/ Autor: sara

Ein Fest der Zwischenmenschlichkeit

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Kaum betrat man die Veranstaltungstonne an jenem 3. November 2007, wurden wir in die emotionale Klangwelt IC – Falkenbergs entführt und auf einen Abend eingestimmt, der wundervoll werden sollte.
Als Er dann endlich von erwartungsvollen Blicken gefolgt, auf die Bühne trat, gab er uns zuerst einmal einen Einblick in die aktuellen Ereignisse seines aufregenden Lebens.
Hat nicht jeder einmal den Alptraum gehabt im Auto zu sitzen und das eigene Rad vor sich davonrollen zu sehen?, fragte er ganz offen das Publikum. Genau dieser spektakuläre Nervenkitzel passierte seinem Freund, welcher freundlicherweise sein Auto von der Reparatur abholte und sich anschließend nach ca. 10 km Fahrtwind vier Muttern scheinbar gleichzeitig lösten und der Reifen in eigendynamischer Geschwindigkeit zwischen zwei anderen Fahrzeugen hinweg rollte. Dem Universum sei gedankt, dass niemand verletzt wurde. Dieser Umstand veranlasste IC dazu, dass Konzert seinem Kumpel zu widmen.

Der Raum hüllte sich in romantische Farben und die Stimme erklang in wechselnder Begleitung von Gitarren und Klavierharmonien. Seine Lieder schafften es die verborgenen Seelenlandschaften zum Grünen zu bringen und auch die oft so gern verdrängten Fragen offen darzulegen.
Besonders lehrreich und inspirierend empfand ich die vielseitigen Entstehungsweisen seiner Songs, die er uns in kurzen Erzählungen präsentierte. So erfuhren wir zum Beispiel von seinem wohl ersten tiefen erotischen Erlebnis bei einem Nacktbaden in einer vollmondbeschienenen Nacht im Ferienlager, welches er in „Schwimmen im Regen“ verarbeitete. „ Wolf unter Wolfen“ wurde von der Konfrontation mit dem direkten und knallharten Leben drogensüchtiger Jugendliche und ihren ergreifenden Geschichten inspiriert, als er in einem Mietshaus in Berlin die Möglichkeit hatte mit diesen auf freiwilliger Basis in Kontakt zu treten, da sich im unteren Stock eine „Auffangstation“ für Jugendliche in schwierigen Lebenslagen befand.

Ein Hauch von Gänsehaut liess uns erzittern, als „Asyl im Paradies“ als Hommage an Silly und mit ihm die Erinnerung an Tamara Danz durch die Tonne wehte.

Am Ende verliess sicher jeder mit ganz unterschiedlichen Gefühlen die Stätte, doch auf jeden Fall mit einem grossen Säckchen an neuen Lebenserfahrungen.

2 Kommentare

  1. Thomas

    Ich bin der Meinung, dass Reviews nicht von vor Schmacht und Anhimmelung triefenden Fans geschrieben werden sollten, die obendrein ihn als Ihn bezeichnen. Dankbar bin ich auf jeden Fall für die ausführliche Beschreibung des Unfalls eines Kumpels von IC – Falkenberg mit dessen Auto und seine ersten erotischen Erlebnisse, doch rätsel ich immer noch daran was meine verdrängten Fragen seien könnten (vielleicht: Wie grün sind meine Seelenlandschaften?). Schlimmer hingegen finde ich die blindäugige Romantisierung der „kurzen Erzählungen“. Von wie vielen Künstlern hat man hinterher gehört: Stimmt zwar nicht, kommt aber gut auf der Bühne (und bei den Frauen). Zum Thema Lebenserfahrungen. Lebenserfahrungen sind Erfahrungen die man im Laufe seines Lebens selbst sammelt. Da kann einer einem tausende Lieder über ein Thema vorsingen. Wenn ich die Sache selbst nie erfahren habe bleibt sie für mich immer abstrakt und wird keine meiner Erfahrungen.

    Kurzum, weiter so.

    PS: Muss bei dem ganzen wir, uns, jeder eine ziemlich bemerkenswerte Kollektivbegeisterung gewesen sein.

  2. Schöns

    nun ja, vielleicht waren WIR bei unterschiedlichen konzerten… aber man soll die begeisterung eines neuen fans ja nicht allzusehr erschrecken – meist relativiert sich diese auch irgendwann selbst. durch lebenserfahrung.

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