/ Autor: josephine

Großes Kino – wirklich wahr!

Zum heutigen Abend auf unserer Dachterrasse folgt hier mein persönlicher Ausgeh-Tipp: Persepolis gucken!

Der läuft zum letzten Mal in unserem Sommerkino.

Die oscarnominierte Verfilmung der beiden Comicromane von Marjane Satrapi ist eine überaus gelungene Mischung aus Biografie, Politkrimi und Kriegsdrama mit jeder Menge erhellendem Humor und Ironie. Ich stehe Comicverfilmungen prinzipiell ein wenig skeptisch gegenüber, hege vielleicht sogar den leisen Verdacht, die beiden Medien schließen sich irgendwie aus. Bildtransport hin oder her. Jedes hat seine Vorzüge, die nicht einfach so vom anderen nachvollzogen werden können.
Aber was Frau Satrapi hier geschaffen hat, ist meiner Ansicht nach eine mehr als gleichwertige Adaption ihrer eigenen Buchvorlage. Die Bildsprache des Films steht der Atmosphäre der Bücher in nichts nach und schafft es sogar, die Geschichte emotional zu erweitern: Tolle Überblendungen und überzeichnete Körpersprache der Figuren (da wo´s eben passt) – aber alles in der reduzierten Schwarzweiß-Optik der Comicromane, die ihrerseits bereits durch sehr stimmige Bildkomposition glänzten.

Manchmal ist man sogar mehr damit beschäftigt, sich mit der Wirkung der Bilder zu befassen als auf die Handlung zu achten (ok, das ging mir in den Büchern auch schon so, aber da kann man ja zurückblättern).
Und dann ist da natürlich noch die nicht zu verachtende Portion Geschichtswissen, welche man quasi nebenbei auf´s Auge bekommt. Wer es bisher verpasst hat, sich mit dem Thema „Iran in den 80er/90er Jahren und alles, was drum herum noch wichtig ist“ zu beschäftigen, bekommt die wichtigesten Eckpunkte der Entwicklungen sehr unaufdringlich, intelligent und menschlich vermittelt.

Bei Persepolis geht es jedoch um mehr als „eine Jugend im Iran“ oder bloße Vermittlung von geschichtlichen Sachverhalten. Der Film ist eine kluge Hommage an Zivilcourage und Anders-Sein, jugendlichen Leichtsinn, Integrität, Familie und die Hassliebe, die einen mit der Heimat verbindet, wenn man in Teheran aufwächst.
Los geht´s um 21.30 Uhr – der Eintritt kostet 4,- Euro.

Und morgen gibt´s dann um die gleiche Zeit Control. In diesem Zusammenhang möchte ich euch diesen großartigen Cartoon nicht vorenthalten, der mehr sagt als jede Rezension…

In Kategorie: Veranstaltungen

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