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/ Autor: torstenreitler

Der Grosse (Publikums)Preis 2015: Die Kandidaten (1/4)

2ERSITZ

Es ist wieder soweit: Eure Stimme zählt! Wen wollt ihr am 15. Januar  2016 auf der Bühne im Werk2 sehen, wenn Leipzigs Bands des Jahres 2015 gekürt werden?

Bis zum 15. Oktober könnt ihr mitentscheiden unter www.moritzbastei.de/bandvoting

Wir stellen euch hier die vier Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor, den Anfang machen 2ERSITZ.

Warum klingt eure Musik so, wie sie klingt? Habt ihr einen Anspruch, eine Maxime, ein Ziel, von dem ihr euch leiten lasst?
Unsere Musik klingt so, weil wir sie bis aufs Derbste zelebrieren und in verschieden Besetzungen als Kollektiv großen Wert darauf legen viel live zu spielen. Wir lassen uns in erster Linie von unserer Freundschaft leiten und nennen uns inzwischen auch Familie. Da treffen verschiedene Ansätze und Vorstellungen aufeinander, was für Reibung sorgt. Diese sorgt wiederum für Spannung und Spannung sorgt für ausgefallene Kreativität.

Wie erfahrt ihr die Musikstadt Leipzig? Was gefällt euch, wo liegen Schwierigkeiten für euch?
Wir wohnen, musizieren und feiern in Leipzig. Diese Stadt hat uns zusammengeführt und ist unser Hafen. Hier ist Kunst noch sehr charmant und persönlich, wenn man sich auskennt. So kennen wir zum Beispiel die Gewinner vom letzten Großen Preises Leipzigs, Karl die Große,  durch gemeinsame Konzerte. Die Schwierigkeit liegt nicht in der Vernetzung der Künstler oder an Konzertmöglichkeiten, sondern vielmehr im Aufgebot von Kooperationen mit Filmteams, Verlägen und Labels die Namen haben und wirklich was reißen wollen. Durch die für eine Stadt doch sehr hohe Dichte an Musikern kommt immer wieder Tratsch auf und das ist doch motivierend, oder?

Seht ihr eine Perspektive für eure Arbeit in Leipzig?
Wir haben bereits für eine von Kindern erbaute Stadt in der Stadt gespielt, für die Schließung der NPD-Zentrale Sachsens, Viva con Aqua, der Straßenzeitung KiPPE einen Song für ihrer Jubiläums-CD geschenkt, in Kindertagesstätten Kinder zum Tanzen und Lachen gebracht, sowie auf Straßen und Kanälen freie Konzerte gegeben. Zudem verschiedene Stadtteilfeste und Hausprojekte unterstützt. Wir werden das genau so weiterführen, denn mit dieser Musik kann man Menschen helfen. Ja, wir sehen 2ERSITZ als festen Auftrag, den wir erfüllen und definitiv eine Perspektive für uns und unsere Arbeit in Leipzig.

Was sind eure nächsten Ziele als Band?
Wir arbeiten gerade mit einem wunderbaren Produzenten aus dem Proton Studio an neuen Songs für unser zweites Album. Mit den ersten Songs als Demo wollen wir dann die richtigen Unterstützer erreichen um weiter aufnehmen zu können (Veröffnetlichung: wenn es fett genug ist um zu flashen). Einen Namen haben wir schon: ZWEI VON MILLIONEN Des weiteren arbeiten wir gerade an Aktionen, die auf Leipzigs Flüchtlinge aufmerksam machen und Gegenaktivisten die Schnürsenkel zubinden.

/ Autor: torstenreitler

Die Nacht, als die D-Mark kam

Was für griechische Ohren heute wie eine Drohung klingen mag, galt vor 25 Jahre hierzulande als die Verheißung blühender Landschaften. „Kommt die D-Mark, bleiben wir! Kommt sie nicht, gehn wir zu ihr!“ So krakeelte es auf den letzten verbliebenen Montagsdemos. Der Beitrag, den MDR-Reporter Jens Hölzig in der Moritzbastei gedreht hat, erinnert an die Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1990, als bis Mitternacht in Mark der DDR gezahlt wurde und ab 0 Uhr in D-Mark. Jens hat damals hinterm Tresen im Oberkeller gestanden und literweise Pfeffi ausgeschenkt. Was sonst noch passierte, schaut ihr euch am besten selber an.

