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/ Autor: torstenreitler

Leipzigs Bands des Jahres 2017


Was geht 2017 musikalisch in Leipzig? Das fragen wir euch und alle, die sich für die hiesige Szene stark machen. Die aufregendsten, spannendsten, vielleicht auch besten MusikerInnen der Stadt werden gesucht, um sie als „Leipzigs Bands des Jahres 2017“ zu ehren.

Jeder kann sich einbringen und mitbestimmen. Bist Du Musiker und bereit, die Leute vom Hocker zu reißen? Dann bewirb Dich mit Deinem Projekt bis zum 24. September 2017 für das Publikumsvoting (alle Details findest Du auf unserer Homepage). Die Publikumspreisträger der letzten drei Jahre hießen übrigens Karl die Große, Emily`s Giant und Lizzy McPretty im Swingerclub.

Wer den Grossen Preis des Publikums gewinnen soll, entscheidet ihr zwischen dem 9. und dem 22. Oktober. Dann könnt ihr für euren Favoriten unter den vier Kandidaten abstimmen, die wir aus den Bewerbungen für das Onlinevoting ausgewählt haben.

Die Preisübergabe mit Livekonzerten der Sieger und Gästen findet wie immer im WERK2 statt, und zwar am 19. Januar 2018.

Auf unserer facebook-Seite werden wir in den nächsten Tagen und Wochen einen kleinen Überblick darüber geben, was 2017 in Leipzigs Band- und Musikszene so passiert ist. Ihr könnt uns dort natürlich auch kontaktieren und auf neue oder eurer Meinung nach spannende MusikerInnen, Projekte oder Bands hinweisen!

Wir freuen uns auf eure Beteiligung und sind gespannt auf Leipzigs Bands des Jahres 2017!

/ Autor: torstenreitler

Klassiker: Es geht um Inhalte.

Die Moritzbastei war mit der Konzertreihe KLASSIK underground nach Salzburg eingeladen zur Karajan Music Tech Conference. Für einen Tag mischte sich die Startup- und Technikwelt mit dem Kosmos der klassischen Musik. Und wir mittendrin.

Der Umbruch der Musikindustrie geht auch an der Klassik nicht spurlos vorüber. Der CD-Markt ist praktisch tot, und während sich die Popkultur an Streamingdienste als Umsatzbringer klammert, machen klassische Werke auf spotify und co schätzungsweise nicht mehr als 5% des Angebots aus. Ein weiteres Problem ist die Demografie – in den großen klassischen Konzertsälen dominiert das Silberhaar. In 20 Jahren wird ein Großteil des heutigen Klassikpublikums nicht mehr als Zielgruppe zur Verfügung stehen. Wie also begeistert man jüngere Publikumsschichten für die Werke von Bach, Wagner, Verdi bis Schostakowitsch?

In Salzburg suchte das Eliett-und-Herbert-von-Karajan-Institut nach Antworten im Hightech-Bereich. Die Liste der Redner war lang und KLASSIK underground teilte sich mit ca. 10 anderen Startups das große Studio des Mozarteums, um sich zu präsentieren.

Wir haben sehr viele, interessante und vielversprechende Gespräche führen können. Unser Ansatz ist ja weniger technischer Natur, sondern vielmehr inhaltlich. Die reine Verpflanzung des klassischen Repertoires und Aufführungsrituals in die virtuelle Welt unserer Meinung nach nicht die Antwort auf die Zukunftsfrage der klassischen Musik. Es geht um Inhalte und darum, den Reiz und das Aufregende klassischer Musikliteratur für ein Publikum erlebbar zu machen, das mit einem völlig gewandelten Zugang zu Kunst und Kultur aufgewachsen und vertraut ist.

Trotzdem ist die virtuelle Welt natürlich faszinierend, und auch wir nutzen mit unseren 360°-Videos diese Spielwiese. Die Fachhochschule Salzburg war so freundlich, uns für unsere Präsentation einen Rechner und eine VR-Brille zur Verfügung zu stellen (Danke dafür noch einmal!). Deshalb konnten unsere Gesprächspartner KLASSIK underground in der virtuellen Moritzbastei erleben und die Reaktionen waren fast ausschließlich begeistert.

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir mit vielen Menschen, die wir in Salzburg getroffen haben, weiter über kommende Projekte und Kooperationen reden. Wir sind selbst gespannt, wohin uns KLASSIK underground noch führen wird. Und ihr dürft das auf jeden Fall auch sein!

