Alle Artikel in der Kategorie “Der Grosse Preis

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/ Autor: torstenreitler

Freiheit, Wirklichkeit, Musik aus Leipzig

„Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit“ ist der Titel eines Dokumentarfilmes über MusikerInnen und Macher des Leipziger Labels Analogsoul. Der Film ist ein schöner Anlass für einige Zeilen Leipziger Popmusikszene im Hier und Heute. Als Vorausblick auf den „Grossen Preis“, der im Dezember im Namen der Moritzbastei und des Werk2 an die Leipziger „Bands des Jahres 2016“ vergeben werden soll.

Zuerst: Seht euch den Film „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit“ an. Es lohnt sich! In knapp vierzig Minuten Read More

/ Autor: torstenreitler

Der Preis ist wieder heiß

grande finale
Foto: ©
 K. Nauber

Leipzig hat seine Bands des Jahres 2015 gewählt und gefeiert. War es ein guter Jahrgang? Wie geht es weiter mit Leipzigs ältestem Bandaward? Ein paar Gedanken und Anmerkungen.

Wir hatten uns etwas vorgenommen im Dezember 2014 – den GROSSEN PREIS nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken zu lassen. Dort war er schon. So gut wie. Am 15. Januar 2016 war die Halle D ausverkauft, als die PreisträgerInnen des Jahres 2015 in ihrer Gala geehrt wurden. Die Reaktionen der Künstler, des Publikums und der Presse reichten von beeindruckt bis begeistert.

Was bleibt? Viel Arbeit. Die ersten Vorbereitungstreffen hatten wir im Januar 2015, dann wurde mit Freunden und Unterstützern nochmal am Konzept gefeilt. Wir verpflichteten uns zum Erfolg. Kein Plan B. Wenn die Szene, das Publikum und die Öffentlichkeit diesen Preis nicht mehr brauchen sollten, dann würden wir ihn zum letzten Mal ausrichten. Die Ausschreibungsphase für den Publikumspreis, die Abstimmung mit der Jury. Danach das Booking für den Abend. Verhandlungen mit dem Kulturamt, weil die Gala nicht im Förderzeitraum 2015 stattfinden konnte. Die Vorproduktion für die Show. Werbung, Werbung, Werbung.

 

Was haben wir erfahren? Bands und die Leipziger Musikszene wollen überzeugt werden, dass der GROSSE PREIS eine Bedeutung. Das haben wir hoffentlich zeigen können, die PreisträgerInnen haben den Abend und die Ehre genossen und die Resonanz in den Leipziger Medien war so groß, dass alle involvierten Bands und KünstlerInnen diese Aufmerksamkeit gespürt haben.

emily's giantZur Bildergalerie auf das Foto klicken, bitte!  © K. Nauber

 

Auch das Kulturamt wollte Fakten sehen. Wozu 5000 Euro ausreichen, wenn das Ergebnis so ernüchternd ausfällt wie 2014?  Der 15. Januar hat auch dort Vertrauen wieder hergestellt. Wir haben die Fördermittel für 2016 wie beantragt zugesichert bekommen. Auch das motiviert!

Ganz klar hat sich wieder gezeigt, dass wir ohne die Unterstützung von so vielen Machern aus Leipzig keine Chance haben, dem GROSSEN PREIS Relevanz zu verleihen. Danke noch einmal an alle, die mitgedacht, mitgetan, mitgehofft und mitgefiebert haben. Wenn da draußen jemand sein sollte, der mit ins Boot möchte, dann möge er oder sie sich herzlich eingeladen fühlen!

Der Abend in der Halle D zeigte auch: das Publikum will gewonnen werden. Die meisten verbinden mit dem Gala- bzw. Showformat, wie wir es zelebrieren, keine Erinnerung mehr. Die großen Moderatoren, der Samstag-Abend vor dem TV, die MTV-Ära, das alles ist für alle unter 30 weit weg. Keine Sentimentalität, keine Emotion, die als Projektionsfläche taugen könnten und mit denen wir ironisch spielen wollten. Moderator Raschid D. Sigdi schmiss nach der ersten halben Stunde sein Konzept in die Kulissen und improvisierte sich durch die Gala. Das kann er, zum Glück.
Ganz ehrlich, auch mir ging ganz kräftig die Düse. Entsprechend groß war der Stein, der mir vom Herzen fiel, als wir sahen: Das Publikum bleibt am Ball! Es amüsiert sich! Es freut sich auf den nächsten Einspieler! Es tanzt, applaudiert, geht auf die Moderation ein!
Nach drei Stunden, die dann doch wie im Fluge vergingen (kaum jemand verließ während der Show die Halle, das beeindruckte mich am meisten!), ist da das Gefühl: Es hat funktioniert! Die Leute haben es verstanden! Der Zuspruch und das Schulterklopfen von allen Seiten tun ihr übriges

