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/ Autor: torstenreitler

Wir sind umgezogen!

Kurt-Masur-Platz 1. Das ist seit dem 9. Oktober 2018 die neue Adresse der Moritzbastei.

Wie das kam? Bisher war die Moritzbastei unter der Leipziger Adresse Universitätsstraße 9 eingetragen. Was häufig für Verwirrung sorgte, denn die  Universitätsstraße lässt die alte Bastei deutlich links liegen, wenn man dem Straßenverlauf vom Roßplatz zur Grimmaischen Straße folgt. Unzählige Bands, Lieferanten und Gäste haben im Laufe der Jahre leicht genervt nach dem Eingang zur MB gesucht.

Die Benennung des Platzes zwischen Mensa, Gewandhaus und Moritzbastei nach Gewandhauskapellmeister Kurt Masur war also eine willkommene Gelegenheit, über eine Adressänderung nachzdenken. Und nachdem auch Masurs Witwe Tomoko Masur den Gedanken durchaus reizvoll fand und meinte, dass ihr Mann die Idee sehr charmant gefunden hätte, beantragten wir die Hausnummer 1 am Kurt-Masur-Platz für die Moritzbastei. Die Stadt Leipzig hatte keine Einwände – voila!

Kurt Masur war hin und wieder zu Gast in der Moritzbastei, wenn auch nur zu geschlossenen Festveranstaltungen und nicht zu verrauchten Rock-Konzerten. Die Bastei fand er aber immerhin geeignet, die Feier zur Eröffnung des Neuen Gewandhauses im Jahr 1981 bei uns zu feiern.

Auch seine Tochter Carolin Masur ist eine gute Freundin des Hauses, vor einigen Jahren moderierte sie bei uns „Masurs Hausbar“, ihre eigene Late-Night-Show mit Gästen aus Kunst und Kultur.  Sicher hätte Kurt Masur auch seine Freude an KLASSIK underground gefunden, unserer Reihe mit klassischen Konzerten in der Moritzbastei, die wir in Kooperation mit dem Gewandhausorchester produzieren.

Als nächsten Gast in dieser Reihe erwarten wir übrigens Alan Gilbert, der wie Kurt Masur als Chefdirigent bei den New Yorker Philharmonikern wirkte.  Die Moritzbastei am Kurt-Masur-Platz 1 fühlt sich ganz und gar richtig an  – ein Ort mit stadtgeschichtlicher Bedeutung, der seit fast 40 Jahren als Schmelztiegel des Leipziger Kultur- und Nachtlebens wirkt.

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/ Autor: torstenreitler

Besuch von nebenan

Ganz besondere Gäste waren am 29. September in der Moritzbastei zu Besuch – Gewandhauskapellmeister Andris Nelson brachte Startrompeter Håkan Hardenberger und MusikerInnen des Gewandhausorchesters mit, um mit ihnen gemeinsam ein Konzert im Rahmen der Reihe KLASSIK underground zu spielen.

Vor ausverkauftem Haus präsentierte sich Andris Nelsons von einer ganz ungewohnten Seite. Nach 15 Jahren stand er wieder als Trompeter auf der Bühne und kehrte sozusagen zum Beginn seiner steilen musikalischen Karriere zurück. Mit 17 Jahren begann diese im Orchester der Lettischen Staatsoper, und schon damals war Håkan Hardenberger ein Vorbild für ihn. Heute sind beide gute Freunde, und den Spaß am gemeinsamen Konzert war ihnen in jeder Minute anzusehen.

Ein besonderes Konzert, das sich in dieser Form ganz sicher so schnell nicht wiederholen wird. Die ausverkaufte Moritzbastei genoss es in vollen Zügen und der begeisterete Applaus am Ende sprach für sich.

Das nächste KLASSIK-underground-Konzert wartet übrigens wieder mit einem Stargast auf. Am 18. November freuen wir uns auf Alan Gilbert, der bis vergangenes Jahr Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker war und ab 2019 in gleicher Position bei der Hamburger Elbphilharmonie arbeiten wird. Auch er kommt als Musiker und wird Viola spielen – ganz sicher eine weitere einmalige Gelegenheit! Der Vorverkauf für den Abend läuft, Tickets gibt es noch bei Tixforgigs.com.

/ Autor: torstenreitler

Kulturstark. Einkommensschwach.

