Alle Artikel in der Kategorie “Allgemein

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/ Autor: torstenreitler

Danke & kommt vorbei!

Ihr habt das Crowdfunding für den Moritzbastei-Kultursommer zu einem voller Erfolg gemacht. Danke an 540 Unterstützer:innen und 32.000 Euro! Einen schöneren Vertrauensbeweis für unsere Arbeit hättet ihr uns nicht bereiten können. Wir danken jedem einzelnen von euch aus ganzem Herzen. Am 19. Juli (14-18 Uhr) und am 23. Juli (16-20 Uhr) können alle Funder:innen ihre Dankeschöns an der Moritzbastei abholen. Wir würden uns freuen, euch persönlich Danke zu sagen und mit euch ins Gespräch zu kommen.

Mit euren Spenden werden wir wie geplant unser Open-Air-Programm absichern, Produktionskosten bezahlen und uns gegen Schlechtwetterperioden wappnen. Seit Mitte Juni laufen die ersten Konzerte, Lesungen, Festivals, Poetryslams, Quizshows, und weil ihr das beste Publikum der Welt seid, waren bisher fast alle Veranstaltungen ausverkauft.

Wenn es so gut weitergeht, könnte also sein, dass nicht die gesamte Fundingsumme für den MB-Kultursommer gebraucht werden wird. Was übrig bleibt, werden wir für die weitere Veranstaltungsplanung einsetzen. Aktuell ist noch nicht abzusehen, ob wir nach dem Sommer wieder indoor veranstalten können, wie viele Menschen sich dann wieder bei uns tummeln dürfen, wie wir wirtschaftlich arbeiten können. Natürlich hoffen wir auf weitere Normalisierungen, aber den weiteren Verlauf der Pandemie können auch wir nicht vorhersehen.

Die wirtschaftliche Lage für die Moritzbastei bleibt also – wie für praktisch alle Kulturveranstalter:innen – äußerst fragil. Ohne das Instrument Kurzarbeit könnten überhaupt nicht tätig sein. Was auch bedeutet, dass die Situation für alle Mitarbeiter:innen des MB-Teams angespannt bleibt. Solltet ihr also die Möglichkeit haben, Kultureinrichtungen, Künstler:innen und Menschen, die im Kulturbereich als Dienstleister:innen arbeiten, in irgend einer Form zu unterstützen, dann ist jede Hilfe herzlich willkommen. Die Überwindung dieser Krise wird für den Kulturbereich auf jeden Fall ein Marathon, der uns bis weit ins nächste Jahr beschäftigen wird.

Wir schauen trotzdem zuversichtlich voraus. Mit Gästen, Freunden und Unterstützer:innen wie euch werden wir diese Herausforderungen meistern. Da sind wir uns ganz sicher!

/ Autor: torstenreitler

Zurück zur Kultur!

Crowdfundingaktion für den Erhalt der MB startet am 11. Juni* auf startnext

Die MB steht vor der größten Herausforderung ihrer 40jährigen Clubgeschichte. Wie fast alle Kultureinrichtungen des Landes kämpfen wir mit massiven Einnahmeverlusten durch die Covid19-Krise, die schon jetzt mehr als 30 Prozent des Jahresumsatzes betragen. Für die Moritzbastei, die ohne öffentliche Förderung arbeitet, ist diese Situation existenzbedrohend.

Aber mit eurer Hilfe können wir es schaffen, den Sommer zu überstehen und im Herbst wieder durchzustarten! Und damit der Sommer 2020 kulturell nicht komplett ins Wasser fällt, wollen wir mit eurer Unterstützung auf der Terrasse der MB ein Open-Air-Programm realisieren!

Am 11. Juni 2020 starten wir deshalb unsere Crowdfunding-Aktion auf startnext. Mithilfe dieser Funding-Aktion wollen wir uns in die Lage versetzen, uns selbst helfen zu können, indem wir das tun, was wir am besten können: Kultur veranstalten! Wir hoffen auf einen stabilen Sommer und planen, auf der großen MB-Terrasse Poetry Slams, das Leipzig Pop Fest, Livekonzerte, Improtheater und natürlich das Moritzbastei-Sommertheater stattfinden zu lassen. Platz ist genügend da, knapp 200 Zuschauer*innen könnten auch unter den geltenden Abstands- und Infektionsschutzregeln die Veranstaltungen besuchen.

