Alle Artikel in der Kategorie “Allgemein

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/ Autor: torstenreitler

Gestern dort, heute hier

Birgit Weyhe gehört zu den renommierten Comic-Autoren dieses Landes. Seit gestern stellen wir im Café Barbakane Zeichnungen aus ihren Büchern „Madgermans“ und „Im Himmel ist Jahrmarkt“ aus. Die Laudation zur gestrigen Vernissage hielt  verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben der F.A.Z.

Die Comic- und Karikatur-Ausstellungen in der Moritzbastei erleben damit einen weiteren Höhepunkt ihrer langjährigen Geschichte, und ihr könnt in den nächsten vier Wochen daran teilhaben. Die Bilder von Birgit Weyhe sind zu den Öffnungszeiten unseres Cafés zu sehen, der Eintritt ist frei. Ein paar mehr Informationen über unsere Galerie Barbakane könnt ihr auf unserer Homepage lesen.

Der Titel der Ausstellung – „Gestern dort, heute hier“ – bezieht sich auf die Biografie Birgit Weyhes, die in Uganda, Tansania und Kenia aufwuchs. Ihre Arbeiten haben starke autobiografische Bezüge, und sie nutzt die Möglichkeiten der Kunstform Comic bzw. graphic novel meisterhaft, um fiktionale und dokumentarische Elemente miteinander zu verweben.

/ Autor: torstenreitler

Dieser Baum gehört dem alten Mann

So alt ist Peter „Cäsar“ Gläser gar nicht geworden.  Vor knapp zehn Jahren starb er, neunundfünfzig Jahre hinter sich lassend, deren Höhen und Tiefen Stoff für mehr als ein Leben lieferten. Als Gitarrist von RENFT wurde er zu einer Ikone der DDR-Rockmusik, und obwohl (oder weil?) die Band auf dem Höhepunkt ihres Erfolges 1975 mit einem Auftrittsverbot belegt wurde und zerbrach, überdauerte ihre Legende auch den Untergang der Deutschen Demokratischen Republik. Peter Gläser brachte Zerbrechlichkeit, Poesie und Idealismus mit in die vor Testosteron strotzende Renft-Combo und komponierte einige ihrer zärtlichsten Lieder.

Was bleibt von so einem Leben, das für die Verwertungsmechanismen der heutigen Musikindustrie kaum taugt? Zwar spielt Thomas „Monster“ Schoppe als einziges verbliebenes Mitglied mit alten Weggefährten eine Tournee zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Renft (Christian „Kuno“ Kunert kann nicht mehr als Musiker auftreten und schreibt Romane). Doch langsam gehen auch die einstigen Fans des DDR-Rocks in die Geschichte ein. Bestehen „Cäsars“ Songs aus der Hochzeit des progressive rock den Test der Zeit?

Zwei von Cäsars fünf Kindern, Moritz und Robert Gläser, wollen genau das beweisen. Ihre Band heißt Apfeltraum, so wie eins der berühmtesten Lieder, das ihr Vater komponierte (die Überschrift ist dem Liedtext entnommen). Sie bringen seine Songs auf die Bühne, übermorgen zum zweiten Mal in der Moritzbastei. Es wird sicher spannend zu hören sein, wie sich Cäsars Songs einfügen in eine Zeit, in der wieder viele junge Konzertgänger zu Bands wie Wucan oder Polis pilgern, die sich sich im Auftreten und im Sound genau wie einst Renft an den großen Vorbildern von Vanilla Fudge, Deep Purple oder King Crimson abarbeiten.

Das erste Zusammentreffen zwischen Peter Gläser und der Moritzbastei fand übrigens im Jahr 1975 statt. Renft waren die Stars des Baukonzerts Nr. 5, mit dem für den Wiederaufbau der Moritzbastei als Jugend- und Studentenklub geworben werden sollte. Die Band war damals zu berühmt, als dass die Moritzbastei-Baustelle allen Fans hätte Platz bieten können. Das Konzert fand also in der benachbarten Kalinin-Mensa statt, einem alten Biersaal, der seit kurzem wieder als Veranstaltungsort dient.