Zur ersten Sitzung des Leipziger Stadtrates stellte die Initiative leipzigpluskultur ihre neue Kampagne „kulturstark“ vor. Gefordert wird ein Paradigmenwechsel in der Kulturpolitik, ein Schritt dahin, dass freie Künstler und Kulturmacher einen angemessenen Anteil an  staatlicher Kulturförderung bekommen.

Wer denkt, dass dies zur Folklore (freier) Kulturmacher gehört, permanent über Unterfinanzierung zu klagen und jetzt die immer gleichen Forderungen erwartet, die gestellt werden, der kann beruhigt werden – es stimmt ja. Leider arbeiten freie Kulturmacher in den meisten, auch den öffentlich geförderten Projekten, unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns. Die Initiative hat erhoben, dass in Leipzig um die fünf Euro die Stunde bezahlt werden. Fast alle „Freien“ in der Kultur haben Brotjobs und reiben sich in diversen prekären Beschäftigungsverhältnissen auf. Dass Leipzig sich mit so einer reichen Kulturlandschaft schmücken kann, beruht auf (Selbst-)Ausbeutung auf höchstem Niveau.

Die fünf Forderungen der Kampange lauten:

1. Mindeshonorare einhalten! Öffentlich geförderte Projekte müssen ihre Protagonisten fair entlohnen.
2. Förderrichtlinie umsetzen! Viel Wichtiges und Richtiges wurde vom Stadtrat schon beschlossen, jetzt müssen Taten folgen.
3. Strukturen stärken! Die bestehenden Institutionen arbeiten am Existenzminimum.
4. Räume sichern! Die Gentrifizierung frisst Freiräume für Kultur.
5.  Resourcen aufbauen! Die Selbstorganisation der Szene ist überlebenswichtig.

Es ist schlichtweg kein Zustand, dass Leipzig sich als junge, kreative und kulturell aufblühende Stadt vermarktet, aber diejenigen, die für diesen Ruf täglich arbeiten, mit Brosamen abspeist. Kulturstart, aber einkommensschwach. Das ist die Realität, und die muss sich ändern. Die Moritzbastei engagiert sich  in der Initiative L+K und unterstützt die Kampagne.

Ausführliche Informationen finden sich auf der Webseite der Initiative www.leipzigpluskultur.de.

Die Leipziger Volkszeitung hat auch schon erste Reaktionen der Politiker zu vermelden (zum Artikel).

 

 

/ Autor: torstenreitler

Kirschen für einen langen Sommer

„ich wünsch dir alle tage das dein licht hell brennt
und einen der dich auffängt wenn du fällst
im sommer einen baum der voller kirschen hängt
und einen den du liebst in dieser welt“
Nils Koppruch, „Kirschen“

Der Sommer ist schon lange da und er bleibt wohl noch eine Weile. Nils Koppruch weilt schon viel zu lange nicht mehr unter uns, seine Lieder halten seinen Platz auf dieser Welt aber zuverlässig besetzt.

Zu seinem 5. Todestag am 10. Oktober 2017 trafen sich Ralph Schüller mit seiner Band und als singende Gäste Wencke Wollny (Karl die Große), Daniel Dexter (Der elegante Rest, Schrödingers Katze), Friedrich Pohl (Las Mañanitas) und Torsten Reitler (Reitler), um einen Abend lang mit Liedern von Nils Koppruch und eigenen Stücken das Werk dieses großen Songschreibers gebührend zu würdigen.

Wer dabei war, hatte hinterher feuchte und glänzende Augen, egal ob auf oder vor der Bühne. Das Konzert wurde mitgeschnitten, und beim Durchsehen stellte sich heraus, dass das Material fürs Archiv viel zu schade ist. Die Bearbeitung hat ein wenig Zeit gebraucht, aber jetzt wollen wir die Songs und Videos mit euch teilen.  Wir hoffen, sie helfen euch durch die Sommerhitze und bringen euch die Lieder von Nils und der am 10. Oktober in der Moritzbastei singenden Künstler neu ans Herz. Und vielleicht ist ja auch die eine oder andere Entdeckung für euch dabei.

Die youtube-Playlist mit allen Videos des Abends findet ihr an dieser Stelle.

/ Autor: torstenreitler

Warum wir Courage zeigen

Am 30. April findet auf dem Dach der Moritzbastei  Leipzig zeigt Courage! statt.  Neben einem „Markt der Vielfalt“, auf dem sich Initiativen und Vereine vorstellen werden, spielen ab 16 Uhr die Donots, Eko Fresh, 47Soul, Kraus und Erase the pace auf der Hauptbühne.