Fundingziel sind 25.000 Euro, die wir zur Deckung der Produktionskosten und als Investition in die Zukunft der MB nutzen wollen. Die erhofften Einnahmen aus dem Kultursommer sollen den Fortbestand des Hauses über die Covid19-Krise ermöglichen und die Chance bewahren, in unbestimmter Zeit wieder mit einem regulären Veranstaltungsbetrieb starten zu können.

Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann könnt ihr das nicht nur, indem ihr euch für eines unserer Crowdfunding-Dankeschöns entscheidet. Die Erfahrung sagt, dass für es für jeden eingeworbenen Euro einen Klick auf die Fundingseite benötigt. Es wäre uns also eine große Hilfe, wenn ihr die Aktion über eure privaten oder beruflichen Netzwerke teilt und uns somit helft, möglichst viele potentielle Unterstützer*innen zu erreichen.

*leider hat sich der Start aus technischen Gründen noch einmal verzögert, so dass wir nicht wie geplant schon am 7. Juni starten konnten.

/ Autor: torstenreitler

Kleines schwarzes Pfingsten

Das Wave-Gotik-Treffen 2020 wurde umständehalber auf das nächste Jahr verschoben. Wir freuen uns, dass die Macher des darkstream festivals bei uns anfragten, ob sie ihr dreitägiges Streaming-Event von der Moritzbastei aus moderieren dürfen. Was für eine Frage – natürlich dürfen sie das!

Deshalb viel Spaß beim Zuschauen, und alle, die trotz alledem nach Leipzig gereist sind oder hier zu hause: ihr seid herzlich eingeladen, auf der Moritzbastei-Terrasse euer extra für das WGT zurechtgelegte Gewand anzulegen und das darkstream festival praktisch live vor Ort mitzuverfolgen.

Wir freuen uns auf euch und wenigstens ein kleines schwarzes Pfingsten 2020.

/ Autor: torstenreitler

Alles ist offen

Das ist die aktuelle Situation: Die Moritzbastei öffnet wieder und bleibt gleichtzeitig geschlossen. Gastronomie, Kultureinrichtungen und Konzerthäuser dürfen ab 15. Mai 2020 wieder öffnen. Musikclubs und Diskotheken müssen geschlossen bleiben. Kontaktverbote bleiben bestehen, es gelten weiterhin strenge Hygieneauflagen. Was bedeutet das für die MB?

Ab Montag öffnet unser Café Barbakane wieder. Vorerst für das Mittagsgeschäft, vorerst wochentags von 11:30 Uhr bis 15 Uhr. Mit verkleinertem Angebot und in Minimalbesetztung. Wenn ihr uns die Bude einrennt – was uns die Freudentränen in die Augen treiben würde! – werden wir das Angebot Schritt für Schritt vergrößern, vor allen Dingen auf unseren Freisitz. Von Normalbetrieb sind wir natürlich trotzdem weit entfernt, bitte bringt etwas Geduld mit und Nachsicht. Unser Team muss sich auf die neuen Regelungen einstellen, wird das aber mit einem Lächeln für euch tun. 🙂

Ein regelmäßiger Veranstaltungsbetrieb ist auch nach den aktuellen Lockerungen nicht in Sicht. Besonders Konzerte und Partys, aber auch die für unser Betreibermodell ebenso wichtigen Vermietungen sind momentan nicht durchführbar. Unsere wichtigsten Einnahmequellen liegen weiterhin trocken. Kleinere Veranstaltungen, die wir normalerweise aus den Überschüssen der großen Veranstaltungen querfinanzieren, können wir nicht durchführen. Generell können wir derzeit nur tun, was zumindest keine Verluste produziert. Im Kulturbereich ist das selbst in normalen Zeiten nur wenig mehr als Nichts.

If you’re going through hell, keep going.

Aber wir kämpfen, und natürlich gilt das alte Churchill-Wort: „Wenn du durch die Hölle gehst, geh weiter!“ Unsere große Terrassenfläche bietet die Chance, auch unter den Hygienevorgaben Veranstaltungen durchzuführen. Momentan schreiben wir Konzepte, messen Abstände, kalkulieren Aufwände, reden mit Künstler- und Dienstleister:innen. Wenn es die Umstände, unsere Berechnungen (und das Wetter…) erlauben, dann starten wir am 6. Juni unsere Open-Air-Saison mit dem Song-Slam-Jahresfinale.

