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Blicke in die Bretagne

ausstellung-breizh

Die Moritzbastei hat tradtionell eine frankophile Ader. Dem engen Kontakt zum Leipziger Institut francais verdanken wir viele Konzerte französischer Bands, den Import der Fete de la musique nach Leipzig und eine richtige französische Kulturwoche haben wir auch schon miteinander veranstaltet. Dazu kommt eine langjährige Beziehung zur Deutsch-Französischen Gesellschaft in Leipzig.  Da passt es ins Bild, dass auch die Sächsisch-Bretonische-Gesellschaft an uns mit dem Wunsch herantrat, eine Ausstellung in der Moritzbastei zu organisieren. Klar, haben wir gesagt.

Die Vernissage zur Ausstellung “Breizh yourself!” findet am 1. September (das ist heute) um 18 Uhr statt. Zu sehen sind Bilder von Jugendlichen zwischen 18 und 30 Jahren, die sich mit dem Thema “Kontraste” auseinandergesetzt haben. Bis zum 7.9. können die 50 von einer Fachjury ausgewählten Bilder zu den Öffnungszeiten unseres Cafés betrachtet werden.

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/ Autor: torstenreitler

Kultur mit Bestimmung. Und zum Frühbucherpreis.

kulturstandortbestimmung

Die Stadt Leipzig bereitet ihren neuen Kulturentwicklungsplan vor. Diesmal soll die Freie Szene bei der Formulierung mit einbezogen werden, und die größte Gelegenheit dazu bieten vom 23.-25. September der Kongress (und das zugehörige Festival) “Kultur.Standort.Bestimmung“. In Diskussionen und Workshops sollen mit Kulturmachern, Politikern und Experten der aktuelle Zustand freier Kulturarbeit umrissen, Potentiale und Risiken aufgezeigt werden. Die Ergebnisse des Kongresses fließen direkt in die Kulturentwicklungsplanung der Stadt Leipzig ein. Das ist eine wunderbare Chance, die sich kein interessierter entgehen lassen sollte. Bis zum 31.8.2015 gilt noch der Frühbucherpreis von 50 Euro, danach wird der Teilnehmerbetrag 70 Euro betragen.

Hier die wichtigen Links:
Anmeldeformular
(Bitte ausgefüllt und unterschrieben per Email an anmeldung@kultur-standort-bestimmung.de senden)

Download Programmheft (PDF)

Download Anmeldeinformationen (PDF)

Auf der Facebook-Seite des Kongresses gibt es laufende Infos. Dort gibt es auch Informationen zum parallel stattfindenden Kulturfestival gleichen Namens.

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/ Autor: torstenreitler

Sky is not the limit

2015venedig
Still aus “Das Venedig-Prinzip”, filmtank

In der Moritzbastei werden in der Saison 2015/16 wieder die Spiele der Bundesliga und der Champions League übertragen. Bis auf die Sonntagsspiele können alle Partien live verfolgt werden.

“Venedig: das ist Romantik pur, das ist die Sehnsucht aller Europäer, der Traum aller Amerikaner, der Wunsch der Japaner.
Doch die schönste Stadt der Welt wird abends zur Geisterstadt: ganze Viertel stehen schon leer; von ihren Bewohnern längst verlassen, dienen diese unbewohnten Gemäuer dem Geschäft mit einem Mythos.

20 Millionen Fremde besuchten die Stadt im letzten Jahr, das sind durchschnittlich 60.000 am Tag, und in diesem Jahr werden es wieder mehr sein.
Ihnen stehen inzwischen noch 58.000 Einwohner entgegen, so viele wie zuletzt nach der großen Pest von 1438. Und nächstes Jahr werden es wieder weniger sein.
Denn die Stadt wird unbewohnbar. Das urbane Eigenleben Venedigs ist beinahe zusammengebrochen, es existiert kaum noch.”

Zitat aus dem Film “Das Venedig-Prinzip”

Was das mit Fussball zu tun hat? Vielleicht mal in die Premier League schauen. Dort liegen die Ticketpreise zwischen 40-70 Euro. Besonders in London ist der Stadionbesuch bei Chelsea oder Arsenal ein Touristenmagnet. In Deutschland ist das Zukunftsmusik. Noch. Aber wenn die deutschen Rechtevermarkter und die großen Vereine darüber reden, wovon sie nachts so träumen, dann ist die Premier League das große Vorbild. Spiele an allen Wochentagen, die Übertragungsrechte liegen beim Bezahlfernsehen, in England erhält noch der Tabellenletzte sagenhafte 90 Mio pro Jahr aus den Vermarktungsgewinnen.

