/ Autor: torstenreitler

Zwei schräge Vögel

„Zwei schräge Vögel“ – so hieß einer der letzten DEFA-Filme, der seine Premiere am 12. September 1989 feierte. Zwei schräge Vögel sind auch die Kommissare Ehrlicher und Kain, schon alleine deswegen, weil der eine mit Vornamen Bruno heißt und der des anderen nirgendwo bekannt gegeben wird; man wird schon wissen, warum.

Jedenfalls sickerte heute aus dem Kulturhaus MDR die Nachricht heraus, dass der in Leipzig produzierte Tatort der Realität angepasst werden soll und Herr Ehrlicher in Rente geschickt; schließlich bewegt sich die Zahl der älter als 65-jährigen Angestellten im öffentlichen Dienst und erst recht der Beamtenschaft bundesweit konstant um die Ziffer 8, aufgerundet. Das ist schön für Herrn Ehrlicher und wohl auch für seinen Darsteller, jedenfalls können wir uns nichts schöneres wünschen für Peter Sodann und uns. Dass Kommissar Kain und der Drehbuchautor, der sich diese dämlichen sprechenden Ermittlernamen ausgedacht hat, auch suspendiert werden, nehmen wir dafür gerne in Kauf. Bernd-Michael Lade hat nun endlich wieder Zeit, mit seiner wilden Jugend anzugeben (er pogte im Film „Flüstern und Schreien“ zur Musik von Feeling B über den Göhrener Strand, glaubt er jedenfalls. Toll).

Nun geht es uns eigentlich nichts an, mit welcher Besetzung der MDR-Tatort von der Ärgerlichkeit in die Bedeutungslosigkeit geführt werden soll. Aber heute war eben auch zu erfahren, dass die Ermittlerin nun Simone Thomalla die Frau von Rudi Assauer spielen wird. (Habe ich im letzten Satz ein oder zwei Kommaten vergessen? Habe ich nicht???) Wir freuen uns nun nicht nur darüber, dass Frau Thomalla ab nächstem Jahr wieder über ein eigenes Einkommen verfügen wird, sondern auch über das Wiedersehen in Leipzig.

Wiedersehen in Leipzig? Richtig. Wir reden hier ja über „Zwei schräge Vögel“. Und auch Frau Thomalla war ein schräger Vogel. Jedenfalls steht sie (neben, tätä! Peter Sodann) auf der Besetzungsliste dieses Meisterwerks. Meisterwerk schon alleine deswegen, weil es eben jene berühmte Szene in der Moritzbastei darin gibt, die mittlerweile zu Ricks Standardrepertoire gehört. Kulturfunktionär Uwe Steimle steigt nämlich zum Ende einer Diskothek auf die Bühne und fordert die Tanzenden mit folgenden Worten zur Beendigung der Ausgelassenheit auf: „Bürger! Geht doch nach Hause. Morgen ist schließlich auch noch ein Arbeitstag!“

Jetzt fangt aber bitte nicht damit an, dass eben auf der Welt doch alles mit allem zusammenhängt. Dagegen spricht alleine schon der Umstand, dass ich zwar alle Beatles-Lieder innerhalb der ersten 5 Sekunden erkenne, aber mit Paul McCartney nichts, aber auch nichts zu tun habe. Übrigens auch nicht haben will, aber egal.
Jedenfalls: Nein, wir haben nichts mit der Neubesetzung dieser Stelle beim MDR zu tun!

Auch, wenn es so aussehen könnte, als wollten wir euch noch einen Grund liefern, auch Sonntag abend in die MB zu kommen. Sind aber auch echt schöne Konzerte da, am kommenden zum Beispiel das von Laura Lopez Castro.