete, traute ich meinen Augen kaum. Den Typ da im Arm von Mother-Tongue-Sänger kenne ich doch?! Ist das nicht – und tatsächlich! Er ist es! Thomas alias DJ Tommes ist der Moritzbastei seit vielen Jahren verbunden. Zu Anfang als Gast, später als Praktikant (nicht am Tresen, wir ursprünglich hier stand) und seit 2006 als DJ mit Spezialgebiet Rock & Alternative.  Manchmal erkennt man den Baum im Wald nicht…

Kein Überraschung also, dass Tommes einer der ersten war, der auf facebook für das Mother-Tongue-Konzert am 21.7. zusagte. Das musste ich natürlich liken und kommentieren: „Sehr gut! Allein schon wegen der Fotos!“

Vielleicht entstehen am 21. Juli wieder so eindringliche Bilder. Auch bei ihrem Konzert 2007 gelangen Detlev Endruhn tolle Aufnahmen, bei denen die Energie der kalifornischen Band visuell spürbar wird. Wir freuen uns auf jeden Fall schon mal wie Bolle vor!

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/ Autor: torstenreitler

Sommer in der City

Sommerflyer

Dieses Motiv werdet ihr bald überall in der Stadt als Flyer sehen. Ist er nicht sehr, sehr schön?

Sehr, sehr schön wird auch das Programm, was euch ab dem 10. Juni auf der Sommerbühne der MB erwartet. Los geht es mit dem Rendezvous mit REITLER01 und dann folgen Fussball, Theater, Kino und Konzerte. Und wenn auf der Bühne nichts los ist, dann ist da immer noch der schönste Freisitz der City.  Der Sommer kann kommen!

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/ Autor: markus-koerner

Die Vielfältigkeit des Hauses

IMG_8010Kennt ihr das auch? Man spricht mit Freunden oder Bekannten über Clubs und Locations in Leipzig und kaum fällt der Name Moritzbastei, kommt eine recht einseitige Ansicht zu Tage. Dabei ist die Moritzbastei mehr als die Disco am Mittwoch und Samstag, ja selbst diese beiden Tage sind oft nicht so einfach zu beschreiben. Fragt man mal Menschen die dort arbeiten oder sich etwas genauer damit Beschäftigen, kommt ein ganz anderes Bild zum Vorschein.

Wie bereits angesprochen gibt es die nach Außen am meisten wahrgenommenen Partys am Mittwoch und Samstag. Einerseits ein sicherer Anlaufpunkt, da Musik querbeet geboten wird und besonders Samstag Abend die MB einfach zum Angebot der Stadt gehört. Andererseits gibt es Samstags immer wieder Highlights mit besonderen musikalischen Ausprägungen und Gästen hinter den Pulten und natürlich die Resident DJ´s.

Das zweite große Aushängeschild des Hauses sind die Konzerte. Von klassischen Klängen bis Elektropop, mit oder ohne Gesang, regelmäßig spielen große und kleine Namen aus verschiedensten Richtungen während ihrer Tourneen bei uns im Haus oder wir bieten jungen Nachwuchsmusikern aus der Region und darüber hinaus eine Bühne.

Nicht weniger erfolgreich sind diverse Formate aus dem Bereich Show, Theater, Literatur und Kleinkunst. Angefangen bei Slam´s und Quizabenden, über Improtheater, Kabarett und Lesungen kann man einen bunten Strauß an Programmpunkten auf großer und kleiner Bühne in der Moritzbastei entdecken. Zudem kommen noch Ausstellungen im Bereich des Cafés, die regelmäßig wechseln und für eine tolle Atmosphäre sorgen (Psst! Zu den Ausstellungen werden auch Vernissagen veranstaltet!).

Wo wir gerade beim Café sind. Das Café Barbakane im Unterkeller des Hauses bietet fast täglich Mittag und Abendessen, sowie Kaffee und Snacks. Dazu gesellt sich zum Abend noch unsere Cocktailbar im Fuchsbau und die Vinothek im Schwalbennest. Beide Räumlichkeiten bringen, abgesehen von dem üblichen Charme der alten Mauern, auch große Getränkekarten mit sich und laden zu einer Entdeckungsreise ein.

Was wir an dieser Stelle nicht vergessen wollen sind die vielen kleinen Dinge, die das Haus am Ende so einmalig machen und das Programm abrunden. Ob Fußball Liveübertragungen oder die im Sommer bewirtschaftete Terrasse (der man einen eigenen Artikel widmen müsste), das Moritzkino mit ausgewählten Vorführungen, Märkte oder Open Air Events…immer wieder gibt es was neues und ständig ist alles im Wandel.

