Alle Artikel in der Kategorie “MB-Aktuell

Aktuelle Nachrichten und Hinweise, die Moritzbastei betreffend.

/ Autor: torstenreitler

Stay on top, Leipzig Pop Fest!

Über 1000 Leute waren am 23./24. August in und auf der Moritzbastei unterwegs, als das erste Leipzig Pop Fest über die Bühnen ging. Zehn Bands, vier Diskussionsforen und drei DJ-Teams loteten aus, was die Popmusikszene dieser Stadt ausmacht. Ein Blick zurück und einer nach vorn.

Der Ausgangspunkt war das Ende von „Der Grosse Preis – Leipzig sucht die Bands des Jahres“ im Januar 2018. Damals wollten wir „Platz für etwas Besseres“ schaffen, denn Read More

/ Autor: torstenreitler

Du zählst!

Ein Kollektiv Leipziger Künstler*innen hat die Aktion „Du zählst!“ gestartet. Vordergründig ist das nur eine Webseite, auf der ein Countdown läuft. Auf dem Screenshot oben waren es demnach noch 17 Tage, 5 Stunden, 20 Minuten und 2 Sekunden bis zum 1. September, 18 Uhr.  Also genau dem Zeitpunkt, zu dem die Wahlbüros zur Landtagswahl in Sachsen schließen werden.

Der Name der Aktion sagt es: Du zählst. Jede Stimme, die am 1. September abgegeben wird, ist wichtig. Wir als Moritzbastei unterstützen diesen Aufruf, denn auch wir sind überzeugt, dass öffentliches Handeln nur demokratisch legitimiert stattfinden sollte. Eine Regierung, die aus einer Wahl mit hoher Wahlbeteiligung hervorgeht, ist auf jeden Fall besser verwurzelt als eine,  die nur mit wenigen Stimmen gewählt wurde.

Wen ihr wählt, ist natürlich nicht egal. Wer sich nicht sicher ist, kann zum Beispiel einen Wahl-o-mat befragen (auch die Webseite duzaehlst.org verlinkt darauf). Oder Wahlprüfsteine verwenden, die Konferenz Sächsischer Studierenschaften bietet einen bezogen auf die Hochschulpolitik an. Die IG Livekommbinat  wird ihren zu freier und Clubkultur in Sachsen am 23. August beim Leipzig Pop Fest in der Moritzbastei vorstellen.

Grundsätzlich sollte man sich natürlich von seinem gesunden Menschenverstand leiten lassen. Leider bekommt mensch nicht selten den Eindruck, dass wir kurz vor der Apokalypse stehen bei allem, was medial so verbreitet wird. Facebook, youtube, Zeitungen, Radio, Fernsehen – die meisten Meldungen überbieten sich in Szenarien, die ausmalen, wie schrecklich alles werden könnte.  Ist das wirklich so? Leben wir nicht immer noch in einem der reichsten und am penibelsten durchorganisierten Länder der Erde? Welche der viel zitierten Ängste und Sorgen sind tatsächlich existenziell? Also existenziell im Vergleich mit den Dingen, mit denen sich 2/3 der Weltbevölkerung täglich herumschlagen muss?

Wir geben keine Wahlempfehlung. Natürlich gibt es Parteien, deren Werte- und Kulturvorstellungen denen der Moritzbastei näher stehen, als andere. Wir stehen für Offenheit, Toleranz und ein friedliches, respektvolles Zusammenleben und glauben, dass Probleme sich nicht dadurch lösen lassen, indem man sie durch Unmenschlichkeit von sich fernzuhalten versucht. Aktuell befasst sich ein Theaterstück namens „Das Grundgesetz“ auf unserer Sommerbühne mit eben jener Grundlage unseres Zusammenlebens. Spielerisch, naiv, wortklauberisch. Wir sind überzeugt, dass Kunst immer einen Bezug zu gesellschaftlichen Zuständen hat, und wenn Kunst sich der Lebensrealtiät stellt, nicht anders sein kann, als politisch. Eine Partei, die mit dem Slogan „Kein (sic!) Cent für politische Kunst“ wirbt, hat demzufolge ein komplett anderes Kunst- und Kulturverständnis als wir (oder eben gar keins).  Natürlich hoffen wir, dass unsere Besucher*innen mit uns darin übereinstimmen.