Manchmal schlägt das Leben seltsame Kapriolen. Anfang des Jahres ging der Verein „Leipzig. Courage zeigen“ mit der Entscheidung an die Öffentlichkeit, das Courage-Festival nach 20 Jahren nicht mehr veranstalten zu wollen. In der LVZ wurden die Gründe ausführlich dargelegt („Nach 20 Jahren – Leipziger Courage-Festival ist Geschichte“).

Kurze Zeit nach dieser Entscheidung klingelte das Moritzbastei-Telefon.  Read More

/ Autor: torstenreitler

Everybody dance. Now!

https://www.ludwig-cartoon.de

Michael Ludwig: „Links ist schief“ (2004). www.ludwig-cartoon.de

Am heutigen Karfreitag feiern wir zwei neue Partys. Beiden gemeinsam ist, dass sie Offenheit und Grenzenlosigkeit fordern – und natürlich feiern. Die Giordano-Bruno-Stiftung tanzt mit einer „Heidenspaß-Party“ gegen den in Sachsen gesetzlich festgelegten „ernsten Charakter“ des Karfreitags an, womit Tanzen, Sport und sonstige öffentliche Vergnügungen am heutigen Tag untersagt sind. Und die Ringelpiez-Party lädt Schwule, Lesben und deren Freunde ein, sich unter dem Motto „Menschen, die Menschen lieben“ einen ordentlichen Muskelkater anzutanzen. Read More

/ Autor: torstenreitler

Are we rolling?


Yes, we are!

Am vergangenen Freitag war die KLASSIK-underground-session in der Moritzbastei wieder restlos ausverkauft (Impressionen in Wort und Bild dazu findet ihr hier).
Was die besondere Atmosphäre unserer Konzertreihe ausmacht, könnt ihr auch im Video zum Konzert nachempfinden, das der Stargeiger und Dirigent Nikolaj Znaider im Januar bei uns gegeben hat.

Wer jetzt Lust bekommen hat, auch mal dabei zu sein – die nächste Gelegenheit dazu gibt es am 16. Juni. Dann gibt es KLASSIK underground open air. Wir kombinieren Meisterwerke des Expressionismus und zeigen den Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“, und Musiker des Gewandhausorchesters werden Werke von Arnold Schönberg und Alban Berg dazu spielen.

Der Vorverkauf hat bereits begonnen!

/ Autor: torstenreitler

Punk. Punkt, Komma, Strich.

Schwarwel gehört zu den bekanntesten Leipziger Karikaturisten. Die Liste der Zeitungen und Onlinemedien, in denen regelmäßig seine politischen Karikaturen erscheinen, ist lang. Im Januar 2018 gewährte ihm Facebook bundesweite Publicity, auf die er liebend gern verzichtet hätte. Aufgrund einer Satirezeichnung auf den „H&M-Skandal“ sperrte ihn der Social-Media-Gigant für sieben Tage unter Verweis auf das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetzes. Der Fall wurde exemplarisch für den zweifelhaften Wert des Gesetzes und der Tatsache, dass rechtliche Entscheidungen an Privatunternehmen ausgelagert werden. Facebook entschuldigte sich und hob die Sanktion auf, auf unerhoffte Weise wurde diese Anektdote aber zum Beweis dafür, dass Schwarwels Karikaturen im höchsten Sinn tagesaktuell sind. Ab dem 14. März  sind sie im Café Barbakane der Moritzbastei zu sehen.

In der Überschrift sind übrigens keine Tippfehler. Schwarwels künstlerische Anfänge liegen in der Leipziger Punkszene, die Ende der 1980er Jahre die letzten Zuckungen der untergehenden DDR subkulturell reflektierte. „Punk“ bedeutete in Schwarwels Welt aber eher, sich von niemandem reinreden zu lassen, als mit Sicherheitsnadel im Ohr und grünem Iro vor der Kaufhalle zu schnorren.  Davon zeugen der enorme zeichnerische Output ebenso wie der unternehmerische Wagemut, mit der er von Anfang an agierte.  Als knapp Zwanzigjähriger gab Schwarwel mit Freunden die „Messitsch“ heraus, ein Magazin, dass zum ersten Mal seine künstlerischen Orientierungspunkte manifestierte: „Comics & Rock’n’Roll“. Vertrieben wurde es „unabhängig vom offiziellen Post- und Zeitungsvertrieb“ der DDR, also illegal und an strikten DDR-Zensur vorbei.

