Alle Artikel mit dem Schlagwort “Jazznachwuchs

/ Autor: luiset

22. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (2/3)

Im zweiten Teil unserer Vorschau auf das 22. Jazznachwuchsfestivals, welches am 4. April beginnt, stellen wir die die auftretenden Projekte vom Freitag kurz vor. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, akkustisch wie auch optisch. In der Hoffnung, dass ihr euch dem Mut der MusikerInnen anschließt, neue Töne in euer Leben zu lassen.

Los geht` s mit der  begabten Pianistin und Komponistin Johanna Borchert, die seit Jahren zwischen berlin und Kopenhagen pendelt, um als eine der neuen, antreibenden Kräfte der jungen Jazz- und Avantgardeszene zu agieren. Mit ihren Bands „Schneeweiss und Rosenrot“ sowie „Little Red Suitcase“ hat sie sich bereits Kultstatus erspielt. Mit ihrem Soloprogramm sprengt die Pianistin und Komponistin erneut die Grenzen zwischen Jazz, Pop, Avantgarde. Zudem ist sie auch mit der Autoharp und als Sängerin zu erleben. Hier ist sie Live beim Jazz Focus in Berlin zu hören.

HOCH die Fu?ße, ZEIT zum hineinhorchen – die  Musik der fünf Musiker von hochZeit011 heben dank Rebecca Treschers Kompositionen (Klarinette, Bassklarinette) außergewöhnliche Klangwelten aus dem Taufbecken. Ihre intimen Stu?cke ermöglichen die musikalische Liebesheirat von Klarinette und elektrischer Gitarre, zart und hart entwöhnen sich hier aller Dualismen. So ensteht mit den Bandkollegen Julian Bossert (Altsaxophon, Klarinette), Philip Staffa (Gitarre), Friedrich Betz (Kontrabass) und Tilman Herpichböhm (Schlagzeug) vielfarbige Ensembleklänge – kammermusikalisch transparent, swingend elegant und innovativ. Zur Einstimmung gibt es hier das „Hometime Intro“.

Massive Schräge Töne dürfen wir bei dieser Band auf jeden Fall erwarten, aber auch komplexe Kompositionen und freie Improvisationen gepaart mit den verschiedensten Einflüssen aus Jazz, Rock, atonaler Musik und Drum’n’Bass. Auf der Suche nach einer Antwort wie Jazz im 21. Jahrhundert klingen könnte, fand sich das Trio 2011 zusammen. Durch den Verzicht auf den Bass entsteht ein fragiles Ungleichgewicht, Piano, Schlagzeug und Gitarre verschmelzen zu einem einzigartigen Sound.  Wir freuen uns auf Johannes von Ballestrem am Piano, Florian Fleischer an der  Gitarre und Johannes Ziemann am Schlagzeug. Hier eine musikalische Hörprobe mit dem Lied „Mach mal langsam“.

Die Berliner Jungs von Snooze-On beherrschen einen Heavy-Metal-Riff ebenso wie eine Bebop-Linie oder einen Electro-Beat. Die Vier wollen mit ihrer Musik vor allem eins – Emotionen vermitteln wie ein Sänger, der eine Geschichte erzählt. Und das ohne Stimme, nur mit der Hilfe ihrer Instrumenten. Und so sind wir gespannt auf die Performance von Markus Ehrlich (Tenorsaxophon), Charis Karantzas (E-Gitarre), Thomas Stieger (E-Bass) und Christian Tschuggnall (Schlagzeug) und überbrücken uns die Wartezeit mit einem Orchester-Liveauftritt der Band in Berlin.

Nächste Woche stellen wir euch dann die Künstler von Samstag vor und hoffen das ihr zahlreich in unsere heiligen Hallen stürmt, um die neue Generation des Jazz gebührend zu feiern.

 

 

/ Autor: luiset

22. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (1/3)

Das Musikgeschäft funktioniert genau so, dass unbekannte, dafür aber inspirierte junge Musiker ihre ungeheuer spannende Musik in einer fremden Stadt im Konzert vorstellen, und alle, alle kommen nicht.

