/ Autor: torstenreitler

Trans Europe Halles Meeting 71

Es war wieder soweit: Das europäische Netzwerk kultureller Zentren traf sich im Creative Center Carnation (CCC) im estnischen Tartu zum 71. Treffen. Nachdem das vorangegangene Treffen im September 2010 bei uns in Leipzig zu Gast war, freuten Katrin, Aiva und meine Wenigkeit sehr, diesmal entspannt einfach nur Gäste sein zu können. Die wichtigsten beiden Themen waren der Start von Engine Room Europe und die Wahl eines neuen Vorstandes von TEH. Im folgenden gibt es einen Bericht und tonnenweise Fotos.

Die Anreise nach Estland war tagesfüllend – nach Start 9 Uhr in Leipzig mit Stationen in Berlin und Riga kamen wir gegen 22.30 Uhr auf dem Flugplatz Tartu an. Zwei Flüge mit Propellermaschinen und ein Stadtbummel durch Riga, wo wir erstaunlicherweise in einem original französischen Bistro pausierten und den Bremer Stadtmusikanten begegneten. Die ersten Bilder sind in der lettischen Hauptstadt aufgenommen worden.

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Am späten Nachmittag ging es weiter gen Norden, aus Lettland nach Estland. Der Blick aus dem Fenster zeigte endlose Landschaften, über die Ufer getretene Flüsse und eine teilweise noch überfrorene Ostsee. Die untergehende Sonne war so freundlich, den Anblick in ein romantisches Orange zu tauchen, bevor wir Tartu bei Nacht erreichten. Der Flughafen ließ die Frage aufkommen, ob hier mehr als zwei Flüge pro Woche ankommen. Es sind mehr als zwei am Tag, der erste Eindruck täuschte.

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Das Treffen verlief in sehr entspannter Atmosphäre (bis kurz vor Schluss), auch wenn es viele Dinge zu tun gab. Das Projekt Engine Room Europe, für welches das Kulturprogramm der Europäische Kommission immerhin 960.000 Euro in drei Jahren zur Verfügung stellte, wollte angeschoben werden. Außerdem will eine neue Strategie ausgearbeitet werden, wie in Zukunft neue Mitglieder gewonnen bzw. aktuelle besser einbezogen werden können.
In den Pausen gab es Essen, welches aus allem Möglichem mit Hackfleisch bestand. Vegetarier mussten lange leiden („We Estonians are known to eat everything“), dafür waren glutenfreie Speisen in Mengen vorhanden. Klarer Höhepunkt der Verpflegung war allerdings der tägliche Kuchen – Bleche voll unglaublicher Kreationen aus Teig, Sahne, Früchten und Puderzucker. Hmjam!

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Nach der Führung durch das Creative Center Carnation nutzte ich die Gelegenheit für einen fotografischen Streifzug durch die Druckerei, welche das Herzstück des Zentrums darstellt. Ein Paradies für Detailverliebte wie mich!
Das CCC verfügte noch über eine Papierwerkstatt (auch davon gibt es Bilder), eine Schneiderei, einen Clubraum und einen riesigen Ausstellungsraum. Viel Platz zum Tischtennisspielen, worin Aiva Katrin und mir dank intensiven Trainings mit den MB-Pauschis klar überlegen war.

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Nach einem Abend mit etwas gewöhnungsbedürftigen Performances (ein 14-jähriger Junge verteilt Pralinés aus einem schwarzen Karton und Ernest ein Branding (!) in Herzform ans Publikum) und einem Besuch in einer alten Villa, die das Zentrum für Kreativwirtschaft Tartus beherbergte folgte am Samstag die Vollversammlung von Trans Europe Halles. Nach einer heftigen Diskussion darüber, ob der Vorstand aus 8 oder besser 7 Mitgliedern bestehen sollte und der Forderung, den Vorstand geschlechterparitätisch zu besetzen, wurde schließlich gewählt. Die acht Mitglieder des neuen Vorstandes sind: Erik Bakker (Melkweg, Amsterdam), Ada Arduini (Interzona, Verona), Dušica Parezanovi? (Rex, Belgrad), Camille Dumas (Mains d´oeuvre, Paris), Stuba Nikula (Kaapelitehdas, Helsinki), Matti Kortelainen (Mejeriet, Lund), Auro Foxcroft (Village Underground, London) und Torsten Reitler (Moritzbastei, Leipzig).

Am Sonntag schließlich eine zweistündige Busfahrt nach Tallin, wo wir einen Stop an der Kulturfabrik Polymer einlegten. Leider brachte uns der Bus nach nur einer Stunde zum Flughafen, so dass wir von Tallins berühmter Altstadt praktisch nichts zu Gesicht bekamen. Dafür aber fast drei Stunden auf dem Flughafen verbrachten, unser Flug wurde verschoben.

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Gegen Mitternacht kamen wir schließlich wieder heil in Leipzig an, um müde und um einige Erfahrungen reicher in unsere Betten zu wanken. Wir haben einige neue Aufgaben mitgebracht. Die größte wird sein, uns ins Personaltauschprogramm von Engine Room Europe einzubringen. Die etwas kleinere, die Wand vor unserem Akkustiklager neu zu tapezieren mit den Plakaten der TEH-Zentren.

Das nächste Treffen ist übrigens Ende Oktober im TNT in Bordeaux.

1 Kommentar

  1. Tolle Bilder!
    Vor allem die glubbschäugigen, armlosen Monster haben´s mir angetan.
    =)

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