/ Autor: torstenreitler

Leipzig hat gewählt

DGP-Werk-2

Die Jury und das Publikum haben gesprochen – die Leipziger Bands des Jahres 2013 stehen fest. Sie heißen, in alphabetischer Reihenfolge: Brockdorff Klang Labor, Long Voyage und Webermichelson. Bei der Onlineabstimmung konnten sich Jesse Flame & The Burnberries als Publikumssieger durchsetzen.

Nachdem wir ja im letzten Jahr beschlossen hatten, dass dieses Jahr alles anders werden müsse beim Grossen Preis, sind wir mit dem Verlauf der Abstimmungsphase sehr zufrieden. Die Anzahl der Demo-Einsendungen ging zwar um knapp 50 Prozent zurück, nahm die Qualität der Einsendungen um etwa den gleichen Betrag nach oben. Damit war es letztlich kein Problem, vier Kandidaten für die Publikumsabstimmung zu benennen. Jesse Flame & The Burnberries setzten sich ziemlich knapp vor Clemens Müller durch, die Entscheidung fiel mehr oder weniger am letzten Tag der Abstimmung.Die rege Beteiligung spricht deutlich für diese Variante der Publikumsbefragung, die wir wohl fortsetzen werden.

Bei der Fachjury gab es auch einige bemerkenswerte Erkenntnisse. Wir hatten ja ca. 160 Menschen aus dem Musik“business“ gefragt, welche Bands oder musikalischen Projekte ihrer Meinung nach in den vergangenen 12 Monaten am meisten Eindruck hinterlassen hätten. Die Rückmeldequote lag zwar unter unseren Erwartungen, kann aber durchaus als repräsentativ gelten. Sowohl Musiker als auch Labelbetreiber, Clubbesitzer und Journalisten, Booker und Promoter sind unter denen, die ihre Stimme abgegeben haben. Am Ende wurden drei sehr unterschiedliche Projekte am häufigsten genannt. Brockdorff Klang Labor waren nach dem Medienrauschen um ihr aktuelles Album sicher erwartbar, aber Long Voyage und Webermichelson hätte sicher niemand so klar unter den meistgenannten gesehen. Wir werten das mal als Zeichen für die Vielfalt und Vitalität der Leipziger Szene.

Klar, diskutabel bleibt die Auswahl immer. Wie weiter unten zu sehen sein wird, wurden sehr viele Namen genannt. Drei oder vier Rückmeldungen mehr oder von eher in anderen „Szenen“ beheimateten Juroren, und das Ergebnis hätte ganz anders aussehen können. Aber wie bei allen Wahlen gilt – wer nicht mitmacht, kann auch nichts beeinflussen. Wenn also z.B. alle Angeschriebenen aus der Maultrommelszene antworten und kein Freejazzer, dann ist das Ergebnis vorhersehbar. Der Jahrgang 2013 soll so viele wie möglich aus der hiesigen Szene davon überzeugen, dass unser Ansatz es wert ist, weiterverfolgt zu werden. Die Bands und Musiker sollen im besten Falle den „Grossen Preis“ als Ansporn und Chance sehen, einem szeneübergreifenden Publikum bekannt gemacht zu werden. Und diejenigen, die das Konzert- und Musikleben Leipzigs übers Jahr am Laufen halten, sollen motiviert werden, Augen und Ohren nach Außergewöhnlichem offen zu halten – und die Welt davon wissen zu lassen.(Für uns in der Moritzbastei hat das den sehr angenehmen Nebeneffekt, dass wir einmal im Jahr einen ziemlich guten Überblick darüber bekommen, was in der Stadt musikalisch so geht.)

Jetzt hoffen wir auf reges Interesse und viel Publikum für die große Gala am 6. Dezember im Werk 2. Im Unterschied zu den bisherigen Austragungen des „Grossen Preises“ wird es an diesem Abend keinerlei Wettbewerb mehr geben. Niemand muss etwas beweisen, niemand wird bewertet. Wir hoffen natürlich, dass die vier Bands für ein großartiges Konzerterlebnis sorgen werden. Moderiert wird die Chose von Tim Thoelke und Julius Fischer, was den Unterhaltungswert noch einmal steigern dürfte.

Der Vollständigkeit halber und als kleine Seelenmassage für Leipzigs Musikszene listen wir an dieser Stelle noch alle durch die Fachjury genannten Bands und Projekte auf. Ihr da draußen ihr werdet gehört! Für mindestens einen Menschen wart ihr eine der wichtigsten Bands des Jahres. Seid stolz darauf! :-)

206
Adolar
Alin Coen
Aline Coen
Anne Luise Heisig
Annuluk
Arpen and the volunteers
Brockdorff Klang Labor
Bye Bye
Choirs
Chris Medleigh
Cox and the riot
Dark Suns
David Jonathan
DekoDeko
Der elegante Rest
Der Täubling
DeZafra Ridge
Die Kosmonauten
Die Tornados
DIN Martin
Dude and phaeb
Eva Kresse
Fargo
Filburt & Good Guy Mikesh
Gimmix
Goldstaubwerk
Grünfeuer
Hansen_Windisch
HRSY
I come from the sun
Jasmin Graf
Jesse Flame & The Burnberries
June Coco & Band
Kafka Tamura
Karl die Große
Kassem Mosse
knarz
Krahnstöver
Lake People
Leibnitz
Lilabungalow
Liloba
Live from Las Vegas
Long Voyage
Lothar Robert Hansen
M.apache
Mafa
Me and OceanMe and oceans
meltdown
Micronaut
Miles & Feet
Mjuix
Myra
Nadine Maria Schmidt
Nevertheless
Nicolas Huart
Ostblockschlampen
Paradise Ink
Pentatones
Peter Piek
Philipp Mertens
Pop Funeral
pork four & jenifer touch
praezisa rapid 3000
Prowler
Ronny Rockstroh
Ronny Tretmann
Safi
Schwarzkaffee
Speed Mountain
Spielvereinigung Sued
Steinkind
Stiehler / Lucaciu
Talking to Turtles
Team Totale Zerstörung
The Coins
The Flaming Rocks
The Fuck Hornisschen Orchestra
The Heroine Whores
The Sonic Boom Foundation
The Soulscape Project
Their Majesties
Tonsystem Klangkunst
TOY
Traveller´s Diary
Two Wooden Stones
Warm Graves
Webermichelson
Wooden Peak
Yosai
Zen Zebra
Zentralheizung of death (des Todes)