Bitte denkt also daran, eure Stimme zu nutzen! Am 1. September und immer und überall dort, wo es angezeigt ist, den Mund zu öffnen, Gesicht zu zeigen, für Demokratie einzustehen.

/ Autor: torstenreitler

Good old Wave-Gotik-Treffen

Das 28. Wave-Gotik-Treffen 2019 ist Geschichte. Die Moritzbastei war wieder einer der Dreh- und Angelpunkte des weltweit größten Treffens der Wave-Szene. An fünft Tagen haben schätzungsweise 10.000 Menschen die MB besucht, das Wochenende ist mit Abstand das aufregendste, aber auch das anstrengendste für die Moritzbastei-Mitarbeiter*innen.

Obwohl wir schon viele Jahre fester Bestandteil des Festivals sind, gab es auch 2019 Neues und Unerwartetes. So drehte z.B. MDR KULTUR am Samstag und Sonntag Studiosessions u.a. mit Mila Mar und Laura Carbone in unserer Ratstonne, was wegen des großen Andrangs zu großem Stau in unserem Café führte.

Die Fridays For Future haben auch das WGT erreicht, der Trauermarsch für aussterbende Tierarten endete mit einer Rede von Dr. Mark Bennecke an der MB und das sah dann ungefähr so aus:

So voll war es nicht immer und nicht an allen Tagen, da hatte auch das Wetter etwas dagegen. Aber besonders Nachts konnte es schon recht kuschelig werden in der MB. Wir haben jedenfalls alle Hände voll zu tun gehabt und sind dankbar für das Vertrauen, das uns viele Festivalgäste jedes Jahr wieder entgegenbringen.

Allerdings bleibt auch das WGT wohl nicht von der allgemeinen Entwicklung verschont, dass das Konzertpublikum in den meisten Häusern langsam aber sicher ein paar Falten bekommt. Dass die Teenager lieber ihre Chartsheld*innen sehen wollen, ist eh klar. Aber die Twens und Anfangdreißiger waren doch schwer zu finden zwischen all dem schwarzbunten Völkchen.

Wie dem auch sei, wir freuen uns über ein gelungenes Pfingstfest und freuen uns auf die nächste Ausgabe 2020!

 

 

/ Autor: torstenreitler

Willkommen, Leipzig Pop Fest!

There’s a new kid in town, und es hört auf den schönen Namen LEIPZIG POP FEST.  Am 24. August 2019 wird es zum ersten Mal über auf drei Bühnen stattfinden. Diese drei Bühnen werden mitten im Zentrum Leipzigs stehen, ganz genau in und auf der Moritzbastei. Zehn Bands und Künstler*innen – kuratiert von Ilses-Erika-Booker Christian Feist und der Moritzbastei – werden auftreten, dazu gibt es Podiumsdiskussionen, Vorträge, street food-Stände und zum Abschluss eine Party bis zum frühen Morgen.

Unterstützt wird das Festival durch die IG LiveKommbinat, Kreatives Sachsen, die Stadt Leipzig, Kick The Flame Publishing, MDR Sputnik und die Kulturfabrik WERK2. Diese Zusammenstellung lässt es erahnen: Read More

/ Autor: torstenreitler

7 Gründe, warum es klug ist, am Sonntag wählen zu gehen

Am Sonntag wird in Leipzig gewählt. Gleich zwei Parlamente sollen neu besetzt werden, der Leiziger Stadtrat und das Europaparlament.
Politik ist wie ein Eisberg – das sichtbare Stück, das wir täglich in Fernsehen, Zeitungen und online zu sehen bekommen, und das uns nicht selten bedrohlich vorkommt, abstößt oder sogar Angst macht, ist nur der kleinste Teil. Der weitaus größere Teil besteht aus der täglichen Arbeit von vielen Menschen vor Ort, die in Gemeinden, Städte und Regionen dafür sorgen, dass der Alltag geordnet und das Zusammenleben einigermaßen gerecht gestaltet wird. Für alle, die noch nicht sicher sind, ob sie am Sonntag zur Wahl gehen sollen, geben wir sieben Gründe, warum es sich lohnt. Vielleicht hilft es ja bei der Entscheidungsfindung. 🙂

1. Nichts tun hat noch nie geholfen.
Sich zu verstecken und zu hoffen, das Weltgeschehen zieht an einem vorrüber, hat noch nie geholfen. Vielleicht für einen Moment, ein Jahr oder sogar zehn. Dann aber schaut man aus dem Fenster und stellt fest, dass alles anders geworden ist. Im blödesten Falle so, wie man es ja wohl mal gar nicht wollte.

