/ Autor: luiset

22. Jazznachwuchsfestival – Die Vorgucker (1/3)

Das Musikgeschäft funktioniert genau so, dass unbekannte, dafür aber inspirierte junge Musiker ihre ungeheuer spannende Musik in einer fremden Stadt im Konzert vorstellen, und alle, alle kommen nicht.

Das Jazznachwuchsfestival geht zwar in seinen 22. Jahrgang, trotzdem ist es lange kein Selbstläufer. Jazz gilt ja gemeinhin als anstrengend; die breite Masse kennt vielleicht noch Louis Armstrong und Ella Fitzgerald, sie verschluckt sich auch nicht mehr, wenn neben dem Buffet adrett gekleidete Menschen Klavier und Saxophon bearbeiten. Aber freie Improvisation, Klangexperimente, Ausdrucksmittel jenseits des Radiopops oder dessen, was sich die Indiespießer Hipster unter „alternativer“ Musik vorstellen? Du liebe Güte!
Also muss der Prophet zum Berg kommen und sich was einfallen lassen, damit die Rocks ins Rollen kommen.

Genau deshalb stellen wir heute und an den kommenden Montagen bis zum Festivalbeginn am 4. April die auftretenden Projekte kurz vor. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, akkustisch wie auch optisch. In der Hoffnung, dass ihr euch dem Mut der MusikerInnen anschließt, neue Töne in euer Leben zu lassen.

Beginnen wollen wir mit dem Berlin-Dresden Trio „Lammel – Lauer – Bornstein“, den Mainzern „The Ropesh“ und dem Julia Kadel Trio (Berlin/Dresden).

„Lammel – Lauer -Bornstein“, das sind Andreas Lammel  am Piano, René Bornstein am Kontrabass und Florian Lauer am  Schlagzeug. Sie überzeugten die Jury mit musikalischer Offenheit. Das Bewusstsein zum traditionellen Jazz-Handwerk, sowie das Experimentieren mit modernen, offenen Klängen schaffen bei Lammel I Lauer I Bornstein eine innovative Umgebung, bei der alte Formen nicht verworfen, jedoch gezielt aufgebrochen werden. Sinn für das Jazz-Handwerk verbindet sich mit der Lust am Experimentieren mit offenen Formen. Überezugt euch selbst mit dem Lied Schneeweiß und Rosenrot.

Die fünf Musiker von “The Ropesh” haben sich durch die Zusammenarbeit in verschiedenen Gruppen und Projekten in Frankfurt und Mannheim zusammengefunden. Sie betrachten den modernen Jazz schräg von der Seite, durchsetzen ihn mit elektronischen Sounds und entwerfen gemeinsam facettenreiche Klangbilder. Und so sind wir sehr gespannt, wenn Lorenzo Colocci ( Flöte und elektronische Sounds), Marcus Franzke (Posaune), Apollonio Maiello ( Piano), Markus Wach (Kontrabass) und Mathis Grossmann (Schlagzeug) Eigensinn und Zusammenspiel in einem Konzert verbinden. Einen ersten Vorgeschmack ihres, im Mai erscheinenden Debütalbums mit dem schlichten  Namen „The Ropesh“, gibt es hier.

Auf der Suche nach einem persönlichen Klang kommt das Julia Kadel Trio über die einzelnen Stücke ins Gespräch. Die Kompositionen der Pianistin Julia Kadel schaffen Raum für freie Improvisationen und dichte Interaktionen.  Einzelne Stimmen treten hervor und wieder zurück, um sich schließlich miteinander zu verflechten. Musikalische Unterstützung erhält sie von ihren Bandkollegen  Karl-Erik Enkelmann am Kontrabass und Steffen Roth am Schlagzeug. Auf ihrer Seite bei bandcamp stellen sie ihr Stück „Weit weg“ vor.

Nächste Woche geht es dann weiter. Wir hoffen, ihr freut euch schon so vor, wie wir das tun!

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