Alle Artikel in der Kategorie “Lesebefehl

/ Autor: torstenreitler

Armin Zarbock Superspender

Armin Zarbock als fieser Lover in „Romantische Viecher“: wie immer absolut fesselnd! 😉
Foto: TheaterTurbine

Wahrscheinlich protestiert der Armin sofort, wenn er diese Überschrift liest – aber wenn’s nun mal so ist! Am morgigen 8. September lädt er schon wieder zur großen Spendenshow der Leipziger Improtheater-Szene auf die MB. „Sturm auf die Bastei“ heißt das Spektakel, und es wird sogar live gestreamt. (Tickets gibt es übrigens noch hier).

Armin ist der Moritzbastei seit vielen Jahren eng verbunden. Wenn wir uns recht erinnern, stand er zum ersten Mal 2005 beim Sommertheater der „InselBühne“ auf der Bühne bei uns. Die Figur des Knut Usch in der Komödie „200 Jahre tot“ war ein unvergesslicher Einstand und ist bis heute legendär unter MB-MitarbeiterInnen.

Jedenfalls war Armin einer der ersten und einer der engagiertesten Unterstützer*innen unserer Crowdfunding-Aktion „Zurück zur Kultur!“, mit der wir im Sommer über 30.000 Euro für unseren diesjährigen Kultursommer aufbringen konnten. Als freier Schauspieler ist er ja selbst direkt von all den Stückabsetzungen und Spielstättenschließungen betroffen, ganz zu schweigen von seiner mittelleichten Hypochondrie, die ja während einer Pandemie auch nicht gerade das ist, was man am nötigsten braucht! Trotzdem fragte er immer wieder nach, wie er sich einbringen kann in unsere Kampagne, auf welche Art man spenden könne…

Und jetzt also die Spendenshow morgen – auf Armins Einladung kommt die Creme de la creme der Leipziger Improtheater-Schauspieler*innen zusammen, um euch das Geld aus und der Moritzbastei in die Tasche zu befördern. Es wird hauptsächlich gesungen werden, Impro-Lieder und Musiker-Biografien nach Vorgaben des Publikums.

Wir freuen uns auf morgen und hoffentlich viele von euch. Und wenn ihr bislang noch keinen Grund gefunden haben solltet, für die MB zu spenden – einen besseren als Armin werdet ihr nicht finden.

/ Autor: torstenreitler

Alles ist offen

Das ist die aktuelle Situation: Die Moritzbastei öffnet wieder und bleibt gleichtzeitig geschlossen. Gastronomie, Kultureinrichtungen und Konzerthäuser dürfen ab 15. Mai 2020 wieder öffnen. Musikclubs und Diskotheken müssen geschlossen bleiben. Kontaktverbote bleiben bestehen, es gelten weiterhin strenge Hygieneauflagen. Was bedeutet das für die MB?

Ab Montag öffnet unser Café Barbakane wieder. Vorerst für das Mittagsgeschäft, vorerst wochentags von 11:30 Uhr bis 15 Uhr. Mit verkleinertem Angebot und in Minimalbesetztung. Wenn ihr uns die Bude einrennt – was uns die Freudentränen in die Augen treiben würde! – werden wir das Angebot Schritt für Schritt vergrößern, vor allen Dingen auf unseren Freisitz. Von Normalbetrieb sind wir natürlich trotzdem weit entfernt, bitte bringt etwas Geduld mit und Nachsicht. Unser Team muss sich auf die neuen Regelungen einstellen, wird das aber mit einem Lächeln für euch tun. 🙂

Ein regelmäßiger Veranstaltungsbetrieb ist auch nach den aktuellen Lockerungen nicht in Sicht. Besonders Konzerte und Partys, aber auch die für unser Betreibermodell ebenso wichtigen Vermietungen sind momentan nicht durchführbar. Unsere wichtigsten Einnahmequellen liegen weiterhin trocken. Kleinere Veranstaltungen, die wir normalerweise aus den Überschüssen der großen Veranstaltungen querfinanzieren, können wir nicht durchführen. Generell können wir derzeit nur tun, was zumindest keine Verluste produziert. Im Kulturbereich ist das selbst in normalen Zeiten nur wenig mehr als Nichts.