Das Endorphin ist verflogen. Jetzt sind wieder die MusikerInnen, Juroren, Veranstalter am Zuge. Die nächsten Preisträger werden im Dezember 2016 geehrt werden (der Januartermin ist aus förderrechtlichen Gründen leider nicht wiederholbar). Wir hoffen auf einen ebenso aufregenden Jahrgang wie 2015.

 

 

/ Autor: torstenreitler

Das sind Leipzigs Bands des Jahres 2015

Siegerbild

In alphabetischer Reihenfolge: Emily’s Giant, Lot, Micronaut, Tafka Tamura. Tusch!

Wir gratulieren und freuen uns auf die Gala DER GROSSE PREIS – Leipzigs Bands des Jahres am 15. Januar 2016 in der Halle D des WERK 2. Live werden Emily’s Giant, Lot, Tafka Tamura und als special guest SAFI auftreten. Dazu erwarten wir noch einen Überraschungsgast. Ein sehr, sehr guter Jahrgang!

Moderieren wird die Gala Raschid D. Sigdi , der euch von Schwarzkaffee und der TheaterTurbine bekannt sein dürfte.

Es gehen nur 150 Tickets in den freien Verkauf, also sichert euch eine Karte für diesen einmaligen Abend! Der Vorverkauf läuft über WERK2, Moritzbastei und tixforgigs.com.

 

/ Autor: torstenreitler

Glückwunsch, Emily’s Giant!

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So sieht das offizielle Endergebnis des Onlinevotings aus. Der Grosse Preis des Publikums geht damit an Emily’s Giant! Tusch!

Die drei Preisträger der Jury werden am 15. Januar 2016 zur Gala DER GROSSE PREIS bekannt gegeben. Fest steht jetzt schon ein tolles Line-Up für den Abend, zu dem dann auch die Publikumslieblinge von Emily’s Giant gehören werden.

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Wir freuen uns für die Preisträger, danken allen Teilnehmern am Voting und allen, die für das Voting die Trommel gerührt haben. June Coco, 2ersitz und Orph drücken wir ganz fest und erklären sie rundweg zu Siegern der Herzen. Auch hier gilt der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles! (Und wer sich in zehn Jahren noch daran erinnern kann, ist nicht dabei gewesen).

/ Autor: torstenreitler

Der Grosse (Publikums)Preis: Die Kandidaten (4/4)

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Es ist wieder soweit: Eure Stimme zählt! Wen wollt ihr am 15. Januar  2016 auf der Bühne im Werk2 sehen, wenn Leipzigs Bands des Jahres 2015 gekürt werden?

Bis zum 15. Oktober könnt ihr mitentscheiden unter www.moritzbastei.de/bandvoting

Wir stellen euch hier die vier Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor, zum Abschluss beantworten ORPH unsere Fragen.

Warum klingt eure Musik so, wie sie klingt?
Das ist ein bisschen wie die große Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest in Douglas Adams‘ „Per Anhalter durch die Galaxis“ 🙂 Aber es steckt schon ein verrückter Plan dahinter, so viel sei verraten.

Habt ihr einen Anspruch, eine Maxime, ein Ziel, von dem ihr euch leiten lasst?
Der große Anspruch ist immer etwas, das wie ein Puls aus dem Herzen strömt – die Liebe zur Musik. Um vielleicht noch mal auf die erste Antwort zurückzugreifen, es gibt bei Verträgen mit der Musikindustrie oft die wundervolle Klausel „Vertragsgebiet ist die Welt und das Universum.“ Das ist doch mal ein Ziel 🙂

Wie erfahrt ihr die Musikstadt Leipzig?
Ganz fantastisch, Leipzig ist herrlich bunt in der gesamten Kunst- und Kulturszene. Das war besonders spürbar, als ich vor zwei Jahren meinen Wohnsitz von Weimar nach Leipzig verlegt habe. Es ist bis heute nichts davon verloren gegangen. Weiter so!