2. Entscheidungen sind etwas gutes.
Selbst falsche! Immer in der Luft zu hängen und sich nicht festlegen zu wollen fühlt sich meistens blöd an. Sagen wir es mit den großen Philosophen Chad, Flea, Dave und Anthony, die sich ebenfalls auf große Vorbilder beziehen: „But the Butthole surfers said / It´s always better to regret something you did / than something you didn`t do“ (Red Hot Chilli peppers, Deep kick, 1995)

3. Niemand weiß, was Du willst, wenn Du es nicht sagst
Klar, oder? Wenn Du denen, die gerade regieren sagen willst, dass Du mit ihrer Arbeit unzufrieden bist, dann wähl jemand anderes. Diese Botschaft ist viel verständlicher, als gar nicht zu wählen. Im dümmsten Fall bleiben dabei nämlich a) die Regierenden an der Macht und b) stehen Kleinparteien mit radikalen oder Partikularinteressen plötzlich viel stärker da, als sie eigentlich sind.

4. Man kann nicht alles alleine erledigen
Parlamentarische Demokratie heißt, man gibt Entscheidungshoheit ab. Ganz normal! Wir bauen unsere Straßen, Stromleitungen, Autos ja auch nicht selber, sondern lassen das von Facharbeitern erledigen. Besonders bei der Europawahl jammern ja viele, dass „Brüssel“ „uns“ die Entscheidungen abnimmt. Das stimmt. Genau so soll es ja auch sein, wenn das Ziel ist, gemeinsame Interessen über Einzelinteressen zu stellen.

5. Nichts ist für immer
Der Mensch lernt, vor allen Dingen aus seinen Fehlern. Das schöne an der Demokratie und an Wahlen ist, man kann in regelmäßigen Abständen Korrekturen vornehmen. Ein wichtiger Unterschied zu Autokratien, Diktaturen und Scheindemokratien. Da kann man nur hoffen, dass die Natur das regelt. Nur werden Diktatoren manchmal verdammt alt.

6. Engagement sollte sich lohnen
Eine unglaublich große Anzahl von Menschen muss aktiv werden, damit wir wählen können. Nicht nur Kandidat*innen müssen sich engagieren, auch viele freiwillige Helfer*innen sorgen dafür, dass dieses Kernstück unserer Demokratie funktioniert. Wie das endet, wenn man grundlegend wichtige Arbeit nicht wertschätzt, könnt ihr in der Landwirtschaft sehen. Weil wir nicht bereit sind, ein paar Cent mehr für unsere Lebensmittel auszugeben, funktioniert unsere Landwirtschaft so, wie sie es eben tut. Monokulturen, Gammelfleisch und Gülleseen, soweit das Auge reicht und durch Subventionen killen wir Kleinproduzenten in der ganzen Welt. Doof, oder?

7. Denken schadet nie.
Jede Wahl ist eine Gelegenheit darüber nachzudenken, in welcher Welt oder Gesellschaft wir eigentlich leben wollen. Alles super, wie es ist? Oder vielleicht doch nicht? Was sollte besser sein und wie könnte das erreicht werden? Wem traust du zu, das am ehesten umzusetzen?
Klar, du kannst auch einfach in die Kabine gehen und dort dein Kreuzchen machen, wo du es schon immer gemacht hast, deine Eltern schon und vielleicht sogar deine Großeltern. Dass das immer noch besser ist, als gar nicht zu wählen, ist Dir nach diesen sieben Punkten vielleicht verständlicher geworden.

Und warum schreiben wir das jetzt hier auf dem Basteiblog? Ganz einfach: Weil die Moritzbastei ein Ort ist, in dem wir täglich erleben, wie anstrengend, aber auch: wie bereichernd das Zusammenleben und -wirken von Menschen und Kulturen ganz unterschiedlicher Ansichten und Prägungen ist . Über 250.000 Besucher*innen jedes Jahr, aus verschiedenen Städten, Ländern, Szenen. Das funktioniert, und am besten funktioniert es unserer Meinung nach in einem freien und demokratischen Gemeinwesen. Und wählen zu gehen ist der beste Weg, die Grundlagen für so ein Gemeinwesen zu stärken und zu erhalten.