Renft waren 1975 aber nicht nur berühmt, sondern auch berüchtigt, weshalb das Konzert nur mit anschließender Diskussion stattfinden konnte, in der die Musiker ihre Texte verteidigen mussten, die den DDR-Alltag und den politischen Mief der Zeit mehr oder weniger unverblümt thematisierten. Nur kurze Zeit später durfte Renft nicht mehr in der DDR auftreten, Bandmitglieder wurden verhaftet und fanden sich über kurz oder lang in der Bundesrepublik wieder. Cäsar blieb bis 1989, gründete mit Karussell eine weitere große DDR-Rockband und gastierte später immer wieder in der Moritzbastei. Die Bands trugen jetzt seinen Spitznamen im Titel, das Bild am Anfang des Artikels stammt aus den 1980er Jahren (wie die Stulpen des Rhythmusgitarristen verraten).

Veranstaltet wird das Konzert übrigens vom Anker e.V., der inoffiziellen Nachwende-Wohnstube von Renft im Leipziger Norden, die aufgrund der umfassenden Rekonstruktion nicht für Veranstaltungen genutzt werden kann.

/ Autor: torstenreitler

Gig in Japan

Der Club Super Deluxe in Tokio war wohl der geografisch entfernteste Ort von Leipzig, an dem die Moritzbastei jemals ein Konzert veranstaltet hat. Am vergangenen Freitag kamen mehr als 300 Leute, um ein Konzert im Rahmen unserer Reihe KLASSIK underground zu sehen, das von gemeinsam von Musikerinnen des Gewandhausorchesters und des Boston Symphony Orchestra gegeben wurde. Die geballte Frauenpower dieses Abends komplettierte Akiko Nakayama mit ihren Live-Visuals, die an die Wände des Clubs projiziert wurden.

Die Geschichte hinter diesem Konzert geht folgendermaßen: Das Gewandhausorchester ist aktuell auf Tournee durch Asien. Wie es der Zufall und die Tourneeplanung wollten, war fast zur gleichen Zeit das Boston Symphony Orchestra in Japan auf Tour. Dessen Chefdirigent Andris Nelsons ist ja seit diesem Jahr auch Chefdirigent in Leipzig, und beide Orchester wollen zukünftig stärker kooperieren. Diesen Umstand nutzte Tahlia Petrosian, Kuratorin von KLASSIK underground, um zum Telefonhörer zu greifen und zu schauen, ob eine solche Kooperation auch im Rahmen von KLASSIK underground stattfinden könnte?

Was im offiziellen Management klassischer Orchester oft Monate dauert, war in diesem Fall schnell unter Kolleginnen ausgehandelt. Von Musikerin zu Musikerin, mit Handschlag und im Vertrauen darauf, dass klassische Musik ihre Faszination nicht nur im großen Konzertsaal und für ein Zehntel des üblichen Eintrittspreises entfalten kann (im Tourneebericht der LVZ war von umgerechnet 300 Euro für ein Ticket der Nachmittagsvorstellungen des Gewandhausorchesters die Rede. Und das waren die billigen Plätze). Die Zusammenarbeit mit dem Super Deluxe (Home of Pecha Kucha, übrigens) und der Akika Nakayama war ein weiterer Glücksfall, denn so landete KLASSIK underground nicht wie ein UFO aus der alten Welt, sondern konnte an die urbane Kunstszene vor Ort anknüpfen.

Das Experiment glückte, auch Dank der Unterstützung des Gewandhausorchesters, der deutschen Botschaft in Japan und nicht wenigen Helferinnen vor Ort, die mithalfen, das Konzert in Tokio zu bewerben. Am Ende war das Super Deluxe komplett ausverkauft, die Aufführung konnte erst verspätet beginnen, damit alle Gäste einen Platz finden konnten.

Trotzdem bleibt das Mutterschiff von KLASSIK underground natürlich die Moritzbastei. Die Tokio-Erfahrung ermutigt uns allerdings, auch über unseren Tellerrand hinaus zu schauen. Das Interesse an unserem Projekt ist auf jeden Fall weit über Leipzig hinaus groß, und das ist ein toller Erfolg für unsere Arbeit. Hier könnt ihr noch ein paar Eindrücke aus Tokio sehen, smartphone und weltweite Datenübertragung sei Dank.

/ Autor: torstenreitler

Das sind Leipzigs Bands des Jahres 2017

Leipzigs Bands des Jahres 2017 stehen fest. Here we go, in alphabetischer Reihenfolge.

Atlas Bird

Sie werden als shooting stars der dunklen Pop/Rock-Szene gehandelt, und zwar überregional. Am Ende war es die knappste Entscheidung – Sarah Lesch und Karl die Große konnten nur einen Hauch weniger Stimmen auf sich vereinen. Deshalb seien auch beide hier ausdrücklich genannt.

