Alle Artikel mit dem Schlagwort “Comic

/ Autor: torstenreitler

Punk. Punkt, Komma, Strich.

Schwarwel gehört zu den bekanntesten Leipziger Karikaturisten. Die Liste der Zeitungen und Onlinemedien, in denen regelmäßig seine politischen Karikaturen erscheinen, ist lang. Im Januar 2018 gewährte ihm Facebook bundesweite Publicity, auf die er liebend gern verzichtet hätte. Aufgrund einer Satirezeichnung auf den „H&M-Skandal“ sperrte ihn der Social-Media-Gigant für sieben Tage unter Verweis auf das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetzes. Der Fall wurde exemplarisch für den zweifelhaften Wert des Gesetzes und der Tatsache, dass rechtliche Entscheidungen an Privatunternehmen ausgelagert werden. Facebook entschuldigte sich und hob die Sanktion auf, auf unerhoffte Weise wurde diese Anektdote aber zum Beweis dafür, dass Schwarwels Karikaturen im höchsten Sinn tagesaktuell sind. Ab dem 14. März  sind sie im Café Barbakane der Moritzbastei zu sehen.

In der Überschrift sind übrigens keine Tippfehler. Schwarwels künstlerische Anfänge liegen in der Leipziger Punkszene, die Ende der 1980er Jahre die letzten Zuckungen der untergehenden DDR subkulturell reflektierte. „Punk“ bedeutete in Schwarwels Welt aber eher, sich von niemandem reinreden zu lassen, als mit Sicherheitsnadel im Ohr und grünem Iro vor der Kaufhalle zu schnorren.  Davon zeugen der enorme zeichnerische Output ebenso wie der unternehmerische Wagemut, mit der er von Anfang an agierte.  Als knapp Zwanzigjähriger gab Schwarwel mit Freunden die „Messitsch“ heraus, ein Magazin, dass zum ersten Mal seine künstlerischen Orientierungspunkte manifestierte: „Comics & Rock’n’Roll“. Vertrieben wurde es „unabhängig vom offiziellen Post- und Zeitungsvertrieb“ der DDR, also illegal und an strikten DDR-Zensur vorbei.

Im Geiste des Punkrock waren auch die musikalischen Abenteuer, die als Sänger von Bands wie den Tishvaisings oder Born cool startete. Die waren zwar wenig erfolgreich, bereiteten aber den Weg in die Welt des Rockbusiness, in der er in knapp 15 schöpferischen Jahre als Gestalter von Plattencovern, Webseiten und Videos u.a. für Die Ärzte, Rosenstolz oder Think about mutation markante Spuren hinterließ.

Nach dem Abschied von seinem ersten eigenen Verlag Extrem Erfolgreich Enterprises, in dem er gemeinsam mit Bela B. eigene und lizensierte Comics vertrieb, gründete er die Agentur „Glücklicher Montag“, wo er seit 2004 seine Arbeitswut auslebt. Der Schwerpunkt seines Schaffens verlagerte sich über die Jahre immer weiter vom Comic weg hin zu aufwändigen Animationsfilm-Projekten (u.a. über Richard Wagner und die Wendejahre in Leipzig) und zu tagesaktuellen Karikaturen.

Auch wenn Schwarwel 2018 sein fünftes Lebensjahrzehnt beendet, pulsiert der widerspenstige Geist des Punks auch in seinen aktuellen Arbeiten. Seine Karikaturen nehmen keine Rücksicht auf Befindlichkeiten oder gute Manieren. Dass Schwarwel sich offen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft positioniert und ganz klar gegen die herrschenden Verhältnisse anzeichnet, macht ihn ebenso streit- wie unverwechselbar.

Wir freuen uns auf die mittlerweile dritte Personalausstellung Schwarwels in der Moritzbastei. Seine Karikaturen werden bis zum 19. April 2018 zu den regulären Öffnungszeiten unseres Cafè Barbakane zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.

/ Autor: torstenreitler

Gestern dort, heute hier

Birgit Weyhe gehört zu den renommierten Comic-Autoren dieses Landes. Seit gestern stellen wir im Café Barbakane Zeichnungen aus ihren Büchern „Madgermans“ und „Im Himmel ist Jahrmarkt“ aus. Die Laudation zur gestrigen Vernissage hielt  verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben der F.A.Z.

Die Comic- und Karikatur-Ausstellungen in der Moritzbastei erleben damit einen weiteren Höhepunkt ihrer langjährigen Geschichte, und ihr könnt in den nächsten vier Wochen daran teilhaben. Die Bilder von Birgit Weyhe sind zu den Öffnungszeiten unseres Cafés zu sehen, der Eintritt ist frei. Ein paar mehr Informationen über unsere Galerie Barbakane könnt ihr auf unserer Homepage lesen.