Was gefällt euch, wo liegen Schwierigkeiten für euch?
Was besonders gefällt ist, dass es hier viele Künstler gibt, die ihr Schaffen wenig marktwirtschaftlich betrachten. Das ist eine sehr tolle Bewegung, die ich unbedingt liebenswert finde. Schwierigkeiten hatten wir bisher tatsächlich keine, und dabei soll es auch, wenn’s nach uns geht, bleiben.

Seht ihr eine Perspektive für eure Arbeit in Leipzig?
Das kann man gar nicht so sehr auf einen bestimmten Ort oder auf Leipzig beziehen. Betrachten wir Orph wie ein Radio, die Musik soll in alle Ohren wandern, die sie hören mögen, auch wenn diese vielleicht gerade am nördlichsten Breitenkreis frieren. Und im Moment senden wir aus Leipzig.

Was sind eure nächsten Ziele als Band?
Erstmal noch ein paar Konzerte in diesem Jahr. Da freue ich mich besonders drauf und dann im nächsten Jahr natürlich das neue Album FAO TAO und ein ganz spannendes Projekt, von dem man bald mehr erfahren wird.

Orph „Black Sunday Romance“ (Official Video) from Orph on Vimeo.

 

/ Autor: torstenreitler

Der Grosse (Publikums)Preis: Die Kandidaten (3/4)

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Es ist wieder soweit: Eure Stimme zählt! Wen wollt ihr am 15. Januar  2016 auf der Bühne im Werk2 sehen, wenn Leipzigs Bands des Jahres 2015 gekürt werden?

Bis zum 15. Oktober könnt ihr mitentscheiden unter www.moritzbastei.de/bandvoting

Wir stellen euch hier die vier Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor, heute stellt sich JUNE COCO vor.

Warum klingt eure Musik so, wie sie klingt?
Die Musik, wie wir sie jetzt live spielen und wie sie auf dem Album ist, hat eine lange Geschichte. Nicht nur der Sound hat sich seit dem ersten mal von 3 Anläufen ins Studio zu gehen und ein Album aufzunehmen verändert. Auch die Auswahl der Songs und die Bandbesetzung. Durch die Studio-Arbeit hat sich mein Blick und meine Erfahrung mit Arrangements und Sound erst entwickelt und es ist der Beginn einer langen Reise.
Unser Sound jetzt ist die glückliche Mischung aus verschiedenen Einflüssen von tollen Leuten, die alle dezent Ihren Input gegeben haben, so dass ich mit der Band die Freiheit hatte, das davon mitzunehmen, was uns gefällt. Diese Leichtigkeit und den Mut auszuprobieren hört man. Ich stehe total auf diesen Vintage Sound, weil ich privat auch mehr die alten großen Songwriter höre… Es ist facettenreich und wird durch die tolle Band und meine Stimme zusammengehalten.

Habt ihr einen Anspruch, eine Maxime, ein Ziel, von dem ihr euch leiten lasst?
Ich habe meinen eigenen Anspruch an Sound und Qualität. Der ist glaube ich hoch. Sonst wäre das jetzt nicht das erste Album… Es muss rund und stimmig sein, dann funktioniert es auch. Aber trotz allem Anspruch an Qualität und einer Klangästhetik zählt doch immer, dass es sich richtig anfühlt. Ich versuche mich dabei immer auf mein Bauchgefühl zu verlassen. Wenn etwas erzwungen ist, klingt es auch so. Das merken auch Leute, die sich nicht viel mit Musik beschäftigen. Auch wenn ich Berufsmusikerin bin, möchte ich doch Musik machen, die mir und den Leuten Spaß macht und die mich schweben lässt und hoffentlich auch die Leute für einen Moment in eine andere Welt mitnimmt…

Wie erfahrt ihr die Musikstadt Leipzig? Was gefällt euch, wo liegen Schwierigkeiten für euch?
Bunt. Und man nimmt diese Vielseitigkeit noch als angenehm und vor allem bewusst wahr. Man hat viel Spielraum, es ist nicht so überfüllt wie z.B. Berlin. Man kann leichter etwas Erschaffen, was es gefühlt hier noch nicht gibt. Und man wird schneller wahrgenommen. Teilweise werden den frei schaffenden Kreativen im Bereich der U-Musik zwar nicht gerade die roten Teppiche ausgelegt, aber zumindest verkauft sich Leipzig als vielseitige Musikstadt gut und vor allem die Touristen lieben die freie Szene. Irgendwann wird das vielleicht auch noch von der Stadt mehr wert geschätzt und in Form von entsprechenden Fördermitteln wie es für die „Hochkultur“ der Fall ist honoriert.