Im Geiste des Punkrock waren auch die musikalischen Abenteuer, die als Sänger von Bands wie den Tishvaisings oder Born cool startete. Die waren zwar wenig erfolgreich, bereiteten aber den Weg in die Welt des Rockbusiness, in der er in knapp 15 schöpferischen Jahre als Gestalter von Plattencovern, Webseiten und Videos u.a. für Die Ärzte, Rosenstolz oder Think about mutation markante Spuren hinterließ.

Nach dem Abschied von seinem ersten eigenen Verlag Extrem Erfolgreich Enterprises, in dem er gemeinsam mit Bela B. eigene und lizensierte Comics vertrieb, gründete er die Agentur „Glücklicher Montag“, wo er seit 2004 seine Arbeitswut auslebt. Der Schwerpunkt seines Schaffens verlagerte sich über die Jahre immer weiter vom Comic weg hin zu aufwändigen Animationsfilm-Projekten (u.a. über Richard Wagner und die Wendejahre in Leipzig) und zu tagesaktuellen Karikaturen.

Auch wenn Schwarwel 2018 sein fünftes Lebensjahrzehnt beendet, pulsiert der widerspenstige Geist des Punks auch in seinen aktuellen Arbeiten. Seine Karikaturen nehmen keine Rücksicht auf Befindlichkeiten oder gute Manieren. Dass Schwarwel sich offen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft positioniert und ganz klar gegen die herrschenden Verhältnisse anzeichnet, macht ihn ebenso streit- wie unverwechselbar.

Wir freuen uns auf die mittlerweile dritte Personalausstellung Schwarwels in der Moritzbastei. Seine Karikaturen werden bis zum 19. April 2018 zu den regulären Öffnungszeiten unseres Cafè Barbakane zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.

/ Autor: torstenreitler

Basstard in the house

By Henry Laurisch (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Kleine Gutenachtgeschichte: In Leipzig gibt es einige Musiker, die der großen Masse eher unbekannt sind, obwohl sie einiges auf dem Kerbholz ihrer Karriere haben. Am kommenden Freitag kommt einer von ihnen, dessen aktuelle Band jede/r von euch kennt, mit einem Liebhaberstück „Machine de Beauvoir“ in die Moritzbastei.

Rajko Gohlke ist Bassist. Also der Typ Musiker, ohne den der Rock weder rocken noch rollen würde, dessen Leistung aber in der öffentlichen Wahrnehmung meist untergeht. Es wäre einfach, jetzt all die Bands und Projekte aufzuzählen, in denen Rajko bereits gespielt hat. Knorkator – wo er aktuell den Bass spielt – kennt jede/r. Leipziger Konzertjunkies ist sicher auch Think About Mutation noch ein Begriff, die in den 1990ern als eine der ersten Techno und Metal fusionierten und es damit auf internationale Bühnen und ins Vorprogramm von Mega-Acts wie Depeche Mode, Rammstein (die sich auch freizügig musikalische Ideen bei ihnen „liehen“) oder Helmet schafften.

Das erste Demotape von Think About Mutation schlug 1991 in Leipzig ein wie eine Bombe und wurde über 1000 mal verkauft. Foto: Kay Setzepfand

Die Vielseitigkeit seiner Spielwiesen ist beeindruckend – für Rummelsnuff spielte er Gitarre, wie auch in seinem Langzeit-Soloprojekt „Mikrowelle“ (nur echt mit Strumpf über dem Kopf). In der Show des Poetry-Slammers und Musikkabarettisten Max Rademann (monatlich im Werk2)ist er der musikalische Sidekick. Angefangen hat Gohlke Ende der 1980er mit Trash-Metal (die Legendary Tishvaisings wurden von John Peel in seiner BBC1-Show gespielt), Anfang der 1990er war er einer der ersten, die in Bands wie D.O.D. (mit Jörg Adler und Kay Setzepfand, mit denen er später auch T.A.M. gründete) oder The Act (mit Messer-Banzani-Sänger Leander Topp und Neu Rot-Schlagzeuger Jörg Eiler) Funk, Metal und HipHop mischten, was später als „Crossover“ die Alternativecharts bestimmen sollte.

