/ Autor: muehli

Nach 2 Jahren Bühnenabstinenz sind die Mutterzungen nun endlich wieder auf Deutschlandtour. Und unser „Castle“, wie es Sänger und Bassist Dave „Davo“ Gould bezeichnete, durfte den Tourauftakt ausrichten.
Knapp 300 Gäste hatten sich auf einen Montag im Burgkeller eingefunden, um diesem Rock`n`Roll-Event beizuwohnen. Selten habe ich eine Vorankündigung so bestätigt bekommen, wie an diesem Abend. (Gratulation an den Verfasser!) Es war laut (sehr laut), voll (also der Saal) und geil. Mit rock`n`roll-untypischer Pünktlichkeit ging es um 21.15 Uhr ohne Vorband direkt los. Es gab Rock, Funk, Blues, Soul, Punk und vieles andere um die Ohren. Bei dem einen oder anderen Songs musste ich an die frühen „Chilli-Peppers“ denken, aber immer wenn es drohte gefällig zu werden, drehten „Mother Tongue“ ihre musikalischen Segel dem Mainstreamwind entgegen. Entweder wurde in Punkattitüde losgeknüppelt und sich die Seele aus dem Leib gebrüllt, einfach auf brutalste Art und Weise der Rhythmus gewechselt oder ein abgedrehtes, effektbeladenes Gitarrensolo eingeschoben. Oder aber der Songs war einfach an der Stelle zu Ende, an der es keiner erwartet hätte. Viele der zahlreichen Fans waren so textsicher, dass selbst die Band schwer beeindruckt war.
Nüchtern betrachtet gibt es sicher auch hierzulande Bands, die musikalisch ähnliches zu bieten haben, aber in diesem Fall standen einfach mal 4 Originale mit 16 Jahren höhen- und tiefengeprägter Bandgeschichte auf der Bühne. Ein tschechischer Waldschrat am Drumset, seine beide kleinen haarigen Zwillingsbrüder an den Gitarren und nicht zu vergessen der Mann mit Hut am Bass. Den hat er selbst beim Frühstück (um14 Uhr) nicht abgenommen. That`s Rock`n`Roll!
Nach 160 schweißtreibenden Minuten entließen die Mutterzungen ihr Publikum mit einem „I want to fuck the world“ im Ohr in das nächtliche Leipzig. Allerdings nicht ohne sich noch mal unter die Fans zu mischen, denn die gesamte Band stand schneller zum Smalltalk an der Bar bereit, als ich die Veranstaltungstonne verlassen konnte. RESPEKT! Aber vielleicht war auch einfach nur das Backstage-Bier alle….

4 Kommentare

  1. In unserem Backstage ist das Bier niemals alle ; )

    Seeehr feines Konzert auf jeden Fall. Auch von der Sommertheaterbaustelle im Innenhof aus. Drinnen haben mir dann doch die Ohren zu sehr geblutet…

  2. Mühli

    Na das mit dem Backstagebier teste ich mal am 6.10. %-)

  3. @ josi: im backstage is bier regelmäßig zuerst alle, zumindest wenn wir fertig mit ton machen sind… woran wirds liegen? den künstlern oder der künstlerbetreuung?!

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