Trettmann

Ganz ehrlich – mich hat es gewundert, dass er nicht schon im vergangenen Jahr den Preis bekommen hat. In diesem Jahr geht allerdings ohne ihn gar nichts – sein Album „#DIY“ ist das erfolgreichste Release aus Leipzig seit Jahren.

White Wine

Das gab es noch nie – White Wine werden zum zweiten Mal als Band des Jahres ausgezeichnet. Ihr neues Album „Killer Brillance“ ist gerade erst erschienen. Wir hoffen, dass sie diesmal Zeit für eine live performance bei der Preisverleihung haben.

Noch ein bisschen Statistik zur Expertenjury: Angeschrieben wurden 162 Musiker, Journalisten, Labelbetreiber, Verlage, Booker, DJs und bekannte Aktive der Leipziger Szene. Nominiert wurden insgesamt 65 Leipziger Bands und Projekte, die symbolische 5-Prozent-Hürde (mindestens 3 Nennungen) haben 13 Nominierungen geschafft.

Der Publikumspreis wurde wieder per Onlinevoting verliehen. Nominiert waren Far or Near, Flynn, Jody Cooper und Last Chapter. Es wurden 760 Stimmen abgegeben, und der knappe Sieger mit 33 Prozent der Stimmen (vor Far or near, die 31 Prozent der Stimmen bekamen), heißt:

Last Chapter

Die Preise werden am 19. Januar 2018 in der Halle D überreicht im Rahmen der Gala „Der Grosse Preis – Leipzigs Bands des Jahres 2017“. Dann werden nicht nur, aber hoffentlich viele der Preisträger live zu sehen sein. Wir bleiben gespannt!

/ Autor: torstenreitler

In eigenen Worten: FLYNN

In jedem Jahr suchen Moritzbastei und WERK2 Leipzigs Bands des Jahres. Auch 2017 soll DER GROSSE PREIS wieder verliehen werden. Über die Auszeichnung in der Kategorie PUBLIKUM entscheidet natürlich  – IHR!
In dieser Woche stellen sich hier die vier Kandidaten in ihren eigenen Worten vor. Dem Alphabet nach folgen heute FLYNN.

Welche Reaktionen wollt ihr bei den Leuten auslösen, wenn sie eure Musik hören?
Mit unserer Musik wollen wir Leute bewegen, körperlich wie auch emotional. Wir
versuchen sie also stets mitziehend und tanzbar zu gestalten. Wenn die Zuhörer aber
einen tiefgreifenderen Blick wagen, so werden sie Texte zum Mitfühlen und -erleben
entdecken.

Habt ihr einen Anspruch, eine Maxime, ein Ziel, von dem ihr euch leiten lasst?
Wir wollen uns vor nichts verschließen: was uns musikalisch gefällt, machen wir. Dabei
schauen wir nicht nur nach Inspirationen in der Popmusik, sondern bedienen uns auch
ohne Scheuklappen an anderen Musikstilen.

Wie erlebt ihr die Musikstadt Leipzig?
Leipzig ist vielfältig, offen und häufig auch musikalisch experimentierfreudig! Nahezu jeder
kann sich hier in der Kunst entfalten, Grenzen gibt es kaum. Trotz wachsender Großstadt
ist es toll, dass hier, gerade in der Musikszene, nahezu jeder jeden kennt. Das erleichtert
es uns, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

Was gefällt euch an der hiesigen Musiklandschaft/-szene, wo liegen Schwierigkeiten für euch?
Sehr positiv fällt uns immer wieder die Genre-Vielfalt auf, die jeder Musikliebhaber in einer
der vielen Locations aus- oder erleben kann. Leider ist aber ein abnehmender Trend bei
den kleinen Szene-Clubs und den möglichen Proberäumen vernehmbar, was jungen
Bands teilweise die Grundlage für das Sammeln von Erfahrungen nehmen kann.

Seht ihr eine Perspektive für eure Arbeit in Leipzig?
Leipzig wird definitiv unser Hauptarbeitsort bleiben, da wir uns nirgendwo anders so ein
hervorragendes Netzwerk an Mitmusikern und talentierten Freunden vorstellen könnten.

Was sind eure nächsten Ziele als Band?
Aktuell stecken wir mitten in den Vorbereitungen für die Veröffentlichung unserer EP und
dem Drehen zugehöriger Musikvideos. Außerdem freuen wir uns darauf, das Material
endlich auf möglichst vielen Bühnen präsentieren zu können!