/ Autor: torstenreitler

Dann rufen wir doch mal Madonna an!

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Und dann steht plötzlich an einem Donnerstag Mittag im April Anne-Sophie Mutter im Oberkeller der Moritzbastei und schlägt vor, am 14. Juni ein Benefizkonzert zu spielen. Unsere Gesichter könnt ihr euch vielleicht vorstellen.

Aber von Anfang an. Das ist eine Geschichte von Unvorhersehbarkeiten, die nur eintreten, wenn man einfach mal seinem inneren Kompass folgt und loslegt. Die Geschichte unserer Konzertreihe „Klassik underground“, die Geschichte unseres Engagements für Menschen, die vor Not, Krieg und Perspektivlosigkeit geflohen sind und die der Zufall und die Wirrnisse der Zeit nach Leipzig gebracht haben.

Im vergangenen Frühjahr wollten MusikerInnen des Gewandhausorchesters ein Gruppenfoto für ihr Ensemble Neues Bachisches Collegium Musicum“ in der Moritzbastei aufnehmen. Tahlia Petrosian war eine von Ihnen, und die Gewölbe der MB faszinierten sie so sehr, dass sie uns fragte, ob wir uns nicht klassische Konzerte in der Moritzbastei vorstellen könnten. Wir konnten, obwohl wir keinerlei Erfahrung damit hatten und unser Publikum derartige Konzerte ganz sicher nicht bei uns erwartete.  Tahlia wusste, dass nicht nur sie und viele ihrer KollegInnen im Gewandhausorchester sich danach sehnen, hin und wieder aus dem oft museal anmutenden Klassikbetrieb der Hochkultur auszubrechen. Also begann sie Solisten zu fragen, ob sie sich einen Auftritt in der MB vorstellen könnten. Der erste, der zusagte, war Leif Ove Andsnes, der am 25. Februar 2016 nach seinem Großen Concert im Gewandhaus in der Moritzbastei eine furiose Afershowsession spielte.

Der Erfolg spornte uns an, wir suchten  das Gespräch mit dem Gewandhaus  mit dem Ergebnis, dass wir ab der kommenden Spielzeit miteinander bei „Klassik underground“ kooperieren werden. Am Anfang standen die Idee und der Plan, Menschen für Klassik zu interessieren, die den Weg in das Gewandhausorchester scheuen, denen die Riten des Klassikbetriebes fremd sind und die Lust darauf haben, in der für sie gewohnten Atmosphäre eines Clubs klassische Musik zu entdecken und zu genießen. Wir hatten keinen Plan davon, welche Eigendynamik diese Idee entwickeln würde.

Nach einem Konzert in Berlin sprach Tahlia Anne-Sophie Mutter an, von Musikerin zu Musikerin. Die gefühlt zwei Minuten Kontakt reichten für eine Einladung zu „Klassik underground“ und ein gemeinsames Selfie. 😉

(Quelle: facebook)

Dem folgte ein langer Brief an Anne-Sophie Mutters künstlerisches Büro mit der Anfrage, ob sie sich vorstellen könne, nach ihrem Gewandhauskonzert im März 2017 in die Moritzbastei zu kommen für ein Mitternachtskonzert. Thalia schätzte, wäre leichter, „Madonna zu buchen als Anne-Sophie Mutter„.  Als Antwort erhielt sie einen Anruf, dass Frau Mutter im April in Dresden sein werde und sich gerne die Moritzbastei anschauen wolle. Wir so: „Na dann rufen wir doch mal  Madonna an!“ 😀

Und dann steht plötzlich an einem Donnerstag Mittag im April Anne-Sophie Mutter im Oberkeller der Moritzbastei und schlägt vor, am 14. Juni ein Benefizkonzert zu spielen. Unsere Gesichter könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Sie meinte, sie habe keine Lust, noch ein Jahr zu warten. Die Zeit für ein Statement wäre jetzt! Nach 15 Minuten war der Termin Geschichte, wir verabschieden uns mit einem Handschlag und einem Grinsen im Gesicht, das möglicherweise etwas debil ausgesehen hat. Könnte uns mal einer zwicken, bitte?!