Seht ihr eine Perspektive für eure Arbeit in Leipzig?
Ja. Auch wenn ich immer Fernweh habe ist und war Leipzig für mich immer wie ein Hafen. Es ist meine Basis. Hier habe ich begonnen, aus meinen Geschichten und Texten Songs zu schreiben. In Leipzig habe ich viel als Musikerin gelernt und gearbeitet – und meine tolle Band gefunden. Überhaupt gibt es super Musiker hier. Die Stadt und die Menschen inspirieren mich, das Wohlfühl-Potential hier ist und war für mich immer enorm hoch. Die Nähe zur Natur, die überschaubare Kulturlandschaft, die Lage und die lieben Menschen. Aber die Geld bringenden Jobs in der Stadt findet man eher im Gala- Hotel- Bar- Musikbereich. Ich nenne es einfach Dienstleistungsmusik. Ein Job. Dafür gibt es viele Möglichkeiten und ich konnte als Klavier spielende Sängerin immer gut davon leben.

Was sind Eure nächsten Ziele als Band?
Unsere Album-Release Tour! Am 1.10. geht’s endlich los – quer durch Deutschland. Die Besetzung so wie sie jetzt ist fetzt total. Ich bin dankbar, dass ich so eine tolle Band gefunden habe und dass wir jetzt endlich auf Tour gehen können. Ich freue mich riesig auf die Konzerte und darauf die Songs mit den Jungs unters Volk zu bringen ! Es sind sogar schon ein paar neue Songs dabei, auch wenn das Album für die meisten das erste Lebenszeichen von June Cocó ist… Mal sehen was alles auf der Tour passiert. Bestimmt entstehen noch weitere Songs. Langfristig möchte ich einfach so viele Leute wie ich kann mit meiner Musik erreichen, ohne mich dafür zu verbiegen.

 

/ Autor: torstenreitler

Der Grosse (Publikums)Preis: Die Kandidaten (2/4)

emilysgiant

Es ist wieder soweit: Eure Stimme zählt! Wen wollt ihr am 15. Januar  2016 auf der Bühne im Werk2 sehen, wenn Leipzigs Bands des Jahres 2015 gekürt werden?

Bis zum 15. Oktober könnt ihr mitentscheiden unter www.moritzbastei.de/bandvoting

Wir stellen euch hier die vier Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor, heute stellen sich EMILY’S GIANT unseren Fragen.

Warum klingt eure Musik so, wie sie klingt? Habt ihr einen Anspruch, eine Maxime, ein Ziel, von dem ihr euch leiten lasst?
Das liegt an der Besetzung. Zwei Menschen. Mit ganz unterschiedlicher musikalischer Sozialisation und mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen und einer ungewohnten Instrumentierung ohne Schnickschnack. Jedoch beides Autodidakten ohne Anspruch auf Korrektheit (im musikalischen Sinne) und bei weitem keine Perfektionisten. Dafür authentisch. Spielfreude und Wanderlust sind denke ich unsere Maxime. Immer unterwegs sein. Menschen treffen, erfreuen, erfreut werden, zusammensein. Leben. Vor einem Rentner_innenpublikum auf einem Folklorefestival genauso abhotten wie in runtergerockten Punkrockschuppen.

Wie erfahrt ihr die Musikstadt Leipzig? Was gefällt euch, wo liegen Schwierigkeiten für euch?
Ich wurde sehr nett empfangen, bin über kleine Akkustikshows, Song Slam und Supportshows in der MB, dem Werk 2 und ins Täubchenthal gekommen, habe direkt Label und Verlag gefunden und konnte meinen Leben sehr stark nach der Musik ausrichten. Aus dieser Perspektive eigentlich wenig Schwierigkeiten 😉

Seht ihr eine Perspektive für eure Arbeit in Leipzig?
Absolut. s.o.

