Alle Artikel mit dem Schlagwort “Jazz

/ Autor: torstenreitler

Das haut uns vom Hocker

Wir bekommen ja viele Bewerbungen von Künstlern und Bands, die in der Moritzbastei auftreten wollen. Manche stechen auf ganz unfreiwille Art und Weise hervor. Eine solche Perle wollen wir heute mit euch teilen.

Das Quintett Druckmittel spielt Jazz und stammt aus der Schweiz. Nein, das war noch nicht der Grund, warum wir ihr Bewerbungsvideo zeigen. Es ist einfach dieser herrliche Kontrast zwischen der Uptempo-Nummer, welche die Band auf der Bühne liefert, und der Reaktion des Publikums darauf. Wir haben bis zum Ende durchgehalten und keine entdecken können. Zwei Kollegen haben sich die Hüfte gebrochen, als sie beim völlig unerwartet doch noch einsetzenden Schlussapplaus vor Schreck vom Stuhl fielen.

Wenn Druckmittel sich der unfreiwillig abgefahrenen Wirkung ihres Videos bewusst sind, dann haben sie einen hohen Sinn für Selbstironie. Ob wir dieses Video als gutes Beispiel für ein Promovideo empfehlen würden, müssen wir noch entscheiden.

/ Autor: christinas

Swing – Party und Tanzkurs in der mb

Die Welt tanzt wieder Swing und wir tanzen mit! Und zwar die berühmtesten Vertreter der Swing-Ära, den Lindy Hop und den Charleston.

Gelegenheit ebenfalls mitzutanzen habt ihr schon am 17.4. bei der Crazy Rhythm Swing Dance Party, die von Swingin LE in Zusammenarbeit mit der Moritzbastei veranstaltet wird. Ab 20.00Uhr wird unsere Veranstaltungstonne erfüllt von den Klängen des Swing, des Jump’n’Jive und des frühen R’n’B. Es wird ein rauschendes Fest mit Lindy Hop Showdance und einer Burlesque-Show der Tänzerin Mirielle Tautou.

Wer dann Lust bekommt, selbst die Tänze des Swing zu erlernen, kann dies ab dem 24. April bei uns in der Moritzbastei. Swingin LE bietet einen sechsteiligen Tanzkurs an, in dem ihr Lindy Hop und Charleston in sechs aufeinanderfolgenden Kurseinheiten lernen könnt. Der Kurs ist auch für Anfänger geeignet. Die Kursgebühr beträgt 30,00€. Anmelden könnt ihr euch direkt bei Swingin LE oder ihr kommt einfach zur ersten Kursstunde am 24. April. Die weiteren Termine sind: 29.04., 07.05., 14.05., 21.05. und 28.05, jeweils um 19.00Uhr in der Moritzbastei.

Wir haben noch einige Videos für euch herausgesucht, die, wie wir denken, die Lust aufs Tanzen wecken. Also schnürt eure Tanzschuhe und tanzt mit 🙂

Das erste Video stammt von den Internationalen Lindy Hop Meisterschaften aus dem Jahr 2011.

Das zweite Video ist eine Szene aus dem Film „Hellzapoppin“ aus dem Jahr 1941, eine der berühmtesten Filmszenen, in der der Lindy Hop getanzt wird.

Im dritten Video seht ihr eine etwas schnellere Version des Charleston.

 

/ Autor: christinas

23. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (2/3)

Wie versprochen, geht es heute weiter mit unseren kleinen Vorguckern auf die Teilnehmer des Jazznachwuchsfestivals. Im zweiten Teil unserer Vorschau stellen wir euch heute die Projekte vor, die am 4. April antreten werden. Damit ihr euch schon ein Bild machen könnt, akustisch und auch optisch. Und damit ihr euch von ihrem Mut und ihrer Neugierde auf Experimente und neue musikalische Wege anstecken lassen könnt.

