Der wöchentliche Diskoplakatcartoon.

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Aufgabe: Der Grosse Preis

2014dgpgala

Ambivalente Überschrift? Dann halten wir die Spannung noch eine Zeile lang hoch… ;-)

Gestern haben wir uns im Orga-Team zusammengesetzt um zu entscheiden, ob wir den Grossen Preis auch im Jahr 2015 veranstalten wollen. Die erste Meinung war: Nein.

Zur Gala am 5. Dezember waren ca. 120 Menschen in der Halle D, davon hatten knapp fünfzig ihr Ticket bezahlt. Das war eine Ohrfeige für uns und alle, die übers Jahr viel Energie aufgebracht hatten, um diesen Dinosaurier der Leipziger Bandszene am Leben zu erhalten. Mit absoluter Sicherheit hatten Karl die Grosse, A Forest und Lot mehr Publikum verdient, wie auch der Abend insgesamt, der zwei Stunden lang tolle Musik und launiges Entertainment bot. Es sah ganz so aus, als wären wir mit unserer Idee, den Leipziger Bandwettbewerb in ein neues Gewand zu kleiden, gescheitert.

Ich konnte schwer meine Enttäuschung verbergen, als ich am vergangenen Freitag kurz vor 21 Uhr in die Halle D kam und die paar verlorenen Seelen im Zuschauerraum sah. Hatten wir wirklich den “Grossen Preis” in die Bedeutungslosigkeit geführt, also das vollendet, wofür wir die IG Pop immer kritisiert hatten, die als Veranstalter bis 2007 für Leipzigs Bandwettbewerb verantwortlich waren? Zum Glück blieb dies der absolute Tiefpunkt des Abends, denn sowohl Musiker als auch Moderatoren, Mitwirkende und das doch noch eintreffende Publikum sorgten dafür, dass die Stimmung stetig anstieg und beim Auftritt von A Forest ihren Höhepunkt erreichte. Nach der Gala gab es allerorten Dankesworte und die Versicherung, dass dieses Projekt weitergeführt werden muss. Bestärkung und Trost, die dringend nötig waren…

Diese Bestärkung und das Gefühl, dass der Abend für alle Anwesenden durchaus ein schöner und wichtiger war, brachte uns letztlich vom ersten “Nein” ab. Wir wollen es noch einmal wissen. Damit die Musiker dieser Stadt, die wunderbare Songs und Tracks schreiben, produzieren und aufführen, Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfahren. Das Medienecho, das der Preis und die Bands erfahren, sind immer noch erheblich. Unser Job ist es jetzt, den Dreh zu finden, der die Leute bewegt, sich die Bands des Jahres live anzuschauen.

Das ist also die Aufgabe aus der Überschrift. Wir brauchen mehr Unterstützung aus der Leipziger Musik- und Kreativszene, darum haben wir uns bisher zu wenig bemüht. Die Veröffentlichung der Preisträger im Oktober war zu früh, um die Spannung aufrecht zu erhalten und zu spät, um alle Bands für die Gala buchen zu können. Es gibt zu wenige Bewerbungen für das Publikumsvoting, die Bands dieser Stadt wissen entweder nicht um ihre Chance oder sie sind nicht überzeugt von dem, was der Grosse Preis bietet. Nicht zuletzt gibt es noch mehr Möglichkeiten, die Trommel für dieses Projekt zu rühren und Fans und Musikliebhaber bei der Stange zu halten.

Jetzt kommt hier ein dicker Haken an den Jahrgang 2014. Im Januar werden wir wissen, ob wir die beantragten Fördermittel erhalten, ohne die wir den Grossen Preis nicht stemmen könnten. Dann werden wir uns mit allen zusammensetzen, die Lust & Energie auf Leipzigs Bands des Jahres 2015 haben.

Medienecho gibt es unter anderem hier:

Podcast auf heldenstadt.de

Bericht & Bilder auf lvz-online.de

Bildergalerie bei Persona Non Grata

 

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Blätterrauschen, virtuell

Viel Spaß beim Durchblättern unseres Programmheftes. Falls ihr gerade dort seid, wo früher die Magazine gelesen worden (auf dem WG-Klo nämlich), dann haltet euer Mobilphone gut fest. Wasserschäden werden meist nicht als Garantiefälle behandelt… ;-)

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Das ist nun der Lohn.

kneipensterben

Der Januar rückt näher, die Briefkästen quellen über von Mitteilungen diverser Dienstleister, in denen sie Preiserhöhungen ankündigen. Die LVZ von heute zitiert nun die Gastwirte, die wegen des Mindestlohns ihre Preise erhöhen.

Auf der gleichen Seite 1 der heutigen Stadtausgabe zitiert die LVZ eine Umfrage, nach der 76 Prozent der Leipziger “zufrieden oder sehr zufrieden” mit ihrem Leben in der Stadt sind. Leipzig scheint also der lebendige Beweis dafür zu sein, dass Glück nichts mit Geld zu tun hat, liegt die Stadt nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft vom Sommer diesen Jahres doch an Platz vier der einkommensärmsten Städte Deutschlands (anderen Studien zu Folge ist Leipzig vergleichsweise sogar noch ärmer).

