Alle Artikel mit dem Schlagwort “Geschichte

/ Autor: torstenreitler

Dürfen wir vorstellen: Die Moritzbastei!

Irgendwie kennt sie jeder, zumindest vom Namen her und als „größter Studentenklub Europas“. Die über 450-jährge Geschichte der Moritzbastei hat aber noch viel mehr zu bieten. Die Führung durch die Gewölbe garantiert so manches Aha-Erlebnis.

Seit 1993 ist die Stiftung Moritzbastei verantwortlich für den Erhalt des Kulturdenkmals Moritzbastei. In ihrem Auftrag wird die ehemalige Festungsanlage als Veranstaltungszentrum betrieben. Um die wechselvolle Geschichte der Bastei und ihre Bedeutung für die Stadt zu vermitteln, bietet die Stiftung seit 2017 regelmäßige Führungen an.

Jeden Freitag und Samstag starten die Führungen zwischen 11 und 16 Uhr zu jeder vollen Stunde am Ticket- und Infobüro der Moritzbastei (mehr dazu auf stiftungmoritzbastei.de). Neben einer Tour durch die Gewölbe erfährt man alles über die ursprüngliche Bedeutung, die Zeit der Bürgerschule, über den Wiederaufbau durch Studenten in den 1970er Jahren und die heutige Nutzung der MB.

Gruppen und Schulklassen können auf Anfrage auch Führungen zu anderen Terminen vereinbaren. Die Kontaktdaten finden sich auf der Homepage der Stiftung Moritzbastei.

/ Autor: torstenreitler

Wappen hier los?

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Veränderungen tun gut. Auch, wenn man wie die Moritzbastei zielstrebig auf seinen 500. Geburtstag zusteuert.  Mit der Anbringung des originalen Wappensteins im Oberkeller fand die Sanierung der Außenmauern der Moritzbastei ihren Abschluss. Im Zuge der Sanierung, die im Wesentlichen von 2009-2013 erfolgte und die Bastei wieder vor eindringendem Erd- und Regenwasser schützen soll, wurde der über die Jahrhunderte stark verwitterte Wappenstein fachgerecht konserviert.

Der Wappenstein, der ursprünglich wohl das Wappen des Kurfürstentums Sachsen zeigte, ist bereits auf Darstellungen aus dem 16. Jahrhundert zu erkennen:
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Die Geschichte der Moritzbastei ist von Umbauten, Zerstörung und Wiederaufbau geprägt, der Wappenstein aber blieb immer am gleichen Ort erhalten. Und verwitterte bis zur Unkenntlichkeit.  So sah er in den 1980ern aus:imm024

Die Erfindung des schlechten Grafittis machte die Sache nicht besser, wie diese Aufnahme zeigt, die im Jahr 2008 entstand:2008 0805 Wappen

Den Auftrag zur Konservierung des Wappensteins erhielt der Leipziger Bildhauer Markus Gläser.2011 0608 Markus_Gläser_Foto_AndreasSchmidt

Um den Originalstein aus dem 16. Jahrhundert vor weiterem Verfall zu schützen, wurde an seiner Stelle eine Replikation angebracht. Da keine verwertbaren Originaldarstellungen erhalten sind, ist der neue Stein eine künstlerische Neuschöpfung, die das kurfürstliche Wappen im Zentrum zeigt.  An der unteren Spitze findet sich das Wappen der Stadt Leipzig, umrankt ist der Stein von Weinranken und -reben.2011 0609 Wappen

Der Originalstein schließlich wurde diese Woche in der „Traditionsecke“ im Bereich des Oberkellers an der Wand angebracht:IMG_2692

Die Konservierung und Anbringung wurde unter anderem durch Spendengelder finanziert. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an alle, die einen Beitrag zu den Spenden in Höhe von 14.000 Euro beigetragen haben. Auch an die Kulturstiftung Leipzig noch einmal einen Dank, die uns bei der Einwerbung der Spenden unterstützte.IMG_2778

Auf die nächsten 500 Jahre, Wappenstein!