The Act mit Leander Topp, ca. 1990 in der Moritzbastei Foto: Uwe Winkler (via facebook)

Mit Machine de Beauvoir kommt nun eine neue Facette zum Vorschein. Hier bilden düstere analoge Synthesizersounds und der Maschinenrhythmus der Post-Punk-Ära das musikalische Bett, in das sich die Schweizer Schauspielerin und Sängerin Sandra Maria Huimann mit kafkaesken Textcollagen legt. Jörg Schittkowski, der mit Roger Baptist das Dresdner EBM-Trio Automatic Noir betrieb, liefert mit seiner analogen Synthie-Sammlung die Grundlage für eine der interessantesten Dresdener Bands, die aktuell aktiv sind.

Dass Gohlke ein Tier am Bass ist, kann jeder bestätigen, der schon einmal Zeuge der legendären Nackenrotation geworden ist, die nur unzureichend mit dem Begriff „Headbangen“ umschrieben werden kann. Seinem recht speziellen Humor begegnet nicht nur beim strumpfbemaskten Garage-Surf-Punk von Mikrowelle, sondern auch in Kollaborationen mit ex-Freunde-der-italienischen-Oper-Sänger Ray van Zschechau, die sich als „Distorted Elvises“ mit Masken des King an dessen Oeuvre abarbeiten.

Am Freitag werden Machine de Beauvoir gemeinsam mit Herbst in Peking  – auch so eine legendenumwobende Band – in der Moritzbastei auf der Bühne stehen. Das wird ganz sicher ein Fest für Freunde  düsterer, abgründiger und mitreißender Musik, die sich nicht um Genregrenzen und Massengeschmack schert und in seiner althergebrachten Sperrigkeit in Zeiten des musikalischen Neo-Biedermeiers vielleicht schon wieder – oder noch immer? – Avantgarde ist.

/ Autor: torstenreitler

Was Rundes für was Eckiges

E-Jugend des Roten Stern Leipzig, Jahrgang 2010

Seit der Saison 2007/08 ist die Moritzbastei Trikotsponsor der E-Jugend des Roten Stern Leipzig. Zum Ende dieser Saison sind wir also 10 Jahre Supporter von Leipzigs sympatischstem Kiezclub! Eine rundes Jubiläum als Sponsor für einen Sportverein , der sich mit Gewohnheiten und Gepflogenheiten im (sächsischen) Fussball immer wieder nicht abfinden will und regelmäßig kräftig aneckt.

Einer der Gründe, weshalb wir den Stern unterstützen, ist bis heute die überragende Jugendarbeit. Das äußert sich nicht nur in der steigenden Zahl an Kinder- und Jugendteams, die entstanden, um der riesigen Nachfrage zu entsprechen. Wir können das auch aus ganz persönlicher Perspektive beurteilen, schließlich spielen mehrere Kids von Moritzbastei-KollegInnen in diversen Jugendmannschaften mit. Die Kids oben auf dem Foto dürften nebenbei mittlerweile das Alter erreicht haben, wo sie in die MB zum Feiern kommen können. Ohne Muttizettel.

Ein weiterer Grund ist der Wille des Vereins, festgefügte und etwas muffige Gewohnheiten im (sächsischen) Fussball nicht mehr als selbstverständlich hinzunehmen. Damit machen sie sich nicht nur Freunde, und auch im sächsischen Fussball(verband) fällt das vielen mächtig auf die Nerven.  Auszeichnungen vom DFB helfen nicht viel weiter, wenn es auf Auswärtsfahrt ins Hinterland geht…    Fussball mag zwar eine unterhalb der Rationalität liegende Komponente haben, aber das ist schließlich kein Grund, ihn Leuten zu überlassen, die sich weigern, zivilisatorisch hart erkämpfte Selbstverständlichkeiten („Sei kein Arschloch!“, etc) auch im Stadion zu beachten.

Die nächste Aktion folgt am kommenden Samstag, wenn vier Bands ein Benefizkonzert für die Sanierung der Sportanlage in der Teichstraße spielen.  Mit dabei sind die Leonites, Lizzy McPretty im Swingerclub, Reitler und Zona Problematica. Die Tickets kosten 10 Euro, und da ja alle sagen, in Zeiten des Niedrigszins soll man sein Geld in Immobilien investieren, ist das eine sehr gute Geldanlage.