Für FLYNN abstimmen könnt ihr auf der Votingseite der Moritzbastei.

Morgen geht es weiter mit JODY COOPER.

/ Autor: torstenreitler

Sound of Leipzig 2017 (pt.1)

In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, wer den schönen Titel „Leipzigs Band des Jahres 2017“ tragen können wird. Bis zum 24. September läuft die Bewerbungsphase für den Publikumspreis (hier könnt ihr euch noch mit euren Songs melden!) Und dann stellen Moritzbastei und WERK2 knapp 150 gestandenen Leipziger Musikern, Journalisten, Produzenten, Labelmachern, Clubbetreibern, Bookern wie jedes Jahr diese Frage: „Welche MusikerInnen, Bands oder Projekte haben dich in den vergangenen 12 Monaten besonders beeindruckt und verdienen, als Band des Jahres ausgezeichnet zu werden?“ Aus den Antworten zählen wir die drei Meistgenannten, und voilá! Die Sieger werden feststehen.

Für alle, die jetzt nicht so genau den Überblick haben, was in Leipzig im vergangenen Jahr musikalisch so passiert ist, sollen die nächsten Blogeinträge hier eine kleine Hilfestellung sein. Keine Vorauswahl, kein Anspruch auf Vollständigkeit – aber als Orientierung hoffentlich hilfreich.

Wir legen ganz einfach los, in alphabetischer Reihenfolge. Folgendes wurde 2017 in Leipzig veröffentlicht:

2ersitz – „Kein Geld aber Liebe“, EP .  Hier gibt es ein Video.

Atlas Bird – „Isolate“, Single. Das Video zum Song gibt es hier.

Beppo S. & Peter B. – „Bis unendlich“, Album. Schaut euch das Video an.

Brenk Sinatra & Morlockk Dilemma  – „Hexenkessel 1&2“, Doppel-EP. Auch hier ein Video.

Brewsebs  – „Clockwise“, Album.  Das könnt ihr bei spotify hören.

Canterra – produzierten ein Video.

Das Paradies – „Goldene Zukunft“, Single und Video.

Deko Deko – „Neustadt Remixe“.  Dieses Video erschien im März.

Egolaut – „Kein Widerstand nur Hitze“, Album. Hier gibt es ein Video.

Elephants on Tape – „Lightweights“, Single. Dazu das Video.

Emily’s Giant – „Golden Ticket“, Videosession.

Far or near – „Aporia“, Album. Hier gibt es ein Video.

Grünfeuer – „Alles oder nichts“, Single. Auch ein Video wurde produziert.

Halluciantion Generation – „0n the playground“, Album. Anzuhören auf youtube.

Han Han – Pru Pru, Album. Dazu gibt es ein Video.

Jahmica – „Fürs Debüt reicht’s“, Album. Hier ein Video.

Jeronÿmus – „Tabula rasa“, Album. Das gleichnamige Video seht ihr hier.

Jody Cooper – „Odes and serenades to a cracked world, pt.1“, Album. Mehr dazu auf Jodys Webseite.

Weiter geht es Anfang der kommenden Woche mit den Bands von K bis W. Bis dahin viel Vergnügen beim Hören, Entdecken, Informieren!

PS: Wenn ihr meint, diese oder jene Band oder MusikerIn waren vergangenes Jahr der Oberhammer und dürfen keinesfalls bei einer solchen Übersicht fehlen, dann schreibt sie uns in die Kommentare!

/ Autor: torstenreitler

Flucht aus Syrien

Ahmad AlZoubi ist aus Syrien geflüchtet. Seine Flucht hat er mit seinem Smartphone gefilmt. In Bremen bekam er die Möglichkeit, im Kulturzentrum Schlachthof seine Aufnahmen zu schneiden. Der Schlachthof ist wie die Moritzbastei Mitglied im europäischen Kulturnetzwerk Trans Europe Halles, und so erreichte uns die Anfrage aus Bremen, ob der Film nicht auch in der Moritzbastei gezeigt werden könne. Kann er! Am Samstag habt ihr die Gelegenheit, euch Ahmad AlZoubis Augenzeugenbericht in der Ratstonne der Moritzbastei anzuschauen und mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Samstag, 20:00, Moritzbastei: Flucht aus Syrien. Film und Gespräch. 