Das Jazznachwuchsfestival geht zwar in seinen 22. Jahrgang, trotzdem ist es lange kein Selbstläufer. Jazz gilt ja gemeinhin als anstrengend; die breite Masse kennt vielleicht noch Louis Armstrong und Ella Fitzgerald, sie verschluckt sich auch nicht mehr, wenn neben dem Buffet adrett gekleidete Menschen Klavier und Saxophon bearbeiten. Aber freie Improvisation, Klangexperimente, Ausdrucksmittel jenseits des Radiopops oder dessen, was sich die Indiespießer Hipster unter „alternativer“ Musik vorstellen? Du liebe Güte!
Also muss der Prophet zum Berg kommen und sich was einfallen lassen, damit die Rocks ins Rollen kommen.

Genau deshalb stellen wir heute und an den kommenden Montagen bis zum Festivalbeginn am 4. April die auftretenden Projekte kurz vor. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, akkustisch wie auch optisch. In der Hoffnung, dass ihr euch dem Mut der MusikerInnen anschließt, neue Töne in euer Leben zu lassen.

Beginnen wollen wir mit dem Berlin-Dresden Trio „Lammel – Lauer – Bornstein“, den Mainzern „The Ropesh“ und dem Julia Kadel Trio (Berlin/Dresden).

„Lammel – Lauer -Bornstein“, das sind Andreas Lammel  am Piano, René Bornstein am Kontrabass und Florian Lauer am  Schlagzeug. Sie überzeugten die Jury mit musikalischer Offenheit. Das Bewusstsein zum traditionellen Jazz-Handwerk, sowie das Experimentieren mit modernen, offenen Klängen schaffen bei Lammel I Lauer I Bornstein eine innovative Umgebung, bei der alte Formen nicht verworfen, jedoch gezielt aufgebrochen werden. Sinn für das Jazz-Handwerk verbindet sich mit der Lust am Experimentieren mit offenen Formen. Überezugt euch selbst mit dem Lied Schneeweiß und Rosenrot.

Die fünf Musiker von “The Ropesh” haben sich durch die Zusammenarbeit in verschiedenen Gruppen und Projekten in Frankfurt und Mannheim zusammengefunden. Sie betrachten den modernen Jazz schräg von der Seite, durchsetzen ihn mit elektronischen Sounds und entwerfen gemeinsam facettenreiche Klangbilder. Und so sind wir sehr gespannt, wenn Lorenzo Colocci ( Flöte und elektronische Sounds), Marcus Franzke (Posaune), Apollonio Maiello ( Piano), Markus Wach (Kontrabass) und Mathis Grossmann (Schlagzeug) Eigensinn und Zusammenspiel in einem Konzert verbinden. Einen ersten Vorgeschmack ihres, im Mai erscheinenden Debütalbums mit dem schlichten  Namen „The Ropesh“, gibt es hier.

Auf der Suche nach einem persönlichen Klang kommt das Julia Kadel Trio über die einzelnen Stücke ins Gespräch. Die Kompositionen der Pianistin Julia Kadel schaffen Raum für freie Improvisationen und dichte Interaktionen.  Einzelne Stimmen treten hervor und wieder zurück, um sich schließlich miteinander zu verflechten. Musikalische Unterstützung erhält sie von ihren Bandkollegen  Karl-Erik Enkelmann am Kontrabass und Steffen Roth am Schlagzeug. Auf ihrer Seite bei bandcamp stellen sie ihr Stück „Weit weg“ vor.

Nächste Woche geht es dann weiter. Wir hoffen, ihr freut euch schon so vor, wie wir das tun!

/ Autor: torstenreitler

Nachwachsende Rohstoffe

Was macht ein Jazzmusiker, wenn er keine Auftritte mehr bekommt? Er muss improvisieren.
Diesen Witz haben sich wahrscheinlich schon Louis Armstrong und Earl Hines in den 1920ern erzählt. Im Kern stimmt es aber immer noch: Als Jazzer muss man improvisieren können, als Musiker wie als Überlebenskünstler gleichermaßen.

Während sich hierzulande sich Jazzmusiker vereinigen und Petitionen verfassen, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Das Feuilleton rauscht – wir tun, was wir seit 21 Jahren tun: Wir fördern junge JazzmusikerInnen. Das Bundesweite Jazznachwuchsfestival steht vor der Tür, und wir geben einen kleinen Vorgeschmack Read More