PS: Nicht vergessen: am 5. Mai gastiert Jean-Yves Thibaudet in der Moritzbastei. Tickets gibt es hier.

/ Autor: torstenreitler

Eine tolle Fortsetzungsgeschichte

Am Donnerstag ergab sich eine tolle Gelegenheit, das KLASSIK-underground-Benefizvideo mit Anne-Sophie Mutter noch einmal zu posten. Ein zweites Benefizkonzert in Leipzig steht an!
Also los.

Die Geschichte dahinter geht folgendermaßen:
Anfang der Woche erreichte uns eine Email von Anne-Sophie Mutters Büro. Wir mögen doch bitte noch einmal Verbindung zum Leipziger Verein „Integration durch Bildung“ herstellen. Besonders die Bankverbindung des Vereins war wichtig, wollte doch ein Leipziger seine Spende überweisen, mit der er beim Benefizkonzert im vergangenen Juni eine Geigenstunde, gegeben von Anne-Sophie Mutter persönlich, für seine Enkelin „ersteigert“ hatte.

Also griff ich zum Telefonhörer und rief Antje Zajonz von „Integration durch Bildung“ an, um ihr zu sagen, dass sie demnächst aus München hören würde und sie in den nächsten Tagen das Spendenkonto im Auge behalten solle. Die Reaktion war freudig – und ziemlich überrascht. Hatte doch wenige Stunden zuvor Gewandhausdirektor Andreas Schulz bei ihr durchgeklingelt. Anne-Sophie Mutter spielt vom 16.-18.3. 2017 drei lange ausverkaufte Konzerte im Gewandhaus. Das Konzert am 18.3. , so die Entscheidung, soll wieder ein Benefizkonzert sein. Alle Gagen der mitwirkenden Musiker werden zugunsten zweier Leipziger Vereine gespendet. Zum einen an den „Interaction Leipzig“ e.V. und zum anderen wieder an „Integration durch Bildung“. Die Pressemeldung dazu liest sich folgendermaßen.

Diese tolle Nachricht freut uns für die beiden Vereine, deren Arbeit diese Würdigung und den finanziellen Support auf jeden Fall verdient! Es ist auch ein grandioses Gefühl, dass unser Benefizkonzert so eine tolle Fortsetzung erfährt. Wir können den Hut vor Anne-Sophie Mutter und ihrem Engagement nicht tief genug ziehen.

Es wäre großartig, wenn in den nächsten Tagen noch die eine oder andere Meldung in den lokalen und regionalen Medien auftauchen würde. Vielleicht würde sich der eine oder die andere noch zu einer Spende oder einem ehrenamtlichen Engagement als BildungspatIn ermutigt fühlen. Aber bis zum Konzert sind es noch ein paar Tage, an denen die Leipziger Zeitungen erscheinen, die Radios senden, die TV-Stationen ausstrahlen, die Onlineportale ihre Seiten aktualisieren…

Wir machen auf jeden Fall schon mal den Anfang, und der ist ja bekanntlich der kleinste, aber schwerste Schritt.

PS: Die Vorgeschichte zum Benefizkonzert im Juni 2016 findet ihr hier: „Dann rufen wir doch mal Madonna an!“

/ Autor: torstenreitler

Buchmesse-Vorgeschmack

Es ist wieder soweit & das Dutzend ist voll! Zum 12. Mal lädt die Moritzbastei zur Mittagslesung „Buchmesse schmeckt“ ein. Leipziger Persönlichkeiten lesen auch 2017 wieder aus ihren Lieblingsbüchern, und auch 2017 war zum Auftakt  Buchmessechef Oliver Zille zu Gast.

Oliver Zille erinnerte in seiner Begrüßung an das wieder dicht gefüllte Schwalbennest, dass sich im Oktober gleich zwei Ereignisse jähren, welche die Welt grundlegend verändert haben. Woraufhin er sich nicht Luthers Thesenanschlag widmete, sondern Isaak Babel und seinen Erzählungen aus den Jahren nach der russischen Oktoberrevolution. Wenn es so spannend weitergeht, steht uns ein toller „Buchmesse-schmeckt“-Jahrgang ins Haus!
Die Lesungen beginnen bis zum 21.3. wochentags um 12 Uhr. Wir empfehlen rechtzeitiges Erscheinen und unsere leckeren Suppen, die wir dazu reichen!