Das ist immerhin eine Hoffnung – aber eine mit vielen und großen Unsicherheiten. Selbst wenn unsere Pläne für open-air-Veranstaltungen aufgehen sollten, werden sie mit Auflagen, begrenzter Kapazität, Abstandsregeln und anderen Preisen einhergehen müssen. Wie ihr, unser Publikum, damit umgehen werdet, ist die nächste spannende Frage mit zentraler Bedeutung für die Zukunft der MB (und der Kultur, wie wir sie kannten, generell).

Überlebenswille und Unterstützung

Klar, wir geben nicht auf und nutzen alle Möglichkeiten, die sich bieten, um die MB durch diese schwere See zu lotsen. Wir haben ein Darlehen bei der SAB beantragt und sind zuversichtlich, eine Zusage zu bekommen. Damit stehen die Chancen gut, dass wir bis über den Sommer unsere laufenden Fixkosten (bei Nullbetrieb, ohne Löhne und Gehälter) bedienen können. Jede noch so zaghafte Öffnung, jede noch so kleine Veranstaltung ist aber zum Erfolg verdammt, um dieses Minimalziel nicht zu gefährden.

Deshalb sind wir weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Wir sind für jeden noch so kleinen Betrag dankbar! Wir sind darauf angewiesen. Deshalb hier auch ein dickes und großes DANKESCHÖN an alle, die uns bisher geholfen haben, indem sie einen MB-Gutschein, ein Corona-Ticket oder ein Livekommbinat-Soliticket gekauft haben oder eine Spende an die Stiftung Moritzbastei überwiesen. Danke auch an alle, die bei den Twitch-Partys, die unsere Technik-Kollegen Kevin und Twenty in ihrer Freizeit organisieren, gespendet haben. Ebensolcher Dank an das Team der MoreCore-Partys und alle, die bei deren Charity-Stream für die Clubs gespendet haben.

Moritzbastei-Crowdfunding und Streaming-Events

Aktuell bereiten wir auch eine Crowdfunding-Kampagne vor. Mit der könnt ihr uns nicht nur unterstützen, wir werden euch dafür einiges an Extras und Specials anbieten, für die es sich lohnen wird, das Portemonnaie zu öffnen! Außerdem dürft ihr euch auf besondere Streaming-Performances freuen, die viel mehr sein werden als Kultur ohne Publikum auf dem Laptop. Auch da werdet ihr die Möglichlichkeit haben, euren Spaß mit einer Unterstützung für die MB zu verbinden.

Und weil das so schön positiv und nach Vorfreude klingt, endet dieser Beitrag hier. Nehmt diese good vibrations mit in euren Alltag. Bis hoffentlich sehr, sehr bald!

/ Autor: torstenreitler

Wir leben noch. Vielen Dank!

Die erste Covid-19-Schockwelle ist über die Moritzbastei hinweggerast. Langsam kommen wir wieder zu Besinnung und überlegen, wie es weiter gehen kann. Zeit für ein kurzes Update und für ein herzliches Dankeschön an alle, die uns unterstützen!

Mit dem Dankeschön fangen wir an. Viele haben gefragt, wie sie „ihrer“ Moritzbastei in dieser unsicheren Zeit helfen können, und viele haben das auch tatsächlich getan! Knapp 3000 Euro sind bisher bei uns an Corona-Unterstützung eingegangen. Dafür danken wir euch aus tiefstem Herzen und mit einer demütigen Verneigung, denn viele von euch trifft diese Krise ja auch mit voller Härte.

Da ein Ende der Veranstaltungsverbote noch nicht absehbar ist, halten wir euch die Möglichkeit weiter offen, uns zu unterstützen. Ihr könnt:

Wir werden euch über die Höhe der eingegangenen Gelder auf dem Laufenden halten und euch auch mitteilen, wofür wir es verwenden.

Solidaritat in der Kunst-, Kreativ- und Clubszene

Die kreative Szene in Leipzig, die der Stadt im letzten Jahrzehnt weltweit Aufmerksamkeit und einen sensationellen Aufschwung beschert hat, droht durch die Covid-19-Beschränkungen schweren Schaden zu nehmen. Ihr habt es sicher mitbekommen: Clubs droht die Schließung, vielen Künstlern der Sturz in die Mittellosigkeit, die Kreativwirtschaft steht vor dem Kollaps. Da die Moritzbastei nicht im luftleeren Raum existiert, sondern in steter Wechselwirkung mit dieser kreativen und künstlerischen agiert, engagieren wir uns auch für die Belange der Kultur- und Kreativschaffenden.