Leipzigs Beliebtheit in aller Welt wird gerne damit begründet, dass es hier so viel Platz für Kreative, so viel Kneipenkultur, so  geringe Lebenshaltungskosten gibt. Und niedrige Lohnkosten. Die offizielle Wirtschaftsförderungsgesellschaft  des Freistaates Sachsen wirbt auf ihrer Homepage damit, dass alles hier so schön billig ist: “Auch moderate Lebenshaltungskosten und ein wettbewerbsfähiges Lohnniveau machen Sachsen zu einer guten Wahl – auch unter Kostengesichtspunkten.”

Das Leipziger Nachtleben ist keine Kuschelecke, der Kapitalismus ist hier nicht sanfter oder barmherziger als irgendwo anders. Wer billige Klamotten, Handys zum Nulltarif oder Lebensmittel zu Discountpreisen einkaufen will, der muss für niedrige Produktionskosten sein. Für niedrige Löhne, für Sweatshops in Asien, für Giftmüllexporte nach Afrika. Wer für kleines Geld in den Club oder den Pub will, der darf nicht vom Wirt erwarten, dass er seinen Tresenkräften Spitzengehälter zahlt.

Die andere Seite der Medaille wäre natürlich, dass sich die Leute bei höheren Löhnen auch mehr leisten könnten. In einer gerechten Welt würden die Löhne schneller steigen als die Preise, damit möglichst viele Unternehmen von der steigenden Kaufkraft profitieren. Aber wer von uns wertet schon das Allgemeinwohl höher als sein eigenes? Wir sehen alle zu, dass wir unser Stück vom Kuchen abbekommen. Weil wir (leider zu Recht) Angst haben müssen, dass wir ansonsten ausgenutzt und übervorteilt werden. Verantwortungsvolles Kaufverhalten ist ebenso selten (oder häufig) wie verantwortungsvolles Unternehmertum. Oder verantwortungsvolle Politik.

Auch in der Moritzbastei gelten die Gesetze von Angebot und Nachfrage. Wir zahlen bisher nach Tarif, mindestens. Das bedeutet aber nicht, dass wir allen Mitarbeitern bisher den ab 2015 geltenden Mindestlohn gezahlt haben. Ab Januar werden wir das tun. Dass möglichst viele Gastronomen dieser Stadt dies ebenfalls als Selbstverständlichkeit ansehen, können wir nur hoffen.

Über 100 Mitarbeiter der MB, die sich meist im 450-Euro-Bereich etwas zum Studium dazu verdienen,  werden ab nächsten Monat also einen höheren Stundenlohn haben. Sie sind es wert, keine Frage. Die Festangestellten haben schon bisher 8,50 Euro oder mehr verdient, weil sie im Gegensatz zu unseren Pauschalangestellten ausgebildet oder qualifiziert sind.

Im Gegenzug werden wir auf betriebliche Zusatzleistungen verzichten, die wir bisher gewährt haben. Wir werden Veranstaltungen noch stärker unter wirtschaftlichen Aspekten planen. Auch wir werden einige unserer Preise leicht anheben. Wir werden in allen Belangen (noch) kalkulierter Denken und Entscheiden müssen. Das wird (hoffentlich) dazu führen, dass wir in ruhigen Fahrwassern bleiben. Ob Kunst und Kultur besser gedeihen, wenn die ökonomischen Zwänge wachsen? Wir haben unsere Zweifel, lassen uns aber gern vom Gegenteil überraschen.

PS: Statt des gesetzlichen Mindestlohns, der nur konsequent der Logik unseres aktuellen Wirtschaftssystems folgt, gibt es da ja noch die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Das ist nicht die Antwort auf alle Fragen. Es würde aber das Problem verlagern auf die Seite derer, die bisher zu den ökonomischen Gewinnern zählen. Die Sorgen vieler Künstler, Kulturmacher, Studenten und Tresenjobber dagegen würden vermutlich deutlich kleiner, und die “Armutsrankings” büßten wahrscheinlich viel an ihrem Unterhaltungswert ein (wir reden hier noch nicht einmal von Dingen wie Würde. Hartz IV, anybody?) .

Warum setzen sich die Gastronomen nicht lautstark dafür ein? So ein Grundeinkommen ließe sich doch auch ganz bestimmt wunderbar versaufen.

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Über Geld reden

2014studis

Das macht man nicht, sagt das Sprichwort. Man hat es zu haben. Ob sich aus dieser alten Binsenweisheit der Zustand unseres öffentlichen und privaten Finanzwesens herleiten lässt, wäre ein interessantes Thema für eine Diplomarbeit. Womit wir beim Studieren wären, und das wird laut der heutigen Ausgabe der Leipziger Volkszeitung immer teurer.

Wie seht ihr das? Ist Studieren in Leipzig teuer? Kolportiert wird ja, dass viele junge Menschen nach Leipzig ziehen, weil hier das Studieren und die Lebenshaltung vergleichsweise billig wären. Wer also mal loswerden will, wie das in Leipzig so ist mit Semestergebühr, Semesterticket, BaFöG, Nebenjobs, der kann das hier gerne tun. Wir sind sehr gespannt, wie weit erlebte und berichtete Zustände auseinander liegen!

Hier der Link zum LVZ-Artikel.

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