Seitdem sind wir am telefonieren, organisieren, abstimmen. Seit unserer Aktion 1+1 ist der Flüchtlingsrat Leipzig e.V. unser Ansprechpartner in Sachen Hilfe für Geflüchtete.  Diverse MB-MitarbeiterInnen engagieren sich dort in privater Initiative ehrenamtlich, bei unserem „Moritz.Basar“ am 30. April sammelten wir knapp 1300 Euro Spendengelder, um die Arbeit des Flüchtlingsrates und der Amadeu-Antonio-Stiftung zu unterstützen. Auch die Erlöse des Benefizkonzertes am 14.6. werden wir dem Flüchtlingsrat, genauer dem Verein „Integration durch Bildung“ zukommen lassen. Die Arbeit des Vereins richtet sich darauf, Menschen durch Bildung einen Zugang zu unserer Gesellschaft zu ermöglichen und dort anzusetzen, wo Regelschulen und DAZ-Unterricht nicht greifen.  Ein tolles Projekt, das 2006 mit dem Agenda-Preis 21 in der Kategorie Ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde. Und das – wie fast alle Projekte dieser Art – chronisch unterfinanziert ist.

Wie bei Klassik underground hat sich auch bei unserem Engagement für Geflüchtete eines ins andere ergeben. Hätte uns vor einem Jahr jemand erzählt, dass Anne-Sophie Mutter in der Moritzbastei ein Benefizkonzert für den Flüchtlingsrat geben würde, wir hätten ihn wohl für seine überbordende Phantasie beglückwünscht…
Vielleicht motiviert das den einen oder anderen, einfach das zu tun, was er als richtig empfindet. Als Institution können wir auf diese Weise aktiv werden, als Einzelner habt ihr viele andere Möglichkeiten zu helfen. Ist gar nicht so schwer und muss auch nicht immer ein gleich ein Konzert mit Anne-Sophie Mutter sein. Oder mit Madonna. 😉

Alle Infos zum Konzert findet ihr auf der Moritzbastei-Homepage und bei Facebook. Spendentickets gibt es im Moritzbastei-Vorverkauf oder bei tixforgigs.

Unterstützung bei der Produktion des Konzertes erhalten wir durch Westend PR Leipzig sowie die Firmen Blüthner Leipzig, Xancuro Limousinen, Steigenberger Hotel Leipzig, Behrens Rechtsanwälte und Tixforgigs. Vielen Dank!

/ Autor: markus-koerner

Wie war das noch gleich mit dem Wiederaufbau?

Ist es nicht schön wenn sich alles so gut ineinander fügt? Ja das ist es. Auf der Suche nach Aufnahmen und Anekdoten aus der jüngeren Vergangenheit der Moritzbastei kam zufällig ein Mann auf uns zu und lieferte beides, Fotografien und die Geschichten dahinter. Die Rede ist von Hans-Wolfgang Wenzel, einem Sohn der Stadt Leipzig, gelernter und studierter Maschinenbauer und Ingenieur sowie seit 1974 Hobbyfotograf. Letzterem haben wir wunderbare Aufnahmen u.a. aus den Jahren 1978 und 79 zu verdanken.

Im Jahr 1974, am 30. März um genau zu sein, wurde der Grundstein für das „Studentenprojekt Moritzbastei“ gelegt. Zu diesem Zeitpunkt lag bereits eine aufregende Zeit hinter den Mauern des heutigen Kulturzentrums im Innenstadtring und eine ebenso aufregende neue begann. Die gesamte Geschichte der Moritzbastei kann man hier nachlesen.

Hans-Wolfgang Wenzel und seine Frau kehrten nach ihrem 1977 beendeten Studium aus Magdeburg zurück nach Leipzig und leisteten Anfang 1978 aus persönlichem Interesse Aufbaustunden in der Moritzbastei. „Da ich nie oder selten ohne Kamera unterwegs bin, machte ich natürlich einige Fotos vom Wiederaufbau der MB.„, so Herr Wenzel in einem kurzen Interview zu den Fotografien. Es ist unser Glück, dass er sein Hobby immer im Blick hatte und so schöne Fotografien vom Wiederaufbau entstanden. Dadurch entstand auch ein guter Kontakt zu Peter Kunz, dem damaligen Direktor bzw. Klubleiter der Moritzbastei. Dieser bat Hans-Wolfgang Wenzel in Folge seiner Mitarbeiter gelegentlich um Aufnahmen von Veranstaltungen in den bereits fertiggestellten Räumen.

