Alle Artikel mit dem Schlagwort “Nachwuchs

/ Autor: christinas

23. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (2/3)

Wie versprochen, geht es heute weiter mit unseren kleinen Vorguckern auf die Teilnehmer des Jazznachwuchsfestivals. Im zweiten Teil unserer Vorschau stellen wir euch heute die Projekte vor, die am 4. April antreten werden. Damit ihr euch schon ein Bild machen könnt, akustisch und auch optisch. Und damit ihr euch von ihrem Mut und ihrer Neugierde auf Experimente und neue musikalische Wege anstecken lassen könnt.

Wir beginnen mit der Leipziger Formation Killerfuchs. Das Trio um Philipp Sebening (Saxophon), Paul Lapp (Kontrabass) und Hans Otto (Schlagzeug) steckt voller Spielfreude und lässt sich dabei nicht von Regeln und Konventionen einschränken. Sie bedienen sich frei an den musikalischen Mitteln des Jazz, der Klassik, zeitgenössischer Avantgarde, des Pop und auch des Hip Hop. Sie versuchen, musikalische Grenzen auszuloten, um ihre Songs stets frisch und interessant zu gestalten. Auf Soundcloud präsentieren sie einige Songs.

killerfuchs

Sängerin Janda, Gitarrist Matthias Kurth und Schlagzeuger Steffen Roth bilden das Trio Janda. Die drei verbindet eine vitale Liebe zu Soul und Jazz. Sie suchen und finden immer etwas Neues in ihrem und für ihr Spiel. In einer Balance zwischen Adaption und Komposition finden sie ihre eigenen Klangwelten fernab ausgetretener Pfade. Ihre Songs sind dabei mal fragil und mal gewaltig. Auch sie präsentieren sich auf Soundcloud.

Janda-01

Auch das nächste Projekt, DuckTapeTicket, ist wieder ein Trio. Paul Bremen (Viola und Violine), Anna-Sophie Becker (Viola) und Veit Steinmann (Violoncello) definieren Jazz und Improvisation auf ihre eigene, besondere Art. Sie bewegen sich spielerisch zwischen den Genres Jazz, Folklore und Rock und finden so ihren eigenen groovenden Sound. Auf der Bühne spürt man die Spontanität und die humorvolle Kommunikation der Musiker untereinander. Die einzige Konstante ist die Neugierde der Musiker. Im Video könnt ihre ihren Song „Recorda Me“ sehen.

Das Richard Ebert Quartett sticht heute etwas aus der Reihe, denn sie sind das einzige Projekt mit vier Musikern. Davon abgesehen reihen sie sich aber nahtlos in die Reihe der hier vorgestellten, talentierten Nachwuchsjazzer ein. Richard Ebert (Altsaxophon), Antje Rößeler (Piano), Christoph Hutter (Kontrabass) und Patrick Neumann (Schlagzeug) lernten sich während ihres Studiums an der Dresdner Musikhochschule kennen. Sie orientieren sich an modernem Jazz, an Bepop, Hard Bop und Cool Jazz, aber sie suchen auch immer nach neuen Ausdrucksformen. In all ihren Werken gibt es daher viel Freiraum für Standards, Originals, Spontanität, Kammermusik und kraftvolle Steigerungen. Im Video stellen sie ihren Song „Try“ vor.

Wir hoffen, wir und vor allem die Nachwuchsjazzer konnten euch überzeugen und wir lernen zusammen am Wochenende die „next generation in jazz“ kennen. Wir freuen uns jedenfalls schon sehr darauf! Aber bleibt trotzdem weiter neugierig, am Mittwoch stellen wir euch die Teilnehmer des letzten Abends vor. Weitere Informationen erhaltet ihr auch immer auf der Facebook-Seite des Jazznachwuchsfestivals!

/ Autor: christinas

23. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (1/3)

Wir freuen uns schon sehr darauf, auch in diesem Jahr wieder das Jazznachwuchsfestival auszurichten. Doch obwohl wir damit nun schon in das 23. Jahr gehen, ist es leider immer noch kein Selbstläufer. Jazz gilt ja gemeinhin eher als anstrengend und der Mut und das Interesse an neuen Ausdrucksformen und Klangexperimenten sind leider noch nicht so weit verbreitet. Dabei sind es gerade die jugendliche Neugierde und Unangepasstheit, die die teilnehmenden Projekte mitbringen, die das Jazznachwuchsfestival auch nach so vielen Jahren immer noch auszeichnen und zu einem besonderen Erlebnis machen.