Die MB ist aktives Mitglied im Zusammenschluss der Leipziger Clubs und Musikspielstätten, dem IG LiveKommbinat e.V. Über das LiveKomm-Soliticket könnt ihr die Leipziger Clubszene unterstützen. Mittlerweile sind 86.000 Euro von euch gespendet worden, und den ersten Clubs konnte von dieser Unterstützung aus existenzieller Not geholfen werden. Alle Infos zur IG LiveKommbinat, dem Club-Soliticket und der Situation der Clubs findet ihr auf www.livekommbinat.de
Über die Verteilung der Einnahmen des Solitickets entscheidet der LiveKommbinat e.V. demokratisch. Vorrangig sollen diejenigen Clubs unterstützt werden, die in akuter Gefahr sind.

Schon seit vielen Jahren engagiert sich die MB auch in der Initiative Leipzig Plus Kultur für die Belange der freien Szene, für eine gerechte und transparente Fördermittelvergabe seitens der Stadt und für eine offene und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und dem Kulturdezernat.

Gemeinsam mit dem Verband der Leipziger Kreativwirtschaft KREATIVES LEIPZIG e.V. haben IG LiveKommbinat und Leipzig Plus Kultur die Plattform www.dasistleipzig.de initiiert. Hier werden  alle Infos zu Förder- und Hilfsmöglichkeiten für die Kunst- und Kreativszene gesammelt, hier können Supportaufrufe zentral veröffentlich werden, hier bieten wir einen Überblick über alle Streamingangebote, die zur Zeit aus der Leipziger Kulturszene kommen. Wir haben auch einen wöchentlichen Krisenstab mit Kulturdezernat, Kulturamt und dem Amt für Wirtschaftsförderung ins Leben gerufen, an dem wir die Belange der Clubs, Künstler:innen und Kreativen vertreten und die Arbeit der Stadt mit unserem Fachwissen unterstützen.

Wie geht es in der MB weiter?

Das hängt von den konkreten Entscheidungen der sächsischen Landesregierung und der Umsetzung in Leipzig ab. Wir wollen natürlich so bald wie möglich wieder regulär öffnen und arbeiten dafür im Hintergrund. Großveranstaltungen wie das WGT oder auch unsere wöchentlichen Partys, werden bis über den Sommer nicht stattfinden können. Damit können wir auch keine Gewinne erwirtschaften, um kleinere oder kostenintensive Veranstaltungen zu subventionieren, wie zum Beispiel Theaterproduktionen, Ausstellungen, Lesungen, Konzerte mit noch unbekannten Bands oder Nischenprogramme. Es wird unsere größte Herausforderung sein, die Wiedereröffnung der Moritzbastei so auszubalancieren, dass wir ohne Netz und doppelten Boden Wirtschaftlichkeit und unseren kulturellen Auftrag gleichermaßen gerecht werden. Dafür werden wir alle Kraft, das Engagement unserer Mitarbeiter:innen und unseres großen studentischen und freiberuflichen Teams benötigen,  wahrscheinlich einen staatlichen Überbrückungskredit und die Treue unseres Publikums brauchen!

Das verordnete Nichtstun schmerzt mindestens genauso, wie die wirtschaftlichen Einbußen. Sobald es uns möglich ist, werden wir wieder loslegen, vorerst hinter den Kulissen. Dann informieren wir euch auch darüber, wie der Sommer auf der MB aussehen wird, ab wann es wieder einen Café- und Kneipenbetrieb geben wird, was mit dem Sommertheater, der Fahrradrallye, dem Leipzig Pop Fest, unserem Freisitz, dem Sommerkino passiert.

Wir halten euch also auf dem Laufenden, bleibt gesund und der Moritzbastei gewogen!

/ Autor: torstenreitler

A little help from our friends

Ein Moritzbastei-Corona-Update: Wie wir durch die Krise kommen und wie ihr uns dabei unterstützen könnt

Wie geht es Dir? Diese Frage, sonst eher eine Höflichkeitsfloskel, hat einen anderen Klang dieser Tage. Auch in Bezug auf die Moritzbastei stellt sie sich neu und mit mehr Dringlichkeit, je mehr Zeit vergeht. Zeit, in der die MB geschlossen bleiben muss. Zeit, in der nicht absehbar ist, ob und welche Hilfsprogramme für die Moritzbastei greifen könnten. Hier kommt ein Situationsbericht, wie ihr uns mit einem Unterstützungsbeitrag, einer Spende oder dem Kauf eines Gutscheins unterstützen könnt, findet ihr am Ende des Beitrags.

