/ Autor: rick

Cryptic words meander …

maria-taylor.JPG

… and there was a song beneath a song! Einmal im Jahr erfüllt sich der Booker der Moritzbastei einen Wunsch und bucht sich eine/n Künstler/in seines Herzens. Und am großartigsten ist es dann, wenn diese Konzerte auch noch ausverkauft sind – das erspart Stress mit der Ökonomie. Am Sonntag Abend war es wiedermal soweit! Die „Sit down and sing 2“-Tour machte Halt in der Moritzbastei und mit ihr MARIA TAYLOR. Aber der Reihe nach:

WOLKE übernahmen ziemlich selbstbewusst von Anfang an das Kommando in einer vom selben Anfang an prall gefüllten Veranstaltungstonne. Mit den Stücken ihrer aktuellen CD „Möbelstück“ hatten sie das Publikum recht schnell im Griff und schon nach wenigen Minuten war klar, daß die Tour vor allem wegen der Zusammensetzung der Künstler funktioniert. Während der bisherigen Tourtage wurden die wildesten Ideen ersponnen und sofortigst in die Tat umgesetzt. So stand beim dritten Lied von WOLKE gleich mal KRISTOFER ASTRÖM mit auf der Bühne und danach war dann auch schon Mrs. TAYLOR dran, um den (im Original von Suzie / KLEE gesungenen) weiblichen Part von „Wir werden immer jünger“ zu übernehmen, was ebenso zauberhaft (diese Stimme *seufz*) wie niedlich (dieses Deutsch *kicher*) war. Den Rest spielten die beiden Kölner dann aber wieder selbst(bewusst) und ließen ahnen, daß dieser Abend etwas ganz besonderes werden würde.

KRISTOFER ASTRÖMs Gitarrenspiel erinnerte einige Unvorbereitete putzigerweise an Tracy Chapman, mit welcher der überhaupt nicht Alte Schwede aber wohl ausschließlich das musikalische Talent gemein hat. Ansonsten brachte der gute KRISTOFER einiges an Emotion über den Bühnenrand und machte mit Charme und Shy-Guy-Attitüde den weiblichen Teil des Publikums kirre (ein paar Jungs waren auch ganz hin und weg). Jedenfalls waren die gut 60 Minuten sehr toll und ein wunderbarer Zwischenspurt und Aufgalopp (ui ui – Vorischt! Metapherlawine) für die zauberhafte MARIA TAYLOR. Diese verblüffte zunächst durch ihre sehr ungewöhnliche Songauswahl und den schon fast kontemplativen Charakter ihres Vortrags. Nach dem dritten leisen Song waren dann aber auch die nervigsten Tuschler an die Bar verschwunden sowie die Lüftung vom Scanner entstromt und so konnte sich der verbliebene Rest des immer noch sehr zahlreichen Auditoriums voller Hin- und Selbstaufgabe dem Hörgenuss dieser großartigen Stimme widmen.

Das absolute Highlight setzten schließlich alle gemeinsam, indem sie zunächst den schon oben zitierten „Song beneath a song“ intonierten und anschließend mit „Time after time“ CYNDI LAUPER und irgendwie auch sich selbst ein Denkmal auf die Bühne der MB bauten. Großartig war anzuhören und -schauen, wie verspielt WOLKE, wie hingebungsvoll ASTRÖM und wie zurückhaltend und selbstsicher MARIA TAYLOR diesen Mega-Song coverten, als ob es für sie alle kein Morgen gäbe …
Der abschließende, aufgrund der vorhandenen Erinnerungslücken etwas zu kurz geratene Song von AZURE RAY, den MARIA solo vortrug, war ein würdiger Punkt auf das drei Stunden lang hingezauberte „i“. Danke!

Und wenn der Torsten wieder gesund ist und der Detlev seine Festplatte entwickelt hat, sehen wir hier bestimmt bald die Bilder zum ach so wundervollen Abend, gelle?!