DMarkMDR

 

Zum Thema D-Mark und wie die Geschichte weiter ging sendet der MDR ab heute Nacht einen weitaus spannenderen Dreiteiler. Die Titelfrage „Wem gehört der Osten?“, die sich der Privatisierung und der ökonomischen Neuordnung nach dem Ende der DDR widmet, kann man heute gerne noch allgemeiner fassen: Was ist Gemeingut und sollte es bleiben? Sind Trinkwasser, Ackerland, Stadtviertel am Ende nichts als Renditeobjekte für Großanleger? In Griechenland und auf den Gipfeltreffen der Granden von EU, EZW und IWF wird diese Frage in diesen Tagen beantwortet. Vorläufig.

/ Autor: torstenreitler

Klassik wie im Rausch. En.

Youtuben ist eine Kunst für sich. Wir üben noch.

Am 30. Juni starten wir eine neue Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Klassik under ground“. Was es damit auf sich haben wird, erklären Tahlia Petrosian und meine Wenigkeit in diesem Video. Wenn die Konzerte so viel Spaß machen, wie uns der Dreh bereitet hat, dann sind wir mehr als zufrieden. Nur der Ton muss (!) natürlich deutlich besser werden. Bei den Konzerten garantieren wir das. Für die nächsten youtubials versprechen wir’s.

/ Autor: torstenreitler

Es ist Kultur, aber. (Pt.1)

„Die Moritzbastei Betriebs GmbH  schafft durch solides Wirtschaften die Voraussetzung, den Stiftungszweck der Stiftung Moritzbastei zu erfüllen. Zweck der Stiftung ist die Erhaltung der Moritzbastei als historisches Bauwerk und als Forum kultureller Begegnung im studentischen und akademischen Leben von Leipzig.“

Das ist in zwei Sätzen unsere Daseinsberechtigung und unser Unternehmenszweck. Wir machen Geld zu Kultur.

Deshalb gilt allem unser Interesse, was im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Kunst und Kultur passiert. In loser Folge geben wir euch hier Gedankenfutter und unseren Senf dazu. Heute:  Mitarbeitereigentum, Metalurlaub, Konsumterror.

Die New York Times berichtet, dass die Angestellten der Firma Moog zu 49% Mitinhaber des Unternehmen sind. Interessant deshalb, weil Moog zu den Synthesizern gehört, die seit den 1960 den Sound aller Spielarten elektronischer Musik mitbestimmen. Und weil es interessant zu beobachten sein wird, was so ein Umstand mit Angestellten macht. Taugt Moog als Beispiel für eine soziale Utopie? Sind Angestellte am Ende die besseren Kapitalisten? Oder ist das alles ziemlich unspektakulär, wie der SPIEGEL demonstriert?

Heavy-Metal-Fans mögen (für manche) furchterregend aussehen. In Wirklichkeit sind es aber zahme Kätzchen, denen nichts ferner liegt, als Bürger zu erschrecken. Bürger sind sie schließlich selbst, und die müssen sich auch mal erholen. Zum Beispiel auf Kreuzfahrt. Oder im Skiresort.
Die Süddeutsche zitiert Wacken-Chefverkäufer Charly Hübner, man mache „ein Angebot wie jeder andere Dienstleister auch. Und jeder kann sich dafür oder dagegen entscheiden, ganz einfach.“
Die Zukunft des Rock’n’Roll ist ein Seniorenresort.

Zuletzt ein Video aus Leipzig, bei dem schon der Ort des Geschehens wie die Faust auf’s kulturkritische Auge passt: HIT-Markt. Man darf darüber diskutieren, ob und unter welchen Umständen die Teilenteignung eines Konsumtempels ein revolutionärer Akt sein kann und warum so etwas nie nach einem Straight-Edge-Konzert passiert, sondern immer nach einem HOLI-Festival mit Alkohol, Drogen und sexuellen Missverständnissen. Die Idioten sind übrigens immer die anderen.

 

/ Autor: torstenreitler

Gärtnern als Kulturmanagement

Ladies and Gentlemen, the 79th meeting of Trans Europe Halles at Manifatture Knos in Lecce, Italy, is officially closed.

Das Video entstand bei einer Radtour durch die Halle der MK. Die Räder wurden von der Universität und der Kommune zur freien Verfügung gestellt, sehr feiner Zug! Im Laufe der Tage änderte sich das Innenleben der Halle, je nach Nutzung. Im Alltagsbetrieb ist die Manifatture eher Kreativraum mit Werkstätten und Proberäumen, als Veranstaltungszentrum. Auch die Bar ist temporär. Und illegal, wie auch die Stromversorgung und die Nutzung des riesigen Parkplatzes auf dem Gelände. Wobei illegal meist bedeutet, dass sich niemand zuständig fühlt und es in Anbetracht der italienischen Bürokratie keinerlei Aussicht auf Erfolg hat, kurzfristig Genehmigungen zu erhalten. Oder mittelfristig. Oder überhaupt.