Und wer mehr zur Geschichte der Moritzbastei erfahren möchte, kann sich hier im Blog umschauen oder auf der Webseite der MB. Oder eine unserer Führungen besuchen.

/ Autor: markus-koerner

Wie war das noch gleich mit dem Wiederaufbau?

Ist es nicht schön wenn sich alles so gut ineinander fügt? Ja das ist es. Auf der Suche nach Aufnahmen und Anekdoten aus der jüngeren Vergangenheit der Moritzbastei kam zufällig ein Mann auf uns zu und lieferte beides, Fotografien und die Geschichten dahinter. Die Rede ist von Hans-Wolfgang Wenzel, einem Sohn der Stadt Leipzig, gelernter und studierter Maschinenbauer und Ingenieur sowie seit 1974 Hobbyfotograf. Letzterem haben wir wunderbare Aufnahmen u.a. aus den Jahren 1978 und 79 zu verdanken.

Im Jahr 1974, am 30. März um genau zu sein, wurde der Grundstein für das „Studentenprojekt Moritzbastei“ gelegt. Zu diesem Zeitpunkt lag bereits eine aufregende Zeit hinter den Mauern des heutigen Kulturzentrums im Innenstadtring und eine ebenso aufregende neue begann. Die gesamte Geschichte der Moritzbastei kann man hier nachlesen.

Hans-Wolfgang Wenzel und seine Frau kehrten nach ihrem 1977 beendeten Studium aus Magdeburg zurück nach Leipzig und leisteten Anfang 1978 aus persönlichem Interesse Aufbaustunden in der Moritzbastei. „Da ich nie oder selten ohne Kamera unterwegs bin, machte ich natürlich einige Fotos vom Wiederaufbau der MB.„, so Herr Wenzel in einem kurzen Interview zu den Fotografien. Es ist unser Glück, dass er sein Hobby immer im Blick hatte und so schöne Fotografien vom Wiederaufbau entstanden. Dadurch entstand auch ein guter Kontakt zu Peter Kunz, dem damaligen Direktor bzw. Klubleiter der Moritzbastei. Dieser bat Hans-Wolfgang Wenzel in Folge seiner Mitarbeiter gelegentlich um Aufnahmen von Veranstaltungen in den bereits fertiggestellten Räumen.

John Stave – Lesung in der großen Tonne (April 1978)
Karnevalseröffnung in der großen Tonne (November 1978)
Barbara Thalheim in der großen Tonne (Mai 1979)

Parallel zu den ersten Lesungen, Feiern und Konzerten in der großen Tonne (die heutige Veranstaltungstonne) wurden die Arbeiten am Oberkeller und den restlichen Räumen vorangetrieben. Ein besonderer Meilenstein war die 100.000. Aufbaustunde, wohlgemerkt alles freiwillige Arbeitsstunden, am 08. Februar 1979.

Gruppe von freiwilligen Arbeitern zusammen mit Peter Kunz zur Begehung der 100.000 Aufbaustunde vor dem Basteieingang (Februar 1979)
Bauarbeiten im Unterkeller (Januar 1979)
Bauarbeiten im Oberkeller (Januar 1979)

Am 01. Dezember 1979 wurde der Oberkeller feierlich eröffnet und erstrahlte in einem Glanz, den er bis heute bewahren konnte. Abgesehen von den Polsterbezügen auf der ein oder anderen Sitzgelegenheit wurde das bewährte Aussehen und die Einrichtung beibehalten und dient somit seit fast vier Jahrzehnten als Anlaufpunkt für Veranstaltungen verschiedenster Art.

Oberkeller zur Eröffnung (Dezember 1979)
Oberkeller zur Eröffnung (Dezember 1979)
Oberkeller zur Eröffnung (Dezember 1979)

Zum Abschluss sei noch ein großes Dankeschön an Herrn Hans-Wolfgang Wenzel gerichtet, der uns mit seinen Fotografien und den dazugehörigen Informationen ein Stück weit mitnehmen konnte, in eine prägende Zeit der Moritzbastei, auf die wir gern zurück blicken. Hans-Wolfgang Wenzel lebt heute in Klinga bei Grimma und ist weiterhin künstlerisch aktiv.