Wie sehr trifft die Corona-Krise die Moritzbastei?

Momentan überwiegt – noch! – der kulturelle Schaden. Die Moritzbastei arbeitet ohne institutionelle Fördermittel, wie jedes andere mittelständische Unternehmen (über 100 Mitarbeiter:innen, die 60 Vollzeitstellen entsprechen!) müssen wir alles Geld, das wir ausgeben wollen, vorher einnehmen. Da wir in den vergangenen beiden Jahren gut wirtschaften konnten, steht uns ein bescheidenes Rücklagenpolster zur Verfügung, mit dem wir die akuten Einnahmeausfälle –noch! – abfedern können.

Unsere Versicherungspolice deckt die Ausfälle durch die Coronakrise nicht ab. Da der Pachtvertrag für die Moritzbastei Ende 2027 ausläuft, fehlen die Sicherheiten für einen „normalen“ Bankkredit.

Aber der Staat und die Stadt werden die MB doch retten?

Momentan kann man das so nicht sagen. Es gibt keine Fördermittel von der Stadt oder dem Freistaat (siehe oben), aktuell sind auch noch keine Hilfs- oder Kreditprogramme für Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeiter:innen aufgelegt worden. Natürlich gibt es eine gewisse Hoffnung, dass die Institution Moritzbastei auch in einer Krise nicht aufgegeben werden wird. Aber auch bzw. besonders einer Kommune wie Leipzig, die mit Gewandhaus, Oper, Theater, Zoo und diversen Museen ein überaus umfassendes Kulturangebot finanziert, sind Grenzen gesetzt bei dem, was sie abfedern kann. Welche Priorität da die Moritzbastei hat, können wir nicht abschätzen.

Welche Maßnahmen hat die MB ergriffen, um die akute Krise zu überstehen?

Wir haben unseren Betrieb komplett eingestellt, um die Betriebskosten soweit wie möglich zu senken. Trotzdem bleiben noch weit über 10.000 Euro pro Monat, die für Abschläge, Versicherungen und Gebühren gezahlt werden müssen.

Eine Hauptlast tragen alle Mitarbeiter:innen. Unsere achtundvierzig sozialversicherungspflichtigen Angestellten bekommen Kurzarbeitergeld. Alle freien Mitarbeiter:innen, die nach Diensten bezahlt werden, stehen ohne Verdienstmöglichkeit da. Damit fallen keine Lohn- und Gehaltskosten für die GmbH an, der Lohnverzicht trifft die Kolleg:innen natürlich hart. Freie Kultur und Gastronomie sind keine Jobs, in der man Polster für schlechte Zeiten zurücklegen kann. Leider.

Wie lange kann die Moritzbastei eine komplette Schließung überleben?

Es ist schwer absehbar, wie lange wir aus eigener Kraft diese Einschnitte tragen können. Unsere „Auftragsbücher“ für den Herbst sind prall gefüllt, im Planer stehen viele tolle Veranstaltungen. Unsere Hoffnung ist, dass wir damit unsere Umsatzausfälle zumindest begrenzen können. Davor kommt allerdings der traditionell umsatzschwache Sommer. Es wird also alles davon abhängen, wann wir den Betrieb wieder hochfahren können.

Wie kann der Moritzbastei geholfen werden?

Sollten die Ausnahmeregelungen der Corona-Krise deutlich über den bisher festgesetzten 19. April 2020 verlängert werden, wird die Moritzbastei finanzielle Hilfe benötigen, die nur von kommunaler oder staatlicher Seite kommen kann. Oder wir müssten – was wir nicht hoffen – unser Programm und damit unseren Personalbestand tiefgreifend ändern. Wir hoffen darauf, dass in absehbarer Zeit auch ein Hilfsprogramm für mittelständische Unternehmen aufgesetzt werden wird.

Kann ich persönlich etwas für die Moritzbastei tun?