If you’re going through hell, keep going.

Aber wir kämpfen, und natürlich gilt das alte Churchill-Wort: „Wenn du durch die Hölle gehst, geh weiter!“ Unsere große Terrassenfläche bietet die Chance, auch unter den Hygienevorgaben Veranstaltungen durchzuführen. Momentan schreiben wir Konzepte, messen Abstände, kalkulieren Aufwände, reden mit Künstler- und Dienstleister:innen. Wenn es die Umstände, unsere Berechnungen (und das Wetter…) erlauben, dann starten wir am 6. Juni unsere Open-Air-Saison mit dem Song-Slam-Jahresfinale.

Das ist immerhin eine Hoffnung – aber eine mit vielen und großen Unsicherheiten. Selbst wenn unsere Pläne für open-air-Veranstaltungen aufgehen sollten, werden sie mit Auflagen, begrenzter Kapazität, Abstandsregeln und anderen Preisen einhergehen müssen. Wie ihr, unser Publikum, damit umgehen werdet, ist die nächste spannende Frage mit zentraler Bedeutung für die Zukunft der MB (und der Kultur, wie wir sie kannten, generell).

Überlebenswille und Unterstützung

Klar, wir geben nicht auf und nutzen alle Möglichkeiten, die sich bieten, um die MB durch diese schwere See zu lotsen. Wir haben ein Darlehen bei der SAB beantragt und sind zuversichtlich, eine Zusage zu bekommen. Damit stehen die Chancen gut, dass wir bis über den Sommer unsere laufenden Fixkosten (bei Nullbetrieb, ohne Löhne und Gehälter) bedienen können. Jede noch so zaghafte Öffnung, jede noch so kleine Veranstaltung ist aber zum Erfolg verdammt, um dieses Minimalziel nicht zu gefährden.

Deshalb sind wir weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Wir sind für jeden noch so kleinen Betrag dankbar! Wir sind darauf angewiesen. Deshalb hier auch ein dickes und großes DANKESCHÖN an alle, die uns bisher geholfen haben, indem sie einen MB-Gutschein, ein Corona-Ticket oder ein Livekommbinat-Soliticket gekauft haben oder eine Spende an die Stiftung Moritzbastei überwiesen. Danke auch an alle, die bei den Twitch-Partys, die unsere Technik-Kollegen Kevin und Twenty in ihrer Freizeit organisieren, gespendet haben. Ebensolcher Dank an das Team der MoreCore-Partys und alle, die bei deren Charity-Stream für die Clubs gespendet haben.

Moritzbastei-Crowdfunding und Streaming-Events

Aktuell bereiten wir auch eine Crowdfunding-Kampagne vor. Mit der könnt ihr uns nicht nur unterstützen, wir werden euch dafür einiges an Extras und Specials anbieten, für die es sich lohnen wird, das Portemonnaie zu öffnen! Außerdem dürft ihr euch auf besondere Streaming-Performances freuen, die viel mehr sein werden als Kultur ohne Publikum auf dem Laptop. Auch da werdet ihr die Möglichlichkeit haben, euren Spaß mit einer Unterstützung für die MB zu verbinden.

Und weil das so schön positiv und nach Vorfreude klingt, endet dieser Beitrag hier. Nehmt diese good vibrations mit in euren Alltag. Bis hoffentlich sehr, sehr bald!

/ Autor: torstenreitler

Wir leben noch. Vielen Dank!

Die erste Covid-19-Schockwelle ist über die Moritzbastei hinweggerast. Langsam kommen wir wieder zu Besinnung und überlegen, wie es weiter gehen kann. Zeit für ein kurzes Update und für ein herzliches Dankeschön an alle, die uns unterstützen!

Mit dem Dankeschön fangen wir an. Viele haben gefragt, wie sie „ihrer“ Moritzbastei in dieser unsicheren Zeit helfen können, und viele haben das auch tatsächlich getan! Knapp 3000 Euro sind bisher bei uns an Corona-Unterstützung eingegangen. Dafür danken wir euch aus tiefstem Herzen und mit einer demütigen Verneigung, denn viele von euch trifft diese Krise ja auch mit voller Härte.