PS: Der März ist tradtionell der Literaturmonat in der Moritzbastei. Hier noch ein paar Tipps:
13.3.  Der durstige Pegasus (Europas dienstälteste Lesebühne)
17.3.  Buchpremiere: Uwe Stöß
20.3.  Luther, Tod und Teufel
21.3.  Lesebühne Schkeuditzer Kreuz
23.3.  L3 – Lange Leipziger Lesenacht
25.3.  Fischer Krimi-Abend
25.3.  Dark-Diamonds-Abend
27./28.3.  Der Theatermacher (szenische Lesung)

/ Autor: torstenreitler

Integration durch Bildung


Es ist ganz einfach. Um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, um eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu haben, braucht man Wissen. Bildung. Wer schon in der Grundschule abgehängt wird, der wird es schwer haben, seinen Platz und seinen Weg zu finden in einer komplexen und sich ständig verändernden Gesellschaft. Der Leipziger Verein „Integration durch Bildung“ hilft mit ehrenamtlichen Bildungspaten Jugendlichen beim Spracherwerb, mit Nachhilfestunden. Von der Grundschule bis zur Hochschulreife.

Im Juni hat Anne-Sophie Mutter in der Moritzbastei ein Benefizkonzert für den Verein gespielt. Das Konzert im Rahmen der Reihe Klassik underground wird uns unvergesslich bleiben. Ein toller Erfolg war es außerdem, damals kamen 14.000 Euro zusammen. Diese Summe hat es möglich gemacht, dass der Verein eine Mitarbeiterin beschäftigen kann, welche die ehrenamtlichen „Lehrer“ und den riesigen Bedarf koordiniert.

Um die Arbeit des Vereins weiter und langfristig zu unterstützen, bitten wir euch noch einmal, Herz und Portemonnaie zu öffnen. Meldet euch, wenn ihr ehrenamtlich mithelfen wollt, Kindern und Jugendlichen eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe zu geben. Unterstützt das Projekt mit einer Spende.

Danke!

/ Autor: torstenreitler

No satisfaction

white wineLeipzigs Bands des Jahres 2016 heißen BARU, SHED BALLET und WHITE WINE. Ermittelt wurden sie von 150 Menschen, die alle ihre Rolle in der Musikszene Leipzigs spielen. Der Publikumssieger wurde im Onlinevoting ermittelt, knapp 300 Menschen für LIZZY McPRETTY IM SWINGERCLUB.

Hunderte Telefonate, Emails, Facebookposts. Anzeigen und Artikel in allen (?) wichtigen (?) Printmedien dieser Stadt. Beiträge im Radio und in den maßgeblichen Blogs.  Die Bands laden ihre Fans ein. Große City-Light-Poster in der Innenstadt. Plakatierung in den Szenevierteln.

Im Vorverkauf dann 20 Tickets, an der Abendkasse ca. 40. Eingeladen waren ca. 100 Menschen aus dem Umfeld der Bands und aus der Musikszene Leipzigs. Gekommen sind davon etwa 50.

So feierten dann etwas mehr als 100 Menschen Leipzigs Bands des Jahres. Der Abend war rund, die Moderatoren Christian Meyer und Hendryk Proste machten einen super Job. JUNE COCO und JULIUS FISCHER als special guest lieferten überzeugende Performances. Der Entertainmentfaktor stimmte. So ähnlich sah das auch die LVZ in ihrer Rezension.

Aber ist das unser Anspruch? Ein netter Abend für vier Bands und zwei Handvoll Leute?

Nein.

Das war nicht genug. We could’nt get no satisfaction.

Was ist verdammt nochmal das Problem? Will das Publikum dieser Stadt seine besten Bands und Künstler nicht feiern? Ist die Idee, Bands und Künstler zu würdigen, zu lobpreisen, zu wertschätzen, nicht von dieser Welt? Naiv, dumm, aus der Zeit gefallen? Wir sind betriebsblind. Also sagt es uns: Woran hat es gelegen?

Danke.