John Stave – Lesung in der großen Tonne (April 1978)
Karnevalseröffnung in der großen Tonne (November 1978)
Barbara Thalheim in der großen Tonne (Mai 1979)

Parallel zu den ersten Lesungen, Feiern und Konzerten in der großen Tonne (die heutige Veranstaltungstonne) wurden die Arbeiten am Oberkeller und den restlichen Räumen vorangetrieben. Ein besonderer Meilenstein war die 100.000. Aufbaustunde, wohlgemerkt alles freiwillige Arbeitsstunden, am 08. Februar 1979.

Gruppe von freiwilligen Arbeitern zusammen mit Peter Kunz zur Begehung der 100.000 Aufbaustunde vor dem Basteieingang (Februar 1979)
Bauarbeiten im Unterkeller (Januar 1979)
Bauarbeiten im Oberkeller (Januar 1979)

Am 01. Dezember 1979 wurde der Oberkeller feierlich eröffnet und erstrahlte in einem Glanz, den er bis heute bewahren konnte. Abgesehen von den Polsterbezügen auf der ein oder anderen Sitzgelegenheit wurde das bewährte Aussehen und die Einrichtung beibehalten und dient somit seit fast vier Jahrzehnten als Anlaufpunkt für Veranstaltungen verschiedenster Art.

Oberkeller zur Eröffnung (Dezember 1979)
Oberkeller zur Eröffnung (Dezember 1979)
Oberkeller zur Eröffnung (Dezember 1979)

Zum Abschluss sei noch ein großes Dankeschön an Herrn Hans-Wolfgang Wenzel gerichtet, der uns mit seinen Fotografien und den dazugehörigen Informationen ein Stück weit mitnehmen konnte, in eine prägende Zeit der Moritzbastei, auf die wir gern zurück blicken. Hans-Wolfgang Wenzel lebt heute in Klinga bei Grimma und ist weiterhin künstlerisch aktiv.

Selbstportrait Hans-Wolfgang Wenzel (Dezember 1979)

/ Autor: torstenreitler

Gute Sache. Gute Sachen.

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Es fliehen Menschen nach Deutschland. In Medien und Gesprächen werden Superlative bemüht, es fallen Vokabeln wie „Krise“ oder „Katastrophe“. Geht man durch die Straßen seiner jeweiligen Stadt, stehen die meisten Gebäude dann noch; Strom, Wasser und W-Lan-Empfang sind vorhanden und der Alltag geht seinen gewohnten Gang. Wo sind die Probleme?

Die Probleme gibt es. Sie sind in den allermeisten Fällen ganz profan und eine der führenden Industrienationen der Welt sollte sich schämen, bekäme sie diese nicht in den Griff. Menschenwürdige Unterbringung und Versorgung, Hilfe bei der Eingewöhnung, soziale Bindung für Menschen ermöglichen, die mit Deutschland Sicherheit und Hoffnung für ihre Zukunft verbinden (womit eine zentrale Vorstellung vieler Abendlandbewahrer von unserem Land gemeinsam haben. Oder?).

Weil viele aus dem Team der Moritzbastei dabei mithelfen wollen, die neue gemeinsame Gegenwart mit den Menschen, die zu uns geflohen sind, zu gestalten, haben wir vergangenen Oktober die „Aktion 1+1“ gestartet. Dank zahlreicher Spenden von unseren Gästen und MitarbeiterInnen sind 1233 Euro zusammengekommen, die wir als Moritzbastei auf 2466 Euro verdoppelt haben. Dafür haben wir gekauft und an verschiedene Träger der Erstaufnahmeeinrichtungen (Sachspendenzentrale, Ernst-Grube-Halle) übergeben:

Lebensmittel für ca. 1070 Euro,darunter:
Obst, Gemüse, Milch, Babymilch, Fladenbrot, Sesampaste, Süßigkeiten, Olivenöl…

10 Spiralblöcke A4 kariert
10 Spiralblöcke A4 liniert
5 dicke Mandala-Malblöcke
5 Pckgen Filzstifte (60er)
24 Federmappen komplett bestückt
23 Füller
plus Stifte u. Papier f. ca. 100 Euro
100 Einwegrasierer
20 Dosen Rasierschaum
1314 Windeln
plus Hygieneartikel f. ca. 220 Euro
5 Holz-Wackeltürme (Spiel)
6 große Spielesammlungen
5 Badminton-Sets
4 Mini-Badminton-Sets f. Kinder

Eine Großspende der Moritzbastei. Mit dabei Badmintonsets, Windeln, Decken und noch viel mehr. Zudem eine Überraschung, die zu unserem nächsten Flohmarkt zum Einsatz kommen wird. Danke!