/ Autor: torstenreitler

Hurra (das ist das Mindeste)!

Was für ein schöner Erfolg! Leipzigs freie Szene kann sich über deutlich erhöhte Fördermittel in den Jahren 2019/20 freuen. Der Leipziger Stadtrat hat heute den Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre beschlossen. Dieser sieht vor, die Fördermittel im Jahr 2019 um 1,6 Mio. Euro zu erhöhen und im Jahr 2020 noch einmal 2 Mio. Euro draufzulegen.

Die Kampagne #kulturstark der Initiative Leipzig Plus Kultur hat damit ihre Forderung nach einer besseren Ausstattung freier Kulturmacher durchsetzen können. Auch durch die Hilfe vieler Unterstützer*innen, Kolleg*innen, Freund*innen, Politiker*innen und allen, die sich mit der Kampagne solidarisch gezeigt haben (darunter auch Persönlichkeiten wie Monika Grütters, Dr. Georg Girardet oder Norbert Lammert).

Die Forderung nach mehr Geld war dabei nicht die einzige, wohl aber eine zentrale. Read More

/ Autor: torstenreitler

Courage für 2019

Der jährliche Society-Höhepunkt der Moritzbastei ist unser traditioneller Neujahrsempfang. Auch in diesem Jahr nutzten knapp 200 Gäste aus Kunst, Kultur, Politik, Verwaltung und Wirtschaft die Gelegenheit, ihre Beziehung zu Leipzigs wichtigsten Kulturzentrum aufzufrischen. Hier ein kleiner Bericht, samt Vor- und Rückschau auf die Moritzbastei 2018/19.

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/ Autor: torstenreitler

Wir sind umgezogen!

Kurt-Masur-Platz 1. Das ist seit dem 9. Oktober 2018 die neue Adresse der Moritzbastei.

Wie das kam? Bisher war die Moritzbastei unter der Leipziger Adresse Universitätsstraße 9 eingetragen. Was häufig für Verwirrung sorgte, denn die  Universitätsstraße lässt die alte Bastei deutlich links liegen, wenn man dem Straßenverlauf vom Roßplatz zur Grimmaischen Straße folgt. Unzählige Bands, Lieferanten und Gäste haben im Laufe der Jahre leicht genervt nach dem Eingang zur MB gesucht.

Die Benennung des Platzes zwischen Mensa, Gewandhaus und Moritzbastei nach Gewandhauskapellmeister Kurt Masur war also eine willkommene Gelegenheit, über eine Adressänderung nachzdenken. Und nachdem auch Masurs Witwe Tomoko Masur den Gedanken durchaus reizvoll fand und meinte, dass ihr Mann die Idee sehr charmant gefunden hätte, beantragten wir die Hausnummer 1 am Kurt-Masur-Platz für die Moritzbastei. Die Stadt Leipzig hatte keine Einwände – voila!

Kurt Masur war hin und wieder zu Gast in der Moritzbastei, wenn auch nur zu geschlossenen Festveranstaltungen und nicht zu verrauchten Rock-Konzerten. Die Bastei fand er aber immerhin geeignet, die Feier zur Eröffnung des Neuen Gewandhauses im Jahr 1981 bei uns zu feiern.

Auch seine Tochter Carolin Masur ist eine gute Freundin des Hauses, vor einigen Jahren moderierte sie bei uns „Masurs Hausbar“, ihre eigene Late-Night-Show mit Gästen aus Kunst und Kultur.  Sicher hätte Kurt Masur auch seine Freude an KLASSIK underground gefunden, unserer Reihe mit klassischen Konzerten in der Moritzbastei, die wir in Kooperation mit dem Gewandhausorchester produzieren.

Als nächsten Gast in dieser Reihe erwarten wir übrigens Alan Gilbert, der wie Kurt Masur als Chefdirigent bei den New Yorker Philharmonikern wirkte.  Die Moritzbastei am Kurt-Masur-Platz 1 fühlt sich ganz und gar richtig an  – ein Ort mit stadtgeschichtlicher Bedeutung, der seit fast 40 Jahren als Schmelztiegel des Leipziger Kultur- und Nachtlebens wirkt.

