/ Autor: torstenreitler

Leistungsbereit wischen Konsum und Kontrolle

Die Gesellschaft verändert sich, die Umbrüche des digitalen Zeitalters werden auch in der Kulturszene spürbar. Wir haben drei Lese- und Hörempfehlungen zum Thema für euch.

Leipzig feiert sein 1000-jähriges. Glückwunsch, weiter so. Glaubt man der LVZ aktuellen Stimmung in der Stadt, kann sich Leipzig auch auf eine rosige Zukunft freuen. Weil immer mehr Menschen daran glauben, dass in Leipzig noch etwas möglich ist. Wachstum, nicht nur, aber auch bei den Immobilienpreisen.

Selbst Stanislaw Tillich ist begeistert und bezeichnet Leipzig als Modellstadt. Es sagt eben auch etwas über die aktuellen Entwicklungen in der Stadt, wenn ein, nein der Vertreter der sächsischen Verhältnisse, unser CDU-Landesvater,  die Stadt derartig lobt: „In der Stadt trifft das zusammen, was mir als Bild von Sachsen vorschwebt. Leistungsbereite Menschen, die Mut haben,etwas Neues auszuprobieren, innovative Unternehmen, eine gute Hochschul- und eine reiche Kulturlandschaft. Das ist die Mischung, die Leipzig ausmacht.“? (LVZ, 29.5. 2015). 

In Sachen Kultur halten wir Augen und Ohren offen. Den „Mut, etwas Neues auszuprobieren“, spürt man überall. Am meisten dort, wo es um Geld geht. Egal, ob staatliche Kultursubventionen, Ticketmarketing, Festivals oder die Clubszene – überall geht es darum, wirtschaftliche Effizienz als obersten Maßstab für Erfolg anzulegen und wahlweise Geld zu sparen oder zu verdienen.

Wie die Zukunft der Kultur aussehen soll? Jens Balzer von der Berliner Zeitung befürchtet die Vollendung von „Konsum und Kontrolle“, Konzertveranstalter und Publizist Berthold Seliger mahnt an, dass Kunst eine Haltung verkörpern sollte und bei Radio Mephisto haben vergangene Woche Vertreter der Leipziger Club- und Labelszene über den Stand der Dinge in Leipzig diskutiert.