Wir beginnen mit der Leipziger Formation Killerfuchs. Das Trio um Philipp Sebening (Saxophon), Paul Lapp (Kontrabass) und Hans Otto (Schlagzeug) steckt voller Spielfreude und lässt sich dabei nicht von Regeln und Konventionen einschränken. Sie bedienen sich frei an den musikalischen Mitteln des Jazz, der Klassik, zeitgenössischer Avantgarde, des Pop und auch des Hip Hop. Sie versuchen, musikalische Grenzen auszuloten, um ihre Songs stets frisch und interessant zu gestalten. Auf Soundcloud präsentieren sie einige Songs.

killerfuchs

Sängerin Janda, Gitarrist Matthias Kurth und Schlagzeuger Steffen Roth bilden das Trio Janda. Die drei verbindet eine vitale Liebe zu Soul und Jazz. Sie suchen und finden immer etwas Neues in ihrem und für ihr Spiel. In einer Balance zwischen Adaption und Komposition finden sie ihre eigenen Klangwelten fernab ausgetretener Pfade. Ihre Songs sind dabei mal fragil und mal gewaltig. Auch sie präsentieren sich auf Soundcloud.

Janda-01

Auch das nächste Projekt, DuckTapeTicket, ist wieder ein Trio. Paul Bremen (Viola und Violine), Anna-Sophie Becker (Viola) und Veit Steinmann (Violoncello) definieren Jazz und Improvisation auf ihre eigene, besondere Art. Sie bewegen sich spielerisch zwischen den Genres Jazz, Folklore und Rock und finden so ihren eigenen groovenden Sound. Auf der Bühne spürt man die Spontanität und die humorvolle Kommunikation der Musiker untereinander. Die einzige Konstante ist die Neugierde der Musiker. Im Video könnt ihre ihren Song „Recorda Me“ sehen.

Das Richard Ebert Quartett sticht heute etwas aus der Reihe, denn sie sind das einzige Projekt mit vier Musikern. Davon abgesehen reihen sie sich aber nahtlos in die Reihe der hier vorgestellten, talentierten Nachwuchsjazzer ein. Richard Ebert (Altsaxophon), Antje Rößeler (Piano), Christoph Hutter (Kontrabass) und Patrick Neumann (Schlagzeug) lernten sich während ihres Studiums an der Dresdner Musikhochschule kennen. Sie orientieren sich an modernem Jazz, an Bepop, Hard Bop und Cool Jazz, aber sie suchen auch immer nach neuen Ausdrucksformen. In all ihren Werken gibt es daher viel Freiraum für Standards, Originals, Spontanität, Kammermusik und kraftvolle Steigerungen. Im Video stellen sie ihren Song „Try“ vor.

Wir hoffen, wir und vor allem die Nachwuchsjazzer konnten euch überzeugen und wir lernen zusammen am Wochenende die „next generation in jazz“ kennen. Wir freuen uns jedenfalls schon sehr darauf! Aber bleibt trotzdem weiter neugierig, am Mittwoch stellen wir euch die Teilnehmer des letzten Abends vor. Weitere Informationen erhaltet ihr auch immer auf der Facebook-Seite des Jazznachwuchsfestivals!

/ Autor: christinas

23. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (1/3)

Wir freuen uns schon sehr darauf, auch in diesem Jahr wieder das Jazznachwuchsfestival auszurichten. Doch obwohl wir damit nun schon in das 23. Jahr gehen, ist es leider immer noch kein Selbstläufer. Jazz gilt ja gemeinhin eher als anstrengend und der Mut und das Interesse an neuen Ausdrucksformen und Klangexperimenten sind leider noch nicht so weit verbreitet. Dabei sind es gerade die jugendliche Neugierde und Unangepasstheit, die die teilnehmenden Projekte mitbringen, die das Jazznachwuchsfestival auch nach so vielen Jahren immer noch auszeichnen und zu einem besonderen Erlebnis machen.

Damit ihr euch im Vorfeld schon einen Eindruck der auftretenden Künstler verschaffen und euch von ihrem Mut und ihrer Neugierde anstecken lassen könnt, stellen wir euch heute, am Montag (31.03.) und am Mittwoch (02.04.) an dieser Stelle die teilnehmenden Projekte optisch und auch akustisch schon einmal vor.

Beginnen wollen wir unsere kleine Vorschau mit dem Leipziger Quartett „Trio.Diktion“, den „Bodosapiens“ aus Essen und den Weimarer „Nachtfarben“ um Martin Bosch, die das 23. Jazznachwuchsfestival am 3. April in der Moritzbastei ab 20.00Uhr eröffnen werden.