Posted by Sachspendenzentrale Leipzig on Mittwoch, 17. Februar 2016

Damit sollte die (so genannte) Flüchtlingskrise jetzt ein für alle Mal gelöst sein. Nicht.

Deshalb geht es weiter. Am 30. April (an diesem Samstag findet auch das traditionelle Festival „Leipzig. Courage Zeigen!“-Festival auf dem Marktplatz statt) veranstalten wir auf unserer Terrasse den ersten MORITZ.BASAR . Gute Sache. Gute Sachen! Notiert euch schon mal den Termin, alle Details erfahrt ihr noch über unsere Homepage, Facebook, Newsletter…

 

 

/ Autor: markus-koerner

Alles neu am Mittwoch

Jetzt hat es sich ausgetanzt am Mittwochabend in der Moritzbastei. Nein, natürlich nicht wirklich. Es war nur Zeit für etwas Neues. So wie Trends in der Mode, Musik oder im Design kommen und gehen, so ändert sich auch der Geschmack der Besucher an unseren Veranstaltungen. Daher haben wir uns Gedanken gemacht und dem Mittwoch ein Facelifting verpasst. Es soll ja niemand sagen, wir würden nicht mit der Zeit gehen oder hätten das Ziel aus den Augen verloren…das Ziel, Euch bestmöglichst zu bespaßen.

Ab 20 Uhr könnt ihr nun Mittwochs den Oberkeller mit Bar, Kicker und Tischtennis unsicher machen und um 22 Uhr schließen sich wie gewohnt die Klänge unserer DJ´s an. Alles und zu jeder Zeit mit kostenlosem Eintritt. Kommt vorbei, schaut es euch an und entscheidet selbst.

Für den Heimweg gibt es zu späterer Stunde an der Garderobe für 2 Euro noch ein „Wegebier“, „Heimweg-Bier“ oder „Fußpils“, wie es bei mir in der Heimat auch scherzhaft genannt wird.

Also nochmal alles kurz zum Mitschreiben. Der Name und die damit verbundene Musik am jeweiligen Abend bleibt bestehen, der Startschuss mit Kicker, Tischtennis und Kneipenatmosphäre fällt bereits um 20 Uhr und der Eintritt ist gestrichen.

Erster Termin: 02. März 2016 – Shake your B!

/ Autor: torstenreitler

This is Klassik under ground

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In der Nacht vom 25.2. ist unsere Reihe „Klassik under ground“ im Leipziger Musikleben gelandet. Klingt vielleicht übertrieben, aber nach diesem fantastischen Konzert mit Leif Ove Andsnes wollten Künstler, Zuschauer und wir als Veranstalter nur eines: mehr davon!

Im vergangenen Jahr haben wir schon zwei Konzerte unter diesem Titel veranstaltet, parallel dazu lief die Arbeit am endgültigen Konzept aber immer weiter. Nach der Zusage von Leif Ove Andsnes nahmen die Planungen noch einmal heftig Fahrt auf. Mit Tahlia Petrosian, Gewandhausmusikerin und Energiebündel hinter den Kulissen von „Klassik under ground“, haben wir von der Moritzbastei mit Produzenten, Musikern und Agenturen gesprochen. Wir wollen eine Reihe etablieren, die einen zeitgemäßen und spannenden Zugang zu klassischer Musik ermöglicht. Gerade und unbedingt für junge Menschen, denen die (gefühlten und tatsächlich vorhandenen) Rituale und Barrieren in den großen Spielstätten fremd sind.

Mit Leif Ove Andsnes hat uns das Glück einen Ausnahmemusiker ins Haus geschickt. Ihm nimmt man uneingeschränkt ab, dass es ihm ein Anliegen ist, die klassische Musik dorthin zu bringen, wo sie die Menschen direkt erreicht. Sein Gespräch mit Tahlia vor dem Konzert war allein jeden Euro Eintritt wert – so unprätentiös, ehrlich und nahbar erlebt man nicht jeden Künstler dieses Ranges und Formats.

