/ Autor: torstenreitler

Schein und Sein

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Beim Sichten und Bearbeiten der neuesten Konzertbilder von Detlev Endruhn überzeugte ich mich mal wieder selbst davon, wie wenig man auf Bilder geben sollte. Freut euch auf eine kleine Demonstration frei nach Churchill: „Ich glaube nur den Bildern, die ich selbst verfälscht habe“. Hauptdarsteller: Bobo in white wooden Houses, Sleazy Inc. Operated und Krieger.

Seitdem Bobo in white wooden Houses auf der Bühne steht – das dürfte mittlerweile auch schon 20 Jahre lang so sein – reiten die zumeist männlichen Kritiker und Rezensenten darauf herum, was für ein süßes Ding die Künstlerin doch wäre. Ihr Einsatz bei Rammsteins „Engel“, der sie laut Text nicht sein wollte, half ihr dabei auch nicht weiter; selbst unser November-Programmheft ritt noch ordentlich darauf rum. Aber so läuft das halt im Geschäft, gutes bzw. zielgruppengerechtes Aussehen ist mindestens genauso wichtig wie das Schaffen selbst. Bei Künstlerinnen darf die berüchtigte fuckability nicht außer acht gelassen werden… (dazu übrigens ein amüsanter wie lehrreicher Link nach Österreich. „Schnackselskala“; ich liebe Ösis!)
Aber wir sind hier das basteiblog und nicht die Emma oder die Spex, also schaut euch die Bilder an. Ehe ihr hier weiter alles vollsabbert. 😉

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Und nein, die Bobo-Bilder habe ich nicht weiter bearbeitet.

Bei Sleazy Inc. Operated finde ich die Aufnahme des Konzertraumes am beeindruckendsten. Sieht aus wie eine riesige Halle, unsere kleine Ratstonne. Ich sage ja, jedes Foto lügt…

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Und dann waren da noch Krieger. Die haben erstmal eine DIN A4-Seite mit einem Verwertungsvertrag an die Abendkasse gelegt. Jeder Pressefotograf sollte sich verpflichten, die Bildrechte an Krieger abzutreten und noch so Robbie-Williams-auf-schlechtem-Koks-Zeugs. Tja, Freunde, da seid ihr an den Richtigen geraten. Bin ich Mitglied im DJV? Ich bin.
Zum Glück kam kein Pressefotograf. Detlev durfte fotografieren, musste aber hinterher versprechen, sich nicht eine goldene Nase mit den Fotos zu verdienen. Jungs, bis das überhaupt mal nur vorstellbar ist… habt ihr noch einen langen Weg vor euch.

Ich fasse mal kurz meine Eindrücke vom Konzert zusammen: Laut können sie. Blues können sie nicht, auch wenn sie ihre Musik so bezeichnen. Instrumental perfekt, Produktion perfekt (eigener Lichtmann, das muss man sich in der Liga erstmal leisten wollen). Der Bassist (auch bekannt in der Rolle als Rajko bei [[tam]] und Mikrowelle) träumt nachts von Lemmy Kilmister, dessen Mikrofonständer hat er schon nachgebaut. Am Sänger beeindrucken Backenbart und Waschbrettbauch, dass seine Stimme im Lärm unterging, schien mir verschmerzbar zu sein. Gesamteindruck: Naja, wem´s gefällt.

Hier die Bilder, wegen des hübschen Vertrages mit fettem Copyright. Damit sie sich dann nich zufällig auf der Krieger-Website wiederfinden ohne Autorenvermerk *fiesgrins*. Und ein paar Vorher-Nachher-Effekte, wir sind ja beim Thema „Schöner Leben mit Photoshop“.

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