/ Autor: rick

Burn down the disco!

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DJ-Beschimpfung ist ja ein sehr beliebter Sport geworden. Und aus sehr vielen Gesprächen mit sehr vielen DJs und ebenso vielen Gesprächen mit ebensovielen Disko-Gängern weiß ich, daß es oft ein tiefes (und gerne auch gepflegtes) Unverständnis zwischen beiden Gruppen gibt. Aber es gibt so Dinge (in neudeutsch: „no gos“), welche unmöglich unkommentiert bleiben dürfen und eben leider auch Folgen haben.

Und während ich noch so sinniere, ob das Leben immer vernünftig sein muss, erfahre ich, daß ein Gast der Moritzbastei einen DJ der derselben Location als „Mongo“ bezeichnet hat. Dieser „Gast“ hat das nicht einfach nur gesagt – nein, er hat´s auf einen der Zettel geschrieben, welche „eigentlich“ für die Musikwünsche da sind.
Diese Zettel sind auch schon seit ewigen Zeiten das Schlachtfeld, auf dem der Kampf Gast vs DJ tobt! Bislang ohne Sieger oder Verlierer. Das ist jetzt irgendwie anders.

„Verschiedener Meinung sein“ ist das eine; Beleidigungen auf Nazi-Niveau sind das andere.

Wer also in der MB einen Musikwunsch hat, wird angehört werden (so er dem DJ auch nur einen Rest an Respekt entgegen bringt). Und wer abläuft oder blöd angequatscht wird, der darf und sollte Kritik üben! Wer sich aber verhält wie der bummelletzte Wichser, Andere beleidigt auf dem geistigen Niveau eines Dorfteichs und dann noch nichtmal die Eier hat, das Auge in Auge zu tun, der sollte kacken gehen. Der Song würde zwar ganz schön holprig klingen, aber Morrissey hätte ja auch singen können „or provincial towns you jog ‚round / hang the guest, hang the guest, hang the guest“

Epilog: Leider werden jetzt nicht mehr auf allen Floors bei ALL YOU CAN DANCE Wünsche angenommen. Und ich kann´s verstehen.

7 Kommentare

  1. da haste recht – leider ists mittlerweile wirklich volkssport respektlos zu agieren – ich leg ja im flowerpower auf & da ists oft ähnlich – vorallem von jungen zugedallerten menschen wird ihre nichterziehung lautstark und unter der gürtellinie zelebriert – das zieht sich leider durch viele schichten des gesellschaftlichen lebens – RESPEKT wäre so einfach – ist aber so uncool – manchmal fragt man sich wirklich warum man für solche flachzangen arbeitet….

  2. locke

    sehr guter beitrag. ich lege ja auch schon seit ein paar monden auf und habe ähnliches auch schon oft erleben dürfen. respekt wäre wirklich schön und wünschenswert!

  3. Naja,… Rick. Schlimme Sache das, aber dein Artikel dazu – uhuh: Beleidigungen mit Beleidigungen zu kontern, nein, da wird es wirklich keine Sieger geben.
    Dort wo ich her komme und wo wir wirklich feine Feste gefeiert haben, war der DJ in der Lage sich an sein Publikum anzupassen (ohne Musikwünsche) – Der DJ braucht, meiner Meinung nach, nicht nur gute Ohren, sondern auch gute Augen. Und sein wir ehrlich:
    Wer Zetteldiskos veranstaltet, der brauch sich nicht zu wundern, wenn sich die Leute mit den Papierfetzen die Ärsche abwischen.
    Das aber nur am Rande – jetz zu Josis Beitrag, die hat Stil und kann malen.

  4. jenny

    ich kann leider nicht beurteilen, obs generell schlimmer geworden ist mit der respektlosen behandlung von uns dienstleistern (dj, garderobe, service, bar und wer sich sonst noch dazuzählen mag). aber ich glaube und hoffe trotzdem, dass die netten, respektvollen oder zumindest höflichen gäste überwiegen.
    klar hat man manchmal echt ein paar dicke dinger dabei. das dümmste was mir grad so einfällt, ist, dass einem garderobenmenschen bei uns mal gewünscht wurde, er solle „an aids verrecken“.
    wenn einem sowas widerfährt, passiert es leider oft, dass diejenigen gäste, die einem gar nichts böses wollen, dann drunterleiden, weil ein blödmann einem den ganzen abend versaut hat. da hilft es dann wieder sich zu sagen, dass man ja für die normalen gäste arbeitet und deren dienstleister ist. aber auf die idee kommen, auf einmal keine getränkewünsche mehr anzunehmen oder auf einmal keine jacken mehr rauszugeben, würde ich nicht. das ist vielleicht nicht sinn der sache und man tut vielen gästen unrecht, denke ich.

  5. Sara

    â??How, how … much can you swallow?â??
    Das könnte man auch singen und es gibt Dinge, die passieren, bei denen kann man nicht einfach schlucken und den Mund halten. Die DJ Beschimpfung ist so ein Ding. Irgendwann kommt jemand, der das Fass ganz einfach zum Ã?berlaufen bringt â?? und dann reichtâ??s.

    Wenn man weitersingt… â??How, how … much can you dare?â??
    Man bedenke die respektlosen Moralvorstellungen einiger Diskogäste, die sich feige auf kleinen Zettelchen auslassen und erahne die verletzten und wütenden Gefühle der DJâ??s.
    Dann bin ich der Meinung, ist es völlig legitim, dass Rick auch mal mit gleicher emotionaler Kraft eine ehrliche Provokation öffentlich wagt.

  6. Pingback: basteiblog | Das Weblog der Moritzbastei Leipzig » Hey DJ!

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