Entgegen den Vermutungen besteht das Trio.Diktion nicht aus drei, sondern aus vier Musikern: Antonia Hausmann (Posaune), Matti Oehl  (Altsaxophon), Philip Frischkorn (Piano) und Jakob Petzl  (Kontrabass). Neben der ausgefallenen Besetzung ist auch das Konzept der Band spannend und vielversprechend. Irgendwo zwischen Improvisation und neuer Klassik finden die jungen Leipziger Musiker ihre eigene Klangsprache. Auf ihrer Suche nach einer neuen Ästhetik setzen sie auch Bezugspunkte zur Romantik, ihre Lieder sind gleichzeitig ernsthaft und verträumt. Ihr Zusammenspiel ist ein lebendiges Gespräch, ein verschlungenes Miteinander. Von diesem Eindruck könnt ihr euch bei ihrem Lied „Hotel Savoy“ vorab schon einmal selbst überzeugen.

Die drei Musiker von Bodosapiens (Aaron Seitz am Piano, Yannik Tiemann an Kontrabass und E-Bass und Jo Beyer am Schlagzeug) stellen sich ihrer Gattungsbestimmung entgegen und würdigen dennoch ihre Vorfahren mit hartem Swing. Alle drei sind in ihrem Spiel kompositorisch und spielerisch gleichberechtigt. Das bedeutet auch, dass alle gleich stark, gleich verschieden und auch gleich eigenwillig sind. Trotzdem stehen das Zusammenspiel und die Komposition in ihren Werken immer im Vordergrund. Sie schaffen eine natürliche Verständigung und gehen musikalisch gegenseitig aufeinander ein. Dadurch ergänzen sie ihre Kompositionen immer wieder mit improvisatorischen Einwürfen. Ihr präzises Zusammenspiel stellen sie bei ihrem Lied „Nocturne“ unter Beweis.

Nachtfarben leuchten dann, wenn die Dinge, die uns unsere Sinne als Realität vorstellen, für einen Moment ihr ehrliches Wesen enthüllen.  Die Nachtfarben um Martin Bosch, das sind Sabeth Pérez – Gesang, Tom Schneider – Piano, Michael Büschelmann – Gitarre, Wieland Jubelt – Schlagzeug und Martin Bosch – Bass. Diese fünf Nachtfarben entwickeln erst im Zusammenspiel ihre tatsächliche Strahlkraft. Sie suchen nach immer neuen Ausdrucksmöglichkeiten und lassen sich dabei von zeitgenössischen Ausprägungen des skandinavischen Jazz inspirieren. Dabei entstehen gleichberechtigte musikalische Gebilde, die nicht die Fähigkeiten eines einzelnen in den Vordergrund rücken. Die Stimme von Sabeth Pérez bildet zwar ein besonderes Element, aber trotzdem integriert sie ihren Gesang gleichberechtigt in das Geflecht der einzelnen Nachtfarben. Auf ihrer Seite bei bandcamp stellen sie ihr Album vor.

Wir hoffen, wir konnten mit diesem kleinen Vorgeschmack bei euch dieselbe Vorfreude wecken, die sich auch bei uns schon verbreitet. Aber bleibt weiter neugierig, am Montag und am Mittwoch stellen wir an dieser Stelle auch noch die anderen teilnehmenden Projekte vor.

/ Autor: luiset

22. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (3/3)

Im letzten Teil unseres Ausblicks auf das diesjährige Jazznachwuchsfestival stellen wir die Bands und Künstler von Samstag vor. Auch diesmal treffen neue, innovative Melodien auf die klassische Form des Jazz. Junge Musiker versuchen die Grenzen auszuloten und sich über diese hinwegzusetzen. Seid dabei zum Festival vom 4. April – 6. April. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, akkustisch wie auch optisch. In der Hoffnung, dass ihr euch dem Mut der MusikerInnen anschließt, neue Töne in euer Leben zu lassen.

Die Würzburger Band „Mamsell Zazou“ fand sich im Jahr 2009 an der Hochschule für Musik zusammen und ist spätestens seid ihrem Song „Die Schildkröte auf dem Karrusell“ ein Geheimtipp in der Jazzbranche. In ihrer Musik entfalten sich wundersame Geschichten – verspielt und melancholisch, kantig und fein. Sie lädt ein zu Wanderungen in Landschaften zwischen Songs, freien Fragmenten und spielerischem Umgang mit Klang und Geräusch. Wir sind uns sicher, dass Christine Boersch Supan (Gesang), Philip Staffa (Gitarre), Martin Knorz (Fender Rhodes, Moog) und Fabian Hoenes (Schlagzeug) sich bald vom Geheimtipp zu einer festen Größe in der Welt des Jazz etablieren werden. Überzeugt euch selbst: Hier ihr aktueller Song „Nude“.