Selbstportrait Hans-Wolfgang Wenzel (Dezember 1979)

/ Autor: torstenreitler

Abgestempelt

stempelheadWas sich beim Aufräumen manchmal so findet: Unsere Verwaltung muss ihr Büro in der Ritterstraße räumen, dabei fand sich eine Kiste mit alten Stempeln aus den 1980er Jahren an. Einen gewissen Charme haben sie ja, auch wenn diese altdeutsche Fraktur heute etwas befremdet.

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Hübscher sind das schon diese alten Biermarken. Die lagen auch in der Kiste. Staubige Akten müssen schon damals für trockene Kehlen gesorgt haben. 😉Biermarken

 

 

/ Autor: torstenreitler

Neuigkeiten, Altigkeiten

Letzten Montag feierte Wilfried Schlosser, ehemaliger Stadtrat und stellvertretender Oberbürgermeister Leipzigs, seinen 80. Geburtstag in der Moritzbastei.  Schlosser war in den 1970er Jahren einer der wichtigsten Unterstützer des Moritzbastei-Wiederaufbaus bei der Leipziger Stadtverwaltung. Zu seinen Gratulanten gehörten natürlich auch ehemalige Kollegen und Mitstreiter beim Wiederaufbau der MB. Unter anderem sein damaliger Referent Lothar Birk, der die Zusammenarbeit mit den Leipziger Baubetrieben koordinierte. Bei solchen Gelegenheiten werden natürlich immer auch olle Kamellen ausgetauscht, für mich als „Nachgeborenen“ fallen da immer auch ein paar interessante Geschichten ab.

Es gibt aber auch andere Quellen, die immer wieder Dinge über die Moritzbastei zu Tage fördern, die auch mir noch nicht bekannt waren. Zum Beispiel die Social-Media-Redaktion des Universitätsarchives, die sehr emsig auf zwei(!) instagram-Profilen Schätze aus ihren Beständen mit kleinen Erläuterungen postet (das Abo macht richtig Spaß!). Auch ihren facebook-Kanal pflegen sie vorbildlich, unter anderem mit Bildern von der Baustelle der Moritzbastei aus den 1970ern.

Auf dem Instagram-Profil fotokanaluniarchiv fand ich auch die kolorierte Stadtansicht von Leipzig aus dem Jahr 1617. OLYMPUS DIGITAL CAMERAÜber die Detailtreue des Bildes kann man streiten, offensichtlich beruht die Arbeit auf einer Vorlage aus der berühmten „Civitates Orbis Terrarum“ von Frans Hogenberg und Georg Braun. Die Moritzbastei in der unteren Bildmitte ist gut zu erkennen. Der Wassergraben vor der Stadtmauer wurde vom Colorateur vom Grimmaischen Tor bis zur Moritzbastei grün gefärbt. Ob das dem Zustand des Grabens entsprach, der eine furchtbare Kloake gewesen sein soll, sei dahin gestellt. Auf der Südwestseite bis zur Pleißenburg fehlt der Wassergraben hier ganz.

Zufälligerweise stieß ich an anderer Stelle auf eine Ansicht der Ranstädter Bastei, dem Pendant zur Moritzbastei an der nordwestlichen Stadtmauer. Dort ist der Wassergraben sehr gut zu sehen, er sieht auch noch recht frisch aus:Ranstädter Bastei KomödienhausWährend auf die Moritzbastei ja im 18. Jahrhundert die 1. Bürgerschule Leipzigs gebaut wurde, errichtete man auf den Fundamenten der Ranstädter Bastei das Komödienhaus, wie es auf dem Bild zu sehen ist. Dieser Bau wurde bis in die 1930er Jahre erweitert und nach dem Bau des Neuen Theaters am Augustusplatz als „Altes Theater“ weitergeführt. Brechts „Baal“ erlebte hier 1923 seine skandalumwitterte Uraufführung.

