/ Autor: torstenreitler

Das Wort zum August

Ha! Sowas nennt man im Marketingsprech Kundenbindung. Ihr kriegt hier nämlich ein Wort zum August, obwohl im August gar kein Programmheft der Moritzbastei erscheint.

Nein, mir ist nicht langweilig.

Diesmal geht es um die gute Tat, sein Geld auszugeben.

Geld ausgeben macht glücklich. Bei Weisheiten, die sich mit dem Thema Geld beschäftigen, sollte man immer sehr vorsichtig sein. Aber das Wort vom Glück, dass nur erlangt werden kann, wenn man es verschenkt, ist so universal, dass der Zweifel diesmal gerne zu Hause bleiben darf. Nebenbei ist diese Formel auch das „Sähe, und Du wirst ernten!“ des Kapitalismus. „Kauf, und Du wirst verdienen!“

Leider war der Kapitalismus von der ersten Minute an in den falschen Händen. Darum ist er zwar ein weltweites Erfolgsmodell geworden, aber wie man an Dieter Bohlen schön sehen kann: Erfolg bedeutet meist nichts Gutes. Denn das mit dem „ausgeben“ konnte sich leider nicht durchsetzen. Noch schlimmer, es ging im Laufe der Jahrhunderte einfach verloren. Übrig blieb der Irrglaube „Geld macht glücklich“. Und diesem Schwindel fehlt mehr – viel mehr! – als das Verbum „ausgeben“.

Dabei ist es so einfach zu verstehen: Geld auf dem Konto ist unnützes Geld. Es richtet nur Schaden an. Verleitet kleine Sparkassenangestellte zum Zocken mit koksnasigen Schnöseln, bei dem sie nichts gewinnen können. Außer auch einer Koksnase.

Befreit man die Pekunien dagegen und lässt sie wirken und walten mit Bedacht, ja dann bringen sie Wohlgefallen auf Erden! Was kann ein guter Lohn nicht alles ausdrücken: Respekt für eine wohlbereitete Mahlzeit, ein gut gelungenes Werk, eine sinnvoll vollbrachte Tat! Im Sparstrumpf mutiert das im Gelde wohnende Glück nur zu Geiz und Gier. Wenn daraus Zeitgeist wird – bitte mal aus dem Fenster schauen – dann ätzt es an allen Ecken: „Wir müssen sparen!“ Aus Altruismus wird Aldiismus, aus wollüstigem Konsum geiler Geiz. Geiz, dieser monetäre Porno, auf dem sich Angsthasen und Kleingeister einen runter holen.

Schreibt es endlich ins Grundgesetz: Überschuss am Monatsletzten ist asozial! Sparen ist Mord an der ungekauften Schöpfung! Niedrigpreise verstoßen gegen die Menschen-, Rohstoff- und Produktwürde! Dann wird Nehmen endlich genauso selig wie Geben. Nur das Haben wird verpönt sein. I have a dream…