Mit dem Eva Kleese Quartett tritt ein regionaler Akt beim Nachwuchsfestival an. Die frisch gegründete Leipziger Band spielt überwiegend Kompositionen der Bandleaderin – spannungsreicher bis wildtrauriger Modern Jazz mit Popanleihen und elektrisierender Energie. Evgeny Ring am Saxophon, Philip Frischkorn am Piano, Robert Lucaciu am Kontrabass und Eva Klesse Schlagzeug werden uns in jedem Fall überraschen. Musikalische Kostproben gibt es auf ihrem MySpace Kanal.

Die sechsköpfige Band „ist“ hebt in ihren Kompositionen den Zustand des Moments hervor. Arrangierte Abschnitte mischen sich mit Improvisationen, gesprochene Lyrik führt zu gesungenen Passagen, immer mit dem Ziel, einen Sound zu schaffen, der Nähe bringt. Die Band fährt auf der Bühne ein breites Repertoire an Instrumenten auf. Und so freuen wir uns auf Friedelise Stutte (Gesang, Trompete), Johnny Fischer (Trompete, Flügelhorn), Fabian Sackis (Gitarre), Simon Seeberger (Klavier), Yannik Tiemann (Bass) und Jannis Wolff (Schlagzeug). Auf Souncloud könnt ihr ihrem Song „After A Great Pain“ lauschen.

Das Jan Prax Quartett hat sich einem energetischen Postbop-Sound verschrieben. In den Kompositionen, vornehmlich aus der Feder von Bandleader Jan (Altsaxophon), ist der Spirit großer Saxophonisten wie etwa John Coltrane und Kenny Garrett zu spu?ren. Die Interpretation ist jedoch stark vom heutigen Zeitgeist gepra?gt und reich an Elementen aus Soul und Groove- Musik. Die Adaption der Jazztradition in den heutigen Kontext ist in diesem Falle kein bloßes Konzept, sondern schlichtweg das, was entsteht, wenn sich die Musiker, neben Jan sind das Roman Schuler (Piano), Tilman Oberbeck (Kontrabass) und Michael Mischl (Schlagzeug) mit ihren musikalischen Backgrounds und Vorlieben ans Werk machen. Der Prax-Sound ist mal unba?ndig und wild, mal spha?risch und melodio?s, mal groovig und auf den Punkt, aber immer „soulful“ und voller Energie. Hier ihr Song „Beyond Boundaries“ – Live in Berlin.

/ Autor: luiset

22. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (2/3)

Im zweiten Teil unserer Vorschau auf das 22. Jazznachwuchsfestivals, welches am 4. April beginnt, stellen wir die die auftretenden Projekte vom Freitag kurz vor. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, akkustisch wie auch optisch. In der Hoffnung, dass ihr euch dem Mut der MusikerInnen anschließt, neue Töne in euer Leben zu lassen.

Los geht` s mit der  begabten Pianistin und Komponistin Johanna Borchert, die seit Jahren zwischen berlin und Kopenhagen pendelt, um als eine der neuen, antreibenden Kräfte der jungen Jazz- und Avantgardeszene zu agieren. Mit ihren Bands „Schneeweiss und Rosenrot“ sowie „Little Red Suitcase“ hat sie sich bereits Kultstatus erspielt. Mit ihrem Soloprogramm sprengt die Pianistin und Komponistin erneut die Grenzen zwischen Jazz, Pop, Avantgarde. Zudem ist sie auch mit der Autoharp und als Sängerin zu erleben. Hier ist sie Live beim Jazz Focus in Berlin zu hören.