Damit ihr euch im Vorfeld schon einen Eindruck der auftretenden Künstler verschaffen und euch von ihrem Mut und ihrer Neugierde anstecken lassen könnt, stellen wir euch heute, am Montag (31.03.) und am Mittwoch (02.04.) an dieser Stelle die teilnehmenden Projekte optisch und auch akustisch schon einmal vor.

Beginnen wollen wir unsere kleine Vorschau mit dem Leipziger Quartett „Trio.Diktion“, den „Bodosapiens“ aus Essen und den Weimarer „Nachtfarben“ um Martin Bosch, die das 23. Jazznachwuchsfestival am 3. April in der Moritzbastei ab 20.00Uhr eröffnen werden.

Entgegen den Vermutungen besteht das Trio.Diktion nicht aus drei, sondern aus vier Musikern: Antonia Hausmann (Posaune), Matti Oehl  (Altsaxophon), Philip Frischkorn (Piano) und Jakob Petzl  (Kontrabass). Neben der ausgefallenen Besetzung ist auch das Konzept der Band spannend und vielversprechend. Irgendwo zwischen Improvisation und neuer Klassik finden die jungen Leipziger Musiker ihre eigene Klangsprache. Auf ihrer Suche nach einer neuen Ästhetik setzen sie auch Bezugspunkte zur Romantik, ihre Lieder sind gleichzeitig ernsthaft und verträumt. Ihr Zusammenspiel ist ein lebendiges Gespräch, ein verschlungenes Miteinander. Von diesem Eindruck könnt ihr euch bei ihrem Lied „Hotel Savoy“ vorab schon einmal selbst überzeugen.

Die drei Musiker von Bodosapiens (Aaron Seitz am Piano, Yannik Tiemann an Kontrabass und E-Bass und Jo Beyer am Schlagzeug) stellen sich ihrer Gattungsbestimmung entgegen und würdigen dennoch ihre Vorfahren mit hartem Swing. Alle drei sind in ihrem Spiel kompositorisch und spielerisch gleichberechtigt. Das bedeutet auch, dass alle gleich stark, gleich verschieden und auch gleich eigenwillig sind. Trotzdem stehen das Zusammenspiel und die Komposition in ihren Werken immer im Vordergrund. Sie schaffen eine natürliche Verständigung und gehen musikalisch gegenseitig aufeinander ein. Dadurch ergänzen sie ihre Kompositionen immer wieder mit improvisatorischen Einwürfen. Ihr präzises Zusammenspiel stellen sie bei ihrem Lied „Nocturne“ unter Beweis.

Nachtfarben leuchten dann, wenn die Dinge, die uns unsere Sinne als Realität vorstellen, für einen Moment ihr ehrliches Wesen enthüllen.  Die Nachtfarben um Martin Bosch, das sind Sabeth Pérez – Gesang, Tom Schneider – Piano, Michael Büschelmann – Gitarre, Wieland Jubelt – Schlagzeug und Martin Bosch – Bass. Diese fünf Nachtfarben entwickeln erst im Zusammenspiel ihre tatsächliche Strahlkraft. Sie suchen nach immer neuen Ausdrucksmöglichkeiten und lassen sich dabei von zeitgenössischen Ausprägungen des skandinavischen Jazz inspirieren. Dabei entstehen gleichberechtigte musikalische Gebilde, die nicht die Fähigkeiten eines einzelnen in den Vordergrund rücken. Die Stimme von Sabeth Pérez bildet zwar ein besonderes Element, aber trotzdem integriert sie ihren Gesang gleichberechtigt in das Geflecht der einzelnen Nachtfarben. Auf ihrer Seite bei bandcamp stellen sie ihr Album vor.

Wir hoffen, wir konnten mit diesem kleinen Vorgeschmack bei euch dieselbe Vorfreude wecken, die sich auch bei uns schon verbreitet. Aber bleibt weiter neugierig, am Montag und am Mittwoch stellen wir an dieser Stelle auch noch die anderen teilnehmenden Projekte vor.

/ Autor: torstenreitler

Wie Wahlkampf, nur anders

basteiblogvoting

Wir haben das nicht absichtlich so eingerichtet, dass wir gleichzeitig zum Bundestagswahlkampf die Kandidaten für den Publikumspreis für den „Großen Preis – Leipzig sucht die Band des Jahres“ ins Rennen um eure Gunst schicken.

Vielleicht ist es ja ein bezeichnender Zufall. Wenn ihr einmal dabei seid, eure drei Kreuze zu machen… oder einfach eine schöne Abwechslung im Abstimmungsfieber. Macht möglicherweise mehr Spaß, eine Band zu wählen als Politiker. Und richtet im Normalfall weniger Schaden an *hüstel*.