Da ein Ende der Veranstaltungsverbote noch nicht absehbar ist, halten wir euch die Möglichkeit weiter offen, uns zu unterstützen. Ihr könnt:

Wir werden euch über die Höhe der eingegangenen Gelder auf dem Laufenden halten und euch auch mitteilen, wofür wir es verwenden.

Solidaritat in der Kunst-, Kreativ- und Clubszene

Die kreative Szene in Leipzig, die der Stadt im letzten Jahrzehnt weltweit Aufmerksamkeit und einen sensationellen Aufschwung beschert hat, droht durch die Covid-19-Beschränkungen schweren Schaden zu nehmen. Ihr habt es sicher mitbekommen: Clubs droht die Schließung, vielen Künstlern der Sturz in die Mittellosigkeit, die Kreativwirtschaft steht vor dem Kollaps. Da die Moritzbastei nicht im luftleeren Raum existiert, sondern in steter Wechselwirkung mit dieser kreativen und künstlerischen agiert, engagieren wir uns auch für die Belange der Kultur- und Kreativschaffenden.

Die MB ist aktives Mitglied im Zusammenschluss der Leipziger Clubs und Musikspielstätten, dem IG LiveKommbinat e.V. Über das LiveKomm-Soliticket könnt ihr die Leipziger Clubszene unterstützen. Mittlerweile sind 86.000 Euro von euch gespendet worden, und den ersten Clubs konnte von dieser Unterstützung aus existenzieller Not geholfen werden. Alle Infos zur IG LiveKommbinat, dem Club-Soliticket und der Situation der Clubs findet ihr auf www.livekommbinat.de
Über die Verteilung der Einnahmen des Solitickets entscheidet der LiveKommbinat e.V. demokratisch. Vorrangig sollen diejenigen Clubs unterstützt werden, die in akuter Gefahr sind.

Schon seit vielen Jahren engagiert sich die MB auch in der Initiative Leipzig Plus Kultur für die Belange der freien Szene, für eine gerechte und transparente Fördermittelvergabe seitens der Stadt und für eine offene und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und dem Kulturdezernat.

Gemeinsam mit dem Verband der Leipziger Kreativwirtschaft KREATIVES LEIPZIG e.V. haben IG LiveKommbinat und Leipzig Plus Kultur die Plattform www.dasistleipzig.de initiiert. Hier werden  alle Infos zu Förder- und Hilfsmöglichkeiten für die Kunst- und Kreativszene gesammelt, hier können Supportaufrufe zentral veröffentlich werden, hier bieten wir einen Überblick über alle Streamingangebote, die zur Zeit aus der Leipziger Kulturszene kommen. Wir haben auch einen wöchentlichen Krisenstab mit Kulturdezernat, Kulturamt und dem Amt für Wirtschaftsförderung ins Leben gerufen, an dem wir die Belange der Clubs, Künstler:innen und Kreativen vertreten und die Arbeit der Stadt mit unserem Fachwissen unterstützen.

Wie geht es in der MB weiter?

Das hängt von den konkreten Entscheidungen der sächsischen Landesregierung und der Umsetzung in Leipzig ab. Wir wollen natürlich so bald wie möglich wieder regulär öffnen und arbeiten dafür im Hintergrund. Großveranstaltungen wie das WGT oder auch unsere wöchentlichen Partys, werden bis über den Sommer nicht stattfinden können. Damit können wir auch keine Gewinne erwirtschaften, um kleinere oder kostenintensive Veranstaltungen zu subventionieren, wie zum Beispiel Theaterproduktionen, Ausstellungen, Lesungen, Konzerte mit noch unbekannten Bands oder Nischenprogramme. Es wird unsere größte Herausforderung sein, die Wiedereröffnung der Moritzbastei so auszubalancieren, dass wir ohne Netz und doppelten Boden Wirtschaftlichkeit und unseren kulturellen Auftrag gleichermaßen gerecht werden. Dafür werden wir alle Kraft, das Engagement unserer Mitarbeiter:innen und unseres großen studentischen und freiberuflichen Teams benötigen,  wahrscheinlich einen staatlichen Überbrückungskredit und die Treue unseres Publikums brauchen!