Wenn ihr die Möglichkeit dazu habt, dann könnt ihr uns natürlich auch mit einer kleinen oder größeren finanziellen Zuwendung unterstützen. Es könnte sehr helfen, wenn wir soviel Geld zusammenbekommen, einen Monat länger die Betriebskosten zu zahlen! Wenn ihr regelmäßige Gäste der MB seid, dann schaut mal, was ihr normalerweise monatlich für Tickets bezahlt oder an Trinkgeld in der Bastei lasst…

Folgendes könnt ihr konkret tun:

  • Unterstützt die Moritzbastei mit einem Support-Beitrag von 10 oder 20 Euro. Als kleines Dankeschön laden wir laden euch auf ein Getränk ein bei eurem nächsten Besuch. 🙂
    Hier der Link zu Tixforgigs: https://bit.ly/MBCovid19Support
  • Ihr könnt der gemeinnützigen Stiftung Moritzbastei eine Spende überweisen. Die Stiftung hat die Moritzbastei von der Stadt Leipzig gepachtet und ist für den Unterhalt des Denkmals zuständig und kontrolliert die kulturelle Nutzung der MB. Mit einer Spende helft ihr, den Bestand der MB langfristig zu sichern. Die Bankverbindung lautet:

    Stiftung Moritzbastei
    IBAN: DE05 8605 5592 1100 1489 96
    Kreditinstitut: Sparkasse Leipzig
    Verwendungszweck: Corona Help Moritzbastei

    Möglich ist auch eine Spende via PayPal an mail@stiftungmoritzbastei.de

    Natürlich kann die Stiftung euch auch einen Spendenbeleg ausstellen.
  • Kauft einen Moritzbastei-Gutschein! Den könnt ihr ganz regulär nach Wiedereröffnung für Konzert- und sonstige Veranstaltungstickets einlösen, aber auch für Speisen und Getränke. Ihr könnt ihn sogar verschenken! Wenn ihr es euch leisten wollt und könnt, dann löst den Gutschein nicht ein, sondern behaltet ihn als kleines Souvenir für eure Hilfsbereitschaft.
    Hier gibt es die Gutscheine: bit.ly/MBGutschein

Die Moritzbastei ist euch für jede Hilfe und Unterstützung zutiefst verbunden! Bei euch bedanken sich alle Mitarbeiter:innen, die möglichst bald wieder ihrem täglichen Job nachgehen wollen. Alle Student:innen, Honorarkräfte und Dienstleister, die wieder als Servicekräfte die unsere Tresen bewirtschaften, unsere Technik warten und bedienen und notwendige Hintergrundtätigkeiten durchführen wollen. Nicht zuletzt alle Künstler:innen, die sehnsüchtig darauf warten, wieder für euch auftreten zu können!

Bleibt gesund, achtet auf euch und eure Mitmenschen. Bis hoffentlich sehr bald!

/ Autor: torstenreitler

Eiszeit

In der Moritzbastei werden bis Ostern zum 20. April 2020 keine Veranstaltungen stattfinden können. Unser Café Barbakane ist noch täglich von 10-16 Uhr geöffnet, aber es ist absehbar, dass mangels Kundschaft die MB in Kürze komplett geschlossen bleiben muss. Ab dem 19.3. ist die Moritzbastei komplett dicht. Wir halten euch über alle Entwicklungen, die MB betreffend, auf dem Laufenden.

Was bedeutet das? Die Moritzbastei erhält keine institutionelle Förderung von der Stadt, dem Freistaat oder anderen Instanzen. Alles Geld, das wir für den Erhalt des Kulturdenkmals, unser Programm und alle Löhne und Gehälter ausgeben, müssen wir vorher verdienen. Aktuell gibt es keine Einnahmen, die Ausgaben laufen weiter.

Wir denken und planen in kurzen Zeiträumen. Wir hoffen auf ein Ende der Veranstaltungseinschränkungen bis spätestens Ende Mai. Für alle festangestellten Mitarbeiter:innen wurde Kurzarbeit Null beantragt. Unseren Mitarbeiter:innen auf Minijob- und Honorarbasis fallen auf nicht absehbare Zeit alle Dienste und damit Einnahmen aus. Alle Betriebskosten werden auf ein Minimum reduziert, alle Aktivitäten gestoppt.

Wie lange kann die Moritzbastei eine solche Eiszeit überleben? Keine Ahnung. Optimistisch, wie wir sind, gehen wir von einer Besserung der Situation zum Sommer aus und hoffen darauf, dass viele ihr Kultur- und Ausgehdefizit in der zweiten Jahreshälfte ausgleichen wollen. Trotzdem müssen wir damit rechnen, bis zu 30 Prozent unseres Jahresumsatzes zu verlieren. Vielleicht wird es sogar mehr. Hoffentlich weniger. Was ein solcher Einbruch langfristig bedeutet, können wir im Moment noch nicht einschätzen.