Der Titel der Ausstellung – „Gestern dort, heute hier“ – bezieht sich auf die Biografie Birgit Weyhes, die in Uganda, Tansania und Kenia aufwuchs. Ihre Arbeiten haben starke autobiografische Bezüge, und sie nutzt die Möglichkeiten der Kunstform Comic bzw. graphic novel meisterhaft, um fiktionale und dokumentarische Elemente miteinander zu verweben.

/ Autor: salina

Manga meets Music

„Das Wesentliche der Musik steht nicht in den Noten“, sagte Gustav Mahler einst. Aber wo steht es denn dann? Und: Was will es uns sagen? Das Wesentliche der Musik von Subway to Sally kann man ab dem 01.06.2011 im Rahmen einer Ausstellung bei uns in der Moritzbastei bestaunen. 19 deutsche Zeichner aus der Manga-Szene haben sich von den Texten der Potsdamer beflügeln lassen und die Geschichten der Songs in Comics gefasst. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Es wurde im „Subway to Sally Storybook“, einer beeindruckenden Anthologie, veröffentlicht. In dem 224 Seiten dicken Werk kommentiert Bodenski, der Texter der Band, die einzelnen Bilder.

Ein kleiner Vorgeschmack

Eingefleischten Fans dürfte es sicher nicht schwer fallen, die Bilder den einzelnen Liedern zuzuordnen. Und selbst denjenigen, die weder die Band noch deren Lieder kennen, verspreche ich, dass sie aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen! Vielleicht bekommt ihr nach dem Konsum von soviel Bildgewalt nachher sogar doch noch Lust auf die Musik?! Wer weiß… Der Eintritt zur Vernisage ist jedenfalls  frei. Darum kommt herein, ihr Lieben, und staunt! Beginn ist 20:30 Uhr.

/ Autor: josephine

Montagspresseschau: Beatcomix, Widmann & Anständig essen.

Montags durchforste ich traditionell das Internet sowie diverse Lokalmedien nach Berichten über die MB. Dabei stoße ich immer wieder auf ein paar nette Sachen, die es sich durchaus mitzuteilen lohnt, für die es andererseits jedoch übertrieben wäre einen Extra-Blogeintrag zu verfassen.
Aus diesem Grund habe ich mich heute spontan entschlossen (ich bin sehr spontan in letzter Zeit, mit mehr oder weniger guten Ergebnissen, die die Kommentar in diesem Beitrag beweisen), eine neue Rubrik einzurichten: Die Montagspresseschau!
In der Ersten Ausgabe gibt´s Wort, Bild & Ton zum Thema: Götz Widmann, Karen Duve, Ur-Krostitzer Wintergrillen und Beatcomics. Read More

/ Autor: josephine

Eine unglaubliche Schweinerei!


Mein (deutscher) Lieblings-Comicautor FLIX las gestern im Rahmen der Langen Leipziger Lesenacht aus seinem neuen Comic FAUST. Das Ganze war eine wunderbar kurzweilige Dialoglesung mit Beamer (das nur als kleine Info nebenbei für alle, die sich fragen sollten, wie man eine Comiclesung gestaltet).
Anschließend hat der gute Mann offenbar den Abend in unserem Raucherinnenhof ausklingen lassen und sich dort mit zwei seiner Figuren auf einem Stehtisch verewigt.

Eine absolute Frechheit, wie ich finde – denn wie zum Teufel soll ich jetzt bitteschön die Tischplatte abschrauben und unauffällig in meine Wohnung transferieren? Schöner Mist. Ich hoffe, er hat wenigstens nen guten Edding benutzt, damit das Werk nicht der nächsten Graffiti-Entfern-Aktion zum Opfer fällt (okay, das ist jetzt nicht im Sinne unserer Techniker, die sich mit derlei Fleißaufgaben den Tag um die Ohren schlagen müssen, aber ich bleib dabei).

Allen anderen, die das Bedürfnis verspüren, sich mittels Wort oder Bild auf unseren Wänden oder Mobilar zu verewigen sei hiermit gesagt: DENKT NICHT MAL DRAN! Die Messlatte hängt seit dem gestrigen Abend einfach viel zu hoch.

/ Autor: torstenreitler

Berliner für alle

Ist ja grade Fasching.

Obwohl, in Leipzig heißt das immer noch Pfannkuchen, außerdem geht es hier ja auch um FIL, letztens in der Ratstonne. Bei Duröhr gibt es ein kurzes Video vom Auftritt:

Frappierend übrigens die Ähnlichkeit von FIL mit dem Herrn Schwarwel. Müssen Comiczeichner so aussehen? Josi?