/ Autor: torstenreitler

Wir gehen über den Tresen

Das Moritzbastei-Café wird eine Baustelle. Unser Tresen wird überarbeitet erhält ein upcycling, wie man heute sagt. Oben seht ihr einen der ersten Entwürfe, auf dem die Planer von  brandvorwerk-design das zukünftige Aussehen skizziert haben .

Der Sommer ist für ein solches Vorhaben der beste Zeitraum. Im August schlägt der Puls Leipzigs langsamer (wie auch das Uniradio mephisto 97.6 kürzlich feststellen musste), wer nicht in die Ferne schwof, der liegt ganz nah am Cossistrand. In die City zieht es nur die ansässigen Händler und Werktätigen, schulpflichtige Kinder, die mit ihrer Ferienlangeweile nichts  besseres anzufangen müssen und ab und zu verläuft sich ein Tourist im neuen Museumswinkel.  Die großen Spielstätten halten Sommerschlaf, vor den Leinwänden der Classic open lungern die Eventjunkies herum und ziehen sich DVDs von Konzerten rein, die schon live oft nicht mehr als Kultursurrogat waren.

Auch in der Moritzbastei fahren wir die Generatoren im Sommer auf halber Kraft. Draußen in den Höfen und auf der Terrasse spielen wir Sommertheater und Sommerkino, drinnen nutzen wir die Zeit zum Renovieren. Dieses Jahr ist der Tresen im Café Barbakane dran, der ein wenig in die Jahre gekommen ist.  Außerdem haben wir festgestellt, dass die Funktionalität um einiges verbessert werden könnte. Was unter anderem daran liegt, dass ihr unser Mittagsangebot nun schon seit geraumer Zeit so gern und zahlreich nutzt. 🙂

In der Zeit vom 7.-17. August wird daher bei uns kräftig gewerkelt, weshalb wir unser Essenangebot ein wenig einschränken müssen. Wir hoffen auf euer Verständnis und werden die reduzierte Auswahl durch maximierten Charme wettmachen.

Bei der Gelegenheit lohnt auch ein Blick in die Vergangenheit. So sah unser Cafétresen in den 1980er-Jahren aus:

Anfang der 1990er erhielt dann der Tresen die Form, die er im wesentlichen heute noch hat:

Allerdings fehlten da noch der Überbau und das Rückbuffet. Dafür gab es einen Pizzaofen – wer erinnert sich noch an die durchtanzten Nächte, bei denen ein Stück Pizza um Mitternacht den überschüssigen Alkohol aufsaugte?

Sein heutiges Aussehen hat der Tresen nun auch schon seit über 10 Jahren:

Zeit also für einen Neuanfang. Wir spucken ab Sonntag in die Hände und sind gespannt, wie euch der neue Tresen gefallen wird!

/ Autor: torstenreitler

Eine gute Adresse

Der Platz zwischen Gewandhaus, Moritzbastei und Mensa am Park bekommt einen Namen, und zwar den von Kurt Masur.  Das hat die Leipziger Stadtverwaltung am gestrigen Mittwoch mitgeteilt.

Ein paar Sätze mehr zum Warum haben gestern u.a. die LVZ und der MDR veröffentlicht.

Kurt Masur und die Moritzbastei verbinden einige Begegnungen, wenn auch weitaus weniger, als die Nachbarschaft von Gewandhaus und MB vielleicht vermuten ließen. Dass seinetwegen bzw. zu Gunsten des Gewandhausorchesters die Eröffnung der Moritzbastei vom 1. Dezember 1981 auf den 5. Februar 1982 verschoben wurde, haben wir in unserem Beitrag zur „zweiten Eröffnung“ der MB ausführlicher erzählt.  Später war der Maestro hin und wieder als Ehrengast bei diversen Empfängen und Veranstaltungen in unserem Haus.

Unsere Kooperation mit dem Gewandhausorchester im Rahmen der Reihe „KLASSIK underground“ hätte Kurt Masur möglicherweise gefallen (das nächste Konzert mit Jean-Yves Thibaudet ist am 5. Mai, Tickets gibt es hier). Ob Gewandhaus oder Moritzbastei in Zukunft neue Briefbögen drucken müssen, ist bisher noch nicht bekannt (vermutlich aus Kostengründen eher nicht).

Der Gedanke, dass am zukünftigen Kurt-Masur-Platz Hoch- und Subkultur in friedlicher und fruchtbarer Nachbarschaft residieren, gefällt uns allerdings ausgesprochen gut.