Ein noch älteres Bild gibt es von der vierten Leipziger Bastei, die der damaligen Pleißenburg vorgelagert war.Pleißenburg_1642Wenn man der historischen Darstellung des Angriffes der Schweden im Dreißigjährigen Krieg trauen darf, sieht man an der zerstörten Bastion sehr schön, dass die Basteien zwischen den Außenmauern mit Erde verfüllt waren. Unser Partygewölbe, der Oberkeller, entstand ja tatsächlich erst in den 1970er Jahren bei den Ausgrabungsarbeiten der Studenten.

Aber zurück zum Anfang. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts sah es an der Moritzbastei noch so aus: BS018Im 19. Jahrhundert wurden die Reste des Stadtgrabens inklusive der letzten Wasserlachen verfüllt und zu Parkanlagen umgestaltet, die Ringstraße wurde angelegt. Lothar Birk erzählte mir bei der anfangs erwähnten Geburtstagsfeier, dass dieser Wölbgraben noch heute zur Entwässerung genutzt wird, unter anderem für die Moritzbastei. Die Stadtwerke würden ihn auch regelmäßig sanieren und säubern, erzählte mir daraufhin unser Haustechniker.

Falls also mal wieder jemand nach den berühmt-berüchtigten Geheimgängen fragt, die angeblich einst vom Rathaus zur Moritzbastei geführt haben sollen, werde ich auf diese alte Kanalisation hinweisen.

PS: Beim Stöbern zu diesem Artikel bin ich noch auf dieses Video gestoßen, das einen Rundgang um die Pleißenburg im Jahr 1892 visualisieren soll. Besonderen Eindruck hat die Musik bei mir hinterlassen.

/ Autor: torstenreitler

Papperlapopgeschichte

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Die Mittwochsparty ist nicht nur eine Institution der Moritzbastei. Heute erzählen wir euch mal die Geschichte dieser Partyreihe, die ab heute unter wöchentlich wechselndem Namen & Programm neu startet. Ein Diavortrag über knapp 40 Jahre Diskowahnsinn in der MB. Viel Spaß!

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Der Mittwoch war schon kurz nach dem Ausgrabungsbeginn der MB als Diskotag im Gespräch, wie dieser Artikel aus der Universitätszeitung vom 11. Juli 1974 zeigt. Die heutige „Diskotonne“ war übrigens noch gar nicht vorgesehen für den Ausbau.

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Die Veranstaltungstonne, wo heute die Konzerte stattfinden, sah 1975 noch ungefähr so aus wie auf diesem Bild.

04-jazz

In den Anfangsjahren war eine Liveband obligatorisch. Hier spielt die Kasseturm-Jazzband aus Weimar auf. Beards, shirts & cigarettes – original hipster back in 1980!

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Die MB-Partys waren schon immer Kontaktbörse. Allerdings nicht immer nur mit eindeutigen Absichten. Hier sucht jemand per Aushang:  „für ein BRECHT-PROGRAMM einen Pianisten, der vom Blatt spielen kann“. (1978, live spielt der Jazzgitarrist Uwe Kropinski)

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Der erste, heute legendäre Name der MB-Diskos: Papperlapop (auf der Posterwand von 1980 unten rechts). Jenachdem, ob in zwei oder sogar drei Räumen DJs auflegten, hieß es später „2-Kanal-“ oder „3-Kanal-Papperlapop“.

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Diskjockeys waren meist Tapejockeys – Platten mit aktuellen Hits gab es in der DDR praktisch nicht, das meiste wurde auf Kassette kopiert oder im Westradio aufgenommen. Kein DJ kam ohne seine Notizbücher aus, in denen die Liedreihenfolge seiner Kassettensammlung vermerkt war!

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Die Lichttechnik war in den 1980ern digital. Es gab die Optionen 1 oder 0 – an oder aus. Na gut. Rot, Blau und Grün waren auch möglich.