HOCH die Fu?ße, ZEIT zum hineinhorchen – die  Musik der fünf Musiker von hochZeit011 heben dank Rebecca Treschers Kompositionen (Klarinette, Bassklarinette) außergewöhnliche Klangwelten aus dem Taufbecken. Ihre intimen Stu?cke ermöglichen die musikalische Liebesheirat von Klarinette und elektrischer Gitarre, zart und hart entwöhnen sich hier aller Dualismen. So ensteht mit den Bandkollegen Julian Bossert (Altsaxophon, Klarinette), Philip Staffa (Gitarre), Friedrich Betz (Kontrabass) und Tilman Herpichböhm (Schlagzeug) vielfarbige Ensembleklänge – kammermusikalisch transparent, swingend elegant und innovativ. Zur Einstimmung gibt es hier das „Hometime Intro“.

Massive Schräge Töne dürfen wir bei dieser Band auf jeden Fall erwarten, aber auch komplexe Kompositionen und freie Improvisationen gepaart mit den verschiedensten Einflüssen aus Jazz, Rock, atonaler Musik und Drum’n’Bass. Auf der Suche nach einer Antwort wie Jazz im 21. Jahrhundert klingen könnte, fand sich das Trio 2011 zusammen. Durch den Verzicht auf den Bass entsteht ein fragiles Ungleichgewicht, Piano, Schlagzeug und Gitarre verschmelzen zu einem einzigartigen Sound.  Wir freuen uns auf Johannes von Ballestrem am Piano, Florian Fleischer an der  Gitarre und Johannes Ziemann am Schlagzeug. Hier eine musikalische Hörprobe mit dem Lied „Mach mal langsam“.

Die Berliner Jungs von Snooze-On beherrschen einen Heavy-Metal-Riff ebenso wie eine Bebop-Linie oder einen Electro-Beat. Die Vier wollen mit ihrer Musik vor allem eins – Emotionen vermitteln wie ein Sänger, der eine Geschichte erzählt. Und das ohne Stimme, nur mit der Hilfe ihrer Instrumenten. Und so sind wir gespannt auf die Performance von Markus Ehrlich (Tenorsaxophon), Charis Karantzas (E-Gitarre), Thomas Stieger (E-Bass) und Christian Tschuggnall (Schlagzeug) und überbrücken uns die Wartezeit mit einem Orchester-Liveauftritt der Band in Berlin.

Nächste Woche stellen wir euch dann die Künstler von Samstag vor und hoffen das ihr zahlreich in unsere heiligen Hallen stürmt, um die neue Generation des Jazz gebührend zu feiern.

 

 

/ Autor: luiset

22. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (1/3)

Das Musikgeschäft funktioniert genau so, dass unbekannte, dafür aber inspirierte junge Musiker ihre ungeheuer spannende Musik in einer fremden Stadt im Konzert vorstellen, und alle, alle kommen nicht.

Das Jazznachwuchsfestival geht zwar in seinen 22. Jahrgang, trotzdem ist es lange kein Selbstläufer. Jazz gilt ja gemeinhin als anstrengend; die breite Masse kennt vielleicht noch Louis Armstrong und Ella Fitzgerald, sie verschluckt sich auch nicht mehr, wenn neben dem Buffet adrett gekleidete Menschen Klavier und Saxophon bearbeiten. Aber freie Improvisation, Klangexperimente, Ausdrucksmittel jenseits des Radiopops oder dessen, was sich die Indiespießer Hipster unter „alternativer“ Musik vorstellen? Du liebe Güte!
Also muss der Prophet zum Berg kommen und sich was einfallen lassen, damit die Rocks ins Rollen kommen.

Genau deshalb stellen wir heute und an den kommenden Montagen bis zum Festivalbeginn am 4. April die auftretenden Projekte kurz vor. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, akkustisch wie auch optisch. In der Hoffnung, dass ihr euch dem Mut der MusikerInnen anschließt, neue Töne in euer Leben zu lassen.

Beginnen wollen wir mit dem Berlin-Dresden Trio „Lammel – Lauer – Bornstein“, den Mainzern „The Ropesh“ und dem Julia Kadel Trio (Berlin/Dresden).

„Lammel – Lauer -Bornstein“, das sind Andreas Lammel  am Piano, René Bornstein am Kontrabass und Florian Lauer am  Schlagzeug. Sie überzeugten die Jury mit musikalischer Offenheit. Das Bewusstsein zum traditionellen Jazz-Handwerk, sowie das Experimentieren mit modernen, offenen Klängen schaffen bei Lammel I Lauer I Bornstein eine innovative Umgebung, bei der alte Formen nicht verworfen, jedoch gezielt aufgebrochen werden. Sinn für das Jazz-Handwerk verbindet sich mit der Lust am Experimentieren mit offenen Formen. Überezugt euch selbst mit dem Lied Schneeweiß und Rosenrot.