Als alteingesessenes, überregional bekanntes und bestens ausgelastetes Kultur- und Veranstaltungszentrum sind wir da noch in einer vergleichsweise komfortablen Positition. Die meisten anderen Clubs und nichtgeförderten Veranstaltungorte in der Stadt haben deutlich schlechtere Voraussetzungen, um eine Krise solchen Ausmaßes zu überstehen. Die Moritzbastei setzt sich seit Jahren in Initiativen wie Leipzig plus Kultur und der IG LiveKommbinat für die Interessen der Freien Kulturszene und der Clubs und Musikspielstätten dieser Stadt ein. Das werden wir in den kommenden Wochen und Monaten noch stärker tun. Zeit dafür haben wir ja jetzt.

Wir halten euch hier und in den sozialen Medien auf dem Laufenden. Ihr als unser Publikum, unsere Freund:innen und Unterstützer:innen könnt uns und alle anderen in der freien Kultur- und Clubszene unterstützen. Wie das möglich sein wird, geben wir zu gegebener Zeit bekannt.

Haltet uns die Treue, bleibt gesund und solidarisch mit euren Mitmenschen. Bis hoffentlich bald!

/ Autor: torstenreitler

Improvisation als Kunst

Das 29. Bundesweite Jazz-Nachwuchsfestival „jazz talentZZ“ steht vor der Tür. Ob es da auch bleiben muss, entscheidet sich in den kommenden Tagen. Wir tun so, als ob und geben euch schon mal einen Ausblick auf das, was möglich wäre.

Die ersten Planungen für ein Bundesweites Jazznachwuchsfestival in Leipzig wurden im Jahr 1990 in Angriff genommen. Was genau der Auslöser für ein solches Projekt war, ist nicht dokumentiert. Vermutet werden darf auf jeden Fall, dass die Wiedervereinigung und der Gedanke, junge Menschen aus Ost und West zusammenzubringen, präsent gewesen sein dürfte. Leipzig war eines der wichtigsten Zentren für Jazz in der DDR, und mit diesem Pfund in der Hand wollte man aufbrechen zu neuen Ufern.

/ Autor: torstenreitler

Fragen und Antworten zu Covid-19 und der MB

Covid-19? Corona? Die Moritzbastei ist eine öffentliche Einrichtung. Normalerweise stecken wir Menschen mit Begeisterung für Musik, Theater, Literatur und Kunst an und freuen uns, wenn sich Begegnungen jedweder Art ergeben. In Zeiten einer Krankheitswelle wie der aktuellen Covid-19-Epedemie müssen wir uns natürlich auch anderen Ansteckungsrisiken stellen und viele Fragen beantworten. Die wichtigsten beantworten wir euch in diesem Beitrag.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr in der Moritzbastei?

So hoch, wie an allen geschlossenen öffentlichen Orten, an denen Menschen zusammenkommen. Wir halten natürlich alle Hygiene- und Seuchenschutzkriterien ein, unsere Mitarbeiter sind informiert und sensibilisiert. Die Gefahr einer Ansteckung ist gegeben, auch wenn wir sie aktuell für überschaubar halten.

Fallen jetzt alle Veranstaltungen bei euch aus?

Nein. Alle geplanten Veranstaltungen finden bis auf weiteres wie geplant statt. Sollte es Absagen geben – aktuell besonders betroffen sind die geplanten Lesungen im Rahmen der Buchmesse – , informieren wir darüber umgehend auf unserer Webseite und durch die sozialen Medien.

Wie können sich unsere Gäste in der Moritzbastei schützen?

Jeder Gast kann sich bei uns die Hände mit Wasser und Seife waschen. Zeitnah stellen wir auch Handdesinfektionsmittel für Gäste zur Verfügung. Ansonsten sind alle unsere Mitarbeiter:innen aufgefordert, ihrer Informationspflicht nachkommen bzw. einen Arzt zu konsultieren, wenn sie erkrankt sind. Gleiches gilt, wenn sie Kontakt mit einer sicher mit dem Covid-19-Virus infizierten Person hatten.

Wie kommuniziert die Moritzbastei die aktuelle Lage?

