/ Autor: torstenreitler

Montagsdemos, Aprilausgabe

Ein launiger Abend war es, auch wenn der Gast wieder einmal kurzfristig improvisiert werden musste. Es gab wie immer sieben Bands zur Auswahl für das geneigte Publikum, die hier noch einmal ausführlich vorgestellt werden sollen. Dazu noch Wissenswertes über Anderweitiges, Tinten und Toner zum Beispiel.

Gehen wir einfach wieder der Reihe nach vor:

Kandidat 01 waren Portmanteau aus Weilheim. Weilheim? Genau, Weilheim. Instrumental, elektronisch, geschmeidig. Erinnerte an Tonspuren, auf die The Notwist vergessen haben, einen Gesang zu legen. Bis ins Halbfinale schafften es die beiden locker.

Kandidat 02 kam aus Berlin und schickte schon mal ein tolles Bandphoto ins Rennen. Die Damen im Raume jauchzten auf, wahrscheinlich eher belustigt als beeindruckt. Aber wer weiß das schon? Josi monierte das nachlässige Tragen des Gürtels beim Kollegen links vorn und meiner Meinung nach läuft rechts Roger Cicero in dünn. The Baby Universal scheiterten ebenfalls im Halbfinale.

Kandidat 03 war die Schweizerin Laure Betris mit ihrem Projekt Kassette. Josis stiller Favorit, ich hielt sie im Vorfeld für typisches „Kanonenfutter“. Aber unser Publikum war heute irgendwie nicht so progrockig drauf wie sonst – Kassette schaffte es ins Finale! Tolles Photo übrigens, auch.

Kandidat 04 scheiterte ohne den Hauch einer Chance in der Vorrunde. Dabei spielen in der Gruppe Favorit nur alte Showbizz-Hasen. Vielleicht ist aber die Zeit des Sturm und Twang auch ein wenig vorbei, gleichwohl die Herren in Sachen Bandphoto auf jeden Fall in der ersten Liga spielen.

Kandidat 05 erging es nicht viel besser. Dabei war ich mir im Vorfeld absolut sicher, dass The Season Standard heute abend das Rennen machen würden! Matherock aus Berlin und lange Bärte im Gesicht, eigentlich eine unfehlbare Mischung für unsere Show. Aber: nix war. Gleich in der Vorrunde raus, irgendwie war heute alles anders.

Kandidat 06 hatte auch wenig Glück beim Publikum. Mir waren Popular Damage durchaus sympathisch, auch der Infotext mit dem IKEA-Bezug traf meinen Humor. Aber für elektronische Tanzmusik war gestern irgendwie der falsche Tag. Aus in der Vorrunde.

Kandidat 07, ihr ahnt es bereits, sollte der Finalist Nummero zwei werden. Die Luxemburger von Miaow Miaow hatten mit Abstand das fluffigste Bandphoto, die Musik hatte genug Drive, um die anderen Mitbewerber auf Distanz zu halten. Im Finale selbst allerdings waren eher die ruhigen Töne gefragt,

was soviel heißen soll, dass

KASSETTE

am Ende die Nase deutlich vorn hatte und somit unsere Finalistin Nummer 4 geworden ist. Applaus, Tusch, Na Hoppla. Bei diesem Namen und unserem Logo kein Wunder, eh? Josi freute sich mit.

* * *

Kommen wir also zum speziellen Teil dieses Beitrags. Die Band Tinten und Toner aus Berlin wollte auch gerne in der Moritzbastei auftreten. Leider hat sie ihre Bandbio gereimt. Und das auch noch in einer sehr speziellen lyrischen Form… (ja ja, das war Absicht und „ironisch“, schon klar).
Nicht schlecht genug übrigens, um von ihrer Musik abzulenken.

Auch interessant: Die Jazzbanausen aus Chemnitz. Kann mal bitte jemand das Jugendamt anrufen und die Eltern vorläufig entmündigen? Danke.

Die richtige Einstellung haben Sramot aus der schönen Slowakei.
Zitat: „Es ist klar,das sie eine band ,die sie nicht kennen,nicht gleich angagiern wollen,aber trotz dem versuchen vier es wieder und wieder bis sie Glauben dass wir es ernst meinen.“
Die Musik ist dann doch eher sehr, ähm, slowakisch. Man möchte immerzu „Hubschraubereinsatz!“ rufen.

Die nächsten Montagsdemos dann übrigens am 26. Mai, wir freuen uns!