Das verordnete Nichtstun schmerzt mindestens genauso, wie die wirtschaftlichen Einbußen. Sobald es uns möglich ist, werden wir wieder loslegen, vorerst hinter den Kulissen. Dann informieren wir euch auch darüber, wie der Sommer auf der MB aussehen wird, ab wann es wieder einen Café- und Kneipenbetrieb geben wird, was mit dem Sommertheater, der Fahrradrallye, dem Leipzig Pop Fest, unserem Freisitz, dem Sommerkino passiert.

Wir halten euch also auf dem Laufenden, bleibt gesund und der Moritzbastei gewogen!

/ Autor: torstenreitler

Gute Sache. Gute Sachen.

3004-Moritzbasar
Es fliehen Menschen nach Deutschland. In Medien und Gesprächen werden Superlative bemüht, es fallen Vokabeln wie „Krise“ oder „Katastrophe“. Geht man durch die Straßen seiner jeweiligen Stadt, stehen die meisten Gebäude dann noch; Strom, Wasser und W-Lan-Empfang sind vorhanden und der Alltag geht seinen gewohnten Gang. Wo sind die Probleme?

Die Probleme gibt es. Sie sind in den allermeisten Fällen ganz profan und eine der führenden Industrienationen der Welt sollte sich schämen, bekäme sie diese nicht in den Griff. Menschenwürdige Unterbringung und Versorgung, Hilfe bei der Eingewöhnung, soziale Bindung für Menschen ermöglichen, die mit Deutschland Sicherheit und Hoffnung für ihre Zukunft verbinden (womit eine zentrale Vorstellung vieler Abendlandbewahrer von unserem Land gemeinsam haben. Oder?).

Weil viele aus dem Team der Moritzbastei dabei mithelfen wollen, die neue gemeinsame Gegenwart mit den Menschen, die zu uns geflohen sind, zu gestalten, haben wir vergangenen Oktober die „Aktion 1+1“ gestartet. Dank zahlreicher Spenden von unseren Gästen und MitarbeiterInnen sind 1233 Euro zusammengekommen, die wir als Moritzbastei auf 2466 Euro verdoppelt haben. Dafür haben wir gekauft und an verschiedene Träger der Erstaufnahmeeinrichtungen (Sachspendenzentrale, Ernst-Grube-Halle) übergeben:

Lebensmittel für ca. 1070 Euro,darunter:
Obst, Gemüse, Milch, Babymilch, Fladenbrot, Sesampaste, Süßigkeiten, Olivenöl…

10 Spiralblöcke A4 kariert
10 Spiralblöcke A4 liniert
5 dicke Mandala-Malblöcke
5 Pckgen Filzstifte (60er)
24 Federmappen komplett bestückt
23 Füller
plus Stifte u. Papier f. ca. 100 Euro
100 Einwegrasierer
20 Dosen Rasierschaum
1314 Windeln
plus Hygieneartikel f. ca. 220 Euro
5 Holz-Wackeltürme (Spiel)
6 große Spielesammlungen
5 Badminton-Sets
4 Mini-Badminton-Sets f. Kinder

Eine Großspende der Moritzbastei. Mit dabei Badmintonsets, Windeln, Decken und noch viel mehr. Zudem eine Überraschung, die zu unserem nächsten Flohmarkt zum Einsatz kommen wird. Danke!

Posted by Sachspendenzentrale Leipzig on Mittwoch, 17. Februar 2016

Damit sollte die (so genannte) Flüchtlingskrise jetzt ein für alle Mal gelöst sein. Nicht.