/ Autor: torstenreitler

Besuch von nebenan

Ganz besondere Gäste waren am 29. September in der Moritzbastei zu Besuch – Gewandhauskapellmeister Andris Nelson brachte Startrompeter Håkan Hardenberger und MusikerInnen des Gewandhausorchesters mit, um mit ihnen gemeinsam ein Konzert im Rahmen der Reihe KLASSIK underground zu spielen.

Vor ausverkauftem Haus präsentierte sich Andris Nelsons von einer ganz ungewohnten Seite. Nach 15 Jahren stand er wieder als Trompeter auf der Bühne und kehrte sozusagen zum Beginn seiner steilen musikalischen Karriere zurück. Mit 17 Jahren begann diese im Orchester der Lettischen Staatsoper, und schon damals war Håkan Hardenberger ein Vorbild für ihn. Heute sind beide gute Freunde, und den Spaß am gemeinsamen Konzert war ihnen in jeder Minute anzusehen.

Ein besonderes Konzert, das sich in dieser Form ganz sicher so schnell nicht wiederholen wird. Die ausverkaufte Moritzbastei genoss es in vollen Zügen und der begeisterete Applaus am Ende sprach für sich.

Das nächste KLASSIK-underground-Konzert wartet übrigens wieder mit einem Stargast auf. Am 18. November freuen wir uns auf Alan Gilbert, der bis vergangenes Jahr Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker war und ab 2019 in gleicher Position bei der Hamburger Elbphilharmonie arbeiten wird. Auch er kommt als Musiker und wird Viola spielen – ganz sicher eine weitere einmalige Gelegenheit! Der Vorverkauf für den Abend läuft, Tickets gibt es noch bei Tixforgigs.com.

/ Autor: torstenreitler

Kulturstark. Einkommensschwach.

Zur ersten Sitzung des Leipziger Stadtrates stellte die Initiative leipzigpluskultur ihre neue Kampagne „kulturstark“ vor. Gefordert wird ein Paradigmenwechsel in der Kulturpolitik, ein Schritt dahin, dass freie Künstler und Kulturmacher einen angemessenen Anteil an  staatlicher Kulturförderung bekommen.

Wer denkt, dass dies zur Folklore (freier) Kulturmacher gehört, permanent über Unterfinanzierung zu klagen und jetzt die immer gleichen Forderungen erwartet, die gestellt werden, der kann beruhigt werden – es stimmt ja. Leider arbeiten freie Kulturmacher in den meisten, auch den öffentlich geförderten Projekten, unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns. Die Initiative hat erhoben, dass in Leipzig um die fünf Euro die Stunde bezahlt werden. Fast alle „Freien“ in der Kultur haben Brotjobs und reiben sich in diversen prekären Beschäftigungsverhältnissen auf. Dass Leipzig sich mit so einer reichen Kulturlandschaft schmücken kann, beruht auf (Selbst-)Ausbeutung auf höchstem Niveau.

Die fünf Forderungen der Kampange lauten:

1. Mindeshonorare einhalten! Öffentlich geförderte Projekte müssen ihre Protagonisten fair entlohnen.
2. Förderrichtlinie umsetzen! Viel Wichtiges und Richtiges wurde vom Stadtrat schon beschlossen, jetzt müssen Taten folgen.
3. Strukturen stärken! Die bestehenden Institutionen arbeiten am Existenzminimum.
4. Räume sichern! Die Gentrifizierung frisst Freiräume für Kultur.
5.  Resourcen aufbauen! Die Selbstorganisation der Szene ist überlebenswichtig.

Es ist schlichtweg kein Zustand, dass Leipzig sich als junge, kreative und kulturell aufblühende Stadt vermarktet, aber diejenigen, die für diesen Ruf täglich arbeiten, mit Brosamen abspeist. Kulturstart, aber einkommensschwach. Das ist die Realität, und die muss sich ändern. Die Moritzbastei engagiert sich  in der Initiative L+K und unterstützt die Kampagne.

Ausführliche Informationen finden sich auf der Webseite der Initiative www.leipzigpluskultur.de.

Die Leipziger Volkszeitung hat auch schon erste Reaktionen der Politiker zu vermelden (zum Artikel).