Das Konzert war übrigens restlos ausverkauft. Zum zweiten Mal in diesem Jahr, nach dem ebenfalls ausverkauften „Grossen Preis“, hat mich das Leipziger Publikum nach einem schleppenden Vorverkauf an der Abendkasse sehr glücklich gemacht. Wir mussten sogar Leute wegschicken… Ebenso überwältigend waren die Stimmen im Anschluss. Natürlich waren die Musiker großartig, natürlich ist Leif Ove Andsnes immer und überall ein Erlebnis. Aber die besondere Atmosphäre der Moritzbastei und unseres „Settings“ haben einen gehörigen Teil dazu beigetragen. Ich zitiere mal die Email, die eine begeisterte Zuschauerin heute an uns schrieb:

„Das Konzert gestern war fantastisch, ich war total begeistert. Ich saß direkt unten, sozusagen vis-à-vis vom Flügel und die Akustik war toll. Die Musiker haben natürlich hervorragend gespielt, aber das ganze Drumherum und die Atmosphäre haben dem ganzen noch das i-Tüpfelchen verpasst. Gerade bei Kammermusik tausendmal schöner als ein reiner Konzertsaal. Es war echt ein zauberhafter Abend!“

Das Konzert ist Geschichte, die Arbeit geht weiter. Motivation und Enthusiasmus haben wir im Übermaß getankt, jetzt beginnt die Nachbereitung. Wir möchten Partner und Mitstreiter gewinnen, die mit uns „Klassik under ground“  zu einem festen und einmaligen Punkt in der Leipziger Konzertlandschaft machen wollen. Pläne und Ideen gibt es zur Genüge. Und einen Konzertmitschnitt, den wir hoffentlich bald zeigen können.

Die Bilder sind schnell nebenbei entstanden, einen kleinen Eindruck vermitteln sie vielleicht trotzdem. Wir sehen uns wieder, das nächste „Klassik under ground“-Konzert ist zur Buchmesse am 20. März geplant. Bis dahin!

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/ Autor: giovanni-palilla

Lesen und gelesen werden 2016

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Die Leipziger Buchmesse ist ein guter Anlass, um nach einem Jahr in Leipzig und in der Moritzbastei meinen Einstand als Basteiblog-Autor zu geben. Piacere a tutti, sono Giovanni.

In den nächsten Wochen bis zur Buchmesse und natürlich während dessen wird bei uns in der Moritzbastei  gelesen (und vorgelesen). Mit der Veranstaltungsreihe Buchmesse schmeckt fängt am 29.02. bis zum 15.03. der Countdown an: täglich um 12.12 Uhr kann man bei einer Suppe verschiedene Leipziger Persönlichkeiten erleben, die aus ihrem aktuellen Lieblingsbuch einen Auszug vorlesen. Die Liste der Mitmacher findet man hier.

Parallel zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse beginnt am 16.3. auch unsere Ausstellung „Der Traum von Olympia“ von Reinhard Kleist. Der Autor hat ein sehr schwieriges, aktuelles Thema für seine neue Graphic Novel ausgewählt: es geht um die wahre Geschichte der Sprinterin Samia Yusuf Omar, die in ihrer Heimat von islamistischen Extremisten bedroht wurde, weil Frauen kein Sport treiben dürfen. Im Jahr 2012 ertrank sie mit 21 Jahren beim Versuch, die Olympischen Spiele in London zu erreichen. Am 16.03. wird der Autor zur Vernissage anwesend sein.

Wie jedes Jahr gilt die Lange Leipziger Lesenacht am 17.3. als die „Mutter aller Lesungen„. Hier präsentiert sich die Vielfalt der jungen deutschen Literatur, indem sie ihre Werke dem Publikum vorstellt. Die Liste der lesenden  AutorInnen findet ihr auf der Moritzbastei-Homepage.

Der 19.03. ist auch ein Tag, der notiert werden soll: um 18:00 Uhr findet die Krimi-Lesung des Fischer-Verlags statt, (anwesende Autoren sind Mark Roderick, Arno Strobel, Klaus-Peter Wolf) und danach stellt die Kult-Moderatorin Sarah Kuttner ihren neuen Roman vor: 180° Meer.

Zum Schluss, was ich persönlich schätze (als ex-Anglistik Student), ist die Lesung am 20.03. und zwar eine Kombination zwischen klassischer Musik und Edgar Allan Poe: im Rahmen der Reihe Klassik under ground liest Armin Zarbock „Die Maske des roten Todes“ und MusikerInnen des Gewandhausorchesters spielen „conte fantastique“, ein Konzert für Streichquartett und Harfe.

Weitere Veranstaltungen in Rahmen der Buchmesse findet ihr auf unserer Webseite unter dem Hashtag Buchmesse. Übrigens, wenn ihr euer Ticket kauft, könnte es sein, dass wir uns begegnen – seit Oktober leite ich den Ticketvorverkauf in der Moritzbastei. Bis bald!