Christian Meyer, Hendryk Proske © K. Nauber / MoritzbasteiJune Coco © K. Nauber / MoritzbasteiJune Coco © K. Nauber / MoritzbasteiJune Coco © K. Nauber / MoritzbasteiJune Coco © K. Nauber / MoritzbasteiJune Coco © K. Nauber / MoritzbasteiLizzy McPretty isc © K. Nauber / MoritzbasteiLizzy McPretty isc © K. Nauber / MoritzbasteiLizzy McPretty isc © K. Nauber / MoritzbasteiLizzy McPretty isc © K. Nauber / MoritzbasteiLizzy McPretty isc © K. Nauber / MoritzbasteiLizzy McPretty isc © K. Nauber / MoritzbasteiLizzy McPretty isc © K. Nauber / MoritzbasteiWhite Wine © K. Nauber / MoritzbasteiWhite Wine © K. Nauber / MoritzbasteiWhite Wine © K. Nauber / MoritzbasteiShed Ballet © K. Nauber / MoritzbasteiShed Ballet © K. Nauber / MoritzbasteiShed Ballet © K. Nauber / MoritzbasteiShed Ballet © K. Nauber / MoritzbasteiShed Ballet © K. Nauber / MoritzbasteiShed Ballet © K. Nauber / MoritzbasteiShed Ballet © K. Nauber / MoritzbasteiShed Ballet © K. Nauber / MoritzbasteiJulius Fischer © K. Nauber / MoritzbasteiJulius Fischer © K. Nauber / MoritzbasteiBARU © K. Nauber / MoritzbasteiBARU © K. Nauber / MoritzbasteiBARU © K. Nauber / MoritzbasteiBARU © K. Nauber / MoritzbasteiBARU © K. Nauber / MoritzbasteiBARU © K. Nauber / MoritzbasteiBARU © K. Nauber / Moritzbastei
/ Autor: torstenreitler

Du hast die Wahl (4/4): MAFA

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In dieser Woche stellen sich im Basteiblog vier Bands vor, von denen einer den „Grossen Preis“ als „Leipzigs Band des Jahres 2016“ einheimsen wird.  Warum? Weil Du (genau Du!) das so entscheiden wirst. Genauer: Mitentscheiden, bei der Wahl des Publikumssiegers, der traditionell in einem Onlinevoting ermittelt wird.

Wir haben allen vier Kandidaten einen kurzen Fragebogen geschickt, die Antworten von  MAFA lest ihr heute:

Warum macht ihr die Musik, die ihr macht (und keine andere)?
Wir waren früher immer beim Bingo. Dort sind wir aber rausgeflogen, weil einer von uns nicht so ein guter Verlierer war, wie es unserer Weisheit angemessen sein sollte. Wer von uns Beiden das war, ist egal. Wir brauchten etwas anderes. Wir haben den gleichen Vater, aber drei verschiedene Mütter. Von denen spielte die eine Harfe, die andere Triangel bei einer Metal-Band und die dritte ist Rapperin. Unsere Musik ist letztendlich ein gescheiterter Versuch, es allen dreien gleichzeitig recht zu machen.

Habt ihr einen Anspruch, eine Maxime, ein Ziel, von dem ihr euch leiten lasst?
Wenn wir groß sind wollen wir gemeinsam mit Tina Turner im Vorprogramm von Justin Bieber “Cose Della Vita“ singen. Und zwar mit Flirt. So schön ungezwungen wie Eros Ramazotti im Musikvideo.

Wie erlebt ihr die Musikstadt Leipzig?
Artenvielfältig.

Was gefällt euch an der hiesigen Musiklandschaft / -szene, wo liegen Schwierigkeiten für euch?
Entgegen aller Behauptungen ist Leipzig nicht Berlin und wird dieses in den nächsten 10 Jahren bestimmt nicht als Musik-Hauptstadt ablösen. Aber die Stadt ist im Wandel. Analog zur wirtschaftlichen und deflationären Entwicklung keimen gegenwärtig neue Strukturen in Club-, Konzert- und Labellandschaften auf. Wer dieser Tage gute Musik macht und seine Fäden richtig spinnt, hat die nächsten Jahre gut was zu ernten. Das stand auf einer Toilette in unserer Stammkneipe. Wir wissen natürlich von solchen Dingen nichts.

Seht ihr eine Perspektive für eure Arbeit in Leipzig?
Wenn, dann in Leipzig.  Die Menschen sind bereit für uns.

Was sind eure nächsten Ziele als Band?
Das letzte Album ging echt gut durch die Decke. Wir wissen nicht, was wir mit der vielen Kohle machen sollen. Meistens stecken wir die Erlöse in einen Fonds für junge Millionärssöhne, die sich von ihren Eltern emanzipieren und auf eigenen Beinen stehen möchten. Umso mehr Hunger wir haben, desto besser ist die Musik. Das haben wir schon mal zu Geheimtipp Leipzig gesagt. Aber da unserer Bescheidenheit uns so vollkommen macht, zitieren wir uns gerne selbst.

Wenn Du MAFA Deine Stimme geben möchtest, dann kannst Du das hier tun: Zum Voting.

