Kommentare 0
/ Autor: torstenreitler

Improvisation als Kunst

Immer Ende März/Anfang April kamen dann jährlich vielversprechende junge Musiker:innen aus allen Teilen des Landes zusammen, um sich kennenzulernen, sich live zu beweisen und sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Festival war also von Beginn an ein „Showcase-Festival“, auch wenn dieser Begriff damals noch nicht gebräuchlich war. Einen Preis im Sinne eines Wettbewerbes gab es nie.

Stabiler Insidertipp

Über die Jahre war das Interesse am Festival konstant, wenn auch als Insidertipp. Die Anzahl der eingehenden Bewerbungen schwankte zwischen 30 und 70 pro Jahrgang, die drei Festivaltage waren mal ordentlich besucht und immer wieder auch ausverkauft. Kuratiert wurde das Festival fast ein viertel Jahrhundert lang durch Bert Noglik, der als Journalist und Jazzexperte für die Qualität des Festivals bürgte.

Unter den Teilnehmenden waren unzählige Musikstudent:innen der bundesdeutschen Hochschulen, aber hin und wieder auch Künstler und Künstlerinnen, die ihre kommende Meisterschaft schon andeuten konnten. Cornelius Claudio Kreusch, Niels Wogram, Hayden Chrisholm, Winnie Brückner, Oliver Schwerdt, Johannes Bigge, Julia Kadel, Philipp Scholz und einige heute etablierte und anerkannte Jazzmusiker:innen standen im Rahmen des Festivals auf der Bühne der Moritzbastei.

Mehr Showcase, mehr Vernetzung

Im Lauf der Jahre hat sich natürlich vieles geändert, und mit neuen und jungen Macher:innen hinter den Kulissen finden sich jetzt auch neue Elemente im Festival wieder. Der neue Name „jazz talentZZ“ und das neue Erscheinungsbild sind sind die augenfälligsten, zusätzlich zu den traditionellen Konzertabenden wird es zwei Workshops geben, die sich an die teilnehmenden Musiker:innen und Interessierte wenden. Insgesamt soll das Bundesweite Jazznachwuchsfestival attraktiver für junge Künstler:innen werden, der Showcase- und Netzwerkgedanke stärker betont werden.

Der Jahrgang 2019/20 begann jedenfalls vielversprechend, die Zahl der Bewerbungen war gut, ebenso die Qualität der Einreichungen. Für die Konzerte wurden Projekte aus Leipzig, Mainz, Weimar, Hannover, Frankfurt/M., Hamburg und München ausgewählt. Die stilistische Bandbreite ist groß, der Mut zum Eigenen und Experimentellen sichtbar.

Es würde sich also lohnen, neugierig zu sein und Anfang April in die Moritzbastei zu kommen. Erstmals bieten wir zu den Tagestickets auch einen Festivalpass an, den es nur im Vorverkauf (tixforgigs.com) zu kaufen gibt. Ob das Festival tatsächlich stattfinden kann, können wir momentan natürlich noch nicht sagen. Von unserer Seite spricht beim Schreiben dieser Zeilen nichts dagegen – das kann sich aber täglich ändern. Über alle weiteren Entscheidungen informieren wir euch auf der Facebook-Seite der Moritzbastei und unter www.jazztalentzz.de

Ansonsten gilt der alte Jazzerwitz: Zur Not müssen wir halt Improvisieren. 😉

Schreibe eine Antwort