Asfalto, mon amour

Das zweite Video ist auch bei einer Radtour entstanden. Der riesige Parkplatz, der zum alten Fabrikgelände gehört, war Teil des Workshops „Asfalto, mon amour“. Leiter und Ideengeber war Gilles Clement, der seine Gartenphilosophie der „dritten Landschaften“ schon in verschiedenen europäischen Städten umgesetzt hat. Kurz gesagt geht es darum, an von Menschen nicht mehr oder nicht mehr in der ursprünglich vorgesehenen Verwendung genutzten Orten Gärten anzulegen. Wobei es nicht um ein plattes „Zurück zur Natur“ geht, sondern darum pflanzliche Artenvielfalt an von Menschen gestalteten Orten zu ermöglichen und beides sichtbar zu machen. Viele Pflanzenarten werden durch industrielle Landwirtschaft und Städtebau aus ihrer natürlichen Umgebung verdrängt und können an solchen „verlassenen Orten“ eine Nische zum Überleben finden. Also hieß es an drei Tagen: Asphalt abtragen, Mutterboden auffüllen, pflanzen. Das Ganze wird danach mehr oder weniger sich selbst überlassen – die Natur hat die Möglichkeit, sich auszubreiten und der Mensch muss schauen, wie er damit umgeht.

Das Motto „terzo luogo“ (dritte Orte) als „spaces of indecision“ (Plätze für das Unentschiedene) war Leitthema des Meetings von Trans Europe Halles. Gärtnerarbeit als Vorbild für Management. Klingt ein wenig esoterisch; ich muss zugeben, dass ich ein paar Schwierigkeiten damit habe, daraus Anregungen für meine Arbeit zu nehmen. Klingt überzeugend: Raum schaffen für Wachstum, Interaktion ermöglichen, nicht den Garten den Vorstellungen anpassen sondern die Vorstellung den vorgefundenen Pflanzen und der Landschaft… Aber Mitarbeiter und Organisationsstrukturen verhalten sich selten wie Pflanzen. Entscheidungen und Entwicklungen in Kulturorganisationen richten sich nicht nach Sonne, Regen und Jahreskreis. Die Geschwindigkeit ist höher. Meistens.

Für mich waren das Wichtigste wieder Gespräche mit Kulturmachern, die ganz ähnliche oder völlig andere Sorgen umtreiben. Zu schnelles Wachstum, Besucherrückgang, Überalterung des Teams, politische Repression, finanzielle Schwierigkeiten, kreative Ansätze für neue Spielstätten, kulturelle Bildung. Was eben so passiert in Esch, Zilina, Vilnius, Prag, Verona, Ebeltoft, Lund, St. Petersburg, Paris, London, Berlin. Und Leipzig.

Das nächste Treffen wird im November in Budapest im Bakelit Multiart Centre stattfinden, gleichzeitig mit dem Jahrestreffen des europäischen Theaternetzwerkes IETM, und da wird es wahrscheinlich viel um Politik gehen.

Bilder habe ich auch mitgebracht. Wer mehr sehen möchte, dem sei der Hashtag #tehmeeting79 ans Herz gelegt.

[mygal=lecce2015]

/ Autor: torstenreitler

160 Sekunden, ein Jahr

Der Trailer lieferte ja schon einen kleinen Vorgeschmack. Heute präsentieren wir stolz den kompletten Zeitrafferfilm, den wir während des vergangenen Jahres produziert haben. Wenn er euch gefällt, dann liked und teilt und schaut ihn euch noch einmal von vorne an!

Die Geschichte hinter dem Projekt ist folgende: Im vergangenen Jahr produzierten zwei unserer Veranstaltungstechniker einen schönen Zeitrafferfilm, der einen Tag Moritzbastei zusammenfasste. Einen Mittwoch in den Schulferien mit Kinderkino, Song Slam, All you can dance, danach die nächtliche Reinigung. Dieser feine, kleine Film brachte uns auf die Idee, die MB mal im Jahreslauf abzulichten. Gemeinsam mit Josi und unserer damaligen Praktikantin Christina wählten wir vier Motive, bei denen wir uns vorstellen konnten, dass sie für einen Zeitraffer interessant sein könnten.