Was sind eure nächsten Ziele als Band?
Ich bin schlecht im Planen.  Alles passiert seit 2 Jahren einfach. Ich lasse passieren. Ich bin auf lange Sicht interessiert daran, vielleicht mal von einer Bookingagentur vertreten zu werden. Da stehen für mich aber nur wenige zur Auswahl.  Ob die vielleicht schon interessiert sind, weiß ich nicht. Ist auch egal. Wir würden gerne mehr Festivals spielen. Nächstes Jahr soll eine neue EP kommen. Diesmal etwas mehr ausproduziert (das letzte Album war ein reines Live Album). Weitermachen einfach.

 

/ Autor: torstenreitler

Der Grosse (Publikums)Preis 2015: Die Kandidaten (1/4)

2ERSITZ

Es ist wieder soweit: Eure Stimme zählt! Wen wollt ihr am 15. Januar  2016 auf der Bühne im Werk2 sehen, wenn Leipzigs Bands des Jahres 2015 gekürt werden?

Bis zum 15. Oktober könnt ihr mitentscheiden unter www.moritzbastei.de/bandvoting

Wir stellen euch hier die vier Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor, den Anfang machen 2ERSITZ.

Warum klingt eure Musik so, wie sie klingt? Habt ihr einen Anspruch, eine Maxime, ein Ziel, von dem ihr euch leiten lasst?
Unsere Musik klingt so, weil wir sie bis aufs Derbste zelebrieren und in verschieden Besetzungen als Kollektiv großen Wert darauf legen viel live zu spielen. Wir lassen uns in erster Linie von unserer Freundschaft leiten und nennen uns inzwischen auch Familie. Da treffen verschiedene Ansätze und Vorstellungen aufeinander, was für Reibung sorgt. Diese sorgt wiederum für Spannung und Spannung sorgt für ausgefallene Kreativität.

Wie erfahrt ihr die Musikstadt Leipzig? Was gefällt euch, wo liegen Schwierigkeiten für euch?
Wir wohnen, musizieren und feiern in Leipzig. Diese Stadt hat uns zusammengeführt und ist unser Hafen. Hier ist Kunst noch sehr charmant und persönlich, wenn man sich auskennt. So kennen wir zum Beispiel die Gewinner vom letzten Großen Preises Leipzigs, Karl die Große,  durch gemeinsame Konzerte. Die Schwierigkeit liegt nicht in der Vernetzung der Künstler oder an Konzertmöglichkeiten, sondern vielmehr im Aufgebot von Kooperationen mit Filmteams, Verlägen und Labels die Namen haben und wirklich was reißen wollen. Durch die für eine Stadt doch sehr hohe Dichte an Musikern kommt immer wieder Tratsch auf und das ist doch motivierend, oder?

Seht ihr eine Perspektive für eure Arbeit in Leipzig?
Wir haben bereits für eine von Kindern erbaute Stadt in der Stadt gespielt, für die Schließung der NPD-Zentrale Sachsens, Viva con Aqua, der Straßenzeitung KiPPE einen Song für ihrer Jubiläums-CD geschenkt, in Kindertagesstätten Kinder zum Tanzen und Lachen gebracht, sowie auf Straßen und Kanälen freie Konzerte gegeben. Zudem verschiedene Stadtteilfeste und Hausprojekte unterstützt. Wir werden das genau so weiterführen, denn mit dieser Musik kann man Menschen helfen. Ja, wir sehen 2ERSITZ als festen Auftrag, den wir erfüllen und definitiv eine Perspektive für uns und unsere Arbeit in Leipzig.

Was sind eure nächsten Ziele als Band?
Wir arbeiten gerade mit einem wunderbaren Produzenten aus dem Proton Studio an neuen Songs für unser zweites Album. Mit den ersten Songs als Demo wollen wir dann die richtigen Unterstützer erreichen um weiter aufnehmen zu können (Veröffnetlichung: wenn es fett genug ist um zu flashen). Einen Namen haben wir schon: ZWEI VON MILLIONEN Des weiteren arbeiten wir gerade an Aktionen, die auf Leipzigs Flüchtlinge aufmerksam machen und Gegenaktivisten die Schnürsenkel zubinden.