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Bis in die 1990er Jahre war die MB beinahe Alleinherrscher unter den Leipziger Diskotheken. Das Fassungsvermögen war mit knapp 1200 Besuchern einzigartig, und es war gefühlt immer ausverkauft. Alternativen entwickelten sich erst ab Ende der 1990er, eine echte Konkurrenz für den Mittwoch tauchte erst mit dem Nachtcafé auf. Ach, und Rettungsfolie als Partydeko haben nicht die heutigen HGB-Studenten erfunden. Das Bild zeigt eine Faschingsparty Ende der 1980er Jahre.

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Mit dem Aufblühen der Leipziger Clubszene und dem Boom von Black Music, HipHop und Techno um 2000 herum gab es den ersten „Mittwochsknick“. Darufhin wurde die MB-Disko technisch aufgerüstet und ein neuer Name wurde gesucht.

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Tatsächlich gab es eine Zeit, da liefen die Partys unter dem Namen „Discodiscount“. Aua! Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich mir den habe einfallen lassen. Zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass auch „All You Can Dance“ auf meinem Mist gewachsen ist. Seit Februar 2002 wird unter diesem Titel Mittwochs und Samstags bei uns gefeiert.

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Ende 2013 kam dann der Schuhfetisch in unser Partyprogramm. Zum Jubiläumsjahr 2014 starteten wir eine große Plakatkampagne mit der Aufforderung „put on your dancing shoes“. Die fotografierten Treter gehören übrigens alle Leute aus dem MB-Team. 🙂

In den vergangenen zwei Jahren gab es dann die nächste tektonische Verschiebung im Leipziger Nachtleben. Neue Clubs öffneten, lose Partycrews laden zu informellen Raves in WG-Küchen, Parks und unter Autobahnbrücken. Plagwitz, Lindenau und der Leipziger Osten ziehen das Publikum aus den gewohnten Ausgehvierteln. Wenn es hypezig irgendwo da draußen geben sollte, dann jedenfalls nicht in der Innentstadt! Dazu kommt, dass der wichtigste Effekt der Bologna-Reform wohl der ist, dass Studenten wochentags abends kaum noch aus dem Haus gehen. Jedenfalls nicht, um bis in die Morgenstunden zu tanzen. Bis Donnerstag nachmittag wird studiert und gebüffelt, beim Blick auf den Partykalender der Stadt kann man es deutlich sehen: der Mittwoch fühlt sich nicht mehr sehr sexy an…

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Da wollen wir ein bisschen helfen. Nach genau 12 Jahren (!) unter dem Namen „All you can dance“ starten wir ab Februar unter wechselnden Namen und mit neuen Formaten durch. Unter dem Titel „los!tanzen!“ wird es eher „klassische“ MB-Studentenpartys geben, nächste Woche wird es dann unter dem Titel „Masse und Beschleunigung“ eher in Richtung Indietronics und Electronic gehen. Zwei weitere Formate haben wir noch in der Hinterhand, die dann Akzente in Richtung Indie und Alternative setzen werden

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Unseren Schuhfimmel treiben wir noch ein wenig weiter. Wir haben eine kleine Fotostation eingerichten, unter dem hashtag #lostanzen könnt ihr mit euren Schuhselfies aus der MB die sozialen Netzwerke verstopfen.

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Ab heute nacht gilt es. Wir hoffen, ihr habt so viel Spaß beim Feiern wie wir beim Vorbereiten. Wir freuen uns auf euch!

/ Autor: torstenreitler

Geschichten erzählen, die noch keiner weiß…

Bei wem ertönt beim Lesen der Überschrift diese Melodie, mit der das DDR-Kinderfernsehen das Sandmännchen die Welt erklären ließ? Es dürften vor allen Dingen diejenigen sein, die in etwa so alt wie die Moritzbastei sind. Oder älter.