Die Bundesligaspiele werden durch Sky übertragen. In den letzten beiden Jahren hat Sky die Gebühren für die öffentliche Übertragung kräftig angehoben. Daraufhin kündigten viele Kneipen ihre Verträge – auch die Moritzbastei. In diesem Sommer konnten wir durch einen glücklichen Umstand noch einmal einen Jahresvertrag zu Konditionen abschließen, die denen von 2013 nahe kamen. Ein Angebot also, das wir nicht ablehnen konnten. Diese Saison gibt es bei uns die Bundesliga, die Championsleague und – wenn gewünscht – auch die Auswärtsspiele von RB Leipzig zu sehen. Nur Sonntags bleibt die MB weiterhin im Ruhemodus und geschlossen.

In den Halbzeitpausen könnt ihr gerne darüber debattieren, ob der konsumentenfamilienfreundliche Fußball die Zukunft oder das Ende der Stadionkultur ist. Wann wart ihr das letzte Mal in Venedig? Und warum?

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/ Autor: torstenreitler

Stellt euch mal vor…


Karl die Grosse, Publikumssieger des vergangenen Jahres

Leipzig vermarktet sich als Musikstadt. Auf der Internetpräsenz der Stadt wird das begründet, und im dritten Absatz dieser Begründung findet dann nach all den hundert Jahre toten Musikgenies und den ihnen gewidmeten Aufführungsstätten auch die Gegenwart statt: “Die aktuelle Musikszene in Leipzig ist entsprechend weit gefächert – Klassik, Neue Musik, Rock, Pop, Jazz, Folk und noch viel mehr.”

Das klingt ein wenig unbestimmt, vorsichtig formuliert. Einer der Gründe dafür könnte sein, dass das musikalische Erbe Leipzigs weltbekannt und gut vermarktbar ist. Im Bereich Pop und Jazz hat es seit den “Prinzen” nichts mehr gegeben, das …

Hier könnt ihr entscheiden, wie die Geschichte weitergeht. Die klassische Fortsetzung lautet “… das überregional erfolgreich war.”

Eine Alternative dazu wäre die folgende Fortsetzung: “… das sich so gut medial inszeniert hat, von den Marktmechanismen adaptiert und zu einem Massenprodukt der Unterhaltungsindustrie entwickelt und künstlerisch komplett irrelevant wurde.”

Die erste Fortsetzung ist die Logik des Marketings, der Dieter Bohlens und Castingwelt. Die zweite führt zu dem Leipzig, wie es sich heute präsentiert. Die Musikszene ist so virulent wie lange nicht mehr. Wer meint, es gäbe keine überregional bekannten Musiker aus der Stadt, der hat von den Namen Michael Wollny, Disillusion, Ronny Trettmann,  A Forest, Malky, Warm Graves oder Brockdorff Klang Labor noch nie etwas gehört. Zum unvollständigen Beispiel.

All diese Bands haben zusammen nicht so viele Platten verkauft wie die Prinzen. Aber wer glaubt, dies beantworte die Frage nach der Relevanz dieser Musiker, Bands und Projekte, der glaubt auch, dass Avicii der beste DJ der Welt ist. Weil der die meisten Follower auf facebook hat.

Es passiert viel in Leipzig, auf der youtube-Playlist von Heldenstadt.de oder unter dem Hashtag #listentoleipzig kann man sich davon ein Bild machen. Im Fahrwasser der unzähligen Bands sind längst Strukturen gewachsen, die Hoffnung machen. Es gibt Labels, Verlage, Promotionagenturen, Aufnahmestudios, (nicht genug) Proberäume, ein Plattenpresswerk, eine stetig wachsende Zahl von Auftrittsmöglichkeiten in Bars, Kneipen, Klubs und popup-stores.

Der GROSSE PREIS will allen Musikern in Leipzig die Chance geben, ihre Produktion einem größeren Publikum zu präsentieren. Dem Propheten ein wenig Geltung im eigenen Land verschaffen. Nachwuchsprojekten beim Sprung über die Wahrnehmungsschwelle Hilfestellung leisten.