/ Autor: torstenreitler

Stellt euch mal vor…


Karl die Grosse, Publikumssieger des vergangenen Jahres

Leipzig vermarktet sich als Musikstadt. Auf der Internetpräsenz der Stadt wird das begründet, und im dritten Absatz dieser Begründung findet dann nach all den hundert Jahre toten Musikgenies und den ihnen gewidmeten Aufführungsstätten auch die Gegenwart statt: „Die aktuelle Musikszene in Leipzig ist entsprechend weit gefächert – Klassik, Neue Musik, Rock, Pop, Jazz, Folk und noch viel mehr.“

Das klingt ein wenig unbestimmt, vorsichtig formuliert. Einer der Gründe dafür könnte sein, dass das musikalische Erbe Leipzigs weltbekannt und gut vermarktbar ist. Im Bereich Pop und Jazz hat es seit den „Prinzen“ nichts mehr gegeben, das …

Hier könnt ihr entscheiden, wie die Geschichte weitergeht. Die klassische Fortsetzung lautet „… das überregional erfolgreich war.“

Eine Alternative dazu wäre die folgende Fortsetzung: „… das sich so gut medial inszeniert hat, von den Marktmechanismen adaptiert und zu einem Massenprodukt der Unterhaltungsindustrie entwickelt und künstlerisch komplett irrelevant wurde.“

Die erste Fortsetzung ist die Logik des Marketings, der Dieter Bohlens und Castingwelt. Die zweite führt zu dem Leipzig, wie es sich heute präsentiert. Die Musikszene ist so virulent wie lange nicht mehr. Wer meint, es gäbe keine überregional bekannten Musiker aus der Stadt, der hat von den Namen Michael Wollny, Disillusion, Ronny Trettmann,  A Forest, Malky, Warm Graves oder Brockdorff Klang Labor noch nie etwas gehört. Zum unvollständigen Beispiel.

All diese Bands haben zusammen nicht so viele Platten verkauft wie die Prinzen. Aber wer glaubt, dies beantworte die Frage nach der Relevanz dieser Musiker, Bands und Projekte, der glaubt auch, dass Avicii der beste DJ der Welt ist. Weil der die meisten Follower auf facebook hat.

Es passiert viel in Leipzig, auf der youtube-Playlist von Heldenstadt.de oder unter dem Hashtag #listentoleipzig kann man sich davon ein Bild machen. Im Fahrwasser der unzähligen Bands sind längst Strukturen gewachsen, die Hoffnung machen. Es gibt Labels, Verlage, Promotionagenturen, Aufnahmestudios, (nicht genug) Proberäume, ein Plattenpresswerk, eine stetig wachsende Zahl von Auftrittsmöglichkeiten in Bars, Kneipen, Klubs und popup-stores.

Der GROSSE PREIS will allen Musikern in Leipzig die Chance geben, ihre Produktion einem größeren Publikum zu präsentieren. Dem Propheten ein wenig Geltung im eigenen Land verschaffen. Nachwuchsprojekten beim Sprung über die Wahrnehmungsschwelle Hilfestellung leisten.

Wenn ihr diese Möglichkeit nutzen wollt, dann stellt euch mal vor. Dann habt ihr die Chance, eure Band oder euer Projekt beim Onlinevoting auf der Moritzbastei-Homepage zu präsentieren. In den vergangenen zwei Jahren haben jeweils knapp 3000 Teilnehmer abgestimmt. Den Gewinnern winkt ein anständig dotierter Auftritt bei der Gala zum GROSSEN PREIS im Januar 2016 im Werk2, noch mehr Aufmerksamkeit und hoffentlich ein kräftiger Motivationsschub.

Bis zum 13. September läuft die Bewerbungsfrist für das Voting noch, die Teilnahmebedingungen findet ihr auf der Homepage der Moritzbastei.

Haltet euch also ran. Und: Viel Erfolg!

/ Autor: torstenreitler

Leipzigs Bands des Jahres (die es werden wollen)

ddgp2015

Leipzig, Leipzig, Leipzig. Auf allen Kanälen. Kann der musikalische Output mit den VorschussLorbeeren mithalten?
Gemeinsam mit dem WERK 2 und Heldenstadt.de suchen wir wieder die Musiker, Bands und musikalischen Projekte, die den Grossen Preis 2015 als Leipziger Bands des Jahres verdienen. Einsendeschluss für alle, die beim Onlinevoting um den Publikumspreis teilnehmen möchten, ist der 13. September 2015. Bis dahin wird sich auch die Jury eine Meinung gebildet haben.
Die Gala zum Grossen Preis wird am 15. Januar 2016 in der Halle D steigen.
Wer alles noch ausführlicher erklärt haben möchte, der wird hier schlauer. Bilder von der Gala 2014 könnt ihr euch hier anschauen.
Wir sind gespannt!