Das Fotografieren war die erste Herausforderung. Aus Zeiten meines Journalistikstudiums, das noch einen eigenen Bereich Fotojournalismus umfasste,  besitze ich noch ein Semiprofi-Stativ, das war schon mal ein guter Anfang. (An dieser Stelle sei Dr. Jochen Schlevoigt gedankt – seine Ausbildung in Theorie und Praxis der Presse- und Reportagefotografie schätze ich bis heute. Es herrschten geradezu paradiesische Zustände –  Mittelformat- und Spiegelreflexkamera wurden zu den Seminaren gestellt, ebenso Klein- und Rollbildfilme. Das Labor in der Schillerstraße war kostenlos und praktisch rund um die Uhr nutzbar… lange ist’s her.)

Also wurden Markierungen auf den Mauern der MB, auf dem Balkon der Mensa und im Park hinter der Moritzbastei angelegt. Auf den Mauern mussten sie nur einmal erneuert werden, im Park hatte ich Kronenkorken in den Boden gedrückt. Die waren nach ein paar Tagen verschwunden, Kehrmaschine sei dank. Also habe ich mir drei Schrauben geschnappt und die Korken in den Boden geschraubt. Die leichte Veränderung kann man in der Serie entdecken – auf den ersten Bildern ist noch eine kleine Mauer rechts neben der Platane sichtbar, dann verschwindet sie dahinter.

[mygal=zeitraffer]

Übers Jahr haben drei Leute fotografiert. Meine Wenigkeit, bis Ende Juni Christina und ab dann Giovanni, die beide ein mehrmonatiges Praktikum bei uns absolvierten. Da ich meine Kamera im August mit in die Ferien nahm, half Giovanni mit seiner für drei Wochen aus. Womit genügend Quellen für Abweichungen beisammen waren. Alleine der tägliche Auf- und Abbau wäre für einen ordentlichen „Wackelfaktor“ ausreichend gewesen…

Die Erstellung des Zeitraffers nahm dann entsprechend viel Zeit in Anspruch. Die Belichtung musste nachgeregelt werden, und natürlich die Verschiebungen in den Einzelaufnahmen einander angepasst werden. Auch wenn Photoshop CS6 da ein paar gute Automatismen anbietet, erwies sich das als tüchtige Fummelei. Es gibt auch Programme wie LRTimelapse, aber die sind eher geeignet für „klassische“ Zeitraffer, bei denen die Kamera einmal aufgestellt wird und dann die komplette Serie in einem Zug durchfotografiert wird und somit keine Korrekturen der Sichtachse notwendig sind.

Am Ende habe ich mich für den guten alten Windows Moviemaker entschieden, jede vergleichbare Standardsoftware hätte es sicher auch getan. Das Ergebnis ist sicher nicht High-End, jedes Hipster-Instagram-Erstsemester hätte optisch etwas stylischeres hingelegt. Aber ich bin ein alter Sack, und diese ganzen Crossentwicklungsfilter sind mittlerweile auch sowas von Individualistenmainstream… 😉

Gespannt bin ich, wie sich der Film in 10 Jahren anschaut. Die größten Veränderungen an der MB und der Universität scheinen ja seit den Großumbauten der letzten zehn Jahre Geschichte zu sein. Aber wer weiß das schon zu sagen? Die Stadtwerke-Werbung auf dem Europa-Haus habe ich während des Fotografierens zum Beispiel nicht entdeckt. Die beiden modernistischen Großspielgeräte (man sieht auf den Bildern nur die Baustelle) wurden auch während des vergangenen Jahres aufgebaut. Und wer weiß, ob es das WGT in dieser Form in zehn Jahren noch gibt? Oder youtube?

Im besten Fall ist der Film also eine Momentaufnahme der MB- und Stadtgeschichte, der mit den *ähem* Jahrhunderten reift. Heimatkunde für Nerds, sozusagen. Mir würde es aber schon reichen, wenn ihr zweieinhalb Minuten Spaß damit habt.

PS: Ein wenig Eitelkeit in eigener Sache habe ich mir am Ende noch gegönnt. Auf der Suche nach Hintergrundmusik mit youtube-Unbedenklichkeit erinnerte ich mich daran, dass es da mal eine Band gab, die ziemlich viel Instrumentalmusik gespielt hat und es nie schaffte, ihre Stücke bei der Gema anzumelden. Meine Band copola. War das ganze Geprobe und Aufgenehme wenigstens nicht ganz umsonst. 😉

/ Autor: torstenreitler

Das haut uns vom Hocker

Wir bekommen ja viele Bewerbungen von Künstlern und Bands, die in der Moritzbastei auftreten wollen. Manche stechen auf ganz unfreiwille Art und Weise hervor. Eine solche Perle wollen wir heute mit euch teilen.