Natürlich fordern wir euch nachdrücklich auf, eurer staatsbürgerlichen Pflicht (und eurem durch eure Vorfahren sauer erkämpften Recht!) nachzukommen und eure Stimme wohlüberlegt den Kandidaten zu geben, die es eurer Meinung nach verdient haben. Ab dem 1. September ist das auf der Moritzbastei-Homepage möglich. Das Finalkonzert mit den drei Leipziger Bands des Jahres und eurem Publikumsfavoriten findet dann am 6. Dezember im Werk II statt.

/ Autor: luiset

22. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (3/3)

Im letzten Teil unseres Ausblicks auf das diesjährige Jazznachwuchsfestival stellen wir die Bands und Künstler von Samstag vor. Auch diesmal treffen neue, innovative Melodien auf die klassische Form des Jazz. Junge Musiker versuchen die Grenzen auszuloten und sich über diese hinwegzusetzen. Seid dabei zum Festival vom 4. April – 6. April. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, akkustisch wie auch optisch. In der Hoffnung, dass ihr euch dem Mut der MusikerInnen anschließt, neue Töne in euer Leben zu lassen.

Die Würzburger Band „Mamsell Zazou“ fand sich im Jahr 2009 an der Hochschule für Musik zusammen und ist spätestens seid ihrem Song „Die Schildkröte auf dem Karrusell“ ein Geheimtipp in der Jazzbranche. In ihrer Musik entfalten sich wundersame Geschichten – verspielt und melancholisch, kantig und fein. Sie lädt ein zu Wanderungen in Landschaften zwischen Songs, freien Fragmenten und spielerischem Umgang mit Klang und Geräusch. Wir sind uns sicher, dass Christine Boersch Supan (Gesang), Philip Staffa (Gitarre), Martin Knorz (Fender Rhodes, Moog) und Fabian Hoenes (Schlagzeug) sich bald vom Geheimtipp zu einer festen Größe in der Welt des Jazz etablieren werden. Überzeugt euch selbst: Hier ihr aktueller Song „Nude“.

Mit dem Eva Kleese Quartett tritt ein regionaler Akt beim Nachwuchsfestival an. Die frisch gegründete Leipziger Band spielt überwiegend Kompositionen der Bandleaderin – spannungsreicher bis wildtrauriger Modern Jazz mit Popanleihen und elektrisierender Energie. Evgeny Ring am Saxophon, Philip Frischkorn am Piano, Robert Lucaciu am Kontrabass und Eva Klesse Schlagzeug werden uns in jedem Fall überraschen. Musikalische Kostproben gibt es auf ihrem MySpace Kanal.

Die sechsköpfige Band „ist“ hebt in ihren Kompositionen den Zustand des Moments hervor. Arrangierte Abschnitte mischen sich mit Improvisationen, gesprochene Lyrik führt zu gesungenen Passagen, immer mit dem Ziel, einen Sound zu schaffen, der Nähe bringt. Die Band fährt auf der Bühne ein breites Repertoire an Instrumenten auf. Und so freuen wir uns auf Friedelise Stutte (Gesang, Trompete), Johnny Fischer (Trompete, Flügelhorn), Fabian Sackis (Gitarre), Simon Seeberger (Klavier), Yannik Tiemann (Bass) und Jannis Wolff (Schlagzeug). Auf Souncloud könnt ihr ihrem Song „After A Great Pain“ lauschen.

Das Jan Prax Quartett hat sich einem energetischen Postbop-Sound verschrieben. In den Kompositionen, vornehmlich aus der Feder von Bandleader Jan (Altsaxophon), ist der Spirit großer Saxophonisten wie etwa John Coltrane und Kenny Garrett zu spu?ren. Die Interpretation ist jedoch stark vom heutigen Zeitgeist gepra?gt und reich an Elementen aus Soul und Groove- Musik. Die Adaption der Jazztradition in den heutigen Kontext ist in diesem Falle kein bloßes Konzept, sondern schlichtweg das, was entsteht, wenn sich die Musiker, neben Jan sind das Roman Schuler (Piano), Tilman Oberbeck (Kontrabass) und Michael Mischl (Schlagzeug) mit ihren musikalischen Backgrounds und Vorlieben ans Werk machen. Der Prax-Sound ist mal unba?ndig und wild, mal spha?risch und melodio?s, mal groovig und auf den Punkt, aber immer „soulful“ und voller Energie. Hier ihr Song „Beyond Boundaries“ – Live in Berlin.