Wenn ihr diese Möglichkeit nutzen wollt, dann stellt euch mal vor. Dann habt ihr die Chance, eure Band oder euer Projekt beim Onlinevoting auf der Moritzbastei-Homepage zu präsentieren. In den vergangenen zwei Jahren haben jeweils knapp 3000 Teilnehmer abgestimmt. Den Gewinnern winkt ein anständig dotierter Auftritt bei der Gala zum GROSSEN PREIS im Januar 2016 im Werk2, noch mehr Aufmerksamkeit und hoffentlich ein kräftiger Motivationsschub.

Bis zum 13. September läuft die Bewerbungsfrist für das Voting noch, die Teilnahmebedingungen findet ihr auf der Homepage der Moritzbastei.

Haltet euch also ran. Und: Viel Erfolg!

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/ Autor: torstenreitler

Summertime

Die Blogferien sind vorüber. Auf ein Neues!

Der Song “Summertime” gehört übrigens zu den Jazz-Klassikern, die ich mir beinahe nie überhören kann. Die Anzahl der Coverversionen ist wahrscheinlich unübertroffen, schätzungsweise jeder einigermaßen wichtige Künstler der Jazz- und Popgeschichte dürfte die Gershwin-Komposition schon einmal gespielt haben. Von den einigermaßen unwichtigen ganz zu schweigen.

Mir besonders in Erinnerung geblieben ist der Moment, als Walter Schreifels bei seinem ersten Konzert in der MB das Stück in den Zugaben anstimmte. Wie er die Intimität des Songs durch seine Intensität seiner Hardcore-Geschichte zu steigern wusste, hat mich schwer beeindruckt. Ein schönes Beispiel dafür, dass man Einflüsse spürt, ohne sie 1:1 zu hören.

Was geht in der Moritzbastei in den nächsten Wochen? Da wären die letzten Vorstellungen unseres Sommertheaters, ab nächster Woche startet dann unser Kultfilm-Sommerkino (umsonst & draußen). Im September kommen die ersten Konzerte, der Grosse Preis geht in seine entscheidende Phase. Interessant werden auch der Kongress und das Festival “Kultur.Standort.Bestimmung” im September zur Situation der (Leipziger) Freien Kulturszene. Innerhalb des Vereins Leipzig+Kultur beteiligt sich die MB an der Lobbyarbeit für die Szene, wir hoffen auf einen Erfolg der Unternehmung.

Bis auf regelmäßig demnächst, also!

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/ Autor: torstenreitler

Blogferien

2015sommerbühne

In den nächsten Tagen und Wochen wird es hier im Basteiblog ruhiger zugehen. Josi hat Cartoonferien, und ich werde mich auch bis Ende Juli in den sonnigen Süden verziehen.

In der Moritzbastei sind werden derweil große Dinge vorbereitet – die Sommerbühne steht seit Mittwoch an Ort und Stelle. Ab Montag starten die Proben für unser Sommertheater “Klein-Pariser Leben“, im August wird an gleicher Stelle unser Kultfilm-Sommer (umsonst & draußen) hier stattfinden. Es gibt also viele Gründe, sich auf den Weg in die City zu machen. Auf bald!

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/ Autor: torstenreitler

Durstiger Enddreißiger mit Flügeln

0607-Jochen_WisotzkiDas ist Jochen Wisotzki. Er ist kein Enddreißiger, ob er gerade Durst hat, weiß ich nicht.

Aber seinem “Baby”, der Lesereihe  “Der Durstige Pegasus”, hat er vor 39 Jahren – also 1976 – ans Licht der Welt verholfen. Das fiel damals nur spärlich in die Moritzbastei ein. Die wurde nämlich noch ausgegraben. Die erste Pegasus-Lesung dürft ihr euch also in etwa so vorstellen, unter bröckelndem Putz auf Klappstühlen unter Bauscheinwerfern:

tonne1970erJochen Wisotzki ist heute Abend zu Gast bei Elia van Scirouvsky, der den “Durstigen Pegasus” aktuell im Wechsel mit Norbert Marohn moderiert. Da wird sicher viel über die Pegasus-Geschichte zu hören sein, aber vielleicht auch ein wenig über den Film “Flüstern & Schreien” zu erfahren sein. Dafür hat Jochen nämlich das Drehbuch geschrieben und Interviews geführt.

Im nächsten Jahr wird das durstige Flugpferd also 40 Jahre alt. Ich freue mich schon mal vor auf die Party. Die Geburtsurkunde sah übrigens wie folgt aus.

Der Durstige Pegasus, 6. Juli, 20 Uhr, Eintritt frei.
Mit: Jochen Wisotzki, Didi Voigt und Luise Boege:
Moderation: Elia van Scirouvsky