/ Autor: torstenreitler

Stellt euch mal vor…


Karl die Grosse, Publikumssieger des vergangenen Jahres

Leipzig vermarktet sich als Musikstadt. Auf der Internetpräsenz der Stadt wird das begründet, und im dritten Absatz dieser Begründung findet dann nach all den hundert Jahre toten Musikgenies und den ihnen gewidmeten Aufführungsstätten auch die Gegenwart statt: „Die aktuelle Musikszene in Leipzig ist entsprechend weit gefächert – Klassik, Neue Musik, Rock, Pop, Jazz, Folk und noch viel mehr.“

Das klingt ein wenig unbestimmt, vorsichtig formuliert. Einer der Gründe dafür könnte sein, dass das musikalische Erbe Leipzigs weltbekannt und gut vermarktbar ist. Im Bereich Pop und Jazz hat es seit den „Prinzen“ nichts mehr gegeben, das …

Hier könnt ihr entscheiden, wie die Geschichte weitergeht. Die klassische Fortsetzung lautet „… das überregional erfolgreich war.“

Eine Alternative dazu wäre die folgende Fortsetzung: „… das sich so gut medial inszeniert hat, von den Marktmechanismen adaptiert und zu einem Massenprodukt der Unterhaltungsindustrie entwickelt und künstlerisch komplett irrelevant wurde.“

Die erste Fortsetzung ist die Logik des Marketings, der Dieter Bohlens und Castingwelt. Die zweite führt zu dem Leipzig, wie es sich heute präsentiert. Die Musikszene ist so virulent wie lange nicht mehr. Wer meint, es gäbe keine überregional bekannten Musiker aus der Stadt, der hat von den Namen Michael Wollny, Disillusion, Ronny Trettmann,  A Forest, Malky, Warm Graves oder Brockdorff Klang Labor noch nie etwas gehört. Zum unvollständigen Beispiel.

All diese Bands haben zusammen nicht so viele Platten verkauft wie die Prinzen. Aber wer glaubt, dies beantworte die Frage nach der Relevanz dieser Musiker, Bands und Projekte, der glaubt auch, dass Avicii der beste DJ der Welt ist. Weil der die meisten Follower auf facebook hat.

Es passiert viel in Leipzig, auf der youtube-Playlist von Heldenstadt.de oder unter dem Hashtag #listentoleipzig kann man sich davon ein Bild machen. Im Fahrwasser der unzähligen Bands sind längst Strukturen gewachsen, die Hoffnung machen. Es gibt Labels, Verlage, Promotionagenturen, Aufnahmestudios, (nicht genug) Proberäume, ein Plattenpresswerk, eine stetig wachsende Zahl von Auftrittsmöglichkeiten in Bars, Kneipen, Klubs und popup-stores.

Der GROSSE PREIS will allen Musikern in Leipzig die Chance geben, ihre Produktion einem größeren Publikum zu präsentieren. Dem Propheten ein wenig Geltung im eigenen Land verschaffen. Nachwuchsprojekten beim Sprung über die Wahrnehmungsschwelle Hilfestellung leisten.

Wenn ihr diese Möglichkeit nutzen wollt, dann stellt euch mal vor. Dann habt ihr die Chance, eure Band oder euer Projekt beim Onlinevoting auf der Moritzbastei-Homepage zu präsentieren. In den vergangenen zwei Jahren haben jeweils knapp 3000 Teilnehmer abgestimmt. Den Gewinnern winkt ein anständig dotierter Auftritt bei der Gala zum GROSSEN PREIS im Januar 2016 im Werk2, noch mehr Aufmerksamkeit und hoffentlich ein kräftiger Motivationsschub.

Bis zum 13. September läuft die Bewerbungsfrist für das Voting noch, die Teilnahmebedingungen findet ihr auf der Homepage der Moritzbastei.

Haltet euch also ran. Und: Viel Erfolg!

2 Kommentare

  1. Guido

    Malky sind raus aus der Stadt, allem Anschein nach.
    Berlin!

Kommentare sind geschlossen.