Kein Grund für die Backfische, gleich weiter zu klicken! Im Gegenteil, zerrt eure Eltern, Tanten, Schwiegerschwippmütter vor den Bildschirm und fragt sie, was sie so in ihrer Jugendzeit getrieben haben! Ihr wisst ja, früher war alles besser, also müssen die Partys der Studenten von damals doch so gewesen sein, dass sie den Komasäufern von heute die Schamesröte ins Gesicht treiben. Oder so ähnlich.

Jedenfalls interessieren wir uns brennend für die Geschichten aus 40 Jahren Moritzbastei, die bisher noch nicht erzählt worden sind. Wer hat Bilder, Anekdoten, Ungewöhnliches oder Überraschendes in oder mit der Moritzbastei erlebt? Wer hat tolle Fotos, Super-8-Filme oder Geschichten, die im Gedächtnis oder dem berühmten Schuhkarton auf dem Dachboden schlummern, die aber unbedingt gezeigt und erzählt werden müssen?

In einer Kooperation mit der LVZ wollen wir die schönsten und spannendsten Erinnerungen sammeln. In der heutigen Ausgabe (20. Februar 2014) könnt ihr den dazugehörigen Aufruf finden:

LVZ40Jahre

Lasst uns an euren Erinnerungen an die Moritzbastei teilhaben: Schickt uns eure Anekdoten, Filme oder Bilder. Gerne kann es sich dabei auch um Geschichten aus der Zeit der Moritzbastei vor dem ersten Spatenstich am 30. März 1974 handeln.
Alle, die etwas einreichen möchten, können das entweder bei der LVZ unter aktion@lvz.de oder bei uns unter info@moritzbastei.de

Präsentiert werden die Ergebnisse beim „Fest der Feste“ am 2. Oktober 2014.

Wie freuen uns auf viele neue, interessante Geschichten und Bilder!

/ Autor: christinas

Das Richtfest im Februar 1977

Foto-Bau_Blog

Heute ist es wieder soweit, zu unserem 40. Geburtstag schauen wir immer wieder in unser Anekdotenkästchen und berichten euch darüber. Diesmal: Das Richtfest am 4. Februar 1977.

Nachdem im Mai 1976 nach ca. zweijähriger Bauphase die Fertigstellung des Rohbaus des Oberkellers gefeiert wurde, konnte am 4. Februar 1977 endlich auch das Richtfest gefeiert werden. Zu dem Fest kamen neben zahlreichen Vertretern der Universität und Politik auch die aktivsten Studierenden und Vertreter der Betriebe, die am Bau mitarbeiteten. Sie erhielten Prämien zur Anerkennung ihrer Leistungen.
Die Studierenden hatten zu diesem Zeitpunkt schon 68.000 Arbeitsstunden geleistet, doch auch nach dem Richtfest ging die Arbeit weiter. Im Februar 1977 wurden zahlreiche Mitternachtsschichten verrichtet.

Auf dem Bild könnt ihr den Polier Manfred Gangloff der Firma Werner sehen, wie er eine Kassette mit Bauplänen und Tageszeitungen in die Außenwand der Moritzbastei einmauert.

/ Autor: torstenreitler

Die zweite Eröffnung

Einladung

Die Moritzbastei als Kulturbastion wird 40. In loser Reihe öffnen wir unser Anekdotenkästchen und berichten von Momenten aus vier Jahrzehnten, die zwar nicht die Welt veränderten, aber trotzdem Eingang gefunden haben in das Moritzbastei-Kollektivgedächtnis. Heute: Die zweite Eröffnung am 5. Februar 1982.

Die Moritzbastei hatte sich seit 1974 zur Dauerbaustelle entwickelt. Das lag daran, dass der Zustand der historischen Bausubstanz die Planungen immer wieder vor neue Herausforderungen stellte. Auch die Mangelwirtschaft der DDR trug das ihre dazu bei, dass eine Eröffnung des gesamten Gebäudes sich immer wieder verzögerte. Um wenigstens ein erstes Erfolgserlebnis vorweisen zu können, wurde deshalb am 1. Dezember 1979 eine Teileröffnung gefeiert. Wohl auch, um die Studenten zu motivieren,  Read More