/ Autor: torstenreitler

"You will read it in the press!"

Das schrie ein nicht mehr ganz so junger Mann Samstag nacht im Weggehen unserer Corina ins Gesicht, weil er nicht einsah, 4,50 € Eintritt zu löhnen. Naja, für unseren Blog reicht die Geschichte aus…
Sein Chef kam 20 Minuten später, zahlte anstandslos seinen Eintritt und später auch sein Bier und fühlte sich offensichtlich sauwohl. Da wird es wohl am nächsten Morgen einigen Gesprächsstoff im Tourbus von Motörhead gegeben haben, denn im Gegensatz zu Lemmy konnte sich sein Personal nicht so recht durch Freundlichkeit auszeichnen…

Aber die Vorgeschichte ist auch nicht von schlechten Eltern: Um 21 (!!) Uhr war im Haus Auensee, wo die Motörhead-Tour gastierte, das Bier alle. Ich wiederhole: Das Bier auf dem Motörhead-Konzert (!!) war alle. Ist das nicht herrlich? 2000 nicht mehr ganz so junge Männer, die sich hauptsächlich durch zwei Eigenschaften – Taubheit und Bierbauch – auszeichnen, stehen auf dem Motörhead-Konzert(!!) auf dem Trockenen…

Ich kann mir ganz gut vorstellen, wie die Stimmung bei besagten nicht mehr ganz so jungen Männern war, nachdem sie sich einen ganzen Motörhead-Abend lang an Glühwein (Glühwein! Ich hau mich gleich weg vor Lachen…) festhalten mussten. Ob Band und Crew auch nur lauwarmen Aldichianti trinken durften, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Aber vorstellbar ist es schon, denn folgendes spielte sich gegen Mitternacht vor unserer Tür ab:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Nacht von Samstag auf Sonntag , am Eingang der Moritzbastei, hat sich euer Laden durch unfähige Halbaffen an der Eingangstür einen Bärendienst erwiesen als die weltweit bekannte Kultband Motörhead mitsamt Crew (ca 20 Mann) aufgefordert wurde, 4,50 Euro pro Nase zu bezahlen, was diese völlig zurecht mit einem herzlichen Fuck you honorierte und dann weiterzog. Aufgrund zahlreicher Zeugen wird sich diese Freundlichkeit auch schnell verbreiten. So stellt man sich zu Gast bei Freunden vor ! Die Band war das letzte Mal vor 8 Jahren in Leipzig und kannte die MB etwas anders. Vielleicht sollte man an exponierten Stellen auch zumindest eine Person mit etwas Gehirn stellen.
Es war jedenfalls das letzte Mal nicht nur für Motörhead das die MB überhaupt in Pläne für eine Aftershow Party einbezogen wird. Woanders ist man dankbarer für Publicity, Tokio Hotel wäre vielleicht gerade noch von diesen Idiots erkannt worden. Einfach nur armselig.

Cheers

Christian

Diese Halbaffen, Idiots und Personen ohne Gehirn waren unsere Sicherheit und eben jene Corina, die zwei Stunden vorher hauptsächlich damit beschäftigt war, Bier ins Haus Auensee zum – war da nicht was? ach ja! – Motörhead-Konzert zu schaffen. Um die armen Metaller aus ihrer Glühwein-Starre zu befreien… Leider hat es die Gastro vom Haus Auensee nicht geschafft, die Fässer zu öffnen, ansonsten wären die Motorköppe vielleicht auch nicht so mißgelaunt nach der Show zur MB gezogen.

Denn die obige Mail erzählt zwar die Geschichte recht anschaulich, lässt aber etwas recht wesentliches aus. Wer saufen will (und auch noch umsonst!), muss freundlich sein! Und mit Sprüchen wie: „Du weisst wohl nicht, wen Du hier vor Dir hast, Püppi!“, könnt ihr euch euer vollgeschissenes Dixiklo auf´m Motörhead-Konzert tapezieren, aber nicht unsere Corina belegen. Über die unsachlicheren Argumente breiten wir hier mal nachsichtig den Mantel des Schweigens. Wir haben übrigens schon ganz andere Leute als Tokio Hotel umsonst bei uns reingelassen. Aber die wussten auch, wie man mit einer Lady umgeht…

Jedenfalls haben wir Corina heute zu ihrer Entscheidung gratuliert und Du, Christian, darfst gerne mal vorbeikommen und wir erklären Dir den Unterschied zwischen Tokio Hotel und Motörhead. Gerne auch bei einer Tasse Glühwein. Wenn es nicht Lemmy schon getan hat.

PS: Falls diese Geschichte jemand weiter erzählen will: Gerne.