Die fünf Musiker von “The Ropesh” haben sich durch die Zusammenarbeit in verschiedenen Gruppen und Projekten in Frankfurt und Mannheim zusammengefunden. Sie betrachten den modernen Jazz schräg von der Seite, durchsetzen ihn mit elektronischen Sounds und entwerfen gemeinsam facettenreiche Klangbilder. Und so sind wir sehr gespannt, wenn Lorenzo Colocci ( Flöte und elektronische Sounds), Marcus Franzke (Posaune), Apollonio Maiello ( Piano), Markus Wach (Kontrabass) und Mathis Grossmann (Schlagzeug) Eigensinn und Zusammenspiel in einem Konzert verbinden. Einen ersten Vorgeschmack ihres, im Mai erscheinenden Debütalbums mit dem schlichten  Namen „The Ropesh“, gibt es hier.

Auf der Suche nach einem persönlichen Klang kommt das Julia Kadel Trio über die einzelnen Stücke ins Gespräch. Die Kompositionen der Pianistin Julia Kadel schaffen Raum für freie Improvisationen und dichte Interaktionen.  Einzelne Stimmen treten hervor und wieder zurück, um sich schließlich miteinander zu verflechten. Musikalische Unterstützung erhält sie von ihren Bandkollegen  Karl-Erik Enkelmann am Kontrabass und Steffen Roth am Schlagzeug. Auf ihrer Seite bei bandcamp stellen sie ihr Stück „Weit weg“ vor.

Nächste Woche geht es dann weiter. Wir hoffen, ihr freut euch schon so vor, wie wir das tun!

/ Autor: torstenreitler

Nachwachsende Rohstoffe

Was macht ein Jazzmusiker, wenn er keine Auftritte mehr bekommt? Er muss improvisieren.
Diesen Witz haben sich wahrscheinlich schon Louis Armstrong und Earl Hines in den 1920ern erzählt. Im Kern stimmt es aber immer noch: Als Jazzer muss man improvisieren können, als Musiker wie als Überlebenskünstler gleichermaßen.

Während sich hierzulande sich Jazzmusiker vereinigen und Petitionen verfassen, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Das Feuilleton rauscht – wir tun, was wir seit 21 Jahren tun: Wir fördern junge JazzmusikerInnen. Das Bundesweite Jazznachwuchsfestival steht vor der Tür, und wir geben einen kleinen Vorgeschmack Read More

/ Autor: torstenreitler

Das 13. Türchen

Heute mal ein Griff in die Merkwürdigkeiten-Kiste. Am 29. Oktober 1977 spielte James Booker ein Konzert in der Moritzbastei. Was ist daran merkwürdig? Nun, Booker war ein ziemlich gefragter Jazz-Pianist aus den USA, lange Jahre mit Aretha Franklin auf Tour. Die Liste derer, mit denen er im Studio war, reicht von B.B. King bis zu Ringo Starr. Sein Hit „Gonzo“ soll angeblich Namensgeber für den Gonzo-Journalismus gewesen sein. Was das ist? Lies nach bei Hunter S. Thompson, Fear and loathing in Las Vegas. Read More

/ Autor: torstenreitler

Das 11. Türchen

Das riesige MB-Bildarchiv hat birgt wundervolle Bilder. Eine meiner Lieblingsaufnahmen ist diese: Ein Jazzkonzert in den 80er Jahren. Um all die wundervollen Details zu erkennen, habe gibt es hier gleich noch eine Großaufnahme. Spektakulär ist allein die Bühnengarderobe, die Hosen zwicken beim bloßen Hingucken im Schritt, man meint, der Strickpulli der Sängerin kratzt auf der eigenen Haut. Die Gesichter der Musiker changieren zwischen Desinteresse und Lässigkeit, den Banjospieler verwandelt die Kippe im Mundwinkel nicht in Keith Richards, sondern in einen Betonfacharbeiter am Leuschnerplatz.
Aber es gibt auch Zeitloses auf diesem Bild. Vollbärte sind ja gerade wieder enorm angesagt. Ob das gut aussieht, damals wie heute, liegt weiterhin im Auge des Betrachters.