/ Autor: torstenreitler

Das Wort zum November

Kim Jong-Il glaubt, dass Atombomben wichtig für Nordkorea sind. George W. Bush denkt, dass es im Irak etwas zu gewinnen gibt. Gerhard Schröder ist sich sicher, dass er der bessere Bundeskanzler war. Die einen halten die Evolution für einen Irrtum, die anderen nur die Emanzipation der Frau. Die meisten von uns würden unterschreiben, dass Armut demütigend ist (und nicht der Umgang mit ihr).

Religiöse Menschen glauben daran, dass Gott eine Antwort ist und nicht eine Frage. Dieter Bohlen hält sich für den Mozart des 20. Jahrhunderts und Harald Schmidt sich für den Brecht des Fernsehens. Die Deutschen produzieren Müll, um ihn danach fein säuberlich zu trennen, zu recyceln und neuen Müll daraus herzustellen. Al Gore glaubt, dass sich der Mensch um das Klima scheren muss (der Mensch dürfte dem Klima schnurzpiepegal sein).

Nazis in Mecklenburg kämpfen dafür, dass die 2 Prozent Ausländer in Ostdeutschland ihnen nicht 20 Prozent der Arbeitsplätze wegnehmen. Kinder wissen, dass Eltern keinen Geschmack haben und Eltern glauben, ihre Kinder hätten keine Ahnung, wie es läuft in der Welt. Die Uni Leipzig will Bildungsreichtum vermitteln, indem sie kräftig spart. Falk Elstermann von der Feinkost Kulturstiftung i.G. sagt im Radio, dass man in Kellergewölben keine Kultur machen kann. Manche Leute verlieben sich immer in die Falschen weil sie Angst vor den Richtigen haben.

Irren ist menschlich, es irrt der Mensch, so lang er lebt. Soviel menschliches Leben um uns herum, wahrscheinlich sogar in uns selbst drinnen! Ist es nicht eine Freude, darum zu wissen?


Übrigens, sie lasen soeben das Editorial des November-Programmheftes der Moritzbastei. Superdanke!