/ Autor: torstenreitler

Du hast die Wahl (3/4): Lizzy McPretty im Swingerclub

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In dieser Woche stellen sich im Basteiblog vier Bands vor, von denen einer den „Grossen Preis“ als „Leipzigs Band des Jahres 2016“ einheimsen wird.  Warum? Weil Du (genau Du!) das so entscheiden wirst. Genauer: Mitentscheiden, bei der Wahl des Publikumssiegers, der traditionell in einem Onlinevoting ermittelt wird.

Wir haben allen vier Kandidaten einen kurzen Fragebogen geschickt, die Antworten von Lizzy McPretty im Swingerclub lesen sich so:

Warum macht ihr die Musik, die ihr macht (und keine andere)?
Wir alle drei haben im Laufe der Zeit schon mit vielen unterschiedlichen Menschen Musik gemacht. Wir hatten und haben verschiedene Bands, die unterschiedliche Musik produzieren. Mit unserer Band Lizzy McPretty machen wir die Musik, die sich in dieser Besetzung und mit dieser Kombination von Musikern natürlich anfühlt. Unser Plan war nicht eine Band zu gestalten, die dann einen bestimmten Musikstil bedient. Unsere Musik passiert einfach und wird von vielen Sachen beeinflusst. Z.B. was für eine Art von Musik man privat gerade viel hört (wir haben zur Zeit eine ausgeprägte Country-Phase) oder auch was für Musik früher einmal eine große Rolle gespielt hat, darum tauchen z.B auch jazzige oder Indie-Elemente in unseren Songs auf. Wir alle drei spielen auch zusammen in einer Ska-Band, das beeinflusst unsere Musik mit Lizzy natürlich auch. Alles ist veränderlich, vor Allem die Musik, die man macht – keine Schubladen – das ist das Beste daran.

Habt ihr einen Anspruch, eine Maxime, ein Ziel, von dem ihr euch leiten lasst?
Unser Anspruch an uns selbst ist auf jeden Fall authentisch zu sein und uns selbst treu zu bleiben in dem was wir machen. Niemand braucht die nächste gekünstelte Band, die bedient was die breite Masse fordert. Wir machen das was sich gut anfühlt und was wir gut finden. Wenn’s den Hörern auch gefällt – umso besser! Unser Ziel ist es von unserer Musik leben zu können. Für uns bedeutet das allerdings nicht in den Medien gefeiert zu werden und den 5. Porsche vor der Tür zu parken – der wahre Luxus ist für uns die Freiheit zu haben seine Zeit in die Musik stecken zu können, weil die Miete bezahlt und der Kühlschrank voll ist. Living the dream!

Wie erlebt ihr die Musikstadt Leipzig?
Leipzig ist großartig. Leipzig pulsiert. Wir alle drei sind keine ursprünglichen Leipziger und genießen das Leben in unserer neuen Heimat sehr. In Leipzig leben tolle Menschen, die unfassbar großartige Dinge auf die Beine stellen. Es gibt immer etwas neu zu entdecken: kulturell, musikalisch, cineastisch, theatralisch, soziokulturell, integrativ, individuell. Wenn man erst mal angefangen hat in die verschiedenen Szenen und Subkulturen abzutauchen kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr raus. So viel kreative Energie – wir fühlen uns pudelwohl hier!

Was gefällt euch an der hiesigen Musiklandschaft / -szene, wo liegen Schwierigkeiten für euch?
An der Leipziger Musikszene gefällt uns, dass ständig neue Sachen passieren. Neue Veranstaltungsorte entstehen, neue ungewöhnliche Konzertreihen werden etabliert, man bekommt außergewöhnliche Kollaborationen zu sehen, z.B einen Fahrradladen, in dem auch tättowiert wird und Abends Konzerte stattfinden. Großartig! Leipzig ist ein El Dorado für Künstler, aber eben diese Schnelllebigkeit kann auch manchmal anstrengend sein und man darf diesem ganzen Hypezig-Quatsch auch nicht völlig unkritisch gegenüber stehen. Manchmal wird über das Ziel hinaus geschossen, aber das gehört eben auch dazu. Schwierig in der Leipziger Musikszene ist, wie in jeder größeren Stadt, das Live-Gig-Verhalten. Es gibt viele Bands, die tolle Musik machen und spielen wollen und es gibt immer weniger Veranstalter, die vernünftige Gagen zahlen wollen oder können. Für die meisten Veranstalter ergibt diese Kombination traumhafte Live-Gig-Konditionen: die Band kriegt was im Hut landet – kein finanzielles Risiko für den Club, aber leider auch für die Band oftmals nicht genug um die (Proberaum)Miete zu zahlen.

