/ Autor: torstenreitler

Was macht eigentlich… die MB-Homepage.

Erinnert sich noch jemand an die gleichnamige Serie auf der letzten Seite des Stern? Prominente, die kürzer oder länger aus dem medialen Fokus verschwunden waren, wurden über ihr aktuelles Befinden befragt. Manche waren so lange verschwunden, dass man die Frage eigentlich hätte anders stellen müssen, nämlich „Wer ist eigentlich…“

Im Moment überarbeiten wir den Webauftritt der Moritzbastei. Aufgrund einer Pressemeldung über die Künstlergruppe famed, die den „Kunst am Bau“-Wettbewerb der Höfe am Brühl gewonnen hat, stieß ich auf Kilian Schellbach. Der Leipziger Medienkünstler war 1999 einer der beiden Programmierer und Layouter der ersten Internetpräsenz der Moritzbastei. Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Tamasz Szakal (hier ein Link zu seinem Projekt dragontape ) nahm er die MB bei ihren ersten wackeligen Schritten ins world wide web bei der Hand. Bis 2004 wurden die Besucher der MB-Website mit einem schwarzen Bildschirm und einer minimalistischen GIF-Grafik begrüßt. Danach öffnete sich ein kleines Popup-Fenster mit ebenso minimalistischen Informationen zu Veranstaltungen und der Moritzbastei allgemein. Man surfte noch über ISDN-Leitungen, Bilder waren aufgrund langer Ladezeiten geradzu tabu. Das Internet-Archiv (oh ja, sowas gibt es, ihr facebook-Exibitionisten!) hat die Startseite von 2000 übrigens für die Nachwelt gerettet. Also bitte: Anschnallen und die Zeitmaschine starten.

Man kann uns ja vorwerfen, was man will, aber mangelnde Beständigkeit sicher nicht. Nach den ersten fünf Jahren in schwarz begann dann die Ära der bis heute laufenden Website, übrigens gestaltet von der Agentur kocmoc.net und technisch bis heute realisiert durch 1000grad digital (deren Geschäftsführer Mitte der 1990er zu den Gründern und Betreibern der Distillery gehörten, das nur am Rande).

Das Jahr 2004 ist für das Internetzeitalter vergleichbar historisch wie die Römerzeit; dass unsere Seite trotzdem sowohl ästhetisch als auch funktional bis heute ihre Pflicht tut, sei den damaligen Schöpfern darum ebenso hoch angerechnet wie den antiken Baumeistern. Deren Aqädukte würden auch heute noch ihren Dienst verrichten können, aber wir sind doch nicht unglücklich darüber, dass zwischenzeitlich das Wasser auf anderem Wege zu uns kommt.

Darum schrauben und basteln wir heftig am Relaunch der MB-Webseite. Es wird tatsächlich alles anders werden (außer der URL, haha). Noch ist alles auf geheimen Servern abgelegt, wo wir ab kommender Woche die Testphase beginnen. Zum Semesterstart Anfang Oktober werden wir die Seite „live“ schalten und hoffen natürlich, dass wir ähnlich lange erfolgreich mit ihr arbeiten werden wie mit den Vorgängerversionen. Erklärtes Ziel ist es, die Zahl der virtuellen Besucher in ähnliche Höhen zu schrauben wie die Zahl derer, die zu unseren Veranstaltungen und gastronomischen Angeboten kommen. Und das sind immerhin mehr als 300.000 Menschen im Jahr. Soviel fehlt da zwar nicht mehr – 2011 hatten wir etwa 285.000 visitors auf unserer Website – aber auch hier gilt die alte Weisheit: Nach oben zu kommen ist schwer. Oben zu bleiben ist schwerst.

Damit seid ihr im Bilde. Niemand soll sagen, er hätte von nüscht gewusst!

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