Deshalb geht es weiter. Am 30. April (an diesem Samstag findet auch das traditionelle Festival „Leipzig. Courage Zeigen!“-Festival auf dem Marktplatz statt) veranstalten wir auf unserer Terrasse den ersten MORITZ.BASAR . Gute Sache. Gute Sachen! Notiert euch schon mal den Termin, alle Details erfahrt ihr noch über unsere Homepage, Facebook, Newsletter…

 

 

/ Autor: torstenreitler

Es ist Kultur, aber (Pt.2)

In loser Folge widmen wir uns dem Themenkomplex Kultur/wirtschaft. Ist schließlich unser Daseinszweck: Wir machen Geld zu Kultur.

Taylor Swift, anybody? Die digitale Revolution kennt Gewinner und Verlierer. Plattenkonzerne performen gerade den Wandel vom Loser („Alle streamen unseren Katalog für lau!“) zum Winner („Alle streamen unseren Katalog für lau!“ 10 Euro im Monat! Aber wir kassieren die Streamingdienste ab und verdienen daran, dass die Streamingdienste den Musikern nur 0,0007 Cent pro Stream auszahlen!).
Das Leipziger Label Analogsoul hat dazu auch eine Meinung und keine Lust auf die Geschäftsgebaren von Birnle, weshalb sie schreiben: „Wenn von analogsoul vorerst keine Musik bei Apple Music verfügbar sein sollte, wisst ihr wieso.“

Berthold Seliger schreibt in seinem Blog (Eintrag vom 15.6.2015), dass die großen Plattenlabel jahrelang ihre Künstler um Tantiemen aus dem Downloadgeschäft betrogen hätten. Universal zahle jetzt, nach einem Gerichtsurteil, immerhin 15 Prozent der Tantiemen an die Urheber. Denen aber laut Gesetz 50 Prozent zustünden.

Wären Clubs Streamingdienste, würden ihre Gäste pro Monat 10 Euro bezahlen und dürften dafür jedes Konzert im Club besuchen. Klingt unrentabel? Die Musiker würden  pro gespieltem Song 0,0007 Cent Gage bekommen, wie Geoff Barrow von Portishead nach ausgiebigem Studium seiner Tantiemenschecks von apple, youtube und spotify feststellte. Sie bräuchten also nur ein Set mit 1429 Liedern zu spielen, um einen Cent zu verdienen. Die restlichen 10 Euro teilen sich der Club, die Gema und die Konzertagentur.

Mal sehen, wie lange wir sowas unter Quatsch verbuchen.

/ Autor: torstenreitler

Es ist Kultur, aber. (Pt.1)

„Die Moritzbastei Betriebs GmbH  schafft durch solides Wirtschaften die Voraussetzung, den Stiftungszweck der Stiftung Moritzbastei zu erfüllen. Zweck der Stiftung ist die Erhaltung der Moritzbastei als historisches Bauwerk und als Forum kultureller Begegnung im studentischen und akademischen Leben von Leipzig.“

Das ist in zwei Sätzen unsere Daseinsberechtigung und unser Unternehmenszweck. Wir machen Geld zu Kultur.

Deshalb gilt allem unser Interesse, was im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Kunst und Kultur passiert. In loser Folge geben wir euch hier Gedankenfutter und unseren Senf dazu. Heute:  Mitarbeitereigentum, Metalurlaub, Konsumterror.

Die New York Times berichtet, dass die Angestellten der Firma Moog zu 49% Mitinhaber des Unternehmen sind. Interessant deshalb, weil Moog zu den Synthesizern gehört, die seit den 1960 den Sound aller Spielarten elektronischer Musik mitbestimmen. Und weil es interessant zu beobachten sein wird, was so ein Umstand mit Angestellten macht. Taugt Moog als Beispiel für eine soziale Utopie? Sind Angestellte am Ende die besseren Kapitalisten? Oder ist das alles ziemlich unspektakulär, wie der SPIEGEL demonstriert?

