Alle Artikel mit dem Schlagwort “Editorial

/ Autor: torstenreitler

Das Wort zum Januar

Wen wundert es eigentlich noch, dass heutzujahre die ersten Jahresrückblicke schon im Oktober ausgestrahlt werden? Dagegen wundert es einen um so mehr, was in diesem Jahr alles passiert sein soll. Millionen von Informationen und informationsähnlichen Ersatznachrichten überlagern sich, unter sich alles des Merkens würdige begrabend. Und wer ist schuld? Das Internet, wer sonst.

Guten Start ins Neue Jahr, euch vor den Bildschirmen!

Das Ende des Internets ist nahe. Gott sei dank, möchte man meinen, aber das wäre ja fortschrittsfeindlich. Zum Thema Fortschritt sei hier an den DDR-Traktor gleichen Namens erinnert sowie die Demenz, die auch gerne fortschreitet. Das Internet jedenfalls war schon immer eine der blödesten Erfindungen, und man möchte ihm nur zu gerne das Schicksal früherer Verkünder der technischen Glückseeligkeit an den Hals wünschen.

In 30 Jahren lassen sich hoffentlich tausende Menschen bei Wind und Wetter in Datenautobahnen einzementieren, um gegen Internetmülltransporte zu protestieren. Zentrale Datenendlagerung hat ja schon jetzt den Charme von überlagerter H-Milch. Ein wenig fieser wäre es, dem Internet das Schicksal der Glühbirne anzuhoffen. In ein paar Jahrzehnten möge also irgend so ein pickeliger Jugend-forscht-Nerd herausfinden, dass das Internet irgendwelche fiesen Klimaemissionen freisetzt, die beim Schwarz-Weiß-LCD-Fernseher viel geringer wären, dies der EU-Kommission verklickern und die solle dann bitte zum Wohle der Menschheit das Internet aus dem Online-Angebot ziehen.

Das wäre immerhin ein unterhaltsamerer Abgang als der, den die Netzgemeinde – wer auch immer sich selbst so bezeichnet oder ungestraft bezeichnen lässt, sei hiermit mit Günther Netzer nicht unter sieben Jahren geahndet – aufgrund der Wikileaks-Hysterie nahen sieht. Wenn Wikileaks mit ein paar halbgaren Enthüllungen das Ende des Internet sein sollte, dann hätte ja die Bildzeitung das Ende des Journalismus bedeuten müssen. Und das, ähm, tja, wie soll man´s sagen… ist ja zumindest… ach, auch egal.

* Das Programmheft der Moritzbastei für Januar 2011 ist jetzt überall erhältlich.

/ Autor: torstenreitler

Das Wort zum November

Das Editorial für unser Novemberheft endet mit der prophetischen Aussage: „November wird es von ganz allein.“ Die Vorhersage hat sich erfüllt, ihr habt sicher auch nichts anderes erwartet. Wie es zu dieser sich selbst erfüllenden Prophezeiung kam – lest selbst. Read More

/ Autor: torstenreitler

Das Wort zum Oktober

Liegt es am schlechten Wetter? Jedenfalls ist das Editorial unseres kommenden Programmheftes tendenziell menschenverachtend. Zarte Gemüter seien also gewarnt.
Mit allen anderen singe ich gerne gemeinsam Jochen Distelmeyers schöne Zeile „Ich hab nichts gegen Menschen als solche, meine besten Freunde sind welche!“. Allerdings hab ich zum Glück vergessen, aus welchem Lied das ist… Read More

/ Autor: torstenreitler

Das Wort zum August

Ha! Sowas nennt man im Marketingsprech Kundenbindung. Ihr kriegt hier nämlich ein Wort zum August, obwohl im August gar kein Programmheft der Moritzbastei erscheint.

Nein, mir ist nicht langweilig.

Diesmal geht es um die gute Tat, sein Geld auszugeben. Read More

/ Autor: torstenreitler

Das Wort zum Juli

Eigentlich sollte es ein Text über Selbstverwirklichung werden und darüber, was man denn eigentlich sein ganzes Leben so verwirklichen soll, wenn man sich selbst so genau gar nicht kennt. Kenn übrigens viele Menschen, denen das nach einer gewissen Zeit auffällt.

Dann schien aber die Sonne und überhaupt, irgendwie wollte etwas in mir nicht ganz so schwerwiegend daherkommen. Daher gibt es hier ein allgemeines Loblied auf den Sommer, das faulste Luder unter den Jahreszeiten. Gedruckt wie immer ab Anfang Juli im MB-Programmheft, das diesmal für zwei Monate reichen muss.

Sommer. Endlich ist auch diese Fußballweltmeisterschaft Geschichte. Alle Politiker sind so herrlich Mon Cherie – einfach verschwunden, bis die Tage wieder kühler werden. Alle Talkshows haben Sendepause, die sonntägliche Polizeirufwiederholungssaison ist angebrochen. Die Bundesliga hat spielfrei, weshalb sich beschäftigungslose Hooligans jeden Samstag selbst verprügeln. In abgelegenen Badeseen tauchen wieder Krokodile, Federboas oder Braunbären auf, deren Bejagung wochenlang die Zeitungen füllt.

Es ist Zeit für überraschende Sichtungen von Nessi, Yeti und Wolfgang Lippert. Boris Becker heiratet wie jedes Jahr je einmal im Juli und August die gleiche Frau. Überall wird Langeweile zum Jahrestiefstpreis abgegeben. (Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass Boulevardreporter seit neuestem arbeitsvertraglich dazu verpflichtet werden, ihre Erstgeborenen im Fahrradkeller einzumauern, um sie in besonders tiefen Sommerlöchern zu verschlagzeilen.)

Man könnte sich schwarz darüber ärgern, dass überall gleichzeitig Nichts los ist und man sich nicht entscheiden kann, wo man das genießen will. Sogar Eintritt würde man bezahlen! Es gibt keine Zeit im Jahr, in der man mehr darüber verzweifeln könnte, dass alles umsonst ist.

Auf diese Zeit haben wir uns das ganze lange Jahr gefreut. Jetzt gilt es in der Sonne zu liegen, bis die Haut so zäh geworden ist wie die Zeit verrinnt. Bevor man nicht das Gefühl hat, man müsste sich selbst die Stütze kürzen, ist man einfach nicht faul genug. Sommer, du bist eine geile Sau!

/ Autor: torstenreitler

Das Wort zum Juni

Manchmal ist es echt ein Graus, sich für unsere Seite 3 das Editorial aus den Fingern zu winden. Themen gibt es genug, aber die auf 20 Zeilen runterzubrechen…

Wozu ist Vertrauen eigentlich gut? Wir vertrauen wildfremden Menschen unser Geld an. Wir wählen Politiker, damit sie unsere Steuern zum Wohle der Gemeinschaft verwenden. Wir vertrauen Bankiers unser Geld an, damit sie es mehren Read More

/ Autor: torstenreitler

Das Wort zum Mai

„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“. Das ist eine Weisheit aus dem vergangenen Jahrhundert, und vermutlich stimmte sie schon damals nicht. Die Wahrheit stirbt schon vor dem ersten Schuss. Read More