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/ Autor: torstenreitler

Darf es ein wenig Bernhard sein?

Vor 30 Jahren starb Thomas Bernhard, keine sechzig Jahre alt. Sein literarisches Werk erregte soviel Aufsehen wie öffentliche Verärgerung; kaum ein Schriftsteller schaffte es zu seiner Zeit, die österreichische Gesellschaft derart in helle Aufregung zu versetzen.

In den letzten beiden Jahren brachte die Leipziger Schauspieler-Legende  Friedhelm Eberle Bernhards „Theatermacher“ auf die Moritzbastei-Bühne. Im Januar und Februar vertiefen wir unsere Bernhard-Beschäftigung ein wenig. Am 11. Januar startet in unserem Café die Ausstellung zur Graphic novel „Die Ursache“ von Lukas Kummer, die den gleichnamigen Roman von Thomas Bernhard als Vorlage hat. Mit Andreas Platthaus wird ein fundierter Kenner der Materie die Laudatio halten, Platthaus ist nicht nur Chef des Ressorts Literatur und literarisches Leben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sondern auch ein ausgewiesener Comic-Experte.

Am 10. Februar zeigen wir dann die szenische Lesung des Bernhard-Romans „Holzfällen“ (Achtung, das ist ein Sonntag!), über die in der Presse gejubelt wurde:  „ Eine Hymne auf die Melancholie, auf den Weltschmerz im Allgemeinen und im Besonderen…“ Bernhards galliger Humor ergießt sich hier in Reinform über eine Abendgesellschaft ehemaliger Freunde des Roman-Ichs, die sich als Künstler fühlen, aber doch nur Selbstdarsteller sind.

Auf den Tag genau am 30. Todestag Bernhards steht dann ein letztes Mal sein „Theatermacher“ auf unserem Programm – Friedhelm Eberle verabschiedet sich damit gleichzeitig von seiner aktiven Bühnenlaufbahn.