/ Autor: torstenreitler

Später Begemann

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Diese Überschrift dürft ihr verstehen, wie ihr wollt. Zum Beispiel: „Diese Begemann-Rezension kommt etwas spät“. Oder: „Dies ist eine Rezension des späten Begemann“, so auf den Verlauf seiner Karriere bezogen. Oder einfach so, dass Begemann immer zu spät zum Auftritt kommt. Was diesmal nicht stimmte…

Erstmal die Bilder, wie immer von Martin Reiss-Zimmermann geschossen:

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Jedenfalls erschien Bernd mit Regy Clasen ziemlich genau um 17:00 Uhr in der MB – wir rechneten frühestens um sieben mit ihm. Erfahrungswert. Also hatte ich mir vorgenommen, nochmal schnell nach Hause zu düsen, um die Kids ins Bett zu bringen… Große Konfusion, aus der Josi mich mit wutverzerrtem Gesicht rettete. Danke! Du Herz!

Bernd erwiderte auf meine gestammelte Entschuldigung nur: „Kinder. Das K-Wort! Sag nichts weiter, ich verstehe alles!“ Woraus sich im Laufe des Abends ein hübscher Dialog zweier Jungväter entspann, der Themen wie Computerspiele, Hauptschule und was Erziehung mit Krieg zu tun hat streifte. Aber das gehört hier nicht hin…

Pünktlich um viertel nach Neun (viertel zehn? viertel vor halb? Bernd war verwirrt.) standen Bernd und Regy auf der Bühne und waren unglaublich nett zueinander und ließen das Publikum wissen, wer wo berühmter wäre als der andere… und sie sangen ein paar `übsche Duette miteinander. Obwohl, mit Charlotte Rois (das muss so vor 6 oder 7 Jahren gewesen sein) wirkte „Zweimal zweite Wahl“ noch einen Tick schräger…

Danach durfte Regy solo – das Publikum nahm es dankend an. Mir persönlich war die junge Dame etwas zu… wie soll ich es sagen – Yvonne Catterfeld. Ich weiss, das klingt sehr böse, aber ich kann mit dieser Spielart des Soul einfach nicht viel anfangen. Um Regys Ehre zu retten – sie hat die besseren Texte. Nicht als Bernd, aber als Yvonne. Nur bei der Wendung „Liebe mit Dir machen“ ballte es mir ein wenig die Gesichtsmuskulatur…

Danach dann Bernd „The Man“ Bege. Unglaublich, aber wahr – der Kerl hat sein Programm bis in die Zwischentexte seit 1973 (geschätzt) nur in Nuancen verändert, und trotzdem kriegt er die Leute immer noch mit einem Finger in der Nase auf seine Seite. Das Konzert dauerte drei (in Worten: 3!) Stunden, der Mob liebte ihn einfach.

PS: Auf den Artikel auf Spiegel-Online angesprochen, der sinngemäß meinte, viele Mittdreißiger in Medienberufen mit Sinnkrise wären gerne Bernd Begemann, sprach der Meister nur gallig: „Mittdreißiger wären gerne wie ich – fünfzig, und am Ende!“
Ich war dabei und kann euch versichern: Er ist weder, noch.

1 Kommentar

  1. Wutverzerrt…. Frechheit.
    „Vom Leben entstellt“ traf es eher.

    Du weißt doch: Gleich nach Lutz, Sabine und Rick spring ich für dich am liebsten kurzfristig ein.
    Lutz steht hierbei an erster Stelle weil: Der schenkt mir Lindt-Pralinen. Aber dein Schlechtesgewissen-Sesambüffchen war auch nicht übel. Wirklich wahr.

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