Grundsätzlich wollen wir besonnen mit der Situation umgehen und keine zusätzliche Aufregung verbreiten. Wir informieren wir unsere Gäste nur dann, wenn es tatsächliche Änderungen in unserem Programm oder Einschränkungen gibt. Das geschieht durch Aushänge im Haus, auf unserer Webseite und in den sozialen Medien. Natürlich können Gäste auch unserer Mitarbeiter:innen jederzeit ansprechen.

Intern gibt es bis auf weiteres ein tägliches Briefing für alle Bereiche zur aktuellen Entwicklung.

Was können Gäste zum Schutz vor Ansteckungen beitragen?

Es wäre natürlich sehr schön, wenn auch unsere Gäste die üblichen Hygienemaßnahmen einhalten würden. Dazu zählt vor allen Dingen das gründliche Händewaschen! Bitte überlegt euch, ob ihr auch mit einer Erkältung oder unklaren Krankheitssymptomen zu uns kommen müsst. Natürlich will niemand seine:n Lieblingskünstler:in verpassen! Besonders, wenn man schon ein Ticket gekauft hat. Wenn ihr euch aus gesundheitlichen Gründen unsicher seid und lieber zu Hause bleiben möchtet, um niemanden anzustecken, bieten wir euch an, euer Ticket zu erstatten. Dafür meldet euch bitte VOR der Veranstaltung unter info@moritzbastei.de.

Die aktuelle Krankheitswelle birgt natürlich große wirtschaftliche Risiken für eine Einrichtung wie die Moritzbastei. Wir leben schließlich davon, dass sich möglichst viele Menschen bei uns treffen. Abgesagte Veranstaltungen oder aus Verunsicherung fernbleibende Besucher:innen bedeuten reelle Umsatzeinbußen. Ein Kulturunternehmen wie die Moritzbastei, das nicht profitorientiert und ohne institutionelle öffentliche Förderung arbeitet, trifft eine solche unvorhergesehene Krise natürlich besonders schwer. Insofern hoffen wir auch auf euer Verständnis und euer Vertrauen in unsere Arbeit. Wenn ihr Fragen zu dem Thema habt, könnt ihr euch gerne bei uns unter info@moritzbastei.de melden.

Ansonsten – bleibt gesund und bis hoffentlich bald!

/ Autor: torstenreitler

Clubs & Politics

Der amtierende Leipziger Oberbürgermeister unterhält sich am Tresen der Distillery mit deren Chef Steffen Kache über Clubsterben, Freiräume in einer wachsenden Stadt und die politischen Rahmenbedingungen für Clubbetreiber*innen? Richtig, es ist Wahlkampf in Leipzig.

Am 2. Februar ist OBM-Wahl in Leipzig. Trotzdem ist es nicht selbstverständlich, sich mit einem Technoclub-Betreiber über die Befindlichkeiten der Clubs- und Musikspielstätten zu unterhalten. Schließlich gelten Clubs als Vergügungsstätten, gleichgestellt mit Spielcasinos und Bordells. Otto Normalbürger assoziiert gern Sex- und Drogengeschichten mit Technoclubs, allerdings ganz anders, als die Betreiber*innen diese Themen verhandelt sehen wollen. Stichwort Sexpolitics, Awareness, Drugtesting etc.

Jedenfalls gibt sich Burkhard Jung im Gespräch reichlich und hoffentlich ernsthaft Mühe, den Spagat zwischen dem vermutlich etwas reservierten Interesse der sogenannten „bürgerlichen Mitte“, deren Ordnungs- und Sicherheitsgefühl er wohl nicht verwirren möchte, und den handfesten Forderungen der Clubkultur-Profis schmerzfrei zu gestalten. In Steffen Kache hat er einen Gesprächspartner, der nach jahrelangem politischem Engagement für die Belange der Clubs alle Facetten des Diskurses beleuchten kann. Sei es auf bundespolitischer oder auf kommunaler Ebene.

Wenn euch interessiert, in welche Richtung sich die Clublandschaft Leipzigs entwickelt, auf welchen Baustellen die IG LiveKommbinat (deren Mitglied auch die Moritzbastei ist) an tragfähigen Lösungen für die Zukunft arbeitet, der sollte sich das knapp 20-minütige Gespräch bis zum Ende anschauen.

Dieses Video ist im übrigen keine Wahlwerbung für Burkhard Jung. Wir als Moritzbastei denken, dass es richtig ist, diese Gespräche zu führen und hoffen, dass auch der oder die zukünftige OberbürgermeisterIn diesen Dialog weiterführen wird.