Heavy-Metal-Fans mögen (für manche) furchterregend aussehen. In Wirklichkeit sind es aber zahme Kätzchen, denen nichts ferner liegt, als Bürger zu erschrecken. Bürger sind sie schließlich selbst, und die müssen sich auch mal erholen. Zum Beispiel auf Kreuzfahrt. Oder im Skiresort.
Die Süddeutsche zitiert Wacken-Chefverkäufer Charly Hübner, man mache „ein Angebot wie jeder andere Dienstleister auch. Und jeder kann sich dafür oder dagegen entscheiden, ganz einfach.“
Die Zukunft des Rock’n’Roll ist ein Seniorenresort.

Zuletzt ein Video aus Leipzig, bei dem schon der Ort des Geschehens wie die Faust auf’s kulturkritische Auge passt: HIT-Markt. Man darf darüber diskutieren, ob und unter welchen Umständen die Teilenteignung eines Konsumtempels ein revolutionärer Akt sein kann und warum so etwas nie nach einem Straight-Edge-Konzert passiert, sondern immer nach einem HOLI-Festival mit Alkohol, Drogen und sexuellen Missverständnissen. Die Idioten sind übrigens immer die anderen.

 

/ Autor: torstenreitler

Das kommt uns bekannt vor

Zum Sommerfest des MB-Teams gibt es traditionell ein T-Shirt mit mehr oder weniger klugem Slogan drauf, der den Moritzbastei-Alltag zwischen hunderten Partys, Konzerten und Einmietungen im Jahr wiederspiegelt. Heißer Favorit für dieses Jahr war der Spruch: „Spaß kann auch Arbeit machen!“

Zum Thema: „Party = Arbeit = Spaß = Geht’s noch?“ fand Ende Mai das Event „The Amplified Kitchen“ im Berliner Club ://about blank statt. Lesenswert, für Clubbetreiber ebenso wie für deren Gäste. Gesprächsteilnehmer waren die Kollegen Tanja Kreisz, Michael von Fischbach, Judith Apt und Jan Barich, der viele Jahre das Conne Island mitbetreute.

Zum Artikel.

 

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/ Autor: torstenreitler

Leistungsbereit wischen Konsum und Kontrolle

Die Gesellschaft verändert sich, die Umbrüche des digitalen Zeitalters werden auch in der Kulturszene spürbar. Wir haben drei Lese- und Hörempfehlungen zum Thema für euch.

Leipzig feiert sein 1000-jähriges. Glückwunsch, weiter so. Glaubt man der LVZ aktuellen Stimmung in der Stadt, kann sich Leipzig auch auf eine rosige Zukunft freuen. Weil immer mehr Menschen daran glauben, dass in Leipzig noch etwas möglich ist. Wachstum, nicht nur, aber auch bei den Immobilienpreisen.

Selbst Stanislaw Tillich ist begeistert und bezeichnet Leipzig als Modellstadt. Es sagt eben auch etwas über die aktuellen Entwicklungen in der Stadt, wenn ein, nein der Vertreter der sächsischen Verhältnisse, unser CDU-Landesvater,  die Stadt derartig lobt: „In der Stadt trifft das zusammen, was mir als Bild von Sachsen vorschwebt. Leistungsbereite Menschen, die Mut haben,etwas Neues auszuprobieren, innovative Unternehmen, eine gute Hochschul- und eine reiche Kulturlandschaft. Das ist die Mischung, die Leipzig ausmacht.“? (LVZ, 29.5. 2015). 

In Sachen Kultur halten wir Augen und Ohren offen. Den „Mut, etwas Neues auszuprobieren“, spürt man überall. Am meisten dort, wo es um Geld geht. Egal, ob staatliche Kultursubventionen, Ticketmarketing, Festivals oder die Clubszene – überall geht es darum, wirtschaftliche Effizienz als obersten Maßstab für Erfolg anzulegen und wahlweise Geld zu sparen oder zu verdienen.

Wie die Zukunft der Kultur aussehen soll? Jens Balzer von der Berliner Zeitung befürchtet die Vollendung von „Konsum und Kontrolle“, Konzertveranstalter und Publizist Berthold Seliger mahnt an, dass Kunst eine Haltung verkörpern sollte und bei Radio Mephisto haben vergangene Woche Vertreter der Leipziger Club- und Labelszene über den Stand der Dinge in Leipzig diskutiert.