Seht ihr eine Perspektive für eure Arbeit in Leipzig?
Auf jeden Fall! Wir haben viel von unserer Musik in Leipzig geschrieben, hier zu arbeiten ist sehr angenehm, weil es viel Input gibt. Wir sehen da noch lange nicht das Ende der Fahnenstange und freuen uns auf die nächsten kreativen Schübe in und um Leipzig.

Was sind eure nächsten Ziele als Band?
Vor drei Jahren haben wir unser Debutalbum rausgebracht, im Frühjahr 2017 ist es daher für uns an der Zeit mal wieder unseren Output zu erhöhen. Geplant ist eine EP mit 4-5 Songs aufzunehmen, gerade sind wir beim Feinschliff der Songs und wollen im Winter ins Studio. Ein Album Ende nächsten Jahres ist auch denkbar – mal sehen, wir gehen mit dem Flow und gucken wohin er uns treibt. Alles kann, Nichts muss!

Wenn Du Lizzy McPretty im Swingerclub Deine Stimme geben möchtest, dann kannst Du das hier tun: Zum Voting.

/ Autor: torstenreitler

Du hast die Wahl (2/4): DIN Martin

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In dieser Woche stellen sich im Basteiblog vier Bands vor, von denen einer den „Grossen Preis“ als „Leipzigs Band des Jahres 2016“ einheimsen wird.  Warum? Weil Du (genau Du!) das so entscheiden wirst. Genauer: Mitentscheiden, bei der Wahl des Publikumssiegers, der traditionell in einem Onlinevoting ermittelt wird.

Wir haben allen vier Kandidaten einen kurzen Fragebogen geschickt, die Antworten von  DIN Martin lest ihr heute:

Warum macht ihr die Musik, die ihr macht (und keine andere)?
Bevor wir das erste Mal zusammen in den Proberaum gingen, trafen wir uns und sprachen über Musik. Wir verfassten einen Plan darüber, wie unsere Musik aufgebaut sein sollte und welche Arbeitsweisen wir verfolgen könnten. Einen Einfluss hat sicherlich auch der musikalische Background und die individuellen Fähigkeiten von jedem von uns.

Habt ihr einen Anspruch, eine Maxime, ein Ziel, von dem ihr euch leiten lasst?
Wir versuchen neben der Akustik auch die Struktur und Intention unserer Musik in Räumen hör- und fühlbar zu machen. Wir wollen Komplexität und Spannung. Wir möchten Popmusik machen und das alles miteinander vereinen. Das sind unsere Ansprüche. Das Ziel ist natürlich der Weg, aber auch die Herzen der Menschen.

Wie erlebt ihr die Musikstadt Leipzig?
Aus unterschiedlichen Perspektiven. In der Außendarstellung der “Musikstadt Leipzig“ ist der Blick fast ausschließlich auf Klassik und Jazz fokussiert. In unserer Wahrnehmung sehen und hören wir Musik in Leipzig mit hoher Qualität und enormem Potential in fast jedem Bereich.

DIN Martin – Before You Faint from Wanderlust Films on Vimeo.

Was gefällt euch an der hiesigen Musiklandschaft / -szene, wo liegen Schwierigkeiten für euch?
Vor allem gefällt uns die Musik die in Leipzig entsteht, Projekte die an der Grenze ihrer Wirtschaftlichkeit, abseits von Förderung realisiert werden und die Menschen die dafür arbeiten und einstehen. Mit den Schwierigkeiten die es gibt, müssen hier alle leben.

Seht ihr eine Perspektive für eure Arbeit in Leipzig?
Ich glaube, wir alle fühlen uns in Leipzig sehr wohl. Hier leben und lieben wir. Hier gibt es Freiräume, die wirklich interessante Projekte auf vielen Ebenen ermöglichen. Diese Freiräume können Kreativität freisetzen. Und diese Kreativität brauchen wir auch für unsere Arbeit. Aber natürlich ist Musik auch frei und nicht unbedingt an Orte gebunden.

Was sind eure nächsten Ziele als Band?
Wir möchten 2017 unser nächstes Album veröffentlichen und es an vielen Orten live vorstellen.

Wenn Du DIN Martin Deine Stimme geben möchtest, kannst Du es hier tun: Zum Voting.