Das Quintett Druckmittel spielt Jazz und stammt aus der Schweiz. Nein, das war noch nicht der Grund, warum wir ihr Bewerbungsvideo zeigen. Es ist einfach dieser herrliche Kontrast zwischen der Uptempo-Nummer, welche die Band auf der Bühne liefert, und der Reaktion des Publikums darauf. Wir haben bis zum Ende durchgehalten und keine entdecken können. Zwei Kollegen haben sich die Hüfte gebrochen, als sie beim völlig unerwartet doch noch einsetzenden Schlussapplaus vor Schreck vom Stuhl fielen.

Wenn Druckmittel sich der unfreiwillig abgefahrenen Wirkung ihres Videos bewusst sind, dann haben sie einen hohen Sinn für Selbstironie. Ob wir dieses Video als gutes Beispiel für ein Promovideo empfehlen würden, müssen wir noch entscheiden.

/ Autor: torstenreitler

„Heast? Huach zua!*“

Beim vergangenen Treffen des europäischen Kulturnetzwerkes Trans Europe Halles rückte die Delegation aus dem Wiener Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) in Mannschaftsstärke an. Aus gutem Grund, denn die Wiener werden im Frühjahr 2016 Gastgeber des TEH-Meetings sein. In Pilsen ergab sich die Gelegenheit, mit den Kollegen über österreichische Bands zu fachsimpeln. Seit Ja, Panik!, Bilderbuch und jüngst Wanda richten sich ja wieder vermehrt die Blicke zu unseren südlichen Nachbarn, wenn es darum geht, interessante Hoffnungen aus dem Indie- und Alternativebereich zu entdecken.

Daniel Eberharter, der im WUK die Aufgabe hat, die Konzerte zu promoten, nahm sich unser Gespräch zum Anlass, um mir ein paar Empfehlungen zu schicken. In den folgenden Blogs könnt ihr reinschnuppern in die bezaubernde Welt der österreichischen Popmusik jenseits von Austropop, Udo Jürgens und Conchita Wurst. Es lohnt sich, wie ich finde.

Der erste Link führt euch zum Onlinemagazin goodnight.at, wo zwischen den üblichen Ausgeh- und Lebensempfehlungen, Rezepten und Terminen auch eine Unterseite für „Neue Wienerlieder“ zu finden ist. Schwer angesagt sind wohl momentag 5/8erl in Ehr´n. Songs wie „Alaba, how do you do?“ muss man aber auch erst einmal aus dem Ärmel zaubern. Alles hier ist leicht schräg, selbst Housetracks (Valesta) nehmen sich selbst nicht sonderlich ernst und enden mit einem klassischen Chor, der „I wanna show you my tits“ intoniert.

Als zweite Empfehlung schickte mir Daniel den Link zum tumblr von Walzerkönig, einem Musikmagazin. Hier findet sich neben erwartbaren Künstlern (Kreisky, Wanda) viel Elektronisches (Konea Ra) oder Johann Sebastian Bass (huch, ist das jetzt wegen Hypezig oder wie?), aber auch indielastiger Kram wie At Pavillon oder Ankathie Koi.

Ich verzichte jetzt mal auf´s wilde Verlinken, stöbert euch einfach selbst durch die Seiten und findet, wovon ihr vielleicht noch gar nicht wusstet, dass ihr es sucht!

* Wienerisch. Sächsisch in etwa: „Heerste? Horche zu!“

/ Autor: torstenreitler

Gegendarstellung

Dieser Beitrag lief gestern auf MB-TV. Wir sind schockiert über dieses Machwerk, welches journalistische Grundregeln mit Füßen tritt und widersprechen den im Beitrag erhobenen Anschuldigungen auf entschiedenste. Keiner der Vorwürfe entspricht der Wahrheit. Wir hoffen, dass sich das Publikum von den tatsächlichen Sachverhalten selbst eine Meinung bildet. Die Gelegenheit dazu besteht ab kommenden Donnerstag, wenn das Sommertheater der Moritzbastei „Faster, Theaterturbine! Kill! Kill!“, Premiere feiert.

Wir behalten uns weitere Schritte in